Forum: Politik
Erstmals seit der Wende: Abwanderung von Ost nach West ist gestoppt
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Die Lage ist so gut wie noch nie seit der Wende. Im aktuellen Bericht zum Stand der deutschen Einheit sieht die Bundesregierung fast durchweg positive Tendenzen. Die Abwanderung ist gestoppt, der ostdeutsche Arbeitsmarkt wächst. Allein: Von gleichen Lebensverhältnissen kann keine Rede sein.

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wireless 17.11.2013, 14:59
1. Das sieht doch wieder so aus ...

... als wolle man sich die aktuelle Situation in Ostdeutschland schön saufen. Nur aus der Tatsache heraus, dass die personelle Ausblutung des Ostens zum Stillstand gekommen ist, zu schlussfolgern, dass alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, grenzt schon an pathologischem Wahrnehmungsverlust innerhalb der Merkel-Regierung.
Die letzten Sätze des Artikels führen pseudo-marktwirtschaftliche Schreihälse ad absurdum: bei niedrigen Löhnen trotzdem eine höhere Arbeitslosigkeit - das kann gar nicht gehen, das ist doch marktpolitisch gar nicht möglich. Wir hören doch tagtäglich, dass Lohnerhöhungen den Wirtschaftsstandort gefährden und eine höhere Arbeitslosigkeit hervorrufen.
Ja - watt denn nu ?

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addit 17.11.2013, 15:01
2. Das Argument

Für den flächendeckenden Mindestlohn! Von wegen schrittweise Angleichung. Mindestlohn sofort, am besten gleich 10 Euro. Mit 8 fuffzig kommt man doch hinten und vorne nicht klar.

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Demokrator2007 17.11.2013, 15:06
3. Wenn das doch der Innenminister sagt...

...dann muß die Nachricht ja stimmen. Der warnt ja auch immer vor den vielen Selbstmordattentäern in Deutschland und will deshalb alle Bürger deswegen zwangsbespitzeln, sozusagen zu Verteidigungszwecken. Damit ist dieser Bericht für mich ungefähr so glaubwürdig wie ein Artikel aus "Neues Deutschland" vor 1989.

Ciao
DerDemokrator

P.S. Vielleicht hört das mit der "Völkerwanderung" ja einfach nur deshalb auf, weil die Chancen in den Altbundesländern eben auch nicht mehr vorhanden sind und man jetzt in Rumänien, Tchechien oder Malaysia suchen sollte.>;-)

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rolf.piper 17.11.2013, 15:08
4. Was soll denn da noch aus dem Osten kommen?

Wie schon richtig bemerkt, ist nach der Wende nahezu eine ganze Generation von bestens ausgebildeten und gut erzogenen jungen Menschen Richtung Westen abgewandert, und diese Generation ist aber nicht nur in der alten BRD gelandet, sondern auch in Frankreich, wo die Gehälter wesentlich höher sind, oder auch in den USA, etc.
Wer soll denn jetzt noch kommen? Die Produkte eines, vorsichtig formuliert, abgespeckten Bildungssystems mit viel Individualität und weniger Wissen! Und einer an Westniveau angepassten Babyquote.

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spiegelleser987 17.11.2013, 15:08
5.

Zitat von sysop
Die Lage ist so gut wie noch nie seit der Wende. Im aktuellen Bericht zum Stand der deutschen Einheit sieht die Bundesregierung fast durchweg positive Tendenzen. Die Abwanderung ist gestoppt, der ostdeutsche Arbeitsmarkt wächst. Allein: Von gleichen Lebensverhältnissen kann keine Rede sein.
Wenn niemand mehr da ist, kann niemand mehr abwandern. Und die im höheren Alter versuchen es bestimmt nicht.

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aljoschu 17.11.2013, 15:11
6. Super! Herzlichen Glückwunsch!

Auch ich könnte es mir überlegen jetzt in den Osten zu ziehen - mit Kind und Kegel. Die Landschaften sind super schön! Die Innenstädte sind voller Geschichte, viel sauberer und in einem besseren Zustand als in Westdeutschland. Und die Menschen sind so wunderbar "down to earth" - nicht so verdeppert und abgehoben wie hier im Westen. Bezaubernd.

Aber ich werde wohl hier bleiben, weil, weil, weil und weil ...

Was aber jetzt unbedingt und endlich politisch durchgesetzt werden muss, ist der Stopp der Soli-Zulage. Denn es ist höchste Zeit, damit anzufangen, die Schulen, die Straßen, die Krankenhäuser, etc. etc. auch hier im Westen wieder aufzuforsten und wieder zu pflegen. Damit es sich auch wieder lohnt hier zu bleiben und Kinder groß zu ziehen.

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Monsterkuh 17.11.2013, 15:13
7. Ist gestoppt oder hat gestoppt....

"ist" würde bedeuten, dass jemand mit Sinn und Verstand Aktionen gegen die Auswanderung unternommen hat. In diesem Land würde ich behaupten "Sie hat gestoppt" .... Hat halt irgendwann aufgehört. Nämlich genau diese Tage.

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spiegelleser987 17.11.2013, 15:14
8. Die Lage ...

Zitat von sysop
Die Lage ist so gut wie noch nie seit der Wende. Im aktuellen Bericht zum Stand der deutschen Einheit sieht die Bundesregierung fast durchweg positive Tendenzen. Die Abwanderung ist gestoppt, der ostdeutsche Arbeitsmarkt wächst. Allein: Von gleichen Lebensverhältnissen kann keine Rede sein.
Die Lage ist gut. Der Staat kriegt Geld, viel geld. Und diese Woche kam die Meldung, dass in Brandenburg die Jahresbruttoeinkommen bei etwa 18000 Euro (ich habe mal aufgerundet) liegen. In der statistischen Studie ging es aber nur um die Verteilung der Einkommen nach Regionen. Je größer die Stadt, umso mehr nähert man sich den 18000 Euro.

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boblinger 17.11.2013, 15:26
9. Statististische Augenwischerei

Billig. Klar, wenn man "den Osten" als Gesamtregion zusammenklammert, ist "die Talsohle durchschritten". Aber das funktioniert nur, weil Städte wie Dresden, Leipzig, Potsdam, Erfurt und in Teilen Jena und Rostock endlich Anschluss an vergleichbare städtische Zentren im Westen gefunden haben. Das ist schön. Aber um diese Kerne drum herum gibt es nach wie vor riesige Regionen, die völlig abgehängt sind und die dies in einem Maße sind, die man sich im Westen maximal in der Eifel und auf dem Hundsrück vorzustellen vermag. Für einen unverstellteren Blick auf diese in der Statistik weggebügelten Realitäten empfehle ich beispielsweise aktuell den sehr guten Dokumentarfilm "Am Ende der Milchstraße".

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