Forum: Politik
Erdogans Niederlage bei Kommunalwahl: Ende eines Mythos
Lefteris Pitarakis / DPA

Präsident Erdogan hat die Türkei politisch und wirtschaftlich ruiniert. Bei der Kommunalwahl wird er dafür nun erstmals abgestraft. Ist das schon die Wende?

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archivdoktor 01.04.2019, 15:39
20. Genau

Zitat von colonium
Ich würde mir sehr wünschen, wenn Spon endlich wieder zu Einordnungen käme, die weniger der eigenen politischen Agenda geschuldet sind, sondern die sich an Fakten orientieren.
Das würde ich mir auch wünschen. Die AKP hat noch immer 45%, Istanbul und Ankara waren schon immer fifty-fifty - also unter Debakel verstehe ich was anderes. Und dass Erdogan seine Politik ändern wird? Nein, bestimmt nicht, da ist der Wunsch wohl Vater des Gedankens...Und wenn beim nächsten Mal die Türken aus Westeuropa mitwählen dürfen, ist die absolute Mehrheit für die AKP so sicher wie das Amen in der Kirche.

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b1964 01.04.2019, 15:40
21. Bitte keine voreilige Euphorie

Erdogan und seine AKP haben nicht auf ganzer Linie gewonnen. Das zeigt, dass die demokratischen Strukturen in der Türkei jedenfalls noch vorhanden sind. Die Türkei ist weder eine Diktatur noch ein vollständiger Unrechtsstaat, wie unsere Medien gerne vermitteln wollen. Natürlich befindet sie sich gesamtgesellschaftlich auf einen unliberalen Kurs, der damit mit unseren mitteleuropäischen Vorstellungen nicht zusammengeht. Aber die Wahl ist auch weder eine Wende noch gar das Ende von Erdogan. Es war nur eine Kommunalwahl, die belegt, dass Erdogans Kurs nach wie vor eine sehr breite Unterstützung im Volk hat. Also bitte jetzt weder in die eine noch die andere Richtung übertreiben. Was in der Tat uneingeschänkt Thema bleibt, dass Erdogan die Türkei in eine autoritäre, unliberale Gesellschaft führt, in der Nationalismus, regionaler Imperialismus und gesellschaftliche/religöse Intolleranz wieder salonfähig und gar dominierend sind. Wir werden das nicht ändern. Aber wir entscheiden, ob wir so ein Land zum Freund und Partner haben oder nicht. Ich bin da klar für letzteres.

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swandue 01.04.2019, 15:44
22.

Das Ende Trumps wurde schon ausgerufen, da war er noch nicht mal im Amt.

Da müssen bis zur nächsten landesweiten Wahl noch etliche Millionen Türken einen Irrtum erkennen, damit Erdogan tatsächlich abtreten muss - Und das, obwohl ihn alle Massenmedien loben und preisen.

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Oberleerer 01.04.2019, 15:55
23.

Bei Kommunalwahlen hat die deutsche Gemeinde offenbar nichts zu sagen.

Trotzdem sind mir die Zahlen noch viel zu hoch. Wenn der Hunderttaussende in Gefängnis gesteckt hat und vermutlich noch weit mehr zum Verhöhr zitiert, mit Berufsverbot belegt, bedroht und unter Beobachtung und klein hält, frage ich mich, haben die alle keine Freunde, Familien, Verwandte, Kollegen?

Wenn sowas in meinem Umfeld geschehen würde, wäre diese Partei umgehend abgemeldet.

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sabinehh512 01.04.2019, 15:55
24. Ich bin mal gespannt....

wann die hier in Deutschland lebenden glühenden Erdogan-Verehrer diesen Artikel als Lügenpresse betiteln. Es ist ja schön einfach sich in das gemachte Nest zu setzten, die Türkei nur aus dem Urlaub zu kennen aber sich in das Leben der Menschen dort einzumischen. Ich hoffe sehr, dass die in der Türkei lebenden Türken bald von diesem Despoten, der ihr Land erst wirtschaftlich und gesellschaftlich geöffnet hat, es jetzt aber voll gegen die Wand fährt, befreit werden,

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Hardisch 01.04.2019, 15:58
25.

