Forum: Politik
Eskalierende Gewalt in Kamerun: Brandschatzen im OP-Saal
MARCO LONGARI/ AFP

Exzessive Gewalt gegen Zivilisten, gezielte Anschläge auf Krankenhäuser und Schulen: In Kamerun bekriegen sich bewaffnete Banden und Regierungstruppen. Die internationale Reaktion - gleich null.

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asaba_moforbenih 06.06.2019, 15:58
20. Es triff zu, dass die Welt zuschaut und Deutschland schaut mit zu

Die situation ist weit schlimmer als hier beschrieben. Die Regierung 86 jähriger Diktator Paul Biya hat einen Krieg gegen die englischsprachige Minderheit am 30.11.2017 erklärt. Die Anzahl der Toten, der Flüchtlinge ist weit viel höher als von was hier geschrieben ist oder von der wenigen Hilfsorganisationen berichtet.
Die Regierung hatte monatelang der Zugang zum Internet in den Konfliktgebiete unterbunden, damit die Welt nicht mitkriegt wie sie unschuldige Menschen umbringen.
Deutschland kann nicht wegen gucken oder sich hinter Frankreich verstecken, die deutschen haben eine historische Pflicht dafür zu sorgen, dass diesen Krieg beendet wird, denn der Grundstein des Konflikt hat mit der deutschen kolonialen Vergangenheit mit Kamerun zu tun.

Asaba Nkengfoa Mo'Forbenih aus München

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cri cri 06.06.2019, 17:17
21. Nun gut, ich mag mich irren

Zitat von HairwayToSteven
@Cri Cri Ich würde mich mit solchen absurden Vermutungen, die die existentielle Not und Lebensbedrohung von Hunderttausenden infrage stellen, zurückhalten, solange ich mich nicht bei seriösen Quellen kundig gemacht habe. Es gibt dazu schon lange Berichte von UN-Kommissionen und von internationalen Menschenrechtsvereinigungen, oder auch auf der Seite der Mission 21, Basler Mission Deutscher Zweig (https://brennpunktkamerun.org/?p=299). Wir haben Partner und Freunde, die dort leben und bekommen auch direkte Nachrichten aus Kamerun, die erschütternd sind. "Hooligans-Scharmützel" - diese Vermutung ist eine Beleidigung für die vielen Opfer von Gewalt und Vertreibung und rechtfertigt das brutale mörderische Vorgehen der Regierungstruppen.
Ich habe mich gerade bei einem Bekannten aus der SW Provinz erkundigt, der zwar in Yaounde lebt, der aber ein Bild von der Situation in SW und NW hat. Wie versprochen, hier seine Aussage:

I live in yaounde which is not "affected" by the "war" but I come from the south west region of Cameroon. My father's house in the south west was burnt and three cousins who were inside were killed. We didn't have the opportunity to burry our deaths. In yaounde now,we have all the family which ran from the war for their safety living with us. They are evidently unemployed.
So you can imagine what we are going through. We have very little or no information concerning the reality in our region. But for now,we know we can't think of going there for our safety.

Kernsatz bleibt aber trotzden: We have very little or no information concerning the reality in our region.
Was heißt das? Er weiß es selber nicht was dort los ist und wer verantwortlich ist für die Ausschreitungen.
Den Ordnungskräften mörderische Vorgehen vorzuwerfen halte ich für unangebracht. Ich war zuletzt in 05/2018 in Douala und habe im alltäglichen Leben nicht den Eindruck gehabt dass dieser Konflikt die Leute berührt.
Fest steht, es handelt sich hier nicht um einen Genozid.
Was die genauen Hintergründe sind, kann ich auch nicht sagen. Aber die kamerunischen Ordnungskräfte als mörderisch zu bezeichnen ist sicherlich nicht gerechtfertigt. Warum der anglophone Teil mit Forderungen nach Sezession droht ist mir unverständlich. Kamerun war immer ein stabiles Land mit relativem Wohlstand und das soll meiner Meinung nach auch so bleiben. Wer in diesem -wie auch immer gearteten Konflikt- von außen Öl ins Feuer gießt wird diese Stabilität zerstören und aus diesem wunderbaren Land einen neuen Konfliktherd machen.

