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EU-Erwartung an Macron: Offiziell euphorisch
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Wird die Achse Berlin-Paris wiederbelebt? In der EU keimt nach Macrons Wahlsieg zarte Hoffnung. Doch einfach wird es nicht: In vielen Punkten prallen deutsche und französische Interessen aufeinander.

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Dr. Murks 08.05.2017, 16:53
30. Zumal die historische Achse

Zitat von tjhc
Macron ist nicht Le Pen. Das ist in meinen Augen sein einziger wirklicher Vorzug. Er bringt keine große Vision mit sich, zumindest nicht für die Abgehängten. Und die Achse - übrigens gerade in Deutschland ein historisch "sehr positiv" besetzter Begriff - Paris/Berlin? Die wird sich nicht viel im Gegensatz zu Merkel/Sarkozy bzw. Hollande verändern. Man erinnere sich: Schröder/Chiraq sind auch vor allem wegen ihres Widerstandes gegen den Irakkrig zusammengerückt. Macron ist für mich kein Grund zur Freude, sondern ein Grund nicht zu weinen.
am südlichen Reifen bald platt war:
https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisch-Italienischer_Krieg
https://de.wikipedia.org/wiki/Afrikafeldzug#Italienische_Invasion_.C3.84gyptens

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Stefan_C 08.05.2017, 16:59
31. Als wenn es so einfach wäre ...

Zitat von feld01
Um Sein Land zu Wachstum zu bringen, braucht er Hoheit über seine Fiskalpolitik und über den Wechselkurs, in einer Währungsunion mit den Deutschen werden ihm diese Instrumente genommen.
Ach so, nur ein wenig an der Fiskalpolitik und am Wechselkurs drehen und schon gehts mit der Wirtschaft bergauf? Und im Gegensatz zu den Deutschen, stehen im diese Instrumente nicht zur Verfügung (also die Deutschen sind in ihrer Fiskal- und Wechselkurspolitik völlig frei?)? Ich denke, Sie merken schon, dass das Mumpitz ist.
Ich behaupte mal, dass diese beiden Hebel das letzte sind, was das Wirtschaftswachstum befördert. Davor kommen andere weit wesentlichere Instrumente auf die ein Präsident kurzfristig nur wenig Einfluss hat. Die Europäische Union stellt an sich alles bereit, um eine prosperierende Wirtschaft zu erzeugen: Freihandel, stabile Währung mit geringer Inflation und (aktuell zu) geringe Zinsen. Der Rest muss aus den Ländern selbst kommen - Dtl. zeigt, wie es gehen kann.

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Stefan_C 08.05.2017, 17:07
32. Kommt drauf an

Zitat von claude
An Macron wird es wohl nicht liegen, wenn es darum geht die EU voranzubringen, aber der Willen muss halt auf allen Seiten vorhanden sein. Mit der kühlen pragmatischen Haltung von Frau Merkel wird da nicht viel gehen, ausser EU-Tagesgeschäft. Bei Frau Merkel sehe ich nicht wirklich eine Vision für die Zukunft Europas und absolut keinen Willen eigene Positionen auch nur einen Deut aufzuweichen. Mit einem Duo Macron-Schulz, könnte es vielleicht wirklich vorwärts gehen.
Mein Eindruck ist, dass Herr Macron weiss, dass er erstmal liefern muss, bevor er bei der "kühl pragmatischen" Merkel antanzen kann, um irgendwelche Kriterienaufweichungen etc. zu besprechen. Bisher kamen Sarkozy, Hollande, Renzi und wie sie alle hiessen nur mit Ausgabe-Ideen und boten ihrerseits nur ein paar Krümel an (siehe Hollande, der daheim in 5 Jahren nichts auf die Reihe bekommen hat).
Des weiteren hat der Herr Macron schon deutlich gemacht, dass die Franzosen in der Pflicht sind und heilige Kühe hat er auch nicht genannt. Von daher hat er ein Mandat zum regieren und reformieren.

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Proggy 08.05.2017, 17:40
33.

