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Entlassung von Staatssekretär Holm: Richtig - und trotzdem schade
DPA

Zur Entlassung von Ex-Stasi-Mann Holm gab es keine Alternative. Trotzdem ist sie eine schlechte Nachricht: Als Berliner Baustaatssekretär hätte er wichtige Antworten auf die Wohnprobleme der Stadt geben können.

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Zaunsfeld 14.01.2017, 22:40
80.

Zitat von k70-ingo
Mit 18,19 Jahren ist das politische Bewußtsein ausgeprägt genug, um zu wissen, was für eine Bedeutung so eine Entscheidung hat. Ebenso bewußt und weltanschaulich fundiert war meine Entscheidung -ich bin gleichaltrig mit Herrn Holm-, bei meinen DDR-Besuchen (dank Visum für den Kleinen Grenzverkehr unkompliziert machbar), verbotene Presseerzeugnisse wie den SPIEGEL zu schmuggeln. Um die möglichen Konsequenzen beim Erwischtwerden wußte ich auch. Es ging sowohl um den Nervenkitzel, als auch ums ideologische Prinzip.
Tja, interessant, wie man sich da mit zweierlei Maß misst. Denn wenn die DDR die BRD übernommen hätte und nicht umgekehrt, dann wären Sie heute derjenige, der Berufsverbot hätte. Glück für Sie, dass es nicht so gekommen ist.
Sie unterscheiden sich in Ihrer Persönlichkeitsstruktur in nichts von Holm. Sie sind nur zufällig im anderen System geboren und von Kindheit an ideologisiert worden. Wie glauben Sie, hätten Sie sich verhalten, wenn Sie im anderen System aufgewachsen wären? Ich für meinen Teil wage es zumindest nicht, mich unter Berücksichtigung solcher Überlegungen moralisch über andere zu erheben.

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Zaunsfeld 14.01.2017, 22:42
81.

Zitat von carlo1962
Was sollte dieser Stasi-Mitarbeiter in Berlin bewirken, wenn er unter massiven Alzheimer leidet? Oder wie soll man die massiven Gedächtnislücken bezeichnen, unter denen er offensichtlich leidet? Warum hat er nicht offen gesagt, dass er damals zur Stasi gehört hat?
Hat er doch, wenn auch erst vor ein paar Jahren.

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christianu 14.01.2017, 22:44
82. Es ist überhaupt nicht schade,

dass Herr Holm gehen muss. Ich sehe die Stasi-Avancen gar nicht so kritisch. Aber es ist nicht hinnehmbar, dass Herr Holm die unvollendeten Ansätze verschwiegen hat. Wirklich schlimm ist aber der Versuch, einen politisch unerfahrenen Sozialwissenschaftler zum Bau-Staatssekretär zu ernennen. Wenn jemand noch Gründe braucht, warum in Berlin weiterhin alles schiefläuft, bekommt er sie hier auf dem Silbertablett serviert.

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sojus31 14.01.2017, 22:45
83. Wie lange

...geht der Zirkus denn noch? interessiert es überhaupt noch jemanden. ..So wird die deutsche Einheit nie vollendet. Stasi hin..Stasi her...Wann ist endlich damit Schluss? Oder soll die "alte" BRD vielleicht mal ihre Vergangenheit aufarbeiten?

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Keine Zensur 14.01.2017, 22:50
84.

Zitat von cdrb
Vor allem hat er noch 15 Jahre später bei der Einstellung an der Universität bzgl. seiner Vergangenheit gelogen. Zu dem Zeitpunkt wird er wohl nicht mehr "gerademal volljährig" gewesen, sondern sehr wohl bereits "erwachsen" gewesen sein.
Hätten SIE denn die Wahrheit gesagt? Wohlwissend, daß Sie dann ihr restliches Berufsleben in die Tonne kloppen können?

Jetzt bitte mal GANZ ehrlich! Und nicht diese übliche Scheinargumentation von gebürtigen Westdeutschen, die NIE in die Situation gekommen sind, über die sie so hochnäsig urteilen, daß man annehmen müßte, daß 97,8 Prozent aller Westdeutschen, wären sie in der DDR aufgewachsen, ganz selbstverständlich in Bautzen als Widerstandskämpfer eingesessen hätten!

