Forum: Politik
Erdogan stoppt Wahlkampf in Deutschland: Der ewige Außenseiter
REUTERS

Die türkische Regierung sagt alle Ministerauftritte in Deutschland ab. Beobachter deuten dies als Rückzieher Erdogans. Tatsächlich hat der türkische Präsident längt bekommen, was er wollte.

Seite 11 von 12
r.mehring 22.03.2017, 11:12
100. Das Referendum gewinnt Erdogan sehr deutlich ...

... und wenn er selbst alle Wahlzettel von Hand umschreiben müsste. Wer glaubt den allen Ernstes daran das diese Abstimmung frei und demokratisch erfolgen würde? Eher wird es für ihn vielleicht schmerzlich das Deutschland seit letztem Jahr keine Munition für Kleinwaffen mehr liefert. Ihm gehen auch so langsam die Optionen für eine weitere Verschärfung des Psychokrieges gegen Europa aus. Nach diesen Beleidigungen wäre im 1900 Jahrhundert schon der Krieg erklärt worden. Gewonnen hat er dabei gar nichts, verloren gegangen ist ganz viel Vertrauen auf eine gedeiliche Zusammenarbeit. Die Türkei rückt immer mehr in die Nähe eines "Schurkenstaates"

Beitrag melden
heppygarden 22.03.2017, 11:16
101. Gewonnen?

Ein Land das einen Diktator als Präsidenten hat und in eine Diktatur rutsch, hat nicht gewonnen. Weder Erdogan noch das türkische Volk. Wie es sich unter einer Diktatur lebt, wussten meine Eltern zu genüge. Die freiheitsliebenen, demokratischen Türken tun mir leid, weil dass, was jetzt und in den kommenden Jahren, in ihrem Land passiert ist bitter. Und, wie immer, die ganze Welt schaut zu.

Beitrag melden
kajoter 22.03.2017, 11:23
102. Kaffeesatzleserei

Mehr mag ich zu dem Artikel nicht schreiben. Aber: Angesichts aller Erdogan-Artikel sollte man sich fragen, ob diese Pauschalaussage "die Türkei ist ungemein wichtig für uns und Europa" tatsächlich wahr ist. Ich bezweifle es allmählich. Sicher, es leben über 3 Mio. türkisch-stämmige Bürger bei uns, aber macht das ihr Herkunftsland tatsächlich so wichtig? Die EU hat bislang kein Mitgliedsland Türkei vermisst und in der NATO haben neue HiTech-Waffen den alten Wächter des Bosporus seit langem überflüssig gemacht. Daneben hat sich die Türkei in vielen Punkten als Problemverursacher erwiesen, nicht als Problemlöser. Und wenn man sich dann noch das türkische Standing im Nahen Osten und Nordafrika anschaut, fragt man sich, wo Erdogan mit seinem Land denn überhaupt noch andocken will? Er steht ziemlich alleine da und die NATO ist momentan sein einziger Anker. Er träumt von einer Islam-Front unter türkischer Führung, die er dem Westen entgegenstellen möchte. Aber Islam und Einheitlicheit sind eher zwei gegensätzliche Größen. Quo Vadis - möchte man fragen. Aber muss man es?

Beitrag melden
cyoulater 22.03.2017, 11:26
103. @burgundy

Zitat von burgundy
In Bezug auf die Türkei gibt es ja viele Wenn und Aber und Vielleicht. Aber wenn wir schon dabei sind, warum nicht die Hypothese der türkischen Regierung aufgreifen und eine aktive Rolle von Teilen der EU in diesem Putsch diskutieren? Immerhin steht dieser Vorwurf seit den Äusserungen des türkischen Innenministers zur Debatte, auch wenn er nicht diskutiert wird.
In der Türkei sitzen Tausende aufgrund unbewiesener Vorwürfe (Terrorist, Gülen-Anhänger, Putschist, PKK-Sympathisant, suchen Sie sich was aus) seit Monaten im Knast, und Zigtausende wurden mit eben diesen Totschlag-Argumenten aus ihren Jobs gefeuert; Medien wurden verboten oder behindert. So, und nun äußert der Herr Innenminister also nach einer ekelhaften Kette von Beschimpfungen (Nazis, KZ-Betreiber, Unterdrücker, Islaophobe Türkenhasser - suchen Sie sich gerne wieder was aus) aus dem Mund verschiedener hochrangiger türkischer Politiker an die Adresse Europas den Vorwurf, der Putsch sei von Europa befördert und befeuert worden. Wissen Sie, diesen Vorwurf kann man ja sogar diskutieren - sofern es irgend welche objektiven, greifbaren Indizien gibt. Bis dahin werte ich den Vorwurf als genau das, was auch der Rest der Verlautbarungen der letzten Zeit war: Polemik und Wahlkampfgetöse.

Beitrag melden
Nico9 22.03.2017, 11:33
104. Na was hat Erdogan schon erreicht

Wesentlich weniger als ihn der Eklat gekostet hat. Vielleicht hat er ein paar unterentwickelte Brüllaffen und Fahnenschwenker mit seinen Anfällen entzückt, Europa und DE dafür verprellt zu haben wird sich noch bitter rächen.
Was mich auch immer wundert sind solche Artikel und Tenor "Erdogan hat erreicht was er wollte, man ist ihm auf den Leim gegangen, hat sich vor den Karren spannen lassen etc."? Wir haben hier Freitheit und Demokratie, egal was der Irre in die Welt plärrt. Deswegen muss man hier noch lange keine Hetzer und Despoten hier ihr Gift verspritzen lassen. Das versteht auch jeder mit nem IQ von 90+. Unabhängig davon wird die Zukunft ja sowieso zeigen wer im Recht ist. Während hier weiter Freiheit und Recht hoch gehalten wird fällt Erdogans Reich zurück in die Steinzeit. Lang lebe der Sultan!

