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Erweiterung der Union: EU-Kommission für Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmaze
picture alliance / Thierry Monas

"Beide Länder haben bei Reformen geliefert": Die EU-Kommission empfiehlt die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit den Balkanländern Albanien und Nordmazedonien.

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aras62 31.05.2019, 16:26
50. Eu?

Da will mir dann noch erzählen, daß die EU kein "postkoloniales System" ist! Es wird den armen EU-Bewerber-Staaten ein Märchen von EU-Paradies erzählt und am Ende werden SIE von nur zwei Staaten beherrscht und ausgebeudet - D und F!

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ulrich-lr. 01.06.2019, 00:35
51. Nicht ganz

Zitat von pavel1100
Die Nato wurde gegründet um Mitgliesstaaten vor jedwedem Angriff zu schützen. Das bezieht sich nicht nur auf die SU. Im Fall Jugoslawiens waren sich die Nato Staaten einig auch ohne Mandat der Uno zu handeln. Das kann man kritisieren und das zumindest die USA auch Machtinteressen hatte steht für mich ausßer Frage. Andererseits hatte der Kriegsverbrecher Milosevic bereits mehr als 100.000 Tote durch Vertreibung, Deportation, ethnische Säuberungen und Massaker zu verantworten, dazu Millionen Flüchtlinge. Wie hätten sie gehandelt, wenn sie um den Preis von 3.500 Menschenleben so viele andere hätten retten können? Völkerrechtswidrig, weil Russland mal wieder auf Seiten des Schlächters stand und jede Resulotion gegen Serbien verhinderte?
Auch hier war es etwas anders. Der Kosovo-Einsatz war aus mehreren Gründen völkerrechtswidrig. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat nämlich die Resolution 1244 verabschiedet und die territoriale Integrität Serbiens als Nachfolgers Jugoslawiens bestätigt. D. h. da durfte nichts abgespalten werden. Die Russen, mit denen wir damals noch ziemlich beste Freunde waren, wussten von ihren OSZE-Leuten vor Ort, dass es eben keine humanitäre Katastrophe gab. Sie wussten ferner, dass das auch die Amerikaner, die Deutschen und alle anderen NATO-Staaten wissen mussten. Denn alle hatten Zugang zu den Berichten und Informationen. Es gab also gar keine Grundlage für eine neue Resolution. Nicht Russlands Bockigkeit, sondern die Fakten sprachen dagegen. Es liefen folglich Verhandlungen zur friedlichen Beilegung - übrigens mit Beteiligung Russlands.

Die NATO hatte jedoch bekanntlich schon ein Jahr vorher - ohne völkerrechtliches Mandat - ein Eigenleben entfaltet, eine Intervention vorbereitet und setzte dann ein Ulimatum (ohne große Rücksprache mit der UNO oder irgendwem) , das nach herrschender Meinung für Serbien weder akzeptabel noch einhaltbar war, weil Serbien damit ein besetztes Land geworden wäre. Die damals noch befreundeten Russen wurden gar nicht erst gefragt, sondern lediglich telefonisch vom Weißen Haus damit verblüfft, dass nun ein NATO-Angriff unmittelbar bevorsteht und jederzeit ohne jegliche Konsultation mit Russland losgehen kann. Die wirtschaftlich und militärisch schwachen Russen hat doch damals keiner wirklich ernst nehmen wollen. Dann waren auch schon die Bomber in der Luft. Ende vom Lied: Völkerrechtsbruch, Lügen, Tote, Zerstörung, ein neuer nationalistischer Staat, der Minderheiten unterdrückt, und der Anfang von Ende der vormals guten Beziehungen mit Russland.

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