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Erklärung im Wortlaut : Bernd Lucke zu seinem Austritt aus der AfD
DPA

Bernd Lucke zieht sich aus der AfD zurück. Die Erklärung des Mitbegründers und Ex-Sprechers der Partei im Wortlaut:

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mike.bauer 08.07.2015, 19:13
1. Soviel zum Thema Lügenpresse

Wenn der eigene ehemalige Vorsitzende (und andere) behaupten, die Partei fahre zunehmend ins rechtsradikale Fahrwasser, kann man entsprechende Kritik nicht mehr mit dem pauschalen Hinweis auf die "Lügenpresse" (=alle die uns kritisieren) abtun.

Jeder der in der AFD verbleibt, macht sich mitschuldig. Es gibt jetzt keine Ausreden mehr.

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Auceza 08.07.2015, 19:16
2. Der richtige Schritt

Die AfD ist mit "Petry Heil!" zu weit ins rechtsextreme Spektrum der Parteien gerutscht. Ich denke, auf derartige Abenteuer sollte sich kein Demokrat einlassen.

Ob nun überzogene Kritik an den USA formuliert worden ist, kann ich nicht beurteilen. Aber die USA sind auf jeden Fall zu kritisieren und werden in den Mainstream-Medien verfälschend einseitig positiv dargestellt.
Hingegen wird die russische Föderation vielfach ebenso einseitig als Feindbild medial aufgebaut.

Sowohl Russen als auch Amerikaner sind unsere Freunde. Wir sollten uns sehr viel stärker um harmonische und friedliche Beziehungen bemühen.
Insbesondere die russische Förderation ist ein lukrativer Handelspartner sowie ein zuverlässiger politischer Partner.
Unsere Zukunft liegt im Osten und nicht im Westen.
Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter.

So ist Kritik am amerikanischen Imperialismus dringend notwendig. Die USA gefährden den Weltfrieden. Mittlerweile sind sehr viele Amerikaner vermutlich Kriegsverbrecher und sollten auch endlich vor dem internationalen Gerichtshof zur Verantwortung gezogen werden.
Skrupellose Massenmörder sowie Kriegsverbrecher sind vielleicht für Frau Merkel und ihren mutmaßlich korrupten Wahlverein, aber nicht für Deutschland als Bündnispartner akzeptabel.

Echte Freunde üben konstruktive Kritik und suchen den offenen Dialog, während falsche Freunde Speichelleckerei und Unterwürfigkeit an den Tag legen.

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reiisa 08.07.2015, 19:36
3. Teilwahrheit des Herrn Lucke

So unschuldig und empört/überrascht, wie er in seiner Abschiedserklärung den Zustand der AfD bescheibt, ist er nicht: In seiner Anfangszeit bzw. auf AfD-Veranstaltungen hat er ganz massiv konservativ und auch provokant (Stichwort: Entartung) geredet. Hierfür mußte er sich in einigen Talkshows erklären, was ihm nur bedingt gelang. Sein Fehler war es jedoch nicht, Themen anzusprechen, die im polit. Mainstream zur Tabuzone gehören, und die dann auch zwangsläufig national-konservative Kräfte anziehen, nein, sein Fehler war es, die Partei als deren Gründer auch wie sein Eigentum zu behandeln, und zu herrschend daherzukommen, gepaart mit der Ungelenkheit und der mangelnden Standfestigkeit in Talkshows. Schade, das er die AfD verläßt. Zum Schluß ein guter Rat: nur mit dem Thema Euro kann man keine Partei lange in den Parlamenten halten, wenn das Thema erledigt ist (Problem Griechenland), fiele ihm die Basis. So gesehen, ist die AfD mit hinzugekommenen Themen, die durchaus zur Wut Anlaß geben, breiter/besser aufgestellt.

