Forum: Politik
Eskalierende Gewalt in Kamerun: Brandschatzen im OP-Saal
MARCO LONGARI/ AFP

Exzessive Gewalt gegen Zivilisten, gezielte Anschläge auf Krankenhäuser und Schulen: In Kamerun bekriegen sich bewaffnete Banden und Regierungstruppen. Die internationale Reaktion - gleich null.

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forumgehts? 06.06.2019, 10:34
1. Immer

noch kein Kommentar? Da sehe ich natürlich schwarz, was die Veröffentlichung meines Beitrages dazu betifft.

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Orgalo 06.06.2019, 11:58
2. an "forumgehts?"

Ich beschäftige mich gerade mit den Realisierungsmöglichkeiten einer Idee von Herrn Müller, dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: das Wiederaufleben eines Art "Marshall Planes" für Afrika?!

Mit welchem Land soll man da anfangen? Denn: eine Steigerung der Wirtschaftshilfe für alle Länder Afrikas zugleich wäre Unsinn. Unter den Ländern, die als erstes in Frage kommen für eine besondere Zuwendung an Hilfen, wäre Kamerun sicherlich nicht dabei.
Aber auch Nachbarländer wie Nigeria, Tschad, zentralafrik. Republik, Dem. Republik Kongo würde kein Entwicklungsexperte aussuchen. Andererseits, der zur Zeit sehr autoritär regierte Staat Ruanda hat ganz schlimme Bürgerkriege durchgemacht (Völkermord!) und befindet sich seit Jahren auf einem beachtenswerten Entwicklungsweg. Also man darf selbst bei einem Land wie Kamerun nicht voreilig den Stab brechen? oder vielleicht doch gerade?! Schwierige Frage.

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papillion33 06.06.2019, 12:03
3. Britisch vergifteter Brexit-Wahn?

Hier ein Auszug der Tagesschau vom 5. Juli 2018:
"Der englischsprachige Nord- und Südwesten Kameruns droht in einem Bürgerkrieg zu versinken. Begonnen hatte alles mit Protestmärschen 2016. Die englischsprachige Minderheit im Land - immerhin 20 Prozent der Kameruner - klagte darüber, dass Justiz, Verwaltung und teilweise auch der Schulunterricht auf Französisch abgewickelt werde. Sie forderte ihre von der Verfassung garantierten Minderheitenrechte ein.
Anschläge auf Schulen und Polizeistationen
Eine kleine radikale Gruppe im Nordwesten wollte die Unabhängigkeit und rief den Phantasie-Staat "Ambazonien" aus. Sie verübt Anschläge auf Polizeistationen, auf Schulen, auf Soldaten. "
Welche Art Kommentar erwarten Sie angesichts dieser Ausgangslage? Soll sich allen Ernstes die UNO mit diesem ehemals vom Briten und Franzosen zu verantwortenden Schlamassel befassen? Wenn ja, dann sollen doch bitteschön BEIDE Länder ihre Blauhelme dort hinschicken und versuchen ihre Hinterlassenschaften aufzuräumen.

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bronck 06.06.2019, 12:26
4. "Die internationale Reaktion - gleich null."

Welche Reaktionen wollen Sie denn? Sollen Deutsche Soldaten dort auch noch ihr Leben lassen - in noch einem Land wo sie nichts verloren haben? Sanktionen, die dem armen Land endgültig das wirtschaftliche Rückgrad brechen? Flächenbombardements? Oder sinnlose symbolische Resolutionen und Appelle?