Beitrag melden
k.hand 22.03.2017, 11:35
105. Rückt in dei Nähe

Zitat von r.mehring
... und wenn er selbst alle Wahlzettel von Hand umschreiben müsste. Wer glaubt den allen Ernstes daran das diese Abstimmung frei und demokratisch erfolgen würde? Eher wird es für ihn vielleicht schmerzlich das Deutschland seit letztem Jahr keine Munition für Kleinwaffen mehr liefert. Ihm gehen auch so langsam die Optionen für eine weitere Verschärfung des Psychokrieges gegen Europa aus. Nach diesen Beleidigungen wäre im 1900 Jahrhundert schon der Krieg erklärt worden. Gewonnen hat er dabei gar nichts, verloren gegangen ist ganz viel Vertrauen auf eine gedeiliche Zusammenarbeit. Die Türkei rückt immer mehr in die Nähe eines "Schurkenstaates"
eines "Schurkenstaates"? Die jüngste Geschichte scheint an Ihnen vorbeigegangen zu sein. Seit Erdogan geklautes Öl gegen Waffen, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung in großem Stil mit dem IS getauscht hat, darf man die Türkei wohl so nennen. Die Vernichtung der Kurden ist auch nicht einem angeblichen Rechtsstaat würdig. Die bis in die Knochen korrupte Erdogan-Familie kann sich nur mit Gewalt und dem Islam an der Macht halten. Die Türkei ist ein Schurkenstaat. Der einzige Grund, warum man Erdogan noch nicht zur Hölle gejagt hat, ist doch wohl allein die geostrategische Komponente, die völlig überbewertet wird. Man sollte die Türkei den Russen zum Fraß vorwerfen. Sehr schnell würden die Bürger zur Vernunft kommen.

Beitrag melden
Kurt2.1 22.03.2017, 11:40
106. .

"Der Präsident habe längst bekommen, was er wollte!" heißt es im Artikel.
Ich verstand es bisher so, dass es ihm um Wählerstimmen ging. Erdogan wollte seine Wähler von der eigenen Stärke und von der Richtigkeit des Referendums überzeugen.
Der eingeschlagene Weg ist ein einziges Armutszeugnis für das türkische Volk. Schätzt der Präsident mit seinem elendig peinlichen Theater seine Wähler so ein, dass er sie damit locken kann und erreicht er damit seine Ziele, ist es eine einzige Bankrotterklärung für den geistigen Zustand seiner Wähler.

Beitrag melden
getraenketholi 22.03.2017, 12:24
107. Parajournalismus

Die Berichterstattung über Türkei wäre mit dem folgenden Metapher zu erklären:
Einer schmeisst ein Stein in den Brunnen,und viele Unwissende versuchen diesen zu bergen.
(Frei aus dem türkischen übersetzt)

Beitrag melden
JoachimFranz 22.03.2017, 13:26
108. Wir Europäer sind also wieder schuld

Erdogan suchte verzweifelt nach einem Narrativ, um die Menschen von der Notwendigkeit einer Verfassungsänderung zu überzeugen, die sämtliche Macht im Staat bei ihm bündelt. Die Europäer haben es ihm geliefert.

Was heißt denn hier "Die Europäer"? In Deutschland haben ein paar Kommunen Wahlkampfauftritte verhindert. Ein paar Kommunalpolitiker plus die Regierung der NDL verallgemeinert Popp zu "Die Europäer". Unsere Bundesregierung hat dagegen weder was verboten noch jemand die Einreise verweigert. Unsere Politiker halten wie die friedfertigsten Klostermönche seit Wochen nach jeder Frechheit Erdogans die andere Wange hin. Was sollen die denn Erdogan geliefert haben?
Oder ist das nur der seltsame Versuch von Herrn Popp, für das eventuell gute Votum unter Türkeistämmigen pro Erdogan die Europäer verantwortlich zu machen? Wäre ja auch seltsam, wenn nachdem aus einer bestimmten politischen Richtung jahrelang von einer guten Integration der Türkeistämmigen gesprochen wurde, diese plötzlich mehrheitlich für Demokratieabbau stimmen würden. Dann besser für den worst-case frühzeitig Erklärungen zimmern, die die Verantwortung für einen antidemokratischen Wahlentscheid von der türkischen Wählerschaft weg zu den Europäern führt. So als ob der bestintegrierteste, demokratisch gesinnteste Deutschtürke jetzt für Erdogan stimmen müsste, weil europäische Länder wie D und NDL türkische Minister so schlecht behandeln haben. Da kommt eben der Nationalstolz ins Spiel, für den man in der türkischen Ausprägung plötzlich Verständnis hat. Läuft es darauf hinaus, Herr Popp?

Beitrag melden
Talloires 22.03.2017, 13:28
109. Den Putschanteil der EU diskutieren?

Zitat von burgundy
In Bezug auf die Türkei gibt es ja viele Wenn und Aber und Vielleicht. Aber wenn wir schon dabei sind, warum nicht die Hypothese der türkischen Regierung aufgreifen und eine aktive Rolle von Teilen der EU in diesem Putsch diskutieren? Immerhin steht dieser Vorwurf seit den Äusserungen des türkischen Innenministers zur Debatte, auch wenn er nicht diskutiert wird.
Hypothesen? Wohl kaum. Man muss nicht über jedes Stöckchen springen, das einem vorgehalten wird. Wir diskutieren ja auch nicht, ob Deutschland, wie der grosse Vorsitzende behauptet, Türken systematisch unterdrückt, Nazi Methoden anwendet und Gaskammern vorbereitet.
Hypothesen sehen anders aus.

Beitrag melden
Seite 11 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!