Forum: Politik
Erinnerungen an Richard von Weizsäcker: Er hat uns befreit
MARCO-URBAN.DE

Richard von Weizsäcker fand die richtigen Worte, 40 Jahre nach Ende des Krieges. Er war kulturell und intellektuell der Gegenentwurf zu Helmut Kohl. Für Deutschland waren beide gut, auch wenn sie sich kaum leiden konnten.

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dubsetter 01.02.2015, 15:03
80. also erstmal..

RIP:::
bevor man hier jemanden,
der gerade gestorben ist,
und der sich um unser land nach 1945,
auf seine eigene art verdient gemacht hat,
(sicher nicht die birne aus oggersfeld)
relativierend und abwertend beurteilt,
er hat sich immerhin mit der geschichte
auseinander gesetzt.

sein satz war so wichtig, weil keiner vor ihm
als bundespräsoident das so gesagt hat....

und ja, wir sind befreit worden!!!

und an alle die das nicht wahrhaben wollen:
wir haben (zum glück) 2015!!

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wohlmein 01.02.2015, 15:15
81. Ein Verlust für Deutschland...

Weniger pathetisch (und vielleicht aufrichtiger) hätte
Frau/Herr Ghostwriter formulieren können:
"während seiner Wirkenszeit ein Gewinn / eine Bereicherung

Aber vielleicht überwog auch taktisches Kalkül:
wer weiß, vielleicht ist der nächste, der gehen muß/darf
womöglich von der "falschen Partei" und überaus geschätzt von manchen Leuten - des Weltfriedens wegen ?

Seitens v. Weizsäcker jedenfalls vernahm man hinsichtlich Veränderung der Nato zum Negativen?
von ihm keine Stellungnahme; wenigsten ich nicht.
Aber er war ja auch nur ehemaliger Bundespräsident
- und schon kurz vor 90.
Da hat man vermutlich überwiegend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen...

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Ludwigsburger 01.02.2015, 15:17
82. Und dann war da noch eine Fahnenflucht?

Mancher Offizier ist mit seiner Mannschaft in die Gefangeschaft gegangen. Stichwort: Verantwortung.

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wohlmein 01.02.2015, 15:18
83. Ein Verlust für Deutschland...

Weniger pathetisch (und vielleicht aufrichtiger) hätte
Frau/Herr Ghostwriter formulieren können:
"während seiner Wirkenszeit ein Gewinn / eine Bereicherung

Aber vielleicht überwog auch taktisches Kalkül:
wer weiß, vielleicht ist der nächste, der gehen muß/darf
womöglich von der "falschen Partei" und überaus geschätzt von manchen Leuten - des Weltfriedens wegen ?

Seitens v. Weizsäcker jedenfalls vernahm man hinsichtlich Veränderung der Nato zum Negativen?
von ihm keine Stellungnahme; wenigsten ich nicht.
Aber er war ja auch nur ehemaliger Bundespräsident
- und schon kurz vor 90.
Da hat man vermutlich überwiegend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen...

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dailyobserver 01.02.2015, 15:24
84. Keine Frage –

Weizsäcker war einer der charismatischsten Bundespräsidenten Deutschland, das will ihm keiner nehmen, wenngleich ich die Lobhudelei nicht ganz teile.
Soviel ich weiß, wurde der 8. Mai, als Tag der Befreiung, in der DDR bereits seit 1950 gefeiert.
Was mich aber richtig ärgert ist, dass ein paar einfache und meistens wohl auch rechtschaffene Bürger in Dresden, die zugegebenermaßen das falsche Mittel gewählt haben um ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren, in die rechte Ecke – wo zweifellos nur die wenigsten hingehören – geschoben werden und gleichzeitig, im Westen, Nazigrößen wie Filbinger oder eben auch Weizsäcker gesellschaftsfähig gemacht kollektiv verehrt werden.

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derpublizist 01.02.2015, 15:29
85. Nicht alles war so geistreich,...

