Forum: Politik
Eskalation in der Ukraine: Steinmeier kann Kriegsangst der Deutschen verstehen
SPIEGEL ONLINE

Außenminister Steinmeier zeigt in der Ukraine-Krise Verständnis für die Kriegsangst vieler Deutscher. "Wir alle spüren, dass die Ereignisse zu einem Bruch für Europa werden können", sagt er im SPIEGEL. EU und USA setzen auf neue Sanktionen gegen Russland.

Seite 17 von 46
wassolls 26.04.2014, 21:05
160. Die Hypothese von "Cirkular" ist gar nicht so abwegig, wie sie scheint

Zitat von cirkular
in Mitteleuropa bietet den USA die Möglichkeit gleich zwei wichtige Feinde zu eliminieren (Russland und die EU) und dann China atomar einzuäschern. Dann wären alle Gläubiger weg und alle Feinde besiegt. Wers nicht glaubt, sollte mal die Studien der Rand Corporation lesen.
Als letzte Bastion gegen die totale Kolonisierung der Welt durch die USA bleiben dann wohl nur ein paar muselmanische Kleinstaaten. Schöne Aussichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abc-xyz 26.04.2014, 21:06
161.

Zitat von Europa!
Haben Sie irgendwelche Hinweise, dass Russland oder Putin die Polen, Tschechen, Slowaken, Esten, Letten oder Litauer seit der Auflösung des Warschauer Pakts bedroht oder unterdrückt hätten? Die Paranoia mancher osteuropäischer Politiker kann keine Richtlinie für eine vernünftige Politik sein.
Nun beim Denkmalstreit Estlands vor ein paar Jahren, war zumindest leise von Wir-müssen-unsere-russischen-Bürger-schützen die Rede. Dass es dann letztlich nicht so gekommen ist wie in der Ukraine oder Georgien wird zweifelsohne etwas mit der NATO Mitgliedschaft zu tun haben. Ein klarer Grund warum wir die NATO auch weiterhin brauchen. Es ist dennoch richtig, dass unsere osteuropäischen Alliierten darin erinnern, was östlich ihrer Grenze durch die Tundra und Taiga schleicht. Wir wissen einfach nicht mehr, was es bedeutet, wenn 100 000 feindliche Soldaten an der Tür stehen, dort "Übungen abhalten" und bisweilen sich "aus Versehen" über die Grenze verirren oder ihre Hoheitsabzeichen zu Hause "vergessen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
adolfo1 26.04.2014, 21:06
162. Wo bleibt die Großdemo gegen Kriegsgefahr

und finanzielle nicht mehr tragbare Mehrbelastung durch
neue EU-Mitglieder ? Es wäre eine Möglichkeit für die Grünen als ewige Trittbrettfahrer dazu aufzurufen.
Sie haben es ja geschafft, bei anläßlich Stuttgart21 an einem Tag mehr als 100 Tsd Leute auf die Straße zu bringen. Vermutlich ist eine Demo gegen Krieg nicht chic genug und der deutsche angepaßte Kleinbürger würde lieber zuhause bleiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MephistoX 26.04.2014, 21:07
163. Die ...

Zitat von garfield
In der Tat. Man wundert sich geradezu, dass von den westlichen Füßescharrern noch niemand mit dieser dümmlichen Phrase gekommen ist.
... "dümmlichen Phrasen" kommen dafür umso mehr aus Putin-Russland, das doch u.a. ernsthaft glauben machen will, "Russen in der Ukraine verteidigen" zu müssen.

Putin negiert dabei offensichtlich in gefährlicher Weise, dass Russland spätestens seit 1991 keine "Schutzmacht" der Ukraine mehr ist - er hat die letzten Jahrzehnte offensichtlich geistig "verschlafen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CompressorBoy 26.04.2014, 21:07
164. optional

-------
"Wir alle spüren, dass die Ereignisse zu einem Bruch für Europa werden können", sagt Steini...
-------

Erst mal wird es zu einem Bruch großer Teile der Bevölkerung und der Regierung kommen. Und dann gibt es nicht nur in der Ukraine Bürgerkrieg...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MephistoX 26.04.2014, 21:07
165. Die ...

Zitat von garfield
In der Tat. Man wundert sich geradezu, dass von den westlichen Füßescharrern noch niemand mit dieser dümmlichen Phrase gekommen ist.
... "dümmlichen Phrasen" kommen dafür umso mehr aus Putin-Russland, das doch u.a. ernsthaft glauben machen will, "Russen in der Ukraine verteidigen" zu müssen.

Putin negiert dabei in gefährlicher Weise, dass Russland spätestens seit 1991 keine "Schutzmacht" der Ukraine mehr ist - er hat die letzten Jahrzehnte offensichtlich geistig "verschlafen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slyer 26.04.2014, 21:08
166. Etwas unrealistisch ...

Zitat von Walther Kempinski
... Janukowitsch wurde 2004 als Wahlfälscher überführt. 2006 konnte man es zwar nicht erneut beweisen, aber in einer Demokratie sollte niemand erneut irgendwo antreten, wenn er bereits einmal eine Wahlfälschung begangen hat. Das gehört sich nicht und wird wohl auch vom Volk so gesehen. ...
Meinen Sie im Ernst, Juschtschenko und Jechanurow hätten die Parlamentswahl von 2006 ausgerechnet zugunsten Janukowitschs Partei der Regionen gefälscht?

