Forum: Politik
Erdogans Niederlage bei Kommunalwahl: Ende eines Mythos
Lefteris Pitarakis / DPA

Präsident Erdogan hat die Türkei politisch und wirtschaftlich ruiniert. Bei der Kommunalwahl wird er dafür nun erstmals abgestraft. Ist das schon die Wende?

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hausfeen 01.04.2019, 15:07
10. Erdogan ist bestimmt keiner, der sich durch Wahlen zurückdrägen lässt.

Zumal die CHP keine echte Oppositionspartei ist, sondern der logische Koalitionspartner.

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willibaldus 01.04.2019, 15:16
11.

Da wird der Erdogan wohl kleinere Brötchen backen müssen. Ich bin gespannt, ob es jetzt zu einer gemässigteren Politik kommt, oder ob Erdogan die Herausforderer als Feinde ansieht und mit allen Mitteln bekämpfen wird.

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seneca55 01.04.2019, 15:16
12. "Erdogans Mythos ist Geschichte"? - so die opt. Wertung von Hr. Popp

M.E. ist die Stärke von Erdogans AKP-Regime seit 2002 unverändert stabil verblieben.
Die 45% AKP gelangen diesmal ohne die Unterstützung der türk. Migranten in der EU und besonders aus D, die ja bei den Kommunalwahlen nicht mit stimmen durften im Gegensatz zu den Wahlen in 2018 resp. 2019.
Trotz der extremen Ereignisse in den letzten 5 Jahren hat sich quasi fast gar nichts verändert.
Erdogan ist türk.Präsident der Neuen Türkei-2018 und kein Bürgermeister einer türk. Großstadt
- er sitzt m.E. so fest im Sattel wie noch nie seit 2002 resp. Wie der Islam in der Islamischen Welt festsitzt -
Es gibt aber etwas Hoffnung, wenn die beiden Metropolen knapp von der Opposition gewonnen worden sein sollten, für einen neuen "Westwind" in der Türkei - mehr nicht!
Wer weiß, vielleicht ruft der Sultan RTE aber bis 2023 bereits ein neues Neo-Osmanisches-Kalifat aus?
- Und dann?

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Rahvin 01.04.2019, 15:19
13.

Wieder überschwänglicher Jubel bei einer vermeintlichen Niederlage von Erdogan. Selbstverständlich hat er die großen Städte verloren und wird sich eine Zeit lang seine Wunden lecken, bei den nächsten Wahlen wird seine Partei dennoch wieder gewinnen, da die Türken aus dem Ausland für ihn stimmen werden, da das Volk vergesslich ist und die Zustände, in die er das Land gestürzt hat, zu dem Zeitpunkt dann einfach als gegeben akzeptieren wird. Die intellektuelle Elite verlässt das Land oder hat sich mit den Mächtigen arrangiert. Die "kleinen Leute" wählen prinzipiell fast immer die Partei, die gegen ihre eigentlichen Interessen agiert. Die Türkei wurde politisch und wirtschaftlich um mindestens ein Jahrzehnt, wenn nicht mehr, zurückgeworfen. Und auch in den Köpfen und in der Gesellschaft sind die Menschen nicht gereift sondern sind um mehrere Schritte zurück gegangen.

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faberhomo 01.04.2019, 15:19
14. Erdogans Wahlen sind ein Pfusch!

Erdogan führt Wahlkampf auf Kosten der Steuerzahler. Erdogan kämpft mit unfairen Mitteln. Erdogans TV Sender zeigen nur seine Kampagnen. Erdogan schüchtert mit der Polizei und Militär und seinen Denunzianten die Opposition ein. Erdogan fälscht die Stimmen und Ergebnisse. Mitnichten wird mit fairen Mitteln gekämpft. Seine Stammwähler zählen max. 35% der Wahlberechtigten. Alles andere ist erstunken und erlogen. Unter diesen Fakten und vielen mehr,kann man mit guten Gewissen sagen, das er krachend verloren hat. Wenn jetzt die westlichen Staaten aufhören würden ihn zu unterstützen, wird er es kaum schaffen bis 2023 an der Macht zu bleiben.

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colonium 01.04.2019, 15:21
15. Denkzettel oder Debakel?

Ich stimme mit vielem, was in dem Artikel beschrieben wird durchaus überein. Aber eines ist mir angesichts der Duplizität der Ereignisse am heutigen Tag klar geworden. Die Verbalen Zuweisungen von Spon hängen von der geopolitischen Agenda ab und nicht von den Gegebenheiten.