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pmeierspiegel 08.07.2015, 19:46
4.

mein ausdrücklicher dank an prof. lucke.

diese partei 2013 auf die beine zu stellen , hat schon viel bewirkt. die euro-"front " ist aufgebrochen und viel mehr menschen erkennen wie schädlich die währung für "euroland " in seiner gesamtheit ist. nur noch hass und zwietracht udn verteilungskämpfe.

zur afd: der pegidapöbel hat die partei jetzt übernommen, sehr bedauerlich! völlig unwählbar !

ich hoffe sie und ihre mitstreiter gründen nochmals eine partei - liberal-konservativ. ich wäre dabei.

l

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tarapomsok 08.07.2015, 19:57
5. Warum

sollten nicht auch künftig Islamkritische Stimmen im Parteienspektrum abgebildet werden ? Wieso müssen alle konform gehen mit dem unseligen Wulf-Satz? Aber das ist gar nicht das Thema. Lucke wurde gewählt, hat ein Mandat, und nun ? Der Proffesor
sollte mal innehalten. Ins Kloster gehen.

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mensch2015 08.07.2015, 20:01
6. Einsicht ist gut...

...Lieber eine späte als gar keine, aber auch zu einem Großteil selbst schuld das es dazu kam.War so oder so gegen diese Partei und ich hoffe aus ganzen Herzen das es diese bald nicht mehr gibt.

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SK3112 08.07.2015, 20:04
7. Verständlich.

Schlüssig begründet und nachvollziehbar. Wohltuend anders als die Essener Pöbeleien eines ewiggestrigen Mobs von Gesellschaftsverlierern. Lucke fehlt eben das Strippenzieher-Gen, das seine Kontrahent/innen so tückisch irreführend als "Integrationsfähigkeit" titulieren.

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adalbert.zilinka 08.07.2015, 20:04
8. Ein Erfolg

Pegida hat gezeigt, dass die Themen Islam und Zuwandernug den Bürgern unter den Nägeln brennen. Das die Altparteien sich vor diesen verschließen ist deren Schuld. Das sich dann andere Parteien bilden die sich um die Sorgen der Bürger kümmern, ist fast schon klar. In Zeiten, in denen fast wöchentlich Menschen durch islamische Anschläge sterben und Politiker immer wieder betonen, wie friedlich der Islam doch ist, braucht es so eine Partei. Die Menschen, die in Ihren Dörfern ungefragt hunderte von Flüchtlingen in die Nachbarschaft gesetzt bekommen werden diese Partei auch wählen. Man darf jetzt nur nicht pauschal jeden Moslem und jeden Flüchtling verurteilen, sonst steht man mit der NPD in einer Ecke. Es muss sinnvolle Kritik und gute Lösungsvorschläge geben, dann kann diese Partei große Erfolge feiern. Eine deutsche Partei ala Front National wäre wünschenswert!

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freidenker49 08.07.2015, 20:24
9. Der Wahlkampf der neuen Partei von Lucke hat begonnen

Auf dem Parteitag sind zwar einige Äußerungen gefallen in Richtung NATO Austritt oder sogar EU Austritt.
Das waren jedoch keineswegs irgendwelche Programmbeschlüsse. Manche der von Lucke genannten Aussagen wurden nur mit dem Hinweis gemacht, dass in einer Partei keine Denkverbote bestehen sollen. Es sollte auch möglich sein, einmal extreme Standpunkte zu äußern im Rahmen von Diskussionen.
Maßgeblich ist dann das Programm und derzeit die Leitlinien der AFD, die auch von allen Rednern nicht infrage gestellt wurden.
Und die neue Vorsitzende Petry hat in ihrer ersten Mail an alle Mitglieder versprochen, dass sie sich für ein moderate und ausgeglichene Politik einsetzen wird.
So sollten sich viele in der AFD überlegen, ob sie der bestehenden AFD nicht eine Chance einräumen wollen und an dieser Entwicklung mitgestalten wollen.
Schon die jetzige AFD hatte es schwer, die Prozenthürden zu nehmen. Wenn es eine neue AFD gibt, die auch noch den bestehenden Parteien nähersteht, ist die Befürchtung umso größer, dass das nicht gelingt.

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