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cri cri 06.06.2019, 17:43
22. Falsch

Zitat von Abongui
... dass keiner hier kommentiert. Das passiert ja in Afrika. Damit haben wir ja nichts zu tun. Was natürlich Schwachsinn ist. Ich sage nur eins: genau diese Menschen, die gefoltert und gejagt werden, werden irgendwann als Flüchtlingen nach Europa kommen. Egal wie, dann werden Millionen von Euro ausgegeben, um sie zu stoppen. Dieses Problem in Kamerun kann mit Dialog und Druck auf diesem Präsidenten gelöst werden. Es ist nur eine Frage des Willens. Manche Länder sind für die Deutschen eben uninteressant.
Mich interessiert Kamerun sehr wohl, weil ich acht Jahre sehr gut dort gelebt habe und immer noch ein mal pro Jahr dort bin um meine kleinen geschäftlichen Aktivitäten dort zu verfolgen. Ich kenne die anglophonen Provinzen SW/NW sehr gut und und verstehe nicht was die Aufständischen dort eigentlich wollen. Kamerun war immer eine Republik deren Präsident (S.E. Paul Biya) stets auf Ausgleich gesetzt hat. Erklären Sie doch was die Separatisten eigentlich wollen und warum sie sich benachteiligt fühlen. Und erklären Sie auch warum Separatisten in Spanien (Katalonien Puigdemon) mit hohen Haftstrafen bedroht werden, welche auch eine Sezession fordern und diese Sanktionen von der EU durchaus unterstützt werden.

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Abongui 06.06.2019, 18:37
23. Was wollen die Separatisten?!?

Nach 8 Jahre in Kamerun dürfen Sie bei allem Respekt solche Fragen nicht stellen. Sie sind regelmäßig dort? Nehmen Sie sich beim nächsten Mal Zeit und versuchen Sie die Geschichte dahinter zu verstehen.

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cri cri 06.06.2019, 19:06
24. Erklären Sie es mir

Zitat von Abongui
Nach 8 Jahre in Kamerun dürfen Sie bei allem Respekt solche Fragen nicht stellen. Sie sind regelmäßig dort? Nehmen Sie sich beim nächsten Mal Zeit und versuchen Sie die Geschichte dahinter zu verstehen.
Erklären Sie es mir bitte.
Der kamerunische Projektleiter des Kunden mit dem ich damals zusammengearbeitet habe und mit dem ich immer noch engsten Kontakt habe, ist aus Bamenda. Wir tauschen uns regelmäßig über WhatsUp aus. Ich habe von ihm noch nie ein Wort über dieses Thema gehört.

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cri cri 06.06.2019, 19:27
25. eine sehr interessante Zusammenfassung, live aus Yde

Zitat von Abongui
Nach 8 Jahre in Kamerun dürfen Sie bei allem Respekt solche Fragen nicht stellen. Sie sind regelmäßig dort? Nehmen Sie sich beim nächsten Mal Zeit und versuchen Sie die Geschichte dahinter zu verstehen.
wie ich in anderen Beiträgen erwähnt habe, habe ich den SPON Artikel an einen Freund aus SW weitergeletet (übersetzt mit Deepl.com) und seine Antwort hier gepostet.

Ich wollte aber eine klare schwarz/weiß Antwort:

Q: ok, thank you for your opinion. I was posting your comment in original english to the newspaper without any name, but as a source on the ground. But one last question about this: who do you think are the good guys/bad guys in this conflict?

A: I think the Ambasonians are been manipulated by the diaspora; men with traditional weapons are facing an army. I'm sure most of them are unemployed and by killing military men,our diaspora offers them cash in return. Most of them don't even know why they are in the conflict. In other words,it's a senseless war. The poor guys have been duped to pick guns.


Das sagt Alles.

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cri cri 06.06.2019, 20:00
26. Die ganze Story

Zitat von cri cri
ich habe diesen Artikel automatisch übersetzten lassen (Deepl.com) und an zwei Kameruner Bekannte aus den anglophonen Provinzen geschickt. Sobald ich deren Kommentar dazu habe werde ich ihn hier posten. Meiner Meinung nach sind die Zustände sehr übertrieben dargestellt. Von einem Bürgerkrieg zu sprechen ist sehr gewagt, es handelt sich eher um Scharmützel gewaltbereiter Hooligans mit den Ordnungskräften. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für eine Sezession der beiden Provinzen von der Republik Kamerun, weder ethnisch, noch wirtschaftlich begründet. Hier soll offenbar ein weiteres Fass aufgemacht werden um Kamerun zu einer Liste von "nicht sicheren Herkunftsstaaten" hinzuzufügen.
Wie versprochen:

Q: your comment on this article in a german newspaper please?

A: I live in yaounde which is not "affected" by the "war" but I come from the south west region of Cameroon. My father's house in the south west was burnt and three cousins who were inside were killed. We didn't have the opportunity to burry our deaths. In yaounde now,we have all the family which have ran the war for their safety living with us. They are evidently unemployed. So you can imagine what we are going through. We have very little or no information concerning the reality in our region. But for now,we know we can't think of going there for our safety.

