Forum: Politik
Entwicklungshilfe für Afrika: "Probleme verschwinden nicht durch Säcke mit Reis und M

Rund zwei Billionen Dollar bekamen afrikanische Regierungen in den vergangenen 50 Jahren im Kampf gegen Hunger und Elend. Doch die sambische Finanzexpertin Dambisa Moyo meint, Entwicklungshilfe bringe den Kontinent nicht voran, sie schade ihm sogar. Der Westen solle seine Zahlungen einstellen.

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Wayne88 18.09.2011, 15:53
30.

Zitat von PeteLustig
Afrikas Agrarexporte sollen also den Zugang in die "westlichen" Industriestaaten bekommen, damit Afrikaner die Erlöse in Plasma-TV investieren können. Hilft der Export von Lebensmitteln denn afrikanischen Familien, die ihre 10 Kinder nicht satt bekommen?
Es geht hier nicht nur um den Export von Lebensmitteln, außerdem kann man eine zwölfköpfige Familie auch schlecht alleine von Zucker oder Zuckermais ernähren, den man aufgrund von Schutzzöllen und/ oder Eu-Subventionen nicht gewinnbringend an europäischen Märkten verkaufen kann.

Also gehört zu einer fairen Regulierung der Märkte auch die Abschaffung von Schutzzöllen und von Subventionen.

Des weiteren müssen afrikanische Länder ihre Wirtschaften diversifizieren und endlich vom unsäglichen Rohstoffexport weg hin zu Fertigprodukten kommen. Und sie müssen eine Logisitk entwickeln, die dazu führt, daß man regionale Ernteüberschüsse verteilen kann, damit nicht irgendwo das Zeug auf dem Feld vergammelt während 500 km weiter die Leute verhungern.

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spiegelmaus 18.09.2011, 15:57
31. Spenden zerstören das Ökologische Gleichgewicht in Afrika

An diesem Thema kann man sehr schön die Definition von Gutmenschentum festmachen. Der Gutmensch meint, durch viel Geben wird der Hunger besiegt und die Welt wird besser. Die Realität ist aber komplexer. Und manches, was gutgemeint war, stellt sich als schlecht heraus. Nur das gibt der Gutmensch nie zu. Das, und seine unendliche, starrköpfige Naivität machen den typischen Vertreter dieser Spezies aus. Doch, die Gutmenschen haben etwas bewirkt, nämlich, dass sich dank ihrer grosszügigen Spenden die Bevölkerung im gleichen Zeitraum verzehnfacht hat, und damit die Probleme auch.

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F.X.Fischer 18.09.2011, 16:01
32. Wer ist verantwortlich?

Zitat von merapi22
Auf der anderen Seite werden in Europa 50% der frischen Lebensmittel in die Mülltonne geworfen ...
Und was sollen wir mit unserer Agrarproduktion machen? Nach Afrika exportieren? Dann ist das Geschrei wieder groß, - dass wir die dortige Produktion behindern!

Zitat von merapi22
Das BGE muss sofort global eingeführt werden, finanziert aus globalen Finanztransaktionssteuern! Das BGE ist kein Almosen, sondern ein Anrecht auf einen Anteil an: Land, Ressourcen und technischen Fortschritt eines jeden Welt-Bürgers!.
Wer hindert denn den somalischen, nigerianischen, sudanesischen, ..., Staat daran das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen!??
Oder wollen Sie andeuten, dass wir dieses für die Armen und Elenden der ganzen Welt garantieren sollen!???
Kommt nicht in die Tüte, - damit wären wir und die Staaten des Westens nicht nur finanziell sondern vor allem auch organisatorisch hoffnungslos überfordert! Zum anderen würde man die dortigen Regierungen aus der Verantwortung entlassen und entmünidgen!

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Rainer Unsinn 18.09.2011, 16:13
33. ...

Zitat von dashaeseken
wird das Geschrei wieder groß sein...historische Verantwortung, Menschenrechte...blabla. Dabei hat die Frau völlig recht. Wir haben in diesem unseren Land auch Leute, die nichts zu essen und keine Wohnung haben, das sollten diejenigen sein, um die sich der deutsche Staat zu kümmern hat.
Warum sollten sich darüber jemand aufregen? Diese sogenannte Entwicklungshilfe die über die Schweiz dann wieder in Europa für Luxus ausgegeben wurde war nie eine.

