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Erdogan-Referendum: Türkische Politiker planen weitere Auftritte in Deutschland
AFP

Berlin, Stuttgart, Hamburg, München: Die türkische Regierung plant laut einem Zeitungsbericht bis zu 15 Wahlkampfauftritte in Deutschland. Präsident Erdogan attackiert Kanzlerin Merkel persönlich.

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and_one 14.03.2017, 13:21
140. Das ist kein Thema der Demokratie, sondern internationaler Prinzipien

Hier geht es um Hoheitsrechte und Reziprozität (umgangssprachlich: Wie Du mir, so ich Dir). Und nach diesen Prinzipien haben diese Herrschaften ohne offizielle Einladung unserer Regierung und für Auftritte als Privatleute in Deutschland nichts - aber auch gar nichts - zu suchen!

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newbie99 14.03.2017, 13:22
141. Besonnen reagieren

Man muss sich doch mal die Frage stellen, warum Erdogan so dermaßen undiszipliniert und rüpelhaft reagiert? Er zerdeppert gerade sämtliches diplomatische Porzellan, nur um ein paar Minister in Deutschland oder den Niederlanden Wahlkampfreden halten zu lassen. Warum führt er sich so zügellos auf? Weil das Innenpolitik ist - und nicht Außenpolitik! Er will damit nicht Merkel oder Rutte ansprechen. Die sind ihm vermutlich völlig egal. Es geht ihm darum, seine Anhänger zu mobilisieren indem er ihnen vermeintlich zeigt, wie schlecht Europa doch die "arme" Türkei behandelt. Und er ist der starke Mann, der es schafft, dem Vaterland wieder die Stellung zu verschaffen, die ihm eigentlich zusteht. Und vermutlich geht der Plan sogar auf und verschafft sich mit den Nazi-Beschimpfungen ein Plus an Sympathie und Zustimmung bei seinen Türken.

Daher! Die Bundesregierung sollte es nicht genauso machen wie Erdogan. Sie soll eben nicht mit gleichen "Waffen" zurückschlagen, nur damit sich hier bei uns einige "Patrioten" emotional besser fühlen. Sachlichkeit und Vernunft ist meistens deutlich schwerer durchzustehen, als "ordentlich hau' drauf" - aber vielleicht ist das glücklicherweise der Unterschied zwischen Berlin und Ankara in diesen Tagen.

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nebel.52 14.03.2017, 13:23
142. Das Maß ist voll

Es kann und darf nicht sein, dass ein Machtbesessener wie Erdogan ein demokratisches Land mit Unwahrheiten und Verunglimpfungen folgenlos diskreditieren darf. Erst recht nicht kann hingenommen werden, dass seine Vertreter hier Werbung für ein System machen dürfen, dass die Demokratie mit Füßen tritt.
Dem Herrn ist durch deutliche wirtschaftliche Sanktionen Einhalt zu gebieten. Das Flüchtlingsabkommen sollte einseitig aufgekündigt werden. Frau Merkel und zuletzt auch Herr Gabriel reagieren viel zu moderat. Die Uhr für bloße Beschwichtigungen und Klarstellungen ist abgelaufen.

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fortinbrass 14.03.2017, 13:27
143. Es reicht

Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit. Die Appeasement-Politik der Regierung in Berlin muss ein Ende haben. Die Machthaber in Ankara und deren fünfte Kolonne hier bei uns, meinen sich alles erlauben zu können. Wer so oft wie Erdogan und sein "Außenminister" Botschafter einbestellt und "diplomatische Noten" mit unbegründeten Beschimpfungen verschickt, handelt nicht im Sinne der Internationalen Wiener Übereinkunft, sondern zieht vielmehr solche völkerrechtlichen Vereinbarungen in den Schmutz. Wer hier meint Hallen und Säle anmieten zu können und den gutgläubigen Saalgeber über den wahren Charakter der Veranstaltung täuschen zum müssen, hat in unserem Lande nichts verloren. Auch sind bei uns keine unangemeldeten, angeblich"spontane", jedoch sehr weitgehend durch orchestrierte "Demonstrationen" erlaubt, wo Hassparolen und Verleumdungen gegenüber andere Menschen im In- und Ausland verbreitet werden Ein weiteres Tolerieren und Wegschauen wird allenfalls als Schwäche und Einladungen zu weiteren Unverschämtheiten ausgelegt. Außerdem: wer schützt hier eigentlich das Recht der türkischen Referendumsgegner auf freie Meinungsäußerung, wenn bei uns faktisch nur AKP-Propagandaveranstaltungen möglich sind?

