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"Es gab Massaker und Unterdrückung": Mexiko will Entschuldigung von Spanien und Vatik
Mexican Presidency/ AFP

Vor 500 Jahren eroberten die Spanier Mexiko - und zwar "mit Schwert und Kreuz", wie Präsident López Obrador nun sagte. Er hoffe auf eine "historische Aussöhnung". Zuerst sei es aber Zeit für Entschuldigungen.

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Triolenkaiser 26.03.2019, 12:25
20. Auf den Punkt gebracht,

Steppenwolf81. Schuld ist an Personen gebunden. Historische Schuld kommt der Erbsünde gleich, im säkularen Leben kann und darf es das nicht geben. Aus der Geschichte für das eigene Tun und Lassen lernen, darauf kommt es an. Lässt sich m.E. ebenso auf die immer wieder angefachte Namibia-Debatte übertragen, bei der es letztendlich doch nur um eines geht: Geld.

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demokratie-troll 26.03.2019, 13:17
21. Darf Deutschland bitte die Reparationen zahlen?

Eine gewisse Zeit lang wurde Spanien ja von den Habsburgern beherrscht, die auch über das Deutsche Kaiserreich regierten. Da wird sich doch wohl eine Mitschuld der Deutschen daraus konstruieren lassen, nach dem Motto, die Untertanen haften für die Verbrechen ihrer Tyrannen. Als rückt schon mal raus mit der Kohle dafür, dass sich die Mexikaner auf den Trümmern ihrer Vorfahren einen guten Lenz machen können, schließlich haben sie ja auch das Blut der vergewaltigten Indianerinnen in ihren Adern, um sich zu standesgemäßen Opfern stilisieren zu können.

Die Linke Schuld-Ideologie als quasi religiöse, moralische Weltanschauung bringt es praktisch überall bis zum Irrsinn, sogar wenn sie nach Mexiko ausgewandert ist. Klar ist jetzt, wo der Westen seine Vorherrschaft in der Welt einzubüßen droht, die Zeit gekommen, offene alte Rechnungen zu begleichen, aber kann man dass vielleicht wenigstens ein bisschen intelligenter tun, als alte Knochen längst vermoderter Geister auszugraben und von ihnen irgendwelche Entschuldigungen zu verlangen? Die Toten können ja allenfalls ihrem Gott in der Hölle vergeblich um Vergebung bitten, ihre Schuld wäre dann Gottes Angelegenheit und nicht der Menschen. Und die Nachfahren? Stehlen wir ihnen ihr Gold, ihr Land und ihre Besitztümer, weil ihre Vorfahren unwürdige Ausbeuter waren? Warum nicht? Weil wir den Krieg nicht wollen? Oder wollen wir ihn doch, weil die Gelegenheit günstig ist?

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steppenwolf81 26.03.2019, 13:28
22.

@ Triolenkaiser, einerseits danke für den Zuspruch. Was die Verantwortung auf politischer Ebene angeht bekleckern sich sämtliche europäischen Staaten allerdings nicht mit Ruhm. Im Fall von Namibia finde ich das Geschacher um möglichst unverbindliche Wortwahl seitens der Regierung auch sehr entwürdigend. Es wird um den heißen Brei geschlichen, damit nur keine Silbe jedweder Erklärung zu internationalen Entschädigungsklagen verleiten mag. Es fehlen echte Eingeständnisse dort, wo Fehler "relativ einfach" gutzumachen sind. Raubkunst als prominentes Beispiel. Davon sind bis heute deutsche (wie ebenso andere) Sammlungen voll. Um jedes Stück wird gerungen, ja nicht zuviel, es könnte ja zu Musterklagen führen. Der Verlust kultureller Identität ist für Indigene aus Afrika, Amerika und sonstwo nicht zuletzt ein Grund für deren Ausgegrenztheit und Abhängigkeit. Europa könnte weit mehr leisten. Und wenn es schon um Geld für Verlorenes geht - dann bieten sich geförderte, zweckgebundene Projekte in solchem Betreff doch an.

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trojanspirit 26.03.2019, 14:31
23. @steppenwolf81

Sie erwähnen in diesem Zusammenhang den durchaus beklagendwerten Verlust kultureller Identität. Aber das ist der Verlauf der Geschichte. Völker mit ihren Kulturen enstehen, blühen auf, unterjochen dabei meist irgendwann andere Völker deren Stern nicht so hoch steht, plündern sie aus und werden irgendwann selbst überrannt. Oder schleichend unterwandert. Wie auch immer, es gibt wohl kaum ein (noch) bestehendes Volk auf Erden und auch kaum ein untergegangenes das nicht irgendwann aus unserem aktuellen Menschenrechtsverständnis heraus mal Opfer und mal Täter war. Wer sich bei wem zu entschuldigen hat ist müßig, vor allem dann wenn schon lange keiner der Beteiligten mehr lebt.

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isi-dor 26.03.2019, 15:30
24.

Zitat von Triolenkaiser
Steppenwolf81. Schuld ist an Personen gebunden. Historische Schuld kommt der Erbsünde gleich, im säkularen Leben kann und darf es das nicht geben. Aus der Geschichte für das eigene Tun und Lassen lernen, darauf kommt es an. Lässt sich m.E. ebenso auf die immer wieder angefachte Namibia-Debatte übertragen, bei der es letztendlich doch nur um eines geht: Geld.
Es geht auch um Raubgüter. So gibt Deutschland derzeit geraubtes Kulturgut nach Namibia zurück. Sollten die Spanier auch machen. Der komplette Escorial ist voll von geraubtem Aztekengold aus Mexiko und das wird man ja wohl noch zurückfordern dürfen.