Das waren Schmiergelder für korrupte Regierungen um sich Vorteile für unsere Konzerne zu erkaufen. Seid jetzt die Chinesen sich in Afrika immer mehr bereit machen, kräftig in die Infrastruktur investieren und Güter liefern die die breite Masse sich dort auch leisten kann, hat Europa einfach immer weniger zu holen.

Also hat es auch immer weniger Sinn irgendwelche Regime dort mit Devisen zu versorgen. Ein Einstellung Entwicklungshilfe ist längst überfällig.

Aufregen sollte man sich bestenfalls darüber wie unsere BWL Masterminds, die ja so weise und allwissend sind, diesen sehr profitablen Markt so leicht verlieren konnten.

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diefreiheitdermeinung 18.09.2011, 16:14
34. Es muss niemand in Afrika hungern

Zitat von F.X.Fischer
Und wer führt dann wieder lautstark Klage, wenn wir aus Afrika Nahrung importieren und dort unten hungern die Menschen?
wenn fuer das was man dort produzieren kann (ein Mehrfaches des derzeitigen outputs) auch einen Absatzmarkt findet. Den wird man wegen der prekaeren Verhaeltnisse in vielen afrikanischen Staaten zunaechst nicht unbedingt dort finden d.h. das was uns Europaern wegen unserer delikaten Zungen und Maegen gerade gut genug ist (nennen Sie es Luxuslebensmittel inkl. Allem was so unter dem label Oeko/Bio =teuer laeuft) werden sich die Afrikaner vielleicht derzeit nicht leisten koennen. Aber einen Markt kann man in Asien, Europa und Nordamerika finden. Und so Arbeitsplaetze schaffen. Und Einkommen. Gemeinhin kommt so ein Kreislauf in Schwung. Einkommen heisst Geld fuer einen bescheidenen Komfort, fuer eine bessere Ausbildung der Kinder, fuer deren Jobchancen, fuer das Weiterkommen des Landes. Was tun wir stattdessen ? Immer neue Nahrungsmittel- und Verpackungsnormen der EU lassen immer weniger Produkte aus der 3. Welt zu. Ausser die Rohstoffe. Wir koennten uns ja vergiften etc etc. Wir sollten deshalb begreifen, dass unseren eigenen hohen Ansprueche und der Schutz unserer teuren Landwirtschaft vor Billigkonkurrenz (auch so ein beliebtes Schimpfwort in Europa mit der wir uns die 3. Welt gerne vom Leibe schaffen) Teil des Problems sind. Ich sage deshalb: die Tore oeffnen, ein paar Vorschriften abschaffen und ausserdem in Afrika investieren. Auch in die Landwirtschaft. So wie China und andere. Statt mehr werden weniger Menschen in Afrika hungern. Oder will jemand stattdessen bitte Fernseher aus dem Kongo statt aus Korea kaufen ? Eben.

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johannes.labisch 18.09.2011, 16:22
35. Korrektur

Zitat von johannes.labisch
Moyo hat schon Recht, die Zahlungen aus der Entwicklungshilfe sind nicht unbedingt hilfreich. Einfach Geld geben ist ja auch ganz einfach. Wirkliche Entwicklungshilfe aber versetzt den, dem geholfen wird in die Lage, in Zukunft unabhängig zu sein. Genau das aber ist offenbar nicht immer das Ziel der Geldgeber. Es gibt aber neben der großen Entwicklunghilfeindustriebetrieben auch viele kleine private Initiativen mit einem besseren Wirkungsgrad und mit nachhaltiger Hilfe. Für mich ist Bildung die beste Entwicklungshilfe. Wer lesen und schreiben kann, kann auf eigenen Beinen stehen und sich auch informieren, und kritisch die Politik in seinem Land beobachten. Was man gelernt hat, kann einem nicht mehr genommen werden. Deshalb gibt es den Sunbeam Verein (, über den man direkt ein Kind in Afrika in die Schule schicken kann. Die 170 Euro pro Jahr bekommen nicht dir Kinder oder deren Eltern, sondern mit ihnen wird die Schule bezahlt (inkl Lehrmaterial, Schulessen usw).
Der Link ist natürlich ohne ")" am Ende: http://www.sunbeam-ghana.de

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2010sdafrika 18.09.2011, 16:30
36. Paradigmenwechsel der Entwicklungspolitik

Über die Effekte der Entwicklungspolitik gibt es in wissenschaftlichen Kreisen weiterhin enormen Handlungs- sowie Redebedarf. Ich möchte nur auf das Ankerlandkonzept des BMZ hinweisen, welches die klassische Entwicklungshilfe durch eine moderne Entwicklungszusammenarbeit versucht abzusetzen: http://2010sdafrika.wordpress.com/20...issenschaften/.