Während Erdogans Wahlergebnis von 45% als "Debakel" eingeordnet wird, wird gleichzeitig das Wahlergebnis des ukrainischen Präsidenten Poroschenko, der nach 55% in 2014 gestern nur noch 17% erhielt, als "Denkzettel" schöngeredet.

Ich würde mir sehr wünschen, wenn Spon endlich wieder zu Einordnungen käme, die weniger der eigenen politischen Agenda geschuldet sind, sondern die sich an Fakten orientieren.

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Listkaefer 01.04.2019, 15:22
16. Autokratische Regime sind ...

... dauerhaft. Man sieht das in Nordkorea und in Venezuela, wo trotz Hungersnot kaum etwas geändert wird. Die Türkei wird schon lange Zeit von Erdogan sehr schlecht regiert. Wie wahr! Osmanische Träume, chauvinistisches Türkentum, religiöser Fundamentalismus hindern die multilaterale Zusammenarbeit. Bezüglich Europa hat Erdogan sämtliches Porzellan zerdeppert. Er leistet sich mit kraftprotzendem Gehabe Streitereien mit Deutschland, die seine Tourismusindustrie immer wieder nach unten ziehen. Zeit für den Abtritt.

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Semmelbroesel 01.04.2019, 15:28
17. So lange...

...er sich der Treue des türkischen Militärs sicher sein kann, kann er walten und schalten wie er will. Er kann die Wahlen für nichtig erklären und würde damit durchkommen. Zu packen ist er nur über die desolate Wirtschaftslage, wenn die sich noch weiter verschlechtert, dann kann er sich dem Zorn des Volkes sicher sein. Ob dann das Militär noch hilft???

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HerrTurtur 01.04.2019, 15:29
18.

Erdogan hat immer noch die Unterstützung einer breiten Masse, weil er deren Selbstwertgefühl mit Hasstiraden gegen Andersdenkende stützt: "Der zeigt es denen mal!" Läuft es mal nicht so, wie Erdogan es prophezeit hat, ist wahlweise der böse Westen oder Unterstützer der Gülen-Bewegung schuld. Mal sehen, ob sie in Ankara und Istanbul so lange zählen, bis die Vertreter der AKP doch gewonnen haben.

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Lua-Lua 01.04.2019, 15:33
19. Einfach Popp lesen. Er vertritt ihre interressen.

Zitat von berndblech
Nüchtern betrachtet birgt das Wahlergebnis für Erdogan Licht und Schatten. Die AKP liegt in der Türkei immer noch meilenweit vor der stärksten Oppositionspartei, im Vergleich zur Parlamentswahl und zur letzten Kommunalwahl hat sie sogar dazu gewonnen. Dass sie ihre Stärke eher in der Provinz als in den Metropolen hat, ist auch kein Geheimnis. Angesichts dieser Fakten mit Begriffen wie "Wende", "Ende eines Mythos" oder gar "Niederlage" um sich zu werfen, ohne die Komplexität des Wahlergebnisses angemessen zu beleuchten, ist für mich schwer mit einem journalistischen Ethos zu vereinbaren, der sich "Sagen, was ist" auf die Fahnen schreibt.
Ich empfehle Popp zu lesen. Er verfolgt zwar seine eigene Agenda -bzw. die seines Arbeitgebers - aber er kennt die Verhältnisse durchaus. Die AKP liegt nicht meilenweit vor. Die Türkei ist gespalten in Pro-und-Contra. Gegensätze innerhalb der Opposition sind zurückgestellt bis zu einer vermeindlichen Abwahl RTE's. Daher ist das Verhältnis -schon seit längerem 52%-48%. Das ist nicht meilenweit.
Die HDP wird solange Stillhalten. Sie hofft von einem zu erwartendem Chaos zu profitieren (Siehe YPG in Syrien zw. Sunniten und Alewiten. In der Türkei zw. "Religiösen" und "Weltlichen"). Popp schreibt von einer neuen Partei von "Davutoglu". Mit Sicherheit mit Gül im Hintergrund. Der Islamistische Teil der AKP liegt bei circa 25% (das sind die ehemaligen Refah Wähler aus den 90ern). Erst mit den Konservativen Stimmen erreichte man 45% und wurde zur Regierungspartei. Die Rechten geben die restlichen 7%. Nun gibt es weniger Posten, d.h. mehr Geschacher und die Posten und weniger Aufträge für deren Freunde. Wenn Davutoglu nun abspringt, nimmt er ja auch Wähler Prozente der AKP mit. Darin liegt die Gefahr für die AKP. Popp seine Quellen haben ihm das schon erzählt.

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