Zitat von schulz-fan
Die Achse Berlin-Paris kann nur fiunktionieren, wenn auch die Chemie stimmt. Schäuble kann in einem Europa des Aufbruchs nicht mehr Teil der Lösung sein. Auch Merkels Tage dürften gezählt sein. Die Menschen wollen frische Gesichter. Das haben die Franzosen uns gestern auf beeindruckende Weise gezeigt. Eine proeuropäische Achse Schulz-Macron ist zum Greifen nahe. Am Sonntag Hannelore Kraft wählen heißt für mich auch: Rückenwind für Schulz, Rückenwind für Macron, Rückenwind für Europa.
Ach Sie sind derjenige, der noch an den Schulz-Effekt und den Erdrutsch-Sieg am Sonntag in NRW glaubt. Der Schulz-Zug ist entgleist und die Schulz-Macron-Achse ist schon im Vorfeld gebrochen.
Beruhigend ist, dass es bei ihren Voraussagen weder im Saarland noch in Schleswig Holstein funktioniert hat. Wieso ausgerechnet jetzt im Chaoten-NRW mit Jäger und Co. -waren es nicht genug Politskandale, Versäumnisse und 'Vorkommnisse' in NRW?
Eine Armeslänge Abstand von dem Kreis für die Sozen auf dem Wahlzettel, ist das Mindeste.

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marialeidenberg 08.05.2017, 17:43
34. Die EU-Euphorie ist unberechtigt.

Der französische Präsiden weiß ganz genau, dass er die notwendigen Reformen nie und nimmer durchsetzen können wird. Dafür sind die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände viel zu stark und diffus organisiert.

Seine Idee, nur für den Euro-Raum ein gesondertes Finanzparlament, einen Finanzminister, ein Investitionsbudget und - natürlich - Euro-Bonds einzuführen, ist der erneute Versuch aller bewährten Schuldenmacher, sich frische Knete zu besorgen, vulgo: seine Schulden zu vergemeinschaften.

Deutschland müsse - so die neue Sprachregelung - Frankreich entgegenkommen, sonst: Le Pen. Diese Drohung spiegelt die griechische Methode der Erpressung wider: Entweder Ihr erlaubt mir ein höhere Schulden-Obergrenze oder ich ziehe Euch alle mit in den Orkus.

Was die EU Herrn Macron allenfalls erlauben wird (auch das schon widerrechtlich), ist das weiterhin fröhliche Reißen der 3-%-Hürde.

Das ganze ist nichts als eine Insolvenz-Verschleppung.

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EconomistGI 08.05.2017, 17:47
35. Realität beachten

Zitat von evastastna
irgendwie vergessen Sie,DASS EU AUS 27 Ländern besteht. Und nicht Frau Merkel alles alleine entscheiden kann, jetzt mit Frankreich. .Wozu Eu, wenn nur zwei Länder entscheiden??
In einer so großen Gruppe (28 Länder, demnächst 27) würde Stillstand herrschen, wenn nicht die größten und wirtschaftlich stärksten Länder als Antreiber fungieren. Alles andere ist Augenwischerei. Außerdem heißt das ja noch lange nicht, dass bei dem politischen Prozess, der der Entscheidung vorausgeht, nicht auch viel Input anderer Länder einfliesst. Schliesslich gibt es ja auch viele gemeinsame Interessen - es ist ja nicht so, dass jedes EU-Land etwas völlig anderes als die anderen Länder möchte.

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fliese1 08.05.2017, 17:56
36. Die EU

klammert sich an jeden Strohhalm. 25% waren Nichtwähler , für viele war Macron nur das kleinere Übel. Die 35 % die Le Penn gewählt haben sind auch nicht über Nacht verschwunden. Die Parlamentswahlen werden zeigen wohin die Reise in Frankreich geht. Dazu kommt noch die Streikfreude der Franzosen. Ich glaube auch nicht das viele andere Staaten Macrons Vorstellungen von Europa mittragen.

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OhMyGosh 08.05.2017, 18:00
37. Eine Achse Berlin-Paris?

