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Erdogans Syrien-Offensive: Kriegsherr von Putins Gnaden
Turkish Presidency/ AP/ dpa

Recep Tayyip Erdogan gibt im Kampf gegen die Kurden-Miliz YPG den Feldherrn. Nun aber muss der türkische Präsident erkennen, dass er von anderen Mächten abhängig ist. Hält er trotzdem an dem Einsatz fest?

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Newspeak 15.10.2019, 18:33
1. ...

Wie kann es ueberhaupt sein, dass ein NATO Mitglied alleine einen Krieg anfaengt? Es ist komisch, dass ich mir diese Frage nie gestellt habe, solange es die USA waren, die einen Krieg begonnen haben. Aber es ist ein seltsamer Beistandspakt, wenn man die moegliche Erzeugung eines Buendnisfalles nicht dadurch ausschliesst, dass es keinem Mitglied des Buendnisses moeglich sein sollte, alleine einen Krieg zu beginnen. Vermutlich ist das in den NATO Statuten nicht einmal geregelt, sonst haette es doch schon frueher Probleme machen muessen? Jedenfalls halte ich eine Situation, in der sich unter Umstaenden die USA und Russland ueber ihre Stellvertreter Tuerkei und Syrien gegenueberstehen fuer nicht sehr gut. Natuerlich, es gab diese Stellvertreterkriege waehrend des ganzen Kalten Krieges, aber die Gefahr einer Eskalation der Grossmaechte ist immer gegeben.

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Fuxx81 15.10.2019, 18:35
2. Wenn ich an Putins Stelle wäre...

... Würde ich der Türkei eine Pufferzone zugestehen, jedoch deutlich kleiner als geplant. Das könnte Erdogan immer noch als Erfolg verkaufen, für die Kurden wäre das Glück im Unglück, und noch wichtiger: es hält den Konflikt am köcheln.

Mit voller Härte gegen die Türkei zurückzuschlagen wäre nicht im Interesse Russlands, denn dann könnte sich die Rest-Nato schnell wieder mit Erdogan solidarisieren. Auch die Türkei wird es sich dreimal überlegen auf russische Truppen zu schießen, den anders als Brüssel ist Moskau kein Papiertiger...

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RioTokio 15.10.2019, 18:35
3.

Viel Spaß für die Tourismussaison 2020.
Wer will schon noch Urlaub machen in einem Land, dass gerade in sein Nachbarland einmarschiert und die dort lebenden Kurden tötet oder vertreibt.
Auch Wirtschaftssanktionen werden kommen, die USA arbeiten daran, die EU wird folgen, wenn der Krieg in Syrien eskaliert.
Investoren, VW z.B., müssen sich gut überlegen, ob sie Geld in einem Krieg verbreitenden Land anlegen wollen.
Letztlich werden die Kurden den Krieg ausweiten, Anschläge in der Türkei werden wahrscheinlicher.
Der Preis für Erdogans Politik wird hoch. Noch ist die Kriegsbegeisterung bei vielen Türken groß, siehe die Fußballer, das muß nicht so bleiben.

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alan.ito 15.10.2019, 18:43
4. Vor allem sind das teils...

...unsere "Sicherheitspartner" in der NATo.

Das provokante Abhauen Trumps dort, verbunden mit Kriegsgeschrei per Sanktionen, die den Türkischen Staat in den Abgrund stürzen wollen, und verbunden mit der Möglichkeit, dass Erdogan mit dem selbst losgetretenen Konflikt auch noch auf die Idee kommen wird, irgendwann (bald mal...) den NATO-"Bündnisfall" ausrufen zu wollen, spätestens wenn er von Putins MIlitär was auf den kecken Rüssel bekommt und oder syrische bzw. syrisch-russische Truppen nach Anatolien einmarschieren, um den Typen zu bestrafen.

All das macht einem sehr große Sorge.

Berlin hat hier wieder nur geschlafen.

Und wie das Kaninchen vor der Schlange gezittert, dass Erdogan die Grenzen für Millionen syrische etc. Flüchtlinge öffnen könnte.

