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EU-Bürger als Geiseln: Al-Qaida nimmt Millionen durch Lösegeld-Erpressung ein
AFP

Die Erpressung europäischer Regierungen ist einträglich für al-Qaida. Mehr als 125 Millionen Dollar an Lösegeldern sollen in den letzten Jahren an die Terrorgruppe geflossen sein, berichtet die "New York Times".

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Anur 30.07.2014, 14:38
70. Der Wert des Lebens

Den rechten Hardlinern hier sei gewünscht, dass sie eines Tages alle selbst Kinder haben, die als Entwicklungshelfer, Touristen oder ähnliches entführt werden. Wer dann weinend bei RTL vor der Kamera sitzt, werden wir ja sehen. Die für Auslandseinsätze völlig unfähige Bundeswehr, die darüber hinaus ohne Zustimmung eines Staates oder der UN nirgendwo auf der Welt operieren kann und darf, braucht man hier als alternative Lösung gar nicht zu diskutieren. Wir sollten eher froh sein, dass Deutschland nicht den Ruf hat Killerkommandos in die weite Welt zu schicken. Die logische Frage ist eher, wie deutsche Bundesbürger im Ausland im Vorfeld besser geschützt, von Reisen abgehalten oder auf Gefahrenlagen vorbereitet werden können. Mal davon ab wundere ich mich dauernd, wer so alles täglich dieses linke Leitmedium ließt.

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Atheist_Crusader 30.07.2014, 14:57
71.

Zitat von klareduchblick007
Sofern diese Personen / Gruppen als Bedrohung und Terroristen eingestuft werden von den "Weltmächten", wieso werden die nicht einfach vernichtet, so dass man in Frieden leben kann?!
Ist ja nicht so, dass man es nicht versucht hätte. Aber weil diese Menschen auch keine kompletten Idioten sind, tragen die keine Uniformen und führen keine Mitgliederlisten.

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Atheist_Crusader 30.07.2014, 15:08
72.

Zitat von Anur
Den rechten Hardlinern hier sei gewünscht, dass sie eines Tages alle selbst Kinder haben, die als Entwicklungshelfer, Touristen oder ähnliches entführt werden. Wer dann weinend bei RTL vor der Kamera sitzt, werden wir ja sehen. Die für Auslandseinsätze völlig unfähige Bundeswehr, die darüber hinaus ohne Zustimmung eines Staates oder der UN nirgendwo auf der Welt operieren kann und darf, braucht man hier als alternative Lösung gar nicht zu diskutieren. Wir sollten eher froh sein, dass Deutschland nicht den Ruf hat Killerkommandos in die weite Welt zu schicken. Die logische Frage ist eher, wie deutsche Bundesbürger im Ausland im Vorfeld besser geschützt, von Reisen abgehalten oder auf Gefahrenlagen vorbereitet werden können.
Über den Ruf kann man streiten. Manchmal hat sowas durchaus Vorteile.

Aber Sie können das Ausland nicht mal eben sicher machen. Das ist schlicht nicht möglich. Solange Sie nicht aktiv eine Reise dorthin verhindern, werden sich immer Leute finden die das Risiko auf sich nehmen. Weil sie gerne helfen wollen oder was für ihre Karriere tun oder Nervenkitzel suchen oder weiß der Geier. Menschen begeben sich in Gefahr. Punkt. Davor können Sie sie nur schützen, wenn Sie ihnen Verbote machen. Wäre Ihnen das lieber?
Sinnvoller wäre es eher, bei Reisewarnungen konsequenter zu sein. Wenn definitiv von irgendwelchen Orten abgeraten wird, dann sollte dort auch kein Lösegeld gezahlt werden. Punkt. Das ist dann selbst verschukldet. Und jeder der alt genug ist allein in der Welt herumzureisen sollte auch fähig sein das Risiko für sich abzuwägen.

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hf52 30.07.2014, 16:11
73. Nie zahlen!

Es zeigt sich immer wieder: Wenn gezahlt wird, dann potenziert sich das Problem. So traurig es für die Angehörigen ist, es darf nie gezahlt werden, sonst gibt es später immer mehr Leid. So wie Helmut Schmidt damals gehandelt hat, sollten die Politiker heute auch handeln. Aber die haben ja leider kein Rückrat und denken nur ans Jetzt und nicht weiter.

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wynkendewild 30.07.2014, 19:54
74. Würden Sie...