Q: ok, thank you for your opinion. I was posting your comment in original english to the newspaper without any name, but as a source on the ground. I hope you agree with that. But one last question about this: who do you think are the good guys/bad guys in this conflict?

A: I think the Ambasonians are been manipulated by the diaspora; men with traditional weapons are facing an army. I'm sure most of them are unemployed and by killing military men,our diaspora offers them cash in return. Most of them don't even know why they are in the conflict. In other words,it's a senseless war. The poor guys have been duped to pick guns.
Most of us are suffering from unemployment due to bad gouvernance. Some people are excessively rich while others -most- lack a means of survival.

Also bitte, immer das volle Bild im Auge behalten und nicht von außen betrachtet berichten.

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temp1 06.06.2019, 23:36
27. Was tun?

Wie soll man diesen Ländern helfen? Einfach nur Geld geben? Das landet bei den Mächtigen, die Nutzen es um noch mehr Macht aufzubauen, um sich der Loyalität ihrer Unterstützer zu versichern und für ihren Luxus. Ok, das bringt's also nicht. Mmmh: Also Kontrolle übernehmen? Geht nur militärisch. Dann ist man der Besatzer und das Volk wird leicht aufgewiegelt. Mmmmh ... also sie lieber ihr Schicksal indie eigenen Handrt geben? Nun dad passiert ja jetzt.

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trueornot 07.06.2019, 04:35
28. nutzen

kein Industrieland sieht ein nutzen daraus die Führung zu stürzen oder den menschen zu helfen als Schein oder als guter Wille. es gibt nichts zu holen anscheinend. deswegen geht es den Mächtigen am Hintern vorbei. oder täusche ich mich da?!

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georgfoerster 07.06.2019, 08:44
29. Kamerun Alles Okay, oder?

Ich habe mit großer Verwunderung die Kommentare von @cricri gelesen und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Ich kenne Kamerun und insbesondere den anglofonen Teil seit über 13 Jahren. Ich habe dort mehrere Monate gearbeitet und die später immer wieder besucht. Meine Frau stammt aus der Region und wir haben zahlreiche Verwandte die dort über das gesamte Gebiet verstreut leben. Meine Frau war in den letzten zwei Jahren 3 mal geschäftlich und privat in den anglofonen Landesteil. Wir telefonieren täglich mit unseren Verwandten oder Bekannten dort. Kriegen Textnachrichten, Bilder und Video zugeschickt. Dies ergibt ein ganz anderes Bild als das was Sie beschreiben. Es herrscht dort Krieg. Wenn man von Buea Richtung Kumba fährt sind die Dörfer menschenleer. Überall sind abgebrannte Häuser. In Muyuka sieht es aus wie in Aleppo. Einer unserer katholischen Priester wurde auf offener Straße von Soldaten erschossen. Die Diezöse Kumbo berichtete erst neulich von hunderten Zivilisten die seit Anfang des Jahres von der Armee ermordet worden sind. Besonders schlimm ist die Tatsache, dass häufig geistig oder körperlich Behinderte Menschen ermordet werden. In Mamfe wurde ein geistig behinderter Mann auf die Straße geschleift und dann von den Soldaten zum Spass als Zielscheibe für ihre Schießübungen missbraucht. Vor zwei Wochen wurde in Muyuka ein 4 Monate altes Baby von der BIR Spezialeinheit des Präsidenten mit Kopfschüssen ermordet. Der Grund ihr Vater wurde als Separatist bezichtigt. Ich könnte hier noch weitere Grausamkeiten wie das gezielte niederbrennen von Feldern und abschlachten von Nutztieren erwähnen. Wenn man sich die Definition von Völkermord genau anschaut dann hat der Konflikt typische Eigenschaften eines solchen. Die kamerunische Armee tötet ausschließlich Menschen aus der Region und keine Frankofone. Sie schreiben das Präsident Biya immer für Ausgleich gesorgt hat. Das nennt man Klientelpolitik. Diese dient allein dem Machterhalt des Präsidenten und einer kleinen Clique um ihn herum. Sie schreiben weiterhin, dass Sie das Land und die Region gut kennen wissen aber nicht oder verstehen nicht was die Seperatisten wollen. Das heißt für mich, dass Sie eigentlich gar nichts über die Geschichte und die Besonderheiten der anglofonen Landesteile wissen. Seit Jahrzehnten wehren dich die Menschen dort friedlich gegen die Ausgrenzung durch die Frankofonen. Als die Anwälte im Jahr 2016 auf die Straße gingen war die Losung ganz klar. Rückkehr zur Zweistaatenlösung oder Unabhängigkeit von Kamerun. Das wird übrigens seit mindestens 3 Jahrzehnten gefordert. Die Antwort des Präsidenten waren Gewehrkugeln.

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