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Weddinger 15.10.2019, 18:48
5. Bedrückend

wie wenig vorausschauend der Westen, insbesondere die EU agiert. Russland und der Iran haben ganz schlau auf staatliche Strukturen gesetzt, also Assad, gleich welche Grausamkeiten sich seine Untergebenen geleistet haben. Die anderen setzten auf Bewegungen, die auch mal abebben können, wie die FSA und andere prowestlichen Aktivisten der ersten Stunde. Die Türkei wollte ihren Einfluss erweitern, dummerweise gegen staatliche Strukturen, also gegen Assad, wohl weil zwei Männer seit 2012 ihr Verhältnis klären mussten und seitdem nicht wieder zueinander fanden.
Allerdings hat die Türkei das Erstarken der Kurden nie unterschätzt und stets dagegen gewettert. Erdogan konnte nur nichts unternehmen, weil sie Verbündete der USA waren, ja waren.
Welch großer Fehler der EU, es sich wegen einer politischen Bewegung in der Ukraine gegen die Sicherheitsinteressen von Russland gestellt zu haben, denn in Russland besteht die Ansicht, dass Moskau gegen ein Militärbündnis, zu dem die Ukraine gehört, nicht zu verteidigen ist. Gegen zwei traumatische Angriffe aus Westeuropa (Napoleon und Nazideutschland) half vor allem der Abstand. Nur mal so vorgestellt: Russland stünde in strategischer Partnerschaft zur EU, wie sich das vor noch 10 Jahren anbahnte. Solch Konflikte würden gemeinsam gelöst. Aber zu einer Revision sind die Aussitzer und machtlosen Menschenrechtsbeschwörer nicht in der Lage.

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werderbraeme34 15.10.2019, 18:51
6. Türkei, die waren Verlierer?

Russland wird Assad zumindest mit Waffen unterstützen. Die Worte Putins, dass Erdogans Armee die Berechtigung hat in Syrien einzumaschieren, klingt nun wie eine böse Falle für Erdogan. Assad wird die Türkei mit Sicherheit bekämpfen. Wahrscheinlich wird er auch anordnen IS Gefangene zu töten.
Am Ende müssen die stolzen Türken wohl ihre Pläne - nämlich die syrischen Füchtlinge zurück zuschicken, die YPG beseitigen, ein Teilgebiet Syriens erobern - aufgeben.
Die Türken werden den Krieg gegen Assad und die YPG nicht so einfach gewinnen.

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miklo.velca 15.10.2019, 18:52
7. Putin

Putin wird mit Sicherheit Erdogan mindestens einige syrische Ländereien behalten lassen. Ein Grund ist, das Russland sehr einsam auf Welt ist und jeden nächstmöglichen Partner braucht. Auf der anderen Seite ist es ja für das Trio Russland, Iran und Türkei, völlig legitim das Nachbarland bei Sicherheitsbedenken zu übefallen, alles platt zu machen und eine 30km tiefe bis über 500km langen kleinen Landstrichchen zu besetzen und neu nach eigenen Wünschen neu zu besiedeln. Darunter verstehen sie Schutz der Syrischen Souveränität und territoriale Integrität.

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marcst 15.10.2019, 18:53
8. Raketen

Eigentlich müsste Putin den syrischen Kurden doch nur ein paar Raketen liefern, welches es nicht nur bis in den kurdischen Teil der Türkei schaffen sondern weiter in den osmanischen Teil. Ob die nationalverliebten Türken dann immer noch erfreut darüber wären, dass sie die AKP gewählt hatten?

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Peace&Freedom 15.10.2019, 18:55
9. Shame on the world!

Natürlich erlaubte tRump seinem russischen Mentor, sein Geschäft mit der Zerstörung Europas fortzusetzen, indem er sich aus Syrien zurückzog. Natürlich sah der türkische Sultan eine doppelte Chance, die Kurden und Europa auf einem Schlag zu zerstören. Was in Syrien passiert, ist seit mehr als sieben Jahren ein Skandal. Man hätte von Anfang an reagieren müssen. Wo ist die EU? Was ist mit den Menschenrechten? Die ersten Opfer all dieser Feigheiten und politischen Versäumnisse sind die Zivilbevölkerung! Frauen, Kinder, unschuldige Bürger! Ich schäme mich um die Welt, ich schäme mich auch, ein Mensch zu sein. Korruption, Feigheit, Zynismus, Egoismus, Grausamkeit und Perversität beherrschen die Welt. Es ist zum ko...

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