Zitat von phaenologos
Hier ist Nomen keineswegs das Omen. Würde der Forist die Wahrheit sagen, müsste er anmerken, dass es insbesondere die Rechten sind, die darauf drängen, dass deutsche Waffen immer und überall in der Welt verkauft werden dürfen. Würde er die Wahrheit sagen, müsste er bemerken, dass es das Grundgesetz ist, dass militärische Maßnahmen, so locker, wie der Schreibtischkrieger das hier beschreibt, nicht zulässt. Und würde er die Wahrheit sagen, müsste er zugeben, dass es Regierungen insbesondere aus dem konservativen Lager waren, die in der Vergangenheit Lösegeld bezahlten. Die Regierung Schmidt hatte das einmal erfolgreich verweigert. Die Kombination von Lüge und zynischer Instrumentalisierung entführter Menschen zu Zwecken der Diskussion dürfte kaum einer zielführenden Debatte förderlich sein.
Genau aus diesem grund sind unter einer linken Regierung tausende Soldaten in Kriegseinsätze entsandt worden, weil das GG laut Ihrer Aussage ja solche militärischen Maßnahmen nicht einmal ansatzweise so locker zulässt.

Sich mit Flugzeugen und Bodentruppen an multinational geführten Interventionen zu beteiligen soll eher mit dem Grundgesetz konform laufen als der ein Einsatz von Spezialkräften im Rahmen einer Geiselbefreiung die außerhalb der Bundesrepublik stattfinden soll?

Das müssen Sie jetzt mal bitte näher erläutern.

Und beim Waffenhandel sprechen wir vom Großgerät und nciht von Handfeuerwaffen und da sind es gerade die Linken, die mit ihrer Haltung diesen Gruppierungen in die Hände spielen. Man strebt grundsätzlich keine Kooperationen mit anderen Staaten auf polizeilicher oder militärischer Ebene an weil dies ja eine Gewaltspirale in Gang setzen würde. Deshlab setzt man lieber auf "Nachhaltigkeit" bei der Bekämpfung solcher Mißstände, mit "Entwicklungshilfe-Maßnahmen" als Beispiel.

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makromizer 30.07.2014, 23:25
75.

Zitat von konqui
5 Millionen Euro für 32 (oder auch 31) Menschenleben ist doch ein Schnäppchen. So viel neuer Terror ist von 5 Millionen Euro auch nicht zu finanzieren. Ich möchte zumindest nicht, dass mein Heimatland mich in den Händen von Terroristen verrecken lässt. Parallel Spezialeinheiten auszubilden ist eine gute Sache, aber keine Alternative in der Not.
Warum sollten Sie einfach so von Terroristen entführt werden? Glauben Sie, Terroristen tun das einfach nur aus Spaß an der Freude?
Wenn sie diesen Aufwand und dieses Risiko auf sich nehmen, dann tun sie das, weil sie davon ausgehen, dass sie dadurch ein entsprechendes Erpressungspotential haben. Und wir bestätigen ihnen diese Erwartungshaltung immer wieder aufs neue.

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Jan2607 30.07.2014, 23:42
76. Wer zahlt, macht sich erpressbar

Der spektakulärste Entführungsfall ist für mich immer noch die Landshut-Entführung.
Damals konnten die Geislen befreit werden, weil Bundeskanzler Helmut Schmidt "Eier in der Hose" hatte und bereit war, die Konsequenzen für ein Scheitern der Rettungsaktion zu übernehmen.
Ihm war klar, dass ein demokratischer Staat kein Lösegeld zahlen oder auf sonstige Forderungen der Entführer eingehen darf.
Und er hat klar gemacht "Wenn ihr unsere Leute entführt, werden wir alles tun, um sie zurückzubekommen. Aber erpressen lassen wir uns nicht."

Leider hat sich mit der Zeit unter den nächsten Bundeskanzlern und unserer Kanzlerin Merkel diese Haltung geändert.
Heutzutage hätte niemand mehr den Mumm, die GSG 9 oder gar das KSK zu schicken. Die abgebrochene Befreiungsaktion bei der entführten Hansa Stavanger ist das beste Beispiel dafür. Lieber Lösegeld zahlen, und sich erpressbar machen, als sich so etwas wie Verantwortung zu stellen.
Lieber stellt man sich mit einem ernsten Gesichtsausdruck vor die Kameras, formt eine Raute mit den Händen und erklärt irgendetwas, was sich totaaal intelligent und weise anhört, im grunde aber nur leere Worthülsen sind. Zurück im Büro wirft man dann die Steuergelder den Terroristen in den Rachen, bloß damit diese die nächsten 3 Tage Ruhe geben.
Danach geht das ganze wieder von vorne los, bloß ist die geforderte Summe inzwischen gestiegen. Denn die Terroristen sind ja nicht dämlich, wenn es um Geld geht. Wo 1 Mio € zu holen ist, da kann man auch 2, 3 oder gar 10 Mio fordern.