Das Problem ist doch eher, dass es bei Wahlen in der Ukraine, speziell in den südlichen und östlichen Landesteilen, keine Mehrheit für einen "pro-westlichen" Kurs gibt. Und daher müssen die "pro-westlichen" Kräfte, speziell aus den westlichen Teilen der Ukraine, immer wieder auf Aktionen wie den "Euro-Maidan" setzen, um ihre Vorstellungen durchzusetzen. Das grundlegende Problem der inneren Gespaltenheit der Ukraine wird dadurch aber nicht gelöst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vandenplas 26.04.2014, 21:10
167. Falsche Medizin

Hier wird durchwegs die falsche Medizin angewendet. Die Kriegspropaganda und die Sanktionen werden zu nichts anderem führen als zu einer weiteren Verhärtung der Fronten und... zu Gegenmassnahmen. Die Westoligarchie hat zwar durchaus einige Hebel, ist aber selbst durch die Finanzkrise K.O. reif angeschlagen. Die Ostoligarchie hat aufgrund der gegenseitigen ökonomischen Verflechtung, und das wissen alle führenden Köpfe im Westen, ebenfalls einige "Finanznukes" im Köcher. Beide Seiten haben kaum Spielraum für Kompromisse und werden sich entsprechend kaum bewegen. Die einzig wirkliche "Medizin" wäre eine neue Bretton-Woods Konferenz einschliesslich der neuen Player Russland, China und Indien am Verhandlungstisch. Das globale Währungs- und Finanzsystem braucht dringend eine Neustrukturierung die der neuen Realität gerecht wird. Ausserdem müssen die globalen Schuld- und Guthabenbeziehungen untersucht und entwirrt werden um Schulden und Guthaben etwas gerechter zu verteilen ohne damit ein Land in Notlage zu bringen. Ein "managed economic reset" sozusagen. Oder anders: eine teilweise Enteignung der Oligarchien - zu ihrem eigenen Schutz übrigens!
Aber das versteht hier wohl ohnehin keiner. Lieber einen Krieg vom Zaun brechen und sterben gehen, so wie bereits zweimal im letzten Jahrhundert. Frau Merkel und Herr Steinmeier werden ja wohl nicht an die Front müssen. Für Steinmeier gäbe es ohnehin keine passende Uniform.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mourvedre 26.04.2014, 21:10
168. Ihr Ernst?

Zitat von spon_1202257
Ich fasse es nicht, wieviele Leute es gibt die für einen brutalen? imperialistischen Kriegstreiber wie Putin auch noch Sympathien haben und ständig auf der EU und den USA herumhacken, die uns Frieden, Demokratie und Wohlstand gebracht haben. Diese Leute sollten sich vielleicht einmal genauer mit den Zuständen in Russland vertraut machen. Wollen die das hier auch so haben?
Sie behaupten also, die USA hätte uns Frieden gebracht? Die USA, die seit 70 Jahren eine fette Blutspur durch die Weltgeschichte zieht? Die USA, die in der Zeit Millionen von Toten auf dem Gewissen hat, die jeden Tag durch Drohnen Kinder, Mütter und Alte ermordet? Die als erstes Land per Atombomben Massenmord begangen hat? Die ihr Imperium zum größten der Geschichte ausgebaut hat? Und sie behaupten allen Ernstes, Russland sein der imperiale Kriegstreiber? Das muss man mir aber erklären.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pragmat 26.04.2014, 21:10
169. Kampf der Weltanschauungen

Zitat von mirror@13
Nein, Obama wird wohl den Erstschlag gegen Russland führen, und Merkel wird dafür sein - bis Europa nuklear verglüht ist.
In der Ukraine-Krise treffen zwei höchst widersprechende Weltanschauungen aufeinander. Auf der einen Seite haben wir die personenbezogene Auffassung Russlands, der den Schutz der Menschen vor Bedrohungen durch andere Menschen oben an stellt. Diesem Prinzip haben sich andere Werte da unter zu ordnen.

Mit dieser Begründung hat Russland die Annexion der Krim bzw. deren Loslösung vom Einfluss der Regierung in Kiew voran getrieben. Beispielgebend war den Russen dabei z.B. der NATO-Einsatz gegen Gadhaffi, der mit der Bedrohung der Bewohner Benghasis durch das Regime in Tripolis begründet wurde.

Dem gegenüber steht die sachbezogene Weltanschauung des „Westens“, dass Hab und Gut das wichtigste im Leben ist. Dieses gilt es mit allen Mitteln zu verteidigen d.h. unabhängig davon, ob der Besitzer rechtmäßig in den Besitz gekommen ist oder ob er seinen Besitz gesetzeswidrig ausnutzt.

Mit dieser zweiten Begründung hat z.B. der Vice-Präsident Biden die Annexion der Krim von Anfang an als „Landraub“ bezeichnet. Er unterstützt auch die Regierung in Kiew vorbehaltlos, obwohl die mit Nazis durchsetzt ist. Logischerweise unterstützen derartige Menschen auch kriegerische Gewaltmaßnahmen gegen Separatisten (Landabtrennung), ohne nach deren Ursachen zu forschen.

In einer solchen am Eigentum orientierten Weltanschauung ist auch das bei uns im Grundgesetz verankerte Gebot, dass Eigentum verpflichtet, ein eher lästiges Beiwerk. Für Faschisten ist das sowieso Humanitätsduselei.

Nun kann man Überlegungen anstellen, warum die russische Gesellschaft augenscheinlich nicht die westlichen Werte übernommen hat, denn sonst gäbe es in Russland keine 85% Zustimmung zu Putins Vorgehen.

Genau so gut kann aber darüber nachdenken, wie man zu einer Gesellschaft kommt, in der Nazismus wieder hoffähig ist und den man in Rat und Tat in einem anderen Land unterstützt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 46