Forum: Politik
Erosion in der Mitte: Warum der Union die Wähler weglaufen

Ärger über hektische Reformen, Angst um die Rente, Wut über Schulreformen - und dazu Politiker, die abgehoben agieren. Da reagieren CDU-Anhänger ebenso wie die der SPD: mit Verweigerung. Auch bei der Union hat die Erosion der Wählerschaft begonnen.

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cobra77 23.10.2008, 10:18
40. ...

Zitat von derweise
Die Union sollte schon jetzt agieren. Reagieren brlngt dann nichts mehr!
Die CSU hat bewiesen, dass sie eher in Agitation statt Agieren verfällt. Ganz schwache Vorstellung in Bayern. Und Seehofer, christlich-konservativer nebst Zweitfamilie, seines Zeichens Sprecher der Atomkraftlobby (natürlich soll's aber keine Endlager in Bayern geben, wenn das mal kein Populismus ist!), eine Notlösung, wie sie im Buche steht.

Der moralische Verfall der Union, der unter der Oberfläche ja schon bei FJS und Kohl brodelte (Stichwort Korruption und Spendenaffäre), hat die CDU/CSU nun bis ins Mark durchzogen.

Lobbyisten, Steuerhinterzieher (Pofalla), und erstaunliche Summen unbekannter Herkunft (u.a. Koch und Schäuble).


Ihr könnt nicht dem Volke dienen und dem Mammon.

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Iggy Rock 23.10.2008, 10:51
41. Zukunftschancen

Zitat von trendy_randy
Beckstein hat in einer Fernsehsendung gesagt, zu viele kleine Parteien sind eine Gefahr für die Demokratie. Damit hat er sogar recht. Dann bereiten wir uns schon einmal auf das Mehrheitswahlsystem vor. Fragt sich aber, was dann nach den Volksparteien kommt. Roter oder brauner Sozialismus?
Warum Sozialismus? Warum sollte Beckstein Recht haben? Sind es nicht die kleinen Parteien, abgesehen von den extremen Lagern am Rande, die mit mehr Demokratie nach Wählerwillen locken, statt mit Worten wie "bürgerlich" aber doch beliebig meinen? Beckstein zeigt nur eines, er hat Angst vor Machtverlust, dabei gehört dieser dazu wenn man einmal neue, vielleicht bessere, Wege gehen will. Solange diese mit unserem Grundgesetz konform sind, sehe ich auch keinen Grund sich darüber aufzuregen.

Das Mehrheitswahlrecht ist eine demokratisch gewählte Diktatur einer Elite, der Wähler dürften dann nur noch zwischen zwei Richtungen entscheiden, die wie in den USA, eigentlich die gleichen sind. Das spürt man derweil im US Wahlkampf, im Grunde ist es egal wer Präsident wird, beide wollen nicht so weitermachen wie George W. Bush, Patrioten sind beide und am amerikanischen Traum, der Droge für die Massen, wollen auch sie nichts ändern.

Wir haben kein Sozialismusproblem, unser Problem sind "Reformer", die sich die Taschen mit unseren Idealen oder auch Wunschträumen vom Sozialstaat vollgemacht haben. Das Geld ist verschwunden, geblieben sind uns die Verantwortlichen in der Politik, die nicht mehr wirklich glaubhaft vermitteln können, dass ihre Entscheidungen überhaupt richtig waren. "Mehr Kapitalismus wagen" heisst das neue Buch von Herrn Merz, als wäre uns der nicht in den letzten Jahren zur genüge an den Ohren herausgekommen, ich glaube es wird deutlich weniger Zuspruch finden als die Ideen eines Herrn Werner, der wirklich plausibel macht, wie man Leben und Lebensgefühl in Deutschland, zugunsten weiter Industriezweige, auch ohne irrsinnige Verwaltung, gerecht gestalten könnte.

Dass ein weiterer neoliberaler Reformdauerkurs den Volksparteien den kompletten Niedergang beschehren wird, steht wohl außer Frage. Manche Dinge sind in diesem Land politisch eben nicht durchsetzbar, vor allem dann nicht, wenn man sie mit Versprechen nach höheren Einkommen garniert, die von Seiten der Wirtschaft nie erfüllt wurden.

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foobar2305 23.10.2008, 11:26
42. titel

Zitat von Tamarind
Wenn sie aber so weit sind und endlich ihren Allerwertesten bewegen wollen, wie von den Griechen jetzt vorexerziert, lässt der BMI die Panzer rollen ...
Nur solange es weiterhin funktioniert, mit hahnebüchenen Vorwürfen (zum Teil äußerst) repressiv gegen aktive Protestler vorzugehen während eine beinahe schon gleichgeschaltet zu nennende Medienlandschaft immer kräftig in die Diffamierungskerbe reinhaut und Ängste zu schüren sucht.