Im Entführungsfall Hans Martin Schleyer 1977 hatte das BVerfG entschieden, dass der Staat nicht dazu verpflichtet sei, den Terroristen nachzugeben. Zu Recht. Denn so schlimm es für den einzelnen Betroffenen ist - wenn man zahlt schadet man dem eigenen Volk mehr, als wenn man den Tod der Geisel in Kauf nimmt.
Besser noch wäre es, wenn man die Geiseln befreit, wie es die USA machen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

Jeder Mensch auf der Welt weiß, dass man sich nicht mit der DEVGRU (Seal Team 6) oder der Delta Force anlegt.
Mit dem KSK hingegen hat bisher kaum jemand Bekanntschaft gemacht - es wird ja nie eingesetzt für jene Zwecke, für die es geschaffen wurde.

Da unterhält man eine extrem kostspielige Elite-Einheit die ich persönlich zu den Top 5 weltweit zähle - und dann wird sie nie eingesetzt. Dabei hätten wir die Ressourcen allemale.
Einfach nur traurig!

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berndschlüter 31.07.2014, 00:53
77. Al Kaida und ihre geheimen Unterstützer

Zitat von sysop
Die Erpressung europäischer Regierungen ist einträglich für al-Qaida. Mehr als 125 Millionen Dollar an Lösegeldern sollen in den letzten Jahren an die Terrorgruppe geflossen sein, berichtet die "New York Times".
Zitat von mal so mal so
sind das nicht die von den saudis finanzierten terroristen? und wie war das noch, die usa ist partner der saudis? und wie war das noch, wir liefern und lieferten haufenweise waffen an die saudis. doppelmoral? nein nein, sobald die usa dabei sind ist ja alles in ordnung.
Als wohl das erste Opfer der später vom Spiegel "Südamerikaconnection" betitelten Mannschaft innerhalb des Bundeskanzleramts mit dem damaligen Geheimdienstkoordinator Wolfgang Schäuble kann ich mit Gewissheit sagen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Lösegelder bei anderen, deutschen, Stellen landeten. Meine Mutter sollte damals 400.000DM , bei 80.000DM Anzahlung für meine Freilassung zahlen, einzuzahlen anonym auf eine kleine süddeutsche Bank. Rechtzeitig von ausländischen Botschaftern und Einheimischen gewarnt, konnte ich meine Mutter noch davon abhalten und sie überwies nur 8000DM. Das war dem Mitarbeiter des Bundeskanzleramts, der vermutlich ein Jahr später im Hotel Beau Rivage eingesetzt wurde, um Uwe Barschel an seinem Selbstmord zu hindern, aber nicht genug. Auch mich sollte er aus der "Geiselhaft" befreien. Folglich konnte ich nicht rechtzeitig im Krankenhaus behandelt werden und bin heute ziemlich behindert.Trotzdem bin ich stolz darauf, die Verbrecherbande nicht unterstützt zu haben. Ich entzog damals dem deutschen Botschafter das Recht, unsere Interessen zu vertreten.
Mein Bundesbruder, der Staatssekretär des AA, Croburg konnte sich später nicht enthalten, sich persönlich im Jemen entführen zu lassen und meinen Freunden aus der König Fahad-Akademie, die unter anderem die Opfer im WTC auf dem Gewissen haben, 5 Millionen DM zukommen zu lassen. Von letzteren weiß ich, dass nicht alle Lösegelder dort landen, wie es unserer Öffentlichkeit weisgemacht wird. Ich wundere mich, dass die Konzerne, die damals ebenfalls Millionenbeträge für die Auslösung iher Mitarbeiter an die Herren Schmidtbauer und Mauss übergaben, so stille halten, auch das war sicherlich sehr teuer. Bei meinem Besuch in Ottobrunn, ließ ich es mir nicht nehmen, den Kontakt zu Susanne Osthoff zu suchen, die sich ebenfalls im deutschen Entführungsgeschäft gut auskennt. Im Übrigen wurde ich mehrfach aufgefordert, mich zwecks kostenlosem Urlaub in Jemen entführen zu lassen. Ich vermute, diese Personen, die mich für einen Abenteurer hielten,der ich nicht bin, gehörten der Pullacher Außenstelle des Bundeskanzleramts an. Ich verzichtete dankend. Ein großes Lob gebührt dem Spiegel, der in den 90er Jahren ausführlich über die Taten der "Südamerikaconnection" aufklärte. Folgen hatte das für Politiker, außer Gefängnisaufenthalten in Kolumbien, keine. Es gab lediglich ein paar Orden für die sogenannten "Ritter der Humanität".

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