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EU-Erwartung an Macron: Offiziell euphorisch
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Wird die Achse Berlin-Paris wiederbelebt? In der EU keimt nach Macrons Wahlsieg zarte Hoffnung. Doch einfach wird es nicht: In vielen Punkten prallen deutsche und französische Interessen aufeinander.

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kritischer-spiegelleser 08.05.2017, 15:45
1. Eine Achse Berlin - Paris?

Und was würden die übrigen EU-Länder dazu sagen? Das widerspricht doch dem Gedanken der EU. Warum sollte dann in der EU Hoffnung keimen? Die EU ist Musterbeispiel für ein Eliten-Projekt. Und es ist Zeit sie mit den Eliten zu entmachten!

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dieter 4711 08.05.2017, 15:51
2. Eine Einigung war immer möglich

Wieso verschiedene Intressen? Bisher war eine Einigung immer möglich.

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crazy_swayze 08.05.2017, 15:51
3.

Das war eine Wahl Anti-Le Pen und nicht Pro-EU.
Dass sich da die Gratulanten mal nicht zu sehr irren.
Die EU ist noch lange nicht aus dem Schneider. Sollte Macron in Frankreich keine sichtbaren Verbesserungen erringen, so wird Mdme Le Pen in ein paar Jahren durchmarschieren.

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EconomistGI 08.05.2017, 15:51
4. Zur Abwechslung könnte man ja auch mal Optimismus statt Skepsis zeigen

"Die Bundesregierung steht Macrons Plänen für die EU allerdings skeptisch gegenüber."
Ist dem wirklich so? Die deutsche Haltung die ganze Euroschuldenkrise hindurch war doch eher "Flexibilität bzgl. Verschuldung ist abhängig von demonstriertem Willen zu Strukturreformen". Da rennt die deutsche Regierung bei Macron doch offene Türen ein. Also wird Deutschland auch Frankreich entgegenkommen bei Wünschen zu EU- bzw. Eurozonenreformen, zumal auch Merkel weiß, dass langfristig nur die weitere politische Integration die Eurozone stabiliseren kann. Und Frankreich ist bekanntlich neben Deutschland DER Motor für die Europäische Union. Ich bin mir sehr sicher, dass Merkel und Macron sich bestens verstehen werden.

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denny101 08.05.2017, 15:52
5.

Die Zukunft der EU wird sich daran entscheiden, ob Frankreich seine Wirtschaft in Schwung bekommt und in erster Linie ob Italien sein Gesellschaftsmodell modernisieren kann, also ob es seine Korruption, seine Mißwirtschaft und seine politische/gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit in den Griff bekommt.

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Sonia 08.05.2017, 15:55
6. Französische Journalisten

haben offensichtlich einen klaren Blick. Es gibt keinen wirklichen Grund zum Jubeln. 25 % wählten gar nicht, 25 % wählten FN (dessen Wählerstimmen haben sich seit 2012 verdoppelt!!!) und diejenigen, die aus Verhinderungsgründen einen nicht gewünschten Präsidenten wählten, gibt es auch noch. Aber: Es wird gejubelt, als bräche jetzt eine neue Zeit an, würde die große Armut in Frankreich beseitigt, als verschwänden die vielen Ghettos der Großstädte - allein im Norden von Marseille leben in den Ghettos 40 % Menschen, die arbeitslos sind. Und eine Achse Berlin - Paris? Ein Land mit gigantischen Schulden, die es nunmehr dank des Wahlergebnisses weiter aufstocken will und weiter die Stabilitätskriterien der EU außer Kraft setzt. Das soll Europas Hoffnung sein? Sie wird es nicht sein und Italien wird sehr gut hinschauen, was passiert. Gar nichts wird sich mit Macron ändern. FN mit Le Pen muss einfach nur abwarten, wenn die auch zur Wahl in fünf Jahren ihre Stimmen verdoppeln - wer soll sie dann noch aufhalten?

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eriatlov 08.05.2017, 15:56
7. Dynamik gegen Massenträgheit

Im Gegensatz zur Deutschen Regierung muss Macron schnell brauchbare Ergebnisse für Frankreich liefern. Sonst wird es für ihn sehr ungemütlich im Parlament und auf der Strasse.

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fritz.lombard 08.05.2017, 15:58
8. Vielen scheint

gar nicht klar zu sein, wenn sie gewählt haben, um Le Pen zu verhindern. Zudem haben 4,3 Millionen Franzosen keine gültige Wahl getroffen . Auch wenn nun von der Eliten Maron gefeiert wird, die Probleme kommen erst jetzt. Die Frage, welche Wahl das kleinere Übel wäre, kann man jetzt seriös noch nicht beantworten. Macrons Vorhaben sind, wenn er sich nicht dem Kapitel beugt, geeignet, Kerneuropa in eine echte Krise zu führen. Eurobonds, ein gemeinsamer Finanz- und Wirtschaftsminister etc. währen der Tod der deutschen Exporte. Das wird noch spannend. Merkel sollte nicht zu früh ins Siegeshorn blasen lassen

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eckertoliver 08.05.2017, 16:01
9.

"Zwar wurde der Aufstieg des Populismus in der EU insgesamt zunächst gestoppt. Ob das aber eine Trendwende oder nur ein vorübergehender Rückschlag ist, weiß niemand."

Der FN hat doch seinen Stimmenanteil von rund 18 auf rund 36 Prozent nahezu verdoppelt glaube ich. Wie passt das mit der Aussage zusammen, der Aufstieg des Populismus in der EU insgesamt sei zunächst gestoppt worden? Das Gegenteil ist doch der Fall oder mache ich etwa einen Denkfehler?

Problematisch ist, wie ich den Spiegel kenne, aber ohnehin nur rechter Populismus. Der Populismus von links a la Schulz ist ja supi prima toll. Zur weiteren Zersetzung des Vertrauens der Menschen in die Demokratie tragen beide gleichermaßen bei, das ist meine Meinung.

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