Forum: Politik
Entlassungen bei Siemens: Masse und Ohnmacht
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Der Fall Siemens zeigt: Die Wirtschaft kann blühen und die Leute leiden trotzdem. Politiker, die nur ohnmächtig zusehen, machen sich überflüssig. Eine Chance für die SPD.

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Patrik74 05.12.2017, 12:05
290. Wahre Worte

"Aber er hat - wie so viele ganz normale Bürger - noch nicht begriffen, dass die Soziale Marktwirtschaft nur noch ein Stück deutscher Folklore ist. Soziale Marktwirtschaft hat in Deutschland einmal bedeutet, dass es eine wechselseitige Verantwortung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern für das Gemeinwohl gab. Das ist lange her. "

Das traurige am Michel ist aber, dass man ihm die Wahrheit mit dem Megaphon ins Gesicht schreien kann, und durch die Schlafmütze trotzdem nichts durchdringt.

Alles "Neiddebatten" und "Verschwörungstheorien" von faulen linken, die nur von dem leben wollen, was andere erwirtschaftet haben - und der Michel ist sich nicht einmal bewusst, was für einer Untertanengeist-Propaganda er da huldigt. Schuld sind neuerdings an allem die Flüchtlinge - ja, auch an der Werksschließung, irgendwie - und als "Gegenmaßnahme" wählt man dann stramm die ultra-neoliberale AfD. Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!

Es ist natürlich einfacher, auf denen rumzutrampeln, denen es noch schlechter geht, als sich mal mit den wirklichen Problemen und deren maßgeblichen Verursachern auseinanderzusetzen. Es ist zum Verzweifeln!

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Leser161 05.12.2017, 12:17
291. Einfache Lösungen

Es ist halt die einfachste Lösung ein nicht profitables Werk einfach aufzulösen und sich auf profitable Bereiche zu konzentrieren. Dabei wird übersehen das die Menschen nicht so mobil sind. Die können ihren Standort nicht einfach woanders hin verlegen.

Auch Unternehmen haben Verantwortung.

Falls das nicht reicht:Hightechprodukte werden nur von entsprechenden Verbrauchern nachgefragt . Würde man die ganze Weltarbeiterschaft in Malocher auf niedrigem Lohnniveau umwandeln, wie es wirtschaftlich kurzfristig sinnvoll wäre, gäbe es auch keine Absatzmärkte mehr.

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exHotelmanager 05.12.2017, 12:26
292. Die Menschen sind mobil

Zitat von Leser161
[...]Dabei wird übersehen das die Menschen nicht so mobil sind. Die können ihren Standort nicht einfach woanders hin verlegen. [...]
Die Menschen sind mobil genug, ihre Einkäufe online bis nach China direkt zu verlagern. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
Viele Mitarbeiter in Görlitz sind ursprünglich aus anderen SIEMENS-Standorten extra dorthin gezogen und haben sich über die niedrigen Wohnkosten gefreut. Nun hat man ihnen Jobs in teureren Gegenden angeboten, die sie nicht angenommen haben.

Wenn Sie etwas fordern wollen, dann sollten Sie einen besseren Ausgleich der Lebensbedingungen in den Regionen fordern, damit die Menschen sich Mobilität auch leisten können.

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Sumerer 05.12.2017, 12:31
293.

Was Sie als flexibel bezeichnen ist nur die Unfähigkeit des Managements mit seinem Humankapital verantwortlich umzugehen. Man feuert seine Leute, um profitabler zu werden.

Jeder der das ernsthaft betrachtet stolpert zwangsläufig über diese Management-Einfallslosigkeit/Dämlichkeit und darüber, dass Augenscheinlich vor dem Markt kapituliert wird.

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Sumerer 05.12.2017, 12:34
294.

Zitat von forza_del_destino
Gegen den Satz kann man schwer an, denn er stimmt. Siemens scheint ein Problem mit Technologie zu haben.
Das wäre schlussendlich auch wieder ein Personalproblem.

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StockInsAug 05.12.2017, 12:35
295.

Ich verstehe die Aufregung nicht. Gerade bei großen Firmen und Konzernen gibt es Abfindungen, Auffanggesellschaften usw. bevor die Leute ALG1 bekommen. Man hat also einen finanziellen wie zeitlichen Puffer um sich um zu orientieren. Wenn Arbeitnehmer in kleinen Firmen gekündigt werden, geht es meistens direkt ins ALG. Wo ist da eigentlich die Empörung? Richtig, nirgends. So ein Konzern ist doch ein viel schöneres und einfacheres Feindbild.

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Fritz Meier 05.12.2017, 12:36
296. Ein weit verbreiteter Denkfehler

Ein weit verbreiteter Denkfehler oder einfach nur Selbstberuhigung ist es, davon auszugehen, dass viele Arbeitsplätze zwar verschwinden werden, dafür aber andere entstehen.
Es ist wahr: Maschinen, Roboter und künstliche Intelligenz werden in nächster Zeit sehr viele Arbeitsplätze vernichten,

ABER: Es werden nur verhältnismäßig wenige neu entstehen, und die werden minderqualifiziert und schlecht bis mies bezahlt sein.
D. h., das jetzige System wird nicht mehr funktionieren können.

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gazelle 05.12.2017, 12:36
297. Interessanter Vergleich

Schon Interessant. Wenn es um den sterbenden Einzelhandel in den Innenstädten und seine Beschäftigte geht, wird in den Foren noch auf die Händler und Beschäftigten eingedroschen. Selber schuld, zu unflexibel, zu teuer (Amazon), unfreundlich usw. So nach dem Motto, was interessieren mich die anderen, sollen sie doch schauen wo sie bleiben. Und hier auf diesem Forum ? Siemens und die Politik sind Schuld und jede Menge Mitleid für die Mitarbeiter. Wie kommts? Sind Beschäftigte im Einzelhandel nur Menschen zweiter Klasse ? Jetzt hats halt mal die getroffen (Facharbeiter Industrie), die vermutlich sonst in den Foren oft über andere herziehen. Vielleicht beim nächsten Mal darüber nachdenken, bevor man über andere herzieht.

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optimistic24 05.12.2017, 12:37
298. "Die Wirtschaft kann blühen und die Leute leiden trotzdem."

Gut gebrüllt, Herr Augstein!
Nur trifft diese Feststellung auf viele Menschen zu in Deutschland. Vor allem in den Bereichen, wo der massenweise Ansturm an Billiglöhnern aus dem Osten Europas hier die Preise kaputt macht.
Auch dass sind die gestiegenen Gewinne, die sich aus den eingesparten Lohnkosten ergeben. Dafür werden deutsche Firmen an der Börse gefeiert, toll!
Mir wird immer übel, wenn bei den großen Firmen ein paar tausend Leute entlassen werden, die jahrelang gutes Geld verdient haben, aber bei den vielen namenlosen Dienstleistern im Land wird weggeschaut!
Wie nannte das doch der SPD-Vorsitzende gleich? Genau, asozial!

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der.tommy 05.12.2017, 12:37
299. @kurt-c. Hose

Das ist jetzt aber schon eine spezielle Sichtweise. Gerade Versicherungen und Pensionskassen (vor allem letztere) dürfen gar nicht in riskante Investments einsteigen sondern müssen sich mit triple-A Rating Produkten begnügen. Dass die auf breiter Front in nicht gegen Ausfall abgesicherte Aktien investieren, bezweifle ich

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