Forum: Politik
EU-Beitritt der Türkei: Lasst es bleiben!
AFP

Bundespräsident Joachim Gauck bricht zum Staatsbesuch in die Türkei auf, mit einem Appell an die Freiheit im Gepäck. Das wichtigste aber wird auch er verschweigen: Ein EU-Beitritt der Türkei schadet beiden Seiten.

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wealthofnations 25.04.2014, 14:36
100. Sehr richtig, Herr Blome.

Zitat von sysop
Bundespräsident Joachim Gauck bricht zum Staatsbesuch in die Türkei auf, mit einem Appell an die Freiheit im Gepäck. Das wichtigste aber wird auch er verschweigen: Ein EU-Beitritt der Türkei schadet beiden Seiten.
Alle wesentlichen Arbumente Ihres Kommentars teile ich.

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doofnuss 25.04.2014, 14:59
101. die guten ins töpfchen!

Zitat von susiwolf
Sie haben S c h w e d e n vergessen ...
die sind schon dabei, nur beim euro machen sie (noch) nicht mit!

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Don Loewi 25.04.2014, 15:05
102. Ungarn, Rumänien und Bulgarien passen viel besser in die EU

Ja, da muss ich dem Nikolaus Blome uneingeschränkt Recht geben - solche Demokratien und nicht korrumpierbaren Staaten wie Ungarn und Rumänien passen viel besser zu unserer EU.

Ungarn steht ja bekanntermaßen für die Hochkultur der Demokratie mit ihrer Meinungsfreiheit und ihrer Politik gegenüber seinen Minderheiten, ähnlich wie Rumänien. Und auch Bulgarien ist nicht schlecht.

Das ist ja auch alles kein Wunder, wo sie doch alle durch unsere österreichischen Brüder&Schwestern heim ins Habsburger-Reich zurück geholt wurden.

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Horstino 25.04.2014, 15:06
103.

Man sollte die Schmierenkomödie beenden und das Beitrittsverfahren beenden. Dann geben wir der privilegierten Partnerschaft noch einen anderen Namen, damit Erdogans heilige Ehre gewahrt bleibt. Wie wärs mit"Butt Buddies" oder war das für eine andere Partnerschaft reserviert.
Die Türkei entwickelt sich einfach in eine andere Richtung als Europa. Bei uns wird Religion unwichtiger. In der Türkei immer wichtiger. In Europa denkt man über einen Gesamtstaat nach. Die Türkei wird immer nationalistischer und sehnt sich nach der Macht des osmanischen Reichs. Erdogan ist da zwar nicht die Türkei, aber über 50 % der Türken haben ihn gewählt. Und die Opposition von CHP und MHP ist kaum besser oder noch schlimmer in der Hinsicht.
Ein überstaatliches Projekt mit jemandem der stark nationalistisch ist, sich und sein Land für den/das Beste(n) hält und gleichzeitig seinen Partner für minderwertig, ist halt nur schwer möglich. Man kann umgekehrt der EU Hochnäsigkeit vorwerfen. Die ist beim Demokratie- und Menschenrechtsrecord der Türkei aber nicht gänzlich unbegründet. Und der Trend ist klar negativ. Eine EU-Mitgliedschaft ist auch nicht das Allheilmittel dafür. In Rumänien, Bulgarien und Ungarn hat sich in der Hinsicht nach dem Beitritt nichts geändert. Orban wird zwar regelmäßig ermahnt, vor Taten schreckt Brüssel aber zurück.
Die letzte Expansionsrunde war ein Fehler/übereilt. Wenn man jetzt aus Gleichheits/"Fairness" den nächsten Fehler machen möchte, dann bringt man das Projekt EU nur noch mehr in Gefahr. Euroskeptiker erhalten mehr Zulauf, ganz abgesehen davon, dass sowohl in der Türkei als auch in den wichtigsten EU-Staaten die Bevölkerungsmehrheit dagegen ist.

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Klönschnack 25.04.2014, 15:07
104. Dreimal lieber

Zitat von sysop
Bundespräsident Joachim Gauck bricht zum Staatsbesuch in die Türkei auf, mit einem Appell an die Freiheit im Gepäck. Das wichtigste aber wird auch er verschweigen: Ein EU-Beitritt der Türkei schadet beiden Seiten.
einen Türken, als einen Griechen als Nachbarn.

Dieses mediterrane Laissez-faire, habe ich bei Türken nie beobachtet.
Die sind fleissig und können richtig schaffen.

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tambol 25.04.2014, 15:16
105.

Zitat von Harald G.
Ich finde es beschämend, dass die Türkei noch immer nicht aufgenommen ist. Es ist schon sehr lange her, als man den Antrag gestellt hatte. Die Leute in der Türkei müssen sich doch langsam von der EU veräppelt fühlen.
Haben Sie ein paar Dingen der letzten Zeit verschlafen?

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dissidenz 25.04.2014, 15:21
106. Anderenfalls droht uns die Türkei mit...

Zitat von ag999
Die Türkei wäre doch sicherlich eine Bereicherung für die EU. Die paar Euro die uns die Türkei kosten würde sollte einem der Frieden in Europa doch Wert sein, alles andere wäre populistisch und rückwärtsgewand.
... Krieg oder was? Also am besten alle Länder aufnehmen, alimentieren und wir fassen uns an den Händen und singen fröhliche Lieder?
Und welche Bereicherung? Wo? Warum? Ich (und auch die meisten polulistischen Deutschen wenn mand en Umfragen glauben möchte) können sehr gut mit einer Türkei außerhalb der europäischen Union leben. Und anscheinend die meisten Türken auch. Warum also etwas zusammenpressen was nicht zusammengehört und nicht zusammengehören will!