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nixkapital 14.03.2017, 13:28
144. ...

Zitat von rips55
Mich würde einmal brennend interessieren wie sich Erdogan die zukünftigen Beziehungen nach dem Referendum vorstellt. Gesetzt den Fall er gewinnt und erreicht sein Ziel, kann er doch unmöglich glauben, seine Angriffe, Beleidigungen und Lügen wären plötzlich vergeben und vergessen. Schon jetzt ist die wirtschaftliche Lage der Türkei angespannt und wird mit einem Diktator sicher nicht besser. Die ITB in Berlin hat gezeigt, dass die Kernindustrie Tourismus praktisch am Boden liegt und auch die zweite Kernindustrie Textilherstellung stagniert mit zweistelligen Rückgängen. Die Türkei ist also dringend auf Wirtschaftspartner angewiesen, nur die Hände, die gerade gebissen werden, werden sich nach dem 16.April wohl nicht mehr rühren. Bedauerlich.
Ganz einfach: Erdogan inszeniert sich als Landesvater, als den Fels in der Brandung "Europa". Er malt die Welt außerhalb der Türkei sehr dunkel, damit er vor diesem Hintergrund ein wenig leuchtet. Offensichtlich fühlen sich viele Türken von außen gedemütigt und suchen den starken Mann, der stellvertretend auf den Tisch haut. Ob sein Kalkül aufgeht? Sieht so aus. Mal sehen, wer die Scherben danach dann aufkehrt. Wird sicher nicht einfach. Aber Autokraten ticken so. Sie zuerst, alles andere ist ihnen egal.

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trompetenmann 14.03.2017, 13:30
145. Ihre Ideen sind nachvollziehbar und effektiv usw.

Zitat von grumpy53
dem wird manches einfallen. Bieten wir doch Erdogan große, schöne, sichere Hallen an und die einzige Bedingung ist, dass auf dem Podium auch HDP und andere Oppositionelle sitzen, um ihre Sicht des anstehenden Referendums in gleichmäßig verteilter Redezeit darzustellen. Natürlich so, dass die freie Presse Zugang hat und auch im deutschen Fernsehen nicht nur seine Rede ins türkische übersetzt wird. (...). Ich vergesse und verdränge nichts, was Deutsche in zwei Weltkriegen und im Nationalsozialismus anderen Völkern und Nationen angetan haben. Deshalb bin ich Demokrat und schätze unser Grundgesetz und unsere Verfassung. Und habe es nicht vor, mich von intoleranten, reaktionären Hetzern angesprochen zu fühlen, wenn die pöbeln müssen. Man muss nicht jeden Kläffer ernst nehmen und anhören.
allerdings in diesem Falle meiner Meinung nach fehl am Platz. Auftritte ohne großes Aufhebens einfach untersagen. Fertig.
Die türkische Regierung kann ja die Interessanten zu Veranstaltungen in die Türkei einfliegen lassen....

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heikhen 14.03.2017, 13:32
146. Ich hoffe auf die Bürgermeister

und Verwaltungen. Da die Regierung nicht willens ist klare Position zu beziehen hoffe ich auf die Entscheidungen der Bürgermeister und Verwaltungen der für diese Auftritte vorgesehenen Städte und Kommunen.

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bretone 14.03.2017, 13:46
147. Wie einfach ...

... das Problem sich quasi von allein lösen würde, dürften endlich legal in einem Gastland lebende 'Ausländer' dort auch an allen Wahlen teilnehmen. Und in ihrem Heimatland eben dann nicht mehr. Wozu auch? Ist der Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlagert, wo man Steuern zahlen und andere Rechte und Pflichten erfüllen muss, dann sollte man auch dort bei allen Wahlen über die Politik des Gastlandes abstimmen dürfen. DAS wäre dann endlich eine gelungene Integration! Solange, auch in Deutschland, 'Ausländer' nur als Bürger zweiter Klasse behandelt werden, wird es nie ein gesundes Miteinander geben können.