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HairwayToSteven 06.06.2019, 12:30
5. Kein Interesse

- leider auch hier im Forum nicht. International schon gar nicht, und das jetzt seit immerhin drei Jahren. Ich vermute, dass da irgendjemand ein Interesse hat, dass kein Interesse entsteht und dass niemand eingreift in den Konflikt in Kamerun. Und ich vermute, dass dieser jemand ebenfalls frankophon ist…
Wir sind durch eine kirchliche Direktpartnerschaft mit einem Distrikt im Südwesten Kameruns seit 20 Jahren partnerschaftlich verbunden und empfinden es als einen Skandal, dass die Weltpolitik überhaupt gar nichts unternimmt. Was heißt denn da als politisches Programm "Fluchtursachen bekämpfen", wenn man drei Jahre mit Nichtstun verbringt? Und der korrupte Wahlbetrüger Paul Biya verbringt seinen luxuriösen Lebensabend auf Kosten der leidenden Bevölkerung unbehelligt in der schönen Schweiz!

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ditor 06.06.2019, 12:37
6. Wo anfangen

Zitat von Orgalo
Ich beschäftige mich gerade mit den Realisierungsmöglichkeiten einer Idee von Herrn Müller, dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: das Wiederaufleben eines Art "Marshall Planes" für Afrika?! Mit welchem Land soll man da anfangen? Denn: eine Steigerung der Wirtschaftshilfe für alle Länder Afrikas zugleich wäre Unsinn.
Dazu müsste ein Land sein, dass keinen generellen Aufbau sondern einen WIEDERaufbau benötigt, mit eigenem Wissen und Tatkraft bereits begonnen hat und nur an einzelnen Stellen Hilfe von außen bräuchte, zum Beispiel um kleinere Teufelskreise zum Erwerb von Devisen zu durchbrechen.
Die Effekte eines "Marshallplans" werden wohl öfters überschätzt, Aufbau und Wiederaufbau unzulässig gleichgesetzt.

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spmc-127282328655997 06.06.2019, 12:46
7. Endlich ein Bericht über Kamerun!

Danke, dass der Bürgerkrieg in Kamerun endlich einmal Beachtung findet. Statt täglich neue "Berichte" über immer die gleichen Dummheiten des Trump-Clans als Topmeldungen zu bringen ("Wow, er hat 'fies' gesagt"), geht es hier tatsächlich um Leben und Tod. Die Organisation 'Ärzte Ohne Grenzen' hat kürzlich die Missstände angeprangert. Medizinisches Personal wird gezielt attackiert. Hier werden Menschenrechtskonventionen gebrochen. Viele Bürger im westlichen Teil des Landes sind in den Busch geflüchtet. Menschen werden auf offener Straße erschossen. Und Journalisten in Industrienationen scheren sich einen Dreck. Die Krise begann 2016 und jeden Monat fallen ihr mehr Menschenleben zum Opfer.

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cri cri 06.06.2019, 12:54
8. Übertreibung

ich habe diesen Artikel automatisch übersetzten lassen (Deepl.com) und an zwei Kameruner Bekannte aus den anglophonen Provinzen geschickt. Sobald ich deren Kommentar dazu habe werde ich ihn hier posten.
Meiner Meinung nach sind die Zustände sehr übertrieben dargestellt.
Von einem Bürgerkrieg zu sprechen ist sehr gewagt, es handelt sich eher um Scharmützel gewaltbereiter Hooligans mit den Ordnungskräften.
Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für eine Sezession der beiden Provinzen von der Republik Kamerun, weder ethnisch, noch wirtschaftlich begründet.
Hier soll offenbar ein weiteres Fass aufgemacht werden um Kamerun zu einer Liste von "nicht sicheren Herkunftsstaaten" hinzuzufügen.

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decathlone 06.06.2019, 13:07
9. Bad Governance und Korruption mit solchen Folgen...

... muss endlich ein international verfolgter Straftatbestand werden und dann sperrt man diese Leute einfach ganz lange weg, wenn man sie kriegen kann. Zumindest Europa sollte dann für diese Leute nicht mehr betretbar sein, ohne Verhaftung und Überstellung an ein internationales Gericht. Länder, die diesen Leuten dann noch Zuflucht bieten, gehören auf eine Sanktionsliste.

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