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Entmachtung durch Zentralregierung: Puigdemont ruft Katalanen zum friedlichen Widerst
AP

Carles Puigdemont hat in einer Fernsehansprache auf seine Absetzung als katalanischer Präsident reagiert. Die Bürger rief er zu "demokratischen Widerstand" gegen die Zwangsmaßnahmen der spanischen Regierung auf.

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rudi_ralala 28.10.2017, 17:49
120.

Zitat von JC Garcia Centeno
In Katalonien wird man am Donnerstag 21.12.2017 rechtmässig, legal und gemäss demokratischen Standards und Kontrollen wählen können. Wieso sind Sie noch nicht zufrieden? Was möchten Sie mehr? Vielleicht repräsentieren die Sezessionisten in Wirklichkeit nicht die Mehrheit in Katalonien? Ist Ihnen vielleicht Amgst und Bange, dass ihr Soufflé zusammenfällt? Am 21.12.2017 werden Sie und ich die Antwort haben. Gruss, JC García Centeno
Das glauben Sie doch wohl selbst nicht.
Wenn überhaupt gewählt wird, wird es genauso eine Farce wie das Unabhängigkeitsreferendum.

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taglöhner 28.10.2017, 17:49
121. völkischer Mist und mehr

Zitat von sven_schlick
Der "katalanische Nationalismus" unterscheidet sich von dem in anderen Ländern dadurch, dass er nicht dumpf RECHTS ist, denn in der Regierung in BCN sitzen teilweise Kommunisten/Anarchisten (nicht schlimm, denn demokratisch gewählt. ). Daher haben die Katalanen eine pro-europäische Haltung, wie ich sie in anderen Ländern vermisse. Bei Rajoy irritiert mich sein Pochen auf LEGITIMITÄT, dabei hat er selbst keine Mehrheit im eigenen Parlament (Minderheitsregierung) bzw. ist nicht von der demokratischen Mehrheit des Volkes gewählt.
Wer in dieser Bewegung welchen Flavour von Nationalismus bevorzugt ist unklar. Ebenso, ob die von Ihnen zitierten überhaupt eine Nation oder Staat wollen, oder aus einem völlig anderem Grund hier mitfahren. Ganz sicher ist aber, dass es einen einheitlichen katalanischen Nationalismus nicht gibt. Von wegen nicht dumpf rechts:
Vielleicht sind Ihnen auch die überwiegend schwarz gekleideten Männer mit den langen Stöckchen und einer daran befestigten schwarzen Troddel aufgefallen, die nach der Unabhängigkeitserklärung Erklärung überall im und um das Parlament zu sehen waren und zackig vor Puigedemont stramm standen, wenn er vorüberging. Bei wem da keine Lämpchen angingen, dem ist nicht zu helfen.

In allen repräsentativen Demokratien werden die Regierungschefs vom Parlament gewählt. Ihnen deshalb demokratische Legitimität abzusprechen ist lächerlich.

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beruli 28.10.2017, 17:49
122.

Zitat von sven_schlick
...die Wahlbeteiligung als Beleg für eine Ablehnung zu werten ist abwegig. Die meisten konnten nicht zur Wahl aus Furcht vor der Polizeigewalt. Man hindert die Menschen am wählen und sagt dann: da haben nicht genug abgestimmt.
Quatsch.
Gerade die Separatisten sind stolz darauf dass gerade jeder der waehlen wollte auch waehlen konnte. Kann man auch daran erkennen, dass der "censo general" ausgerufen wurde. Also jeder konnte ueberall abstimmen. Somit kann man auch im "amtlichen" Endergebnis sehen, dass es (vor allem in kleineren Municipis) mehr Stimmen als eingetragene Waehler gab.

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remi42 28.10.2017, 17:51
123. Scham

Als EU-Bürger schäme ich mich über die Haltung unserer Bundesregierung und der Haltung der EU zu Katalonien.

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gatopardo 28.10.2017, 17:54
124. Zu #109 @palmdale

Zitat von Palmdale
Mal abseits des gesamten Populismus, der Nationalstolzgebrabbel und der sonstigen Unwahrheiten der Berichterstattung beider Seiten des Konfliktes möchte ich doch mal folgende Frage in den Raum stellen: Nehmen wir nur mal für den Moment an, die spanische Verfassung hätte einen Passus für Sezession (ist nicht der Fall), die spanische Regierung hätte eine Abstimmung über das Parlament für zulässig erklärt (ähnlich in Großbritannien mit Schottland, hier aber nicht der Fall), das spanische Verfassungsgericht als höchste Instanz der Judikative in der Gewaltenteilung hätte es zugelassen (Referendum wurde für Illegal erklärt) und die eigentliche Abstimmung wäre nach jeder Maßgabe eines demokratischen Prozesses abgelaufen (war nicht der Fall). Das neu abgespaltene Katalonien wäre lt. gültiger EU-Verträge automatisch NICHT EU-Mitglied (durch verschiedene Institutionen mehrfach auch vor dem Referendum bestätigt), sondern ein Land wie jedes andere auch, dass sich um Beitritt bemühen müsste. Bis zum Abschluss dieses Prozesses (locker 2 Jahre, wenn nicht länger) gäbe es keinen Euro und jedweder Waren- und Geldtransfer wäre mit Zollschranken und Beschränkungen versehen. Ganz zu schweigen davon, dass jedes Mitgliedsland der EU einer Aufnahme eines neuen Landes zustimmen müsste, was angesichts der Umstände wohl eher ausgeschlossen wäre. Was also lässt den durchschnittlichen Bürger glauben, man würde in der Unabhängigkeit irgendwie seine Lebens- und Rahmenbedingungen verbessern? Wie naiv kann man eigentlich sein und was erhofft man sich? Insbesondere die Tatsache, dass auch viele Studenten auf der Straße sind, denen man ja grundsätzlich ein ordentliches Grundwissen an volkswirtschaftlichen Zusammenhängen unterstellen könnte, macht mich dann doch etwas nachdenklich, dass pure nationalistische Verblendung irgendwie das Hirn aussetzen lässt.
Wir sehen sie doch täglich in den Medien, wenn sie von Reportern aller Couleur befragt werden, ob sie sich über die Folgen einer Unabhängigkeit im Klaren seien. Die Antworten sind oftmals nicht zu fassen, wie z.B. eine ältere Frau antwortete, sie würde lieber hungern, als bei Spanien zu bleiben. Auch scheinen viele zu glauben, was sie in den offiziellen katalanischen Medien hören und sehen: Firmenexodus und EU-Austritt seien nur von kurzer Dauer und sie würden ihren spanischen EU-Pass sowieso behalten dürfen. Schliesslich würde man auch die Arbeitslosigkeit besser in den Griff bekommen usw....