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faguo888 18.09.2011, 16:33
37. Entwicklungshilfeindustrie

Entwicklungshilfeindustrie ist so einträglich wie die Armutsindustrie. Daran hängen Tausende von hoch dotierten Arbeitsplätzen bei GTZ, Misereor, Brot für die Welt, Oxfam etc. Es wird auch so schnell kein Umdenken einsetzen, solange es beispielsweise ein BMZ und einen AWZ-Ausschuss im BT gibt. Damit verbunden sind die herrlichen Reise rund um die Welt. Auch bei der Jugend verfestigt sich so das Bild der Entwicklungshilfe auf ewig. In den Schulbüchern wird weiter EH gepredigt wie die Geschichte vom Bauern hinter Pferd und Pflug.

Wir reisen zwar zur medizinischen Behandlung nach Singapur, Indien und die Türkei, glauben aber, es mangle in der "3. Welt" an Ärzten. In den USA und GB praktizieren Hunderte von nigerianischen Fachärzten. Wir müssen auch nicht mehr Kartoffelnematoden in Indien bekämpfen. Das wissen einheimische Agrarexperten inzwischen besser. Wir müssen auch nicht zum dritten Mal eine Straße in Afrika neu bauen. Was haben wir sonst zu bieten? Unterricht in MR? Daher mein Rat: EZ schnellstens einstellen.

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Gerixxx 18.09.2011, 16:37
38. Unsachlich

Zitat von PeteLustig
Afrikas Agrarexporte sollen also den Zugang in die "westlichen" Industriestaaten bekommen, damit Afrikaner die Erlöse in Plasma-TV investieren können. Hilft der Export von Lebensmitteln denn afrikanischen Familien, die ihre 10 Kinder nicht satt bekommen?
Dass die Zustände in Afrika derart sind, dass die politischen und Verwaltungseliten dieser Länder sich aus den Exporteinnahmen bedienen, heisst noch lange nicht, dass Exporteinnahmen nicht doch dringend erforderlich sind.

Und da haben die Afrikaner mit Ausnahme von ein paar Erdölexporteuren oder Rohstoffexporten zunächst mal eher landwirtschaftliche Produkte im Angebot - diese können sie mit entsprechender Technik und Investitionen auch günstiger erzeugen als wir (ohne die Subventionen versteht sich), allein schon wegen dort meist möglicher mehrerer Ernten im Jahr oder niedrigerer Löhne. Das wäre der Anreiz zur eigenen Aktivität und Selbsthilfe.

Nicht zuletzt braucht Afrika jede Menge (allerdings an strikte Kontrolle der Mittelverwendung gebundene) Kredite und Direktinvestitionen - die Zahlungs-, Handels- und Leistungsbilanz wird also über Jahre defizitär sein....Exporteinnahmen sind dringend erwünscht. Schon um die Devisen zu erwirtschaften die zur Tilgung notwendig sind.

So gesehen ist ihre Argumentation etwas an den Realitäten vorbei und ihr unterstelltes Beispiel durchaus unsachlich (das wird auch ohne die Exporte geschehen).

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shatreng 18.09.2011, 16:49
39. jup

Zitat von Wayne88
Also die Streichung von EU-Agrarsubentionen und die Öffnung europäischer Märkte für afrikanische Produkte halte ich auch für ganz zentral. Auf der anderen Seite muß Nahrungsmittelspekulation eingedämmt werden, hier bräuchten wir also eigentlich sogar mehr Regulierung. Das wär auch ganz einfach wenn man Finanztransaktionssteuern einführen und an den Börsen nur solche Firmen und Personen zum Nahrungsmittelhandel zulassen würde, die nachweislich realwirtschaftlich damit in Kontakt stehen, entsprechende Lagerräume vorweisen können etc.
sehe ich genau so.

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