...was er von sich gab. Ja, die Rede vor dem Bundestag 1985 war sicher geschliffen, wenn auch eher nüchtern und emotionslos. Aber 1994 "den" deutschen pauschal zu unterstellen, sie seien ausländerfeindlich und es schlummere latenter Rassismus in ihnen, das war ein verbaler Ausrutscher, den sich jemand erlaubte, dessen Familie in Nazi-Regime verstrickt war und auch sonst immer wusste, wo man im Macht- und Wirtschaftssystem eines Staatssystems gut mitmischen und mitverdienen kannte. Von Bürgernähe konnte bei Weizäcker auch nicht die Rede sein, mal abgesehen von einem altersmildeln lächeln...

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linus23 01.02.2015, 16:07
86.

Zitat von Palmstroem
Befreit haben uns die US-Amerikaner. Und das es 40 Jahre dauerte, bis Deutschland das offiziell begriff, zeigt nur, wie tief viele im Nazi-Sumpf steckten. Viele auch Weizsäcker selbst, mussten erst vom Saulus zum Paulus wandeln, um sich darüber klar zu werden. Und das andere die Befreiung auch heute noch als Niederlage betrachten, sehen wir im unverändert starken Antiamerikanismus.
wie so oft liegen Sie wieder einmal voll daneben ...

Befreit hat Deutschland niemand: Es wurde eine Minderheit in Deutschland befreit: Die, welche durch die 80/85 % Nazis terrorisiert und verfolgt wurden, jene deren Familien größtes Leid widerfahren war.

Für die ganz große Nazi-Mehrheit (auch die "Granden" der Familie Weizsäcker, auch RvWs, welcher als 100%iger sich nicht scheute noch in den letzten Kriegstagen Minderjährige unnötig in den Tod zu schicken) war es eine Niederlage wie noch niemals in der Menschheitsgeschichte, hervorgerufen durch den Zusammenbruch der Ostfront, an welcher 90 % der dt. Militärkapazitäten gebunden waren und aufgerieben wurden, bei einem Blutzoll von über 20 Mio Toten auf seitens der damaligen Sowjetunion.

"Befreit haben uns die US-Amerikaner"

dies wird durch die ständige Wiederholung auch nicht wahrer: für USA war die Einrichtung der Westfront entgegen die Ostfront ein geradezu ein Spaziergang, bei welchem sie sich größtenteils lediglich mit minderjährigen und alten dt. Soldaten herumschlagen mussten. 20.000 GI's verloren dabei ihr Leben, ein Tausendstel gegenüber Russland .. Das späte Eingreifen war so gewollt. Erst sollten sich die Europäer gegenseitig zerfleischen.

Das 1985 ausgerechnet Weizsäcker, welcher quasi bis zum letzten Kriegstag von seinem Führer überzeugter war als die wohl weitaus meisten Deutschen (welchen ja nach Stalingrad, d.h. der Kriegswende zumindest erste Zweifel kamen) von "Befreiung" sprach, war an Unverfrorenheit wohl kaum zu überbieten ...

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paulroberts 01.02.2015, 17:06
87. Öh

Zitat von Palmstroem
Befreit haben uns die US-Amerikaner. Und das es 40 Jahre dauerte, bis Deutschland das offiziell begriff, zeigt nur, wie tief viele im Nazi-Sumpf steckten. Viele auch Weizsäcker selbst, mussten erst vom Saulus zum Paulus wandeln, um sich darüber klar zu werden. Und das andere die Befreiung auch heute noch als Niederlage betrachten, sehen wir im unverändert starken Antiamerikanismus.
Waren es nicht die Russen, die uns befreit haben? Oder sind die neuen Geschichtsbücher schon auf dem Markt?

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nachtmensch2014 01.02.2015, 17:15
88. Nur befangen?

"In Nürnberg gehörte er zur Riege der Verteidiger, die seinen Vater Ernst ins rechte Licht zu rücken versuchten." So schreiben sie. "Rechtes Licht"? Bei Wikipedia kann nachgelesen werden, dass er später (wie lange?) das Urteil "moralisch und historisch" ungerecht fand. Soso...

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nachtmensch2014 01.02.2015, 17:20
89. Katastrophe?

Sie schrieben: "Der 8. Mai 1945 war für die Deutschen zugleich eine Katastrophe und die Befreiung." Naja, die Befreiung war wohl hauptsächlich für die Nazis eine Katastrophe. Die Folgen von Vertreibungen und Nahrungsmangel stehen auf einem anderen Blatt, und hätten sicher vermieden werden können.

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