Man siehe sich die massiven Interessen-Konflikte innerhalb der EU schon aktuell an. Wie sollte das besser werden mit einem Land das ganze andere kulturelle, politisch, soziale - und ja, dort auch sehr stark religiös geprägte - Vorstellungen hat?
Oder wollen Sie sich Frieden mit der ganzen Welt 'erkaufen'? Dafür dürfte auch der deutsche Bundeshaushalt nicht reichen!

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doofnuss 25.04.2014, 15:22
107. jetzt nichts (mehr) übereilen

Zitat von syracusa
... In der Türkei ist - nicht zuletzt als Folge des bisherigen Beitrittsverfahrens - eine gefestigte demokratisch gesinnte Mittelschicht entstanden, die auf einer weiteren Öffnung der türkischen Gesellschaft besteht...
ob die angeblich gefestigte demokratisch gesinnte mittelschicht die weitere öffnung der gesellschaft durchsetzen kann, wird die zukunft erweisen - jedenfalls muss sich noch viel im land ändern, bevor die türkei beitrittsreif ist.

ihrem letzten absatz kann ich nur vollumfänglich zustimmen:
lasst uns erst mal die voreilig aufgenommen länder muränien und bulgarien, aber auch problemstaaten wie ungarn und erst recht griechenland konsolidieren - und vor allem die eu an sich demokratisieren.
das dauert noch jahrzehnte - mindestens!

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doppelpunkt 25.04.2014, 15:22
108. Ehrlich?

Die EU soll "sich ehrlich machen"? Sie hat der Türkei jahrelang den Beitritt in Aussicht gestellt, während zwar laizistische, aber korrupte Regierungen an der Macht waren, die massiv gegen Menschenrechte verstoßen haben. Sie hat Länder mit massiven Korruptionsproblemen wie Rumänien und Bulgarien aus politischen Gründen aufgenommen - und nicht zu vergessen seinerzeit ein bereits marodes Griechenland, das die EU-Vorgaben wirtschaftlich von Anfang an nicht erfüllt hat.
Warum soll sie plötzlich bei der Türkei prinzipienfest werden? Dann sollte sie sich wirklich ehrlich machen und darüber nachdenken, welches fatale Bild eine EU in der Welt abgibt, die nach jahrelangem Geeiere gegenüber einer Türkei unter einem islamischen Ministerpräsidenten einen Rückzieher macht.
Wenn die EU sich der Türkei endgültig und offiziell verschließt, dürfte der internationale Schaden langfristig im Vieles größer sein, als bei einem - sicher alles andere als einfachen - EU-Beitritt der Türkei. Aber, lieber Herr Blome, niemand spricht doch davon, dass die heutige Türkei der EU beitritt, und schon garnicht unter diesem Ministerpräsidenten. Doch etwas konkretere Angebote an die Türkei wären an der Zeit - und solange sie ihren Teil nicht erfüllt, bleibt sie halt in der Warteschlange. Auf diesem Weg lassen sich auch die von Herrn Blome angeführten Hindernisse in den Griff bekommen.

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elikey01 25.04.2014, 15:35
109. Meinungsvielfalt

Zitat von Harald G.
Ich finde es beschämend, dass die Türkei noch immer nicht aufgenommen ist. Es ist schon sehr lange her, als man den Antrag gestellt hatte. Die Leute in der Türkei müssen sich doch langsam von der EU veräppelt fühlen.
Falsches Schämen (haben Sie sich auch schon mal mit den Konsequenzen einer Aufnahme auseinandergesetzt?), denn inzw. möchte wohl lediglich der türk. Premier (Machtkalkül) noch in die EU, nicht aber die Mehrheit des türk. Volkes - od. die gleiche Polit- und Geld"Elite", die von der EU partizipiert, während sie insb. mit dem €uro - zumindest überzeugend gefühlt - Bevölkerungsmehrheiten mehr schadet.

Die türk. Bevölkerung ist womöglich viel klüger und könnte erkannt haben:
Einer der größten Fehler der EU war (und ist es noch immer, s.a. Osterweiterung), immer mehr Nationen unter einer allmachtstreberischen Zentralregierung völlig unterschiedliche Wirtschaftsräume, Kulturen und Mentalitäten in ihre Vereinheitlichung zu zwingen, wobei als "Krönung" dieses "Wahns" die einheitliche Währung mit all ihrem Konfliktpotential wahrzunehmen ist.
Wie wahr also die Kernaussage in Blomes Kolumne:
"Es muss eine andere Lösung geben" - was h.E. nicht nur für eine Aufnahme der TR gilt, sondern für die EU-Politik insgesamt, deren einstige Erfolge inzw. längst verdeckt wurden von einem Bürokoraten- und Kostenmoloch von Privilegierung, Regelungswut und einem undurchschaubaren lobbyistischen Einfluss.

Im Ergebnis (s.a. Transatlantisches Freihandeslabkommen) wenden sich immer größere Teile der Bevölkerung mit Ohnmachtsgefühlen und Grausen von dieser EU ab, denn die spiegelt nicht mehr den Urspungsgedanken eines friedlichen Europas im Wandel durch Handel und dem Beibehalt des Reizes seiner Vielfalt wider, während Mitgliedstaaten-Regierungen Versprechungen und Verträge brechen wie's beliebt.

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