Das besondere Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland galt bis 2005 als "moteur" der EU. Dann kam die Kanzlerin aus der Uckermark und ordnete das Verhältnis zu Frankreich neu. War Gerhard Schröder noch Chirac zufolge ein "frère", also Bruder, so geriet das deutsch-französische Duo schnell zur "mariage de raison", zur Vernunftehe. Das muss ja per se nichts Schlechtes sein, und dennoch erkaltete das Verhältnis immer mehr. Rationalität und kühle Distanz begleiteten fortan das Paar, und auch der demonstrative Marsch Hollandes und Merkels durch das erchütterte und verstörte Paris nach den furchtbaren Attentaten im November 2015 konnte nicht über die offensichtliche Entfremdung hinwegtäuschen. Vor allem die Kanzlerin agierte stets Kopf über Herz, was man ihr auch nicht verdenken kann, ist sie doch in einem ganz anderen "Biotop" aufgewachsen. Es wird interessant sein zu beobachten, ob und wenn ja wie die "Achse" wieder aufgerichtet werden kann. Denn im Hintergrund wirkt und webt die graue Eminenz WS... On verra.

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Ungarn 08.05.2017, 18:01
38. Den Mumm hat der neue Präsident

... Emmanuel Macron doch, aber Sie haben Recht, Herr Samuel Becker : es geht um ein " kniffliges Unterfangen ! " wie Sie es ausdrücken.
Herr Macron wurde von den meisten französischen Wählern nur schweren Herzens gewählt, sozusagen " faute de mieux "
Mir bleiben als Erinnerung folgende Worte im Sinn : " Wenn uns die Wahlergebnisse nicht gefallen, wollen wir Radau auf der Straße machen ! " so der 1. Sekretär der " kommunistischen " Arbeitergewerkschaft CGT., nämlich der 56jährige Philippe Martínez, um zwar die sogenannten " sozialen Errungenschaften verbissen zu verteidigen.
Zum Beispiel die 35Stunden Arbeitstag, die Rente mit 55 ( ja, sie lesen es korrekt ! ) von den Eisenbahnern und von den Krankenpflegerinnen, und, und, und...
Viel Glück, Herr Präsident Macron...

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schulz-fan 08.05.2017, 18:16
39.

Zitat von Proggy
Ach Sie sind derjenige, der noch an den Schulz-Effekt und den Erdrutsch-Sieg am Sonntag in NRW glaubt. Der Schulz-Zug ist entgleist und die Schulz-Macron-Achse ist schon im Vorfeld gebrochen. Beruhigend ist, dass es bei ihren Voraussagen weder im Saarland noch in Schleswig Holstein funktioniert hat. Wieso ausgerechnet jetzt im Chaoten-NRW mit Jäger und Co. -waren es nicht genug Politskandale, Versäumnisse und 'Vorkommnisse' in NRW? Eine Armeslänge Abstand von dem Kreis für die Sozen auf dem Wahlzettel, ist das Mindeste.
Ihr Beitrag ist nicht nur polemisch, er ist auch kontrafaktisch. Fakt ist zum Beispiel, daß die SPD die einzige Partei ist, die kein Nachwuchsproblem hat. Die SPD erinnert ein bisschen an En Marche in Frankreich. Geben Sie ruhig mal bei Google die Stichworte SPD und Eintrittswelle ein. Die SPD saugt sich das doch nicht aus den Fingern. Das Problem in SH war die Home Story, die dann von der Union genutzt wurde, um von den wichtigen Sachthemen abzulenken. Katarina Barley hat das gestern im Fernsehen genau erklärt und den Herren von Union um die Ohren gehauen, so dass denen Hören und Sehen verging. Wenn die Union keine unseriöse Schmutzkampagne führen kann, gehen ihr die Argumente aus. Kennen wir schon. An Hannelore Kraft wird sie sich die Zähne ausbeissen. Die Achse Düsseldorf-Berlin-Paris ist eine Achse für Europa. En marche!

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