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sven_schlick 28.10.2017, 17:55
125. ...könnte Europa ein anderes werden.

Zitat von Tadeuz2
Puigdemont und Rajoy in ein Sack, Knüpfen drauf und man trifft immer den Richtigen. Auch eine schlechte spanischen Verfassung rechtfertigt rechtfertigt nicht ihren Bruch. Wo kommen wir hin, wenn jeder kleine Prvinzfürst jetzt seinen eigenen Staat ausruft?
Ehrlich gesagt ist das Europa der Nationalstaaten ein Trümmerhaufen und undemokratisch (Rechte des Parlaments, Kungelei der Regierungen). Kleinere Länder neigen eher zu wohltuender Bescheidenheit, oft auch weil sie keinen riesigen Militärapparat besitzen.

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lumpipot 28.10.2017, 17:56
126. Wen ruft er auf....

62% der Katalanen die gegen die Unabhängigkeit sind fühlen sich
nicht angesprochen, wer schreibt Artikel über uns? Leider keiner......... wieder eine Schande für die moderne Presse. Schrei laut dann kriegst du Gehör, auch wenn der Inhalt illegal ist.

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beruli 28.10.2017, 17:56
127.

Zitat von probeabstimmer
Rajoys Partei hatte bei der Parlamentswahl 8,5 Prozent der Stimmen. Aber seine Stellvertreterin Santamaría regiert jetzt in Katalonien. Was wird das ?
Wie viel Prozent die PP in Katalonien hat ist in der Frage des 155 irrelevant. Relevant ist das die PP die Regierung in Spanien stellt.

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JC Garcia Centeno 28.10.2017, 17:57
128. Franco ist wirklich tot ...

Zitat von Ossifriese
"...Hören Sie mit Franco auf!..." Natürlich. Diesen kleinen, aber feinen Hintergrund will niemand lesen oder hören in den Medien. Denn der Rezipient könnte ja darauf kommen, sich einmal die Geschichte Kataloniens, die Geschichte der jetzigen spanischen Verfassung und den Zusammenhang mit den Geschehnissen in Katalonien anzusehen. Wie in Deutschland während der 50er, 60er und auch 70er Jahren der Faschismus nur oberflächlich aufgearbeitet war und manche Exzesse der Nachfolger Adolfs schlicht geduldet wurden, so hat Spanien ebenfalls seine offenen Wunden aus der Franco-Zeit. Und insbesondere in Katalonien schmerzen diese Verletzungen weiter. Das ist sicher auch nur die halbe Wahrheit - aber das "Hören Sie mit Franco auf!" zeigt schon deutlich, wes Geistes Kind die Rufer sind.
Ich habe Grossväter von beiden Seiten, von der Republikanischen Und der Haschiszischen Seite und deshalb bin ich für Versöhnung und für Vorwärtssvhauen, denn Franco ist glücklicherweise wirklich seit 42 Jahren tot (u d Katalonien war nicht die Region die am meisten u Tier Franco litt – fragen Sie bitte die Basken und Madrilenne, die die letzten waren die im Bürgerkrieg Aufgaben, im gGegensatz zu Katalnien, wie mein Grossvater zu sagen pflegte).

Glücklicherweise ist Franco tot, weil wir seit 1978 eine vom Volk per Referendum akzeptierte Verfassung haben (inkl Katalonien mit 90% bei 72% Beteiligung). Diese 1978 Verfassung hat Spanien, historisch, die längste Periode von Frieden beschert und diese 1978 hat einen Artikel 155 (von Artikel 37vom deutschen GG identisch abgekupfert), der erlaubt mit allen Mitteln die demokratische, rechtliche und gesetzeskonforme Ording bei Missachtung der Verfassung getan) wiederherzustellen.

Wie gesagt Franco ist tot und wir haben eine Verfassung, die wir beachten und verteidigen müssen.

Gruss, JC Garcia Centeno

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pavel1100 28.10.2017, 17:59
129. Nur ihrer Ansicht nach

Zitat von Stäffelesrutscher
Nein, ein »unabhängiges« Verfassungsgericht gibt es da nicht. Das hat das Kollegium, das als »Verfassungsgericht« firmiert, leider mehrfach bewiesen.
Weil es nicht in ihrem Sinne entschieden hat?

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