Dies allerdings dürfte angesichts einer stetig anwachsenden Zahl an Mit- und Nachdenkenden zusehends schwieriger werden...
Das Volk ist gottseidank nicht mehr auf das Meinungsmonopol einiger weniger Medienkonsortien angewiesen, sondern erschließt sich mit dem Netz objektivere Wege der Informationsbeschaffung und -verbreitung.

Das dies schon heute Wirkung zeigt, kann man an den beinahe schon panischen zu nennenden Reaktionen etablierter Medien in Bezug auf die Bloglandschaft erkennen, wie sie sonst eigtl. nur ein Herr Lafontaine von der Presse zu spüren bekommt...

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trendy_randy 23.10.2008, 12:09
43. Unterscheidung

Zitat von Iggy Rock
Warum Sozialismus? Warum sollte Beckstein Recht haben? Sind es nicht die kleinen Parteien, abgesehen von den extremen Lagern am Rande, die mit mehr Demokratie nach Wählerwillen locken, statt mit Worten wie "bürgerlich" aber doch beliebig meinen? Beckstein zeigt nur eines, er hat Angst vor Machtverlust, dabei gehört ....
Zunächst muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Demokratie als Gesellschaftsordung und der Demokratie als Machtintstrument. Meist gerät in Vergessenheit, dass die Demokratie eben keine Kuschelgesellschaft ist, in der jeder jeden toleriert sondern es um Herrschaft geht, d.h. es gibt Herrscher und Beherrschte. Zu Grunde gelegt, dass Mehrheiten die Minderheiten beherrschen, führen Splittergruppierungen zu Herrschaftsschwäche und fördern weiteren Lobbyismus.

Bliebe dann aber noch der Gassenhauer "Basisdemokratie", trademarked by B`90/Die Grünen. Wenn man sich allerdings vor Augen führt, was bei den Grünen im eigenen Haus veranstaltet wird, sollte Jedem bewußt werden, dass Macht eine Droge ist, von der clean-werden ein nahezu unmögliches Unterfangen ist.

Viele Leute haben das Wort "Neoliberalismus" irgend wo aufgeschnappt und wiederholen dies gebetsmühlenartig an jeder auch noch so unanpassenden Stelle (kein Affront gegen Sie). Dabei ist unsere Demokratie in Auflösung begriffen, aber eben nicht in Richtung einer freieren Gesellschaft, sondern in Richtung eines Kollektivismus. Also bleibt abzuwarten - roter oder brauner Sozialismus!

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Prophet 23.10.2008, 13:24
44. Keine Untersuchung

Zitat von sysop
Ärger über hektische Reformen, Angst um die Rente, Wut über Schulreformen - und dazu Politiker, die abgehoben agieren. Da reagieren CDU-Anhänger ebenso wie die der SPD: mit Verweigerung. Auch bei der Union hat die Erosion der Wählerschaft begonnen.
Die CDU-Vorsitzende hat nach der letzten Bundestagswahl verhindert, dass das überraschend schlechte Wahlergebnis der CDU offiziell "untersucht" wurde. Sie wird wissen, warum!

Dabei gilt auch für die CDU, dass sie in Spitzenämtern im Moment überwiegend keine Spitzenkräfte hat. Trotzdem wird versucht, nach draußen den Erfolg zu predigen. Da der CDU-Wähler aber konservativ ist, fällt es ihm schwerer, von der CDU zu lassen, als dem SPD-Wähler, zudem der scheinbar eine Alternative hat.

Es ist auffallend, dass sich in letzter Zeit die Zusagen für Wahlgeschenke auch bei der CDU häufen. Auf vielen Ebenen wird aber eine Politik gemacht, die keiner mehr richtig nachvollziehen kann, bei der der berühmte "... Faden" fehlt. Also bleiben viele Wähler zu Hause drücken durch ihre Wahl Protest aus.

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Schnarzan 23.10.2008, 20:13
45. 2 Seiten"Analyse"

warum der Union die Wähler abhanden kommen, und kein Wort über Moscheen, Islam, Parallelgesellschaften usw.
Ohne dies anzusprechen, wird man diesen Trend jedenfalls nicht erklären können. Also weiter Rätsel raten.
http://cdu-politik.de/2008/03/01/wer...st-unwaehlbar/

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