Forum: Politik
Erneuter Brexit-Aufschub: Und noch einmal von vorn
Hannah McKay/ REUTERS

Der Brexit wird verschoben - wieder einmal, die EU entspricht der Bitte aus Großbritannien. Doch ob Neuwahlen dort nun Klarheit bringen, ist fraglich. Der EU droht eine Endlos-Verlängerung des Brexit-Dramas.

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Sendungsverfolger 28.10.2019, 19:36
80. Bäcker

Zitat von smajl11
Sehr interessant. Wieso ist ein Antrag ohne Unterschrift gültig? Eigentlich müsste es am 31.10.2019 Schluss sein. Die EU ist aber soooo stark, dass sie sogar die Anträge ohne Unterschrift durchwinkelt. Es ist nur eine Frage der Zeit wann die EU auseinander geht.
Ob Sie es glauben oder nicht: Ihr Bäcker schließt sogar jedes Mal einen gültigen Kaufvertrag ohne Unterschrift mit Ihnen. Unglaublich, nicht?

Und Ihr Metzger und Ihr Friseur, Ihre Tankstelle und Ihr Lebensmittelhändler auch. Ist also nur eine Frage der Zeit, wann die alle auseinander gehen ...?

Tipp: Bleiben Sie beim Fußball.

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kohle+reibach 28.10.2019, 19:38
81. Geschichtsbücher

Mir tun jetzt schon die Autoren von Geschichtsbüchern leid, die das ganze Theater auf wenigen Seiten später korrekt zusammenfassen müssen. Ich selbst habe schon den Überblick verloren, wer was wann gesagt hat oder welche Absicht vertritt.
Vielleicht kann man das in ein paar Jahren nochmal in Ruhe chronologisch lesen, dann wird vieles klarer.
Für die Betroffenen ist das dann aber zu spät.

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Paul 57 28.10.2019, 19:39
82. Es ist peinlich

Was die Britten machen ist deren Sache. Resteuropa hat keine Haltung. Unsere Frau Merkel sitzt nur noch alles aus und bezieht keine Position mehr. Wir brauchen dringend Führung und Leitung in Europa. Frankreich, auch wenn mir nicht alles von Macron gefällt, hat wenigsten eine Position und die klare Haltung, dass es so nicht weiter geht. Glücklicherweise hat Frankreich die Beitritte von Makedonien uns Albanien gestoppt. In Frankreich gibt es wenigstens die Erkenntnis, dass diese EU nicht weiter aufgeblasen werden sollte. Ich bin ein Befürworter einer EU. Nur diese, unsere EU ist dringend reformierungsbedürftig. Ich denke an 2/3 drittel Mehrheiten und ich denke an verbindliche Standards im Berich der Umwelt, im Bereich der Justiz usw. Es ist nur peinlich, wenn jedesmal Deutschland bessere Abgasnormen für die ganze EU verhindert, weil die Automobilbranche jammert.
In Deutschland gibt es nur noch den Mut für Minimalreförmchen ( niemanls einem Autofahrer weh tun) und es gibt keine Weitsicht für die Zukunft der EU. Wer die Argumente der aufgeklärten Britten für einen Austritt gesehen hatte, der konnte sich doch bisweilen diesen Argumenten kaum entziehen. Nur die grundsätzliche Einsicht in Notwendigkeit einer europäischen Staatengemeinschaft lässt viele Menschen die EU befürworten. Frau Merkel ( + die große Koalition) hat dafür keinen Blick mehr. Sie war lange eine gute Kanzlerin, aber ihren Zenit hat sie schon lange überschritten, so dass auch Deutschland nur noch ein Bremsklotz in der EU ist. Gerade jetzt da China sich anschickt die erste Supermacht zu werden, in den USA ein gestörter President sein Unwesen treibt und in vielen Staaten rücksichtslos die Interessen bestimmter Klientels vertreten wird, bedarf es einer EU mit Perspektive und Haltung.

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spontanhv 28.10.2019, 19:42
83. Nö

Zitat von Bell412
"Die verehrten Anwesenden mögen entscheiden, die von der EU vorgetragene Verlängerung des Brexit zu akzeptieren." Die lehnen doch schon aus Gewohnheit alles ab. Das fällt dann gar nicht mehr auf, dann sind sie am Donnerstag abend raus.
Boris Johnson hat das Einvernehmen schon nach Brüssel geschickt. Damit hatte Labour nicht gerechnet und mauert nun in der Frage der Neuwahl.
Jetzt sind es noch 95 Tage bis der Zirkus hoffentlich weiter gezogen ist.

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Proggy 28.10.2019, 19:46
84. Wenn es auch dem UK nutzt ist es OK

Zitat von KlausMeier
ich wette jeden Betrag. Sie werden wieder angekrochen kommen und um Verlängerung betteln.
Johnson bettelte doch nicht - er war vom Gesetz her gezwungen (Benn act) und hat seinen Standpunkt für den Austritt am 31.10. auch ohne Deal in einem zweiten Schreiben deutlich gemacht.
Die EU, wollte verlängern, lange bevor es notwendig wurde (Merkel und Tusk).
Sie sehen, die EU möchte das so - ein Brexit ohne Deal, kostet die EU zuviel.
Aber es ist verständlich, wenn man das nicht so realisieren möchte. Nicht Johnson, ist der Narr.

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sensei 28.10.2019, 19:52
85.

Zitat von spontanhv
In beiden Fällen wäre eine Neuwahl notwendig. Die scheint es aber nicht zu geben, denn Labour mauert.
Corbyn weiß letztendlich, dass er nie PM werden wird. Zu links ist er und zu wirr für den normalen Briten. Außerdem scheint er gerne seine Position zu ändern, wenn es ihm in den Kram passt.

