Forum: Politik
Entscheidende Runde der Parlamentswahl: Niedrige Wahlbeteiligung in Frankreich
AFP

Die Franzosen stimmen heute in der zweiten Runde über die Nationalversammlung ab. Präsident Macron kann mit einem Triumph rechnen. Die Wahlbeteiligung könnte erneut ein historisches Tief erreichen.

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evastastna 18.06.2017, 18:39
30.

Zitat von adama.
Die niedrige Wahlbeteiligung ist ein Zeichen der Zufriedenheit. Jetzt wäre die Gelegenheit auch für kleine Parteien eine Mehrheit zu erreichen. Wenn alle Wähler von Marie le Pen zu Wahl gegangen wären, die anderen nicht, dann hätte jetzt die Marie die absolute Mehrheit. Mit Macron ist aber der Protest der Wähler schon gehört worden. Jetzt sind alle neugierig, Gegner und Fans, ob Macron sein Programm verwirkliche kann, ob er gute Politik macht. Das ist gute Demokratie. Nicht das ewige Gemecker von den unter 10% Parteien, wie Linke, AfD und Andere. Wer bei niedriger oder hoher Wahlbeteiligung nicht mehr als 10% bekommt, ist KEINE Volkspartei, ist nur eine Lobby für eine Interessengruppe.
das Zeichen der Zufriedenheit???Es ist eine Klatsche. Die FRanzosen vertrauen der Politik nicht.Das ist ein Denkzettel.

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evastastna 18.06.2017, 18:42
31. alle, die es hier schönreden.Es ist eine Klatsche für Macron

Franzosen pfeiffen auf die Politik.Wenn Macron anfängt zu schrödern, werden sie das machen ,was sie immer machen. Streiken. Und das finde ich grossartig

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latimer 18.06.2017, 18:54
32. Genau das ist Demokratie!

Was soll das Gejaule? Wer nicht wählen geht, ist selbst schuld. Dann bestimmen ganz einfach die, die wählen gehen, wer in den nächsten Jahren das Sagen hat und wer eben nicht! Und das ist gut so! Basta!

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liberal.insanity 18.06.2017, 18:54
33. Das ist die MACRONMANIA

Vor Begeisterung können sich die Franzosen nicht zu den Wahlurnen schleppen. Macron hat keinen Rückhalt in der Beveökerung, sondern eine durchgehende Gleichgültigkeit.
Die Franzosen haben von der Demokratie des alten Establishments die Schnauze voll.
Mit 15% der Gesamtwahlstimmen bekommt man die absoulte Merheit in FR. Das ist doch keine Demokratie.

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Celegorm 18.06.2017, 19:00
34.

Zitat von quark2@mailinator.com
Und wie immer stellt sich die Frage, wie niedrig die Wahlbeteiligung eigentlich werden darf, um trotzdem eine ordentliche Legitimation darzustellen. Die Theorie ist ja, daß alle Nichtwähler implizit einverstanden mit dem Ergebnis sind, denn sonst würden sie ja dagegen stimmen. Die andere Theorie ist, daß sie einfach niemanden finden, der die Politik anbietet, für welche sie stimmen würden. Die Wahrheit mag in der Mitte liegen, aber wie gesagt - es bleibt eine offene Frage ...
Gerade in Frankreich scheint das keine sehr plausible Erklärung, da das Spektrum der zur Wahl stehenden Parteien nun wirklich so breit ist wie es nur irgendwie geht, von extrem links bis radikal rechts. Wer da effektiv niemanden findet, der halbwegs die eigene politische Haltung widerspiegelt, der hat vermutlich gar keine Haltung. Oder möchte irgendeine unrealistische Wünsch-dir-was-Partei. Insofern würde diese Erklärung weniger den Parteien als den Wählern ein Armutszeugnis ausstellen. Zumal es ja allen Nichtwählern frei stehen würde, selber aktiv zu werden. Dass das Parteiensystem keineswegs so starr ist, wie manche meinen, hat Macron ja eindrück bewiesen.

Einfachere Erklärungen dürften sein: Die Wahl ist so gut wie gelaufen und nicht sonderlich spannend, also schlicht langweilig. Da fährt man lieber an den Strand oder in die Berge. Hinzu kommt noch eine gewisse Wahlmüdigkeit, immerhin ist das die vierte (!) nationale Wahl innerhalb von zwei Monaten. Wenn Frankreichs System Revisionsbedarf hat, dann eher bei dieser unsinnigen Trennung von Präsidentschafts- und Parlamentswahl. Kritisch ist sicher auch das Mehrheitswahlrecht zu sehen.

Ansonsten wundere ich mich auch immer etwas über die verschiedenen Massstäbe, die punkto Wahlbeteiligung verwendet werden. In der Schweiz, die ja hier immer gerne als basisdemokratisches Vorbild und Musterland der Demokratie zitiert wird, liegt die Wahlbeteiligung fast immer unter 40%, z.T. kratzt diese sogar an den 30%. Trotzdem behauptet komischerweise niemand, dass sich die Demokratie in der Schweiz totgelaufen hätte.

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Celegorm 18.06.2017, 19:15
35.

Zitat von evastastna
das Zeichen der Zufriedenheit???Es ist eine Klatsche. Die FRanzosen vertrauen der Politik nicht.Das ist ein Denkzettel.
"Der Politik" ist da etwas zu undifferenziert. Die Franzosen scheinen v.a. der FN und LFI nicht zu vertrauen, denn die schneiden ja als Hauptkonkurrenten von Macron ziemlich kläglich ab. Dazu kommen natürlich noch die zwei ehemals grossen Parteien, die enorm viele Stammwähler verloren haben. Bloss, wenn die alle zuhause bleiben bzw. zu REM übergelaufen sind, kann man das kaum der neuen Regierung anlasten. Im Gegenteil, die hat anscheinend ihr Wählerpotential gut mobilisiert und mehr als genug Stimmen erhalten.