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Blaue Fee 26.03.2019, 16:12
25. Nach der Unabhängigkeit? Der erste war Guerrero!

Zitat von supertona
Nach der Unabhängigkeit, nahmen sich die Spanische Erobere die indianische Frauen als Konkubinen. Das mexikanische Volk besteht heute zum 80% aus mestizos (Mischung aus Indianer und Europäer), 10% Indianer, 8% Europäer. Dadurch haben die meisten Mexikaner Spanische Nachnamen.
Seit 500 Jahren gibt es die Meztizaje und nicht erst seit 1821. Ich weiß auch nicht woher Sie auf die Prozentzahlen kommen, da das INEGI keine Statistiken dazu führt, außer bei indigenen Völkern, die 4 Millionen von 127 Millionen Mexikanern stellen.

AMLO sollte sich lieber um Enrique & Co. kümmern und sie zur Rechenschaft ziehen, genauso wie um die über 7000 Tote dieses Sexenios, die Odebrecht-Sache, die Huachicoleros und viele andere Baustellen.
Ihm stünde es gut, wenn es sich Lázaro Cárdenas zum Vorbild nehmen würde, der trotzdem sein Sohn den Namen des letzten, von Spaniern gefolterten Aztekenkaisers führte, die spanischen Emigranten des Bürgerkrieges aufnahm und sie zum Teil seines Volkes machte.

Spanien hat mit der Überreichung der Geburtsurkunde seines Großvaters gebührend auf das Ansuchen geantwortet und Pérez-Reverte war noch klarer.

Dieser Zirkus soll mal wieder von den wirklich wichtigen Dingen ablenken und selbst der Spiegel fällt darauf herein.

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Blaue Fee 26.03.2019, 16:16
26. Ähm...

Zitat von isi-dor
Es geht auch um Raubgüter. So gibt Deutschland derzeit geraubtes Kulturgut nach Namibia zurück. Sollten die Spanier auch machen. Der komplette Escorial ist voll von geraubtem Aztekengold aus Mexiko und das wird man ja wohl noch zurückfordern dürfen.
Die Spanier haben die letzten Kaiser und Caciques gefoltert, weil sie den legendären Schatz nicht fanden.
Mexiko wurde in den letzten zwei Jahrhunderten von der eigenen Elite ausgepresst, dagegen waren die Spanier Anfänger.

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loquuntursaxa 26.03.2019, 16:18
27. Die Römer sollen dafür zahlen

Zitat von isi-dor
Es geht auch um Raubgüter. So gibt Deutschland derzeit geraubtes Kulturgut nach Namibia zurück. Sollten die Spanier auch machen. Der komplette Escorial ist voll von geraubtem Aztekengold aus Mexiko und das wird man ja wohl noch zurückfordern dürfen.
5 Tonnen sollen die Römer an die Médulas zurückgeben. Aber ansonsten wer weiss wo das Gold und Silber steckt, teilweise von Engländer und Hollnánder beraubt oder ins Meer gesunken, von Napoleons Truppen kassiert und schliesslich nach Russland geflohen. und nie zurückgegeben. Wenig ist davon geblieben...

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steinhai 27.03.2019, 00:39
28. Piraterie !

Eine Entschuldigung nach 500 Jahren? Bissel spät würde ich mal sagen. Die Europäer benahmen sich im laufe der Geschichte wie Piraten und Mörder die um die Welt zogen. Mit welchem Recht wurden damals andere Länder erobert oder der Christliche Glaube aufgezwungen? Der Christliche Glaube der selbst nicht aus Europa stammt, sondern aus Palästina. Die Europäer sind heute noch stolz auf Leute wie Culumbus und co die wie Piraten andere Länder in Beschlag nahmen. Auch Amerika wurde mit Blut der Indianer in Beschlag genommen. Länder wie Portugal, England, Niderlande oder Spanien haben die größten Verbrechen der Geschichte auf dem Gewissen. Bis heute haben diese Länder noch unzählige Kolonien auf der ganzen Welt. Es gehört einiges mehr dazu als eine lapidare Entschuldigung nach 500 Jahren. Ich erwarte von diesen Ländern nicht nur Entschuldigungen, sondern die aufgabe aller Kolonien auf der ganzen Welt. England wurde gerade verurteilt wegen dem Chagos Archipel. Aber passiert ist bislang nichts. Das muss sich endlich ändern.

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Knödelseder 27.03.2019, 11:41
29. Kain, entschuldige Dich bei den Nachfahren Abels

So geht Geschichte nicht!
Ich verlange eine Entschuldigung von den Nachfolgern der Osmannen
für die Überfalle im Rahmen der Osmannenfeldzüge.
Spanien wiederum kann eine Entschuldigung für die Besetzung der spanischen Königreiche durch die Mauren erwarten.
Rom soll sich entschuldigen für die Eroberungen in den Gebieten der germanischen Stämme. Was für ein Unfug.
Der Staat Israel könnte wiederum eine Entschuldigung verlangen
von den Nachfolgestaaten der Eroberer von Jerusalem.
Nur was nutzt es Abel, wenn er von Kain eine Entschuldigung erhält, bzw. den Nachfolgern der "Kains"?

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