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lilja174 14.01.2017, 22:50
85. nein richtig ist es nicht, nur schade.

da wird einer mit 5 monatiger stasi-zugehörigkeit in denselben topf geworfen wie einer der jahrzehnte leute bespitzelt hat. nein richtig ist es nicht, nur schade. alternativen gab es auch. vielleicht sollte man endlich mal einen diskurs über scheinheilige stasi-debatten eröffnen u. vor allem schauen, wie lange man über solche dinge überhaupt noch reden muss und vor allem wie man die verhältnismäßigkeit in einzelnen fällen wahrt - im fall holm gibt es keine. 5 monate stasi-tätigkeit als 18jähriger und er darf nie wieder ein öffentliches amt innehaben?? dann bitte konsequent alle öffentlichen positionen überprüfen, und zwar nicht nur auf stasi-vergangenheit. was für eine posse, welch ekelhaftes geklüngel. wundern sich politiker eigentlich ernsthaft, warum viele leute sich komplett abwenden von der klassischen parteipolitik? ich weiß schon lange nicht mehr, wem ich meine stimme geben soll... wären morgen wahlen, ich ginge nicht hin!

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Robert_Rostock 14.01.2017, 22:50
86.

Zitat von thschmidt
...Wer zu deren Zeiten nach dem Abi studieren wollte kam um einen verlängerten bzw besonderen Armeedienst nicht herum und ist 3 Jahre zur NVA bzw. zum Wachregiement gegangen mit der Chance im Anschluss seine Fach studieren zu können. Und das Wachregiment lief unter der Führung vom MfS. Solche Leute führten nie böses im Schilde, nur ihrer Bildungschance wegen gingen sie diesen Weg.
Meine Güte, ist das so schwer zu verstehen:
Holm hat sich als hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter verpflichtet. Auf Lebenszeit. Nicht nur für 3 Jahre.
Sein Berufswunsch, sein Traumstudium war "Stasi".

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Keine Zensur 14.01.2017, 22:52
87.

Zitat von Sonnendieb
Kaderschmiede des MfS und wer sich dahin beworben hat, wusste genau worauf er sich einliess. Somit sehe ich die versuchte Bagatellisierung der Bewerbung des Mannes bei der Stasi nur in der Unwissenheit der Betreffenden oder bewusster Irreführung Selbiger begründet.
Man hat sich nicht "dorthin beworben". Man wurde von geschultem Personal bei der Musterung zum Wehrdienst entsprechend "bearbeitet". Diese Musterung fand jahrgangsweise im 18. Lebensjahr statt, und alle mußten da durch.

So richtig viel scheinen Sie nicht über die DDR zu wissen, oder?

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lilja174 14.01.2017, 22:52
88. Verlogene Stasi-Debatte

Wenn es übrigens tatsächlich um eine Aufarbeitung ginge und um die ehrliche Offenlegung der eigenen Vergangenheit, dann wäre die CDU die allererste Partei, die damit anfangen müsste. Dort haben wahrscheinlich mehr ehemalige Stasi-Mitarbeiter ein neues Zuhause gefunden als in der Linken - Stichwort Ost-CDU.

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lilja174 14.01.2017, 22:54
89. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Eher ist doch wohl der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier nicht tragbar. Für die Immobilienwirtschaft Lobby-Arbeit machen und dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden.... Interessenskonflikte wohin man schaut:
"Und womöglich fordern nicht alle Holm-Kritiker den Rücktritt des umstrittenen Staatssekretärs ganz uneigennützig: Der Berliner SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier, der als erster Sozialdemokrat erklärte, Holm sei "nicht tragbar", betreibt beispielsweise als Anwalt eine Kanzlei für Immobilienrecht. "Neubauwohnungen, Altbauwohnungen, Villen, Mietshäuser oder Wohn- und Geschäftshäuser sind besonders gefragte Immobilieninvestments", heißt es auf der Website. "Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Traum-Immobilie in Berlin rechtlich abgesichert zu erwerben."

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