Wohl vorerst mehr Wunschdenken als Realität. Aber alles, was Erdogan schwächt ist gut für die Türkei und unsere Beziehungen zu diesem Land. Bis dahin gilt für mich: Kompletter Boykott aller türkischen Produkte und Dienstleistungen bis Erdogan weg ist und unsere Landsleute freigelassen wurden.

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spon-facebook-10000276786 01.04.2019, 16:02
26. Ein wichtiger Punkt fehlt noch!

Ein Punkt sollte ebenfalls nicht verschwiegen werden. Erdogans militärisches Abenteuer bei seinem südlichen Nachbarn. Panzer und Truppen die er dort hin geschickt hat um sein Land zu vergrößern kosten ebenfalls nicht wenig Geld. Seltsamer Weise bleibt dieses teure Abenteuer weitgehend von der Presse unbeachtet und un kommentiert.

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pop_sin 01.04.2019, 16:02
27. An der Realität vorbei

Herr Popp scheint sehr oft reißerischer Berichte, um nicht populistische zu nennen, realitätsnahe Artikel vorzuziehen. Mit der den Gegebenheiten in der Türkei hat es aber wenig zutun. Die NZZ kommentiert den Ausgang derKommunalwahl treffender „Ein paar Nadelstiche für Erdogan– nicht mehr“. Genau so würde ich es auch einordnen. In der Kommunalpolitik spielen andere Faktoren wie Nahverkehr, Infrastruktur, eine entscheidende Rolle. Der Staatspräsident eher eine Nebenrolle. Der Erdogan-Faktor hat nur bedingt gezogen...

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s.l.bln 01.04.2019, 16:03
28. Das dürfte...

Zitat von archivdoktor
Das würde ich mir auch wünschen. Die AKP hat noch immer 45%, Istanbul und Ankara waren schon immer fifty-fifty - also unter Debakel verstehe ich was anderes. Und dass Erdogan seine Politik ändern wird? Nein, bestimmt nicht, da ist der Wunsch wohl Vater des Gedankens...Und wenn beim nächsten Mal die Türken aus Westeuropa mitwählen dürfen, ist die absolute Mehrheit für die AKP so sicher wie das Amen in der Kirche.
...wohl maßgeblich davon abhängen, wie es in der Türkei jetzt wirtschaftlich weitergeht.
Aktuell wird großer Druck auf Kreditgeber, den Einzelhandel usw. ausgeübt, die Inflation in Teilen aus eigener Tasche zu kompensieren. Ohne diese Maßnahmen gäbe es deutlich dramatischere Preissteigerungen. Das funktioniert aber nur noch sehr begrenzte Zeit.
Fällt Erdogan nichts ein, den Verfall der Währung und damit einher gehend den Niedergang der Wirtschaft aufzuhalten, kommen die Folgen auch auf dem Land an.
Wie lange die Religionskarte dann noch sticht, wird man sehen.
Ich vermute, daß es bei der nächsten Wahl zu einer Situation kommt, bei der die im komfortablen Ausland lebenden Türken komplett anders stimmen, als die Wähler in der Türkei.

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hm2013_3 01.04.2019, 16:03
29. ausschlaggebend wird das Verhalten

der EU und USA sein. Der türkische Präsident wird in der EU und in den USA nicht gern gesehen, nachdem er sich der Iran und den Russen genährt hat. Er hat auch grosse Probleme mit Israel. Wenn die EU und die USA es unterstützten, werden bald hunderte Abgeordnete sich von seiner Partei trennen und wie Herr Popp es voraussagt, eine neue Partei gründen. Damit wäre in der Tat das Ende eines Mythos.

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