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kmgeo 14.03.2017, 13:55
148. Ruhig und besonnen heißt nicht tatenlos

Um Erdogan ins Leere laufen zu lassen, muss man wie AM ruhig und besonnen sein; aber man darf nicht tatenlos sein. 1. Veranstaltungen zulassen, aber bei voller vorheriger Kostenübernahme und Anerkennung verfassungsrechtlich garantierter Äußerungen - d.h. die Gleichsetzung von Kurden und Terroristen oder die Nazi-Vergleiche sind Volksverhetzung; somit muss dann mindestens der Redner, wenn nicht sogar auch die Organisatoren und alle passiv bleibenden Beteiligten, mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen - also Knast!
2. Überprüfung aller Doppelstaatler: Beherrschen der deutschen Sprache, Verständnis von deutscher Kultur und Demokratie und eindeutliges Bekenntnis zur FDGO; wenn nicht, Entzug des Bleiberechts und ab nach Türkei
3. Systematische Kontrolle aller deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen und Entzug entsprechender Konzessionen des Im- und Exports bei Unregelmäßigkeiten.

Somit wären die türkischen Machthaber mit erheblichen direkten Kosten, kurz- bis mittelfristigem Zuzug von Anhängern und letztlich von einem weiteren ökonomischen Abschwung betroffen.

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Klarstellung 14.03.2017, 13:55
149.

Zitat von Sternwald
Von mir aus dürfen die türkischen Politiker hier gerne Wahlkampf machen. Aber sie müssen damit rechnen, entsprechend unserer Versammlungs- und Rederechte mit Gegendemos rechnen, die sich sehen lassen. Außerdem würden sicher sämtliche Kirchen alle Glocken klingeln lassen, Autos machen Hupkonzerte, spontane Rockkonzerte... Da fällt mir einiges ein, womit wir ganz einfach zeigen können, daß wir diese Spinner vom Bosporus gerne mit demokratischen Mitteln besiegen. Es tut mir wirklich leid um unsere Freunde in der Türkei und in D, daß sie eine derartige Regierung ertragen müssen!
Finde das ist eine geniale Idee, nur die meisten hängen als Coachpotato mit einer Tüte Chips im Sofa vor der Glotze ab und die Zeiten als sich Massen á la Wackersdorf etc. fanden, die zur Demo gingen sind vorbei. Wer sich mit Erdogan beschäftigt, wird erkennen, das er schon sehr früh zu erkennen gab, mit dem Besen kehren zu wollen. Im übrigen gilt gleiches für die Kartoffel aus Polen, für Orban und sicherlich auch Trump. Mir fällt noch einer ein, in dessen Buch man seinerzeit schon entnehmen konnte, was auf die Menschen zukommen würde...Ich finde es toll wie besonnen und intelligent Frau Merkel reagiert, ganz anders als der emotionale Ton aus der Türkei, der ins Nichts, in die Leere führt. Die Türkei gräbt sich gerade komplett das Wasser ab und wer jetzt noch zum Urlaub machen, dorthin fährt, weil so billig, ist nicht ganz bei Verstand und ein Opportunist. Mit tun auch die einfachen Menschen in der Türkei sehr leid, sie werden schon bald die leidtragenden einer verfehlten pantürkischen Politik sein. Die Preise werden steigen, die Kreditfähigkeit der Türkei wird massiv abnehmen, Investoren werden weniger oder gar nicht investieren und schlimmstenfalls der Türkei den Rücken kehren. Ein wenig weniger Emotionalität und mehr faktenbasierte Diskussion würde der türkischen Regierung sehr gut zu Gesicht stehen. Wie gesagt, ein an für sich großartiges Land mit liebenswürdigen, gastfreundlichen Menschen, die leider im Moment im Bann des Herrn Erdogan stehen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Machtverhältnisse wieder ändern, sobald die Arbeitslosigkeit steigt und sich die Menschen weniger leisten können, sinkt Erdogans Stern unaufhaltsam.

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