Es ist darum eher befremdlich, wie viele hier zwangsweise eine Niederlage für Macron herbei reden wollen, obwohl die grossen Verlierer die anderen Parteien und insbesondere FN sind. Aber vermutlich muss die Wahl nun gerade deswegen schlechtgeredet werden, weil die gleichen Leute bis vor kurzem noch mit glänzenden Augen vom grossen FN-Sieg gefaselt haben und nun ganz schön dumm dastehen..

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joomee 18.06.2017, 19:16
36. Ja

Zitat von speedy
Wenn schon bei der Präsidentenwahl eine Mehrheit nicht Macron wählte sondern andere und Nichtwähler wurden.Wenn beim letzten Wahlgang nur 48,7% der Wähler zur Urne gingen.Wenn heute diese niedrige Wahlbeteiligung nochmal unterlaufen wird und vielleicht bei 45% liegt.Wenn dies alles Fakten sind wo bitte ist nun diese Demokratie wenn etwa 55% diese System ablehnen.Wenn das ein Erfolg ist dann bitte ich euch den Mund zu halten über Russland oder China.Eine Elitenklicke über nimmt feudalistisch dieses Parlament und unsere Demokratie und setzt dies alles mit einem Ausnahmezustand durch.Dies alles ist iene diktatur und die werden wir im Herbst auch bekommen weil es keine politische Kraft mehr gibt die Demokratie leben will.
"Nennt ihr das noch Demokratie???... dann bitte ich euch den Mund zu halten..."

Zuerst einmal wer sind die ominösen "ihr" und "euch"?

Und ja es ist Demokratie. In Frankreich hat man eine große Auswahl an Parteien verschiedener Richtungen und jeder Franzose über 18 darf wählen.

Das ureigenste demokratische Recht nicht wahrzunehmen und dann schimpfen, das wäre keine Demokratie, damit macht man es sich wahrlich zu einfach.

Was schlagen Sie denn vor? Die Wahlpflicht einzuführen?

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Celegorm 18.06.2017, 19:21
37.

Zitat von Izmir..Übül
Trump wurde auch nur mit 24% aller wahlberechtigten Stimmen gewählt, ebenfalls als Folge einer geringer Wahlbeteiligung und des Mehrheitswahlrechts, genau wie in Frankreich. Nur bei dem stört Sie das kurioserweise nicht, wenn ich mir frühere Kommentare von Ihnen anschaue.
Die Feststellung dürfte korrekt sein, genau so wie solchen Kommentatoren eine niedrige Wahlbeteiligung völlig egal wäre, wenn die FN gut abgeschnitten hätte. Aber weils für die eine krachende Niederlage gab, muss man natürlich die Wahl sonst irgendwie schlechtreden. Dass das ach so heilige Volk kein Interesse an Nischenparteien wie FN, AFD und Co. hat, ist halt nur schwierig mit einem völlig verzerrten Weltbild in Einklang zu bringen, in welchem "das Volk" kurz davor steht, die "Volksverräter" in einem grossen Umsturz zu vertreiben..

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joomee 18.06.2017, 19:22
38. Und wieso nicht?

Zitat von coma15
Herzlichen Glückwunsch; viele Franzosen sind genau Ihrer Meinung. Zumeist sind es die, die auch am Ende seiner Amtsperiode François Hollande, der ja auch nichts anderes als die "dringend erforderlichen Reformen" im Sinn hatte, noch für einen guten Präsidenten hielten. Das sind etwa 20% der Wahlberechtigten, und diese 20% reichen bei dem verrückten und meisterhaft manipulierten Wahlsystem, um Hollandes Ableger Macron eine 2/3-Mehrheit im Parlament zu bescheren. Eine Mehrheit der Franzosen hält allerdings Macron für einen gefährlichen Scharlatan. Leider hatten sie bis jetzt weder in den Medien noch an den Wahlurnen ausreichend Gelegenheit, ihre Stimme auszudrücken.
"Leider hatten sie bis jetzt weder in den Medien noch an den Wahlurnen ausreichend Gelegenheit, ihre Stimme auszudrücken."

Vergessen wir mal die üblichen Verschwörungs-Vorwürfe an die Medien, wenn die Wahlen nicht zu den eigenen Gunsten ausgehen.

Aber wie kommt Sie darauf dass die Franzosen keine ausreichendene Gelegenheit hätten, ihre Stimmen an der Wahlurne auszudrücken?

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lupo44 18.06.2017, 19:24
39. eigentlich Blamabel und hat aber auch garnichts mit Mehrheiten zu tun.....

45% wählen von 100% und erheben damit den Anspruch der Repräsentans eines 44 Millionen Volkes.
Irgend wie eine Phase.Des wäre auf Deutschland bezogen so. diese 45% wählen Macron.
Auf Deutschland bezogen könnte die AFD ähnliches erreichen wenn die Wählerschaft so reagieren würde wie die Menschen in Frankreich.Und nun die angekündigten Reformen in Frankreich. Es ist davon aus zu gehen,dass die 55% gegen diese Reformen sein werden-heißt in Frankreich sehr viel Streiks.Die Frage der Demokratie scheidet hier aus.

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