Deswegen weiß ich nicht was Labour davon hat, eine Neuwahl zu verhindern. Trotz Brexit-Party im Nacken sehen auch die besten Pro-Johnson Umfragewerte so aus, als wenn es um zwei oder drei Sitze gehen wird. Aber diese drei Sitze werden auch keinen "No Deal"- Brexit zustimmen. Außer natürlich, sie sehen ganz andere Überraschungen als der Rest der gesamten Umfragemaschinerie.

Der einzige Move den Johnson hat, ist der versuch über Bande einen NDB, NoDealBrexit, über die Bande der EU im Januar noch einmal zu versuchen. Deswegen hätte ich mir gewünscht, dass die EU das lieber zum 1. Februar 2021 verschiebt. Damit hätten sie Johnson auch nach einer sinnlosen Wahl die Option des Partycrashers vorweg genommen

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ramuz 28.10.2019, 19:55
86. Sie haben ein paar Dinge nicht verstanden ...

Zitat von Proggy
Johnson bettelte doch nicht - er war vom Gesetz her gezwungen (Benn act) und hat seinen Standpunkt für den Austritt am 31.10. auch ohne Deal in einem zweiten Schreiben deutlich gemacht. Die EU, wollte verlängern, lange bevor es notwendig wurde (Merkel und Tusk). Sie sehen, die EU möchte das so - ein Brexit ohne Deal, kostet die EU zuviel. Aber es ist verständlich, wenn man das nicht so realisieren möchte. Nicht Johnson, ist der Narr.
.. oder vorsätzlich verschwiegen...
"Sie sehen, die EU möchte das so - ein Brexit ohne Deal, kostet die EU zuviel"
Ja klar, ein Brexit ohne Deal kostet die EU etwas, und ruiniert das UK . Und ein Brexit mit Deal kostet die EU auch was, klar, aber das UK so sehr viel mehr... aber das können Sie ja selber nachlesen, wenn Sie sich bilden wollen.
Am Besten wäre klar ein Deal, in dem das UK in der EU bliebe: es kostet die EU weder Zeit noch Nerven noch einen Haufen Geld, und - das Wichtigste an der Sache! - es ruiniert das UK nicht in Grund und Boden.
"Aber es ist verständlich, wenn man das nicht so realisieren möchte."
Ja, eben!
"Nicht Johnson, ist der Narr."
Jaaaaa..... kann man so sehen, wenn man selber ein Narr ist. Sonst nicht.

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Rostocker64 28.10.2019, 19:56
87. Never Ending Story

So langsam bekommen die Buchmacher in Old England Probleme, oder nehmen sie schon keine Wetten mehr
an ? Dem gemeinen Wahlvolk die Leviten lesen wollen, aber dann in dem einen Moment wo es drauf ankommt kriegt das europäische Parlament nichts, aber auch gar nicht gebacken. Ich bin jetzt 55 Jahre alt, aber den Austritt der Briten aus der EU werde ich sehr wahrscheinlich nicht mehr erleben ?

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sensei 28.10.2019, 19:57
88.

Zitat von Proggy
Sie sehen, die EU möchte das so - ein Brexit ohne Deal, kostet die EU zuviel. Aber es ist verständlich, wenn man das nicht so realisieren möchte. Nicht Johnson, ist der Narr.
Johnson möchte doch einen Non Deal. Das Parlament möchte das nicht, sonst wäre das doch schon mit Fr. May geklärt worden.

Fakt ist, das die Spontanwahl von Fr. May eine deutliche Ablehnung des Populous für einen Brexit an sich gezeigt hat und sie nur noch durch die Stimmen der DUP überhaupt noch regiert hat.

Wie sie daraus ein Problem für die EU zaubern, ist mir unverständlich.
Die EU hätte einen NoDeal, verabschiedet des Parlaments, akzeptieren müssen. Das hat das Parlament mit dem Benn Gesetz verhindert, nicht die EU.

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gmein 28.10.2019, 19:59
89. Trafalgar

Leute, vergesst Trafalgar nicht, und unterschätzt die Briten. Denkt an Spaniens Armada, als sich Spanien als Weltmacht zu sicher fühlte. Die Briten kommen zur Hintertür, aus dem Keller- und Nebelloch auf See, und sie haben keine Regeln. Sind Piraten. Blackbeard der Majestät. So ist Johnson für die Briten. Wenn du aus einem Piratenloch wie Johnson, Tories und das Oberhaus die Welt betrachtest, ist das anders als Für den Kontinentaleuropäer, und sei es Napoleon oder wer auch immer. I want my money back - noch Fragen? - Die Briten werden dir immer den Solch in den Rücken rammen, wenn du ihnen im Weg stehst. Churchill hat gekämpft, aber das Empire, commonwealth dafür geopfert. Aufgegeben hat er nicht. Und Johnson? Man verstehe die britischen Mentalität: Ein krummes Ding - siehe Thatcher - und wir sind wieder oben auf. Briten bettelten, um in EU zu kommen, Frankreich wollte nicht. Die Bescherung haben wir jetzt. Hätten wir auf Frankreich gehört, gäbe es keinen Johnson, der mit dieser EU verhandelt! Man sehe die Geschichte an, und man wird finden, - das britische Desaster hätte man sich sparen können, vielleicht sogar sollen! Höflichst ausgedrückt: Wenn du raus in den Regen gehst, wundere dich nicht, wenn du nass wirst. Und lass dich mit Briten ein, wundere dich nicht, sondern sei auf das Schlimmste gefasst. Pacta sund servanda. Wir haben es mit Briten zu tun. Den Briten!

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