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"Es gab Massaker und Unterdrückung": Mexiko will Entschuldigung von Spanien und Vatik
Mexican Presidency/ AFP

Vor 500 Jahren eroberten die Spanier Mexiko - und zwar "mit Schwert und Kreuz", wie Präsident López Obrador nun sagte. Er hoffe auf eine "historische Aussöhnung". Zuerst sei es aber Zeit für Entschuldigungen.

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eunegin 26.03.2019, 05:42
1. Nachkommen der Invasoren

Hier verlangen ausgerechnet die Nachkommen der Invasoren eine Entschuldigung für die üblen Taten ihrer eigenen Vorfahren. Wer in Mexiko das Sagen hat, stammt normalerweise nicht von der indigenen Bevölkerung ab. Man sollte vor Ort lieber daran arbeiten, dieser immer noch schwer benachteiligten Gruppe Chancen zu bieten.
Dass die Kolonialmächte sich grundsätzlich zu ihrer Verantwortung bekennen sollten, steht dabei außer Frage - nur können die modernen Staaten nun auch nicht mehr dafür.

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dasfred 26.03.2019, 06:06
2. So weit kommt's noch

Was da an Entschuldigungen aus dem alten Europa alles fällig wäre, würde den ganzen Alltag lahmlegen. Jedem Kontinent wurde der Stempel aufgedrückt, jeder Quadratmeter Land auf der Welt wurde untersucht, wie er sich für Europa gewinnbringend nutzen lassen kann. Die indigenen Völker wurden, außer vielleicht Japan und einige wenige andere nie gefragt, ob sie missioniert und ausgebeutet werden wollen. Wie im Artikel über den Uluru, der von den Nachfahren der britischen Deportierten zum Kletterpark erklärt wurde. Dazu kommt, dass sich Besatzer und Einheimische so weit vermischt haben, die viele heutige Bewohner Nachfahren von Tätern und Opfern gleichzeitig sind. Heute läuft das Spiel unverändert weiter, nur das der Katholizismus vom Islam bedrängt wird und China die Welt mit Investitionen besetzt.

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Triolenkaiser 26.03.2019, 06:47
3. Richtig!

„Die“ Spanier entschuldigen sich bei „den“ indigenen Mexikanern, der Papst sowieso. Die Azteken entschuldigen sich bei den von ihnen überfallenen indigenen Völkern und den dort von ihnen Entführten / Menschenopfern, auch wegen Mißachtung der Menschenrechte und Nichteinhaltung der Genfer Konventionen. Alle nicht rein indigenen Mexikaner (99% ?) entschuldigen sich vor dem Spiegel bei sich selbst für die Untaten ihrer jeweiligen Vorfahren (Proporz beachten!). Was für ein ahistorischer Quark! Die spanische Regierung reagiert vollkommen richtig.

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abu-l-banat 26.03.2019, 06:56
4. WER soll sich bei WEM entschuldigen?

Ohne die historischen Ungerechtigkeiten in Abrede zu stellen, aber WER sollte sich denn wohl bei WEM entschuldigen? Wenn man überhaupt eine Verantwortung von Nachgeborenen nach 500 Jahren für gerechtfertigt hält, so wäre es die weiße, spanischsprachige Oberschicht Mexicos, die als Nachgeborene der ursprünglichen Eroberer in der Pflicht stünde, sich bei der indigenen Bevölkerung (als den Nachfahren der damaligen Opfer) zu entschuldigen. Denn auch wenn López Obrador sich als Präsident des ganzen Landes versteht, so repräsentiert er doch eher die Seite der damaligen Täter und nicht die der damaligen Opfer.

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fsteinha 26.03.2019, 06:58
5. Sehr arm

"Man könne die Ankunft der Spanier aus zeitgenössische Sicht nicht beurteilen"
Woran fehlt es denn? Auch damals war Mord und Totschlag nicht okay solange es sich um Christen handelte? Wenn man sich heute eine Bewertung entzieht, dann lässt man die damalige Sicht der Dinge, was wiederum Auswirkungen auf heute hat. Wenn die Wertung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit zeitabhängig ist, dann gilt das auch für uns, was heißt, das Völkermord irgendwann wieder okay wäre.
Das die Spanier es bedauern, das der Brief öffentlich gemacht wurde spricht Bände. Man hat einfach keine Lust, sich mit der Vergangenheit zu befassen. Dabei wäre es ein leichtes sich von mittelalterlichen Untaten zu distanzieren.

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claus7447 26.03.2019, 07:04
6. Wenn das Schule macht

Da kommt GB, Frankreich, Portugal gar nicht mehr raus ausser Entschuldigungen zu schreiben. Wir sind ja schon dabei... Oder müssen wir auch noch vor China Kotau machen.

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seboolba 26.03.2019, 07:16
7.

Hat Mexiko keine drängenderen Probleme als symbolische Gesten aus Europa?
Im Übrigen haben die postkolonialen Eliten Mexikos die Indigenen keineswegs besser behandelt! Spanien jetzt an den Pranger zu stellen, lenkt auch von der eigenen historischen Verantwortung ab!

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anitapastor 26.03.2019, 07:25
8. Überfällig

Die Eroberung Mexikos und nachfolgende Zerstörung der aztekischen Kultur und die dabei eingehende Versklavung (auch wenn die indigene Bevölkerung offiziell rechtlich gleichgestellt mit der spanischen war), Vernichtung ( durch Gewalt und eingeschleppten Krankheiten) grosser Teile der Bevölkerung ist eine historische Tatsache die von keinem ernsthaften Historiker angezweifelt wird. Die Spanier selbst liefern uns die Beweise in ihren Dokumenten die im Indienarchiv in Sevilla für jederman einsehbar sind.
Die Ausplünderung "Neuspaniens" wie das Land nach 1521 hiess, sowie die physische Vernichtung ihrer Bevölkerung ist eine der kolossalsten Völkermorde in der Geschichte der Menschheit. Wie das in Spanien bewertet wird kann man schon im Spiegel-Artikel lesen. Da fühlt sich keiner verantwortlich. Hernan Cortes wird als Held gesehen. Alle anderen Fragen ob die Mexikaner nicht selbst grausam waren,oder ob es die Epidemien waren die die meisten Menschen dahingeraft haben, oder ob das schon so lange her ist, haben damit nichts zu tun und rechtfertigen in keinster Weise eines der schlimmsten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit.

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anitapastor 26.03.2019, 07:37
9. Überschrift

Wenn man zu dem Thema mit Spaniern spricht hört man immer die gleichen Argumente. Es ist schon so lange her. Da könnte man auch die Italiener um Entschuldigung wegen der Invasionen der Römer bitten. Und die Azteken waren selbst grausam und wir haben uns wenigstens vermischt während die Engländer die Indigenen Nordamerikas in Reservate gesteckt haben. Wenn ihr spanisch könnt, lest mal die Leserbriefe zu dem Thema in El Pais. Da stehen noch viel schlimmere Dinge drin.

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