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EU-Gipfel in Brüssel: Was passiert ist - und was nicht
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"Ich werde keinen Deal akzeptieren, der nicht erfüllt, was wir brauchen": Am ersten Tag des EU-Gipfels kam es vor allem zum Streit über einen möglichen Brexit, Premier Cameron droht mit einem Eklat. Der Überblick.

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middleearth 19.02.2016, 01:13
1. Sollen die Briten

nur Vorteile gewinnen in der EU zu sein? I stimme Frankreich bei, dass die Festland EU Mitglieder keine
Herrschaft England's, die noch im Zeitalter der Kolonial
Bedingungen steckt, so einfach hinnehmen sollten.
England, heute, ist nur noch eine Insel, eine Gross-Bank der Welt des Kapitalismus. Brexit is Exit fuer England in vielen Hinsichten - die Angel-Sachsen
sind schon lange begraben.
und sie werden kleiner und unbedeutender von Jahr zu Jahr - Entweder mit oder gegen Festland West-Europa - diese Entscheidung muss Cameron auf
seinen Schultern tragen -

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frank2013 19.02.2016, 01:24
2. Schottland wird EU-Außengrenze

Wenn GB austritt, könnte es passieren, dass Schottland der EU beitritt, sein Nordseeöl mitnimmt und eine Flüchtlingswelle aus England versucht, nach Schottland einzudringen, welches seinerseits den Limes an seine Südgrenze verlegt hat.England droht zu verarmen und die Pubs haben endlich wieder eine Zukunft.

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friedrichii 19.02.2016, 01:32
3.

"Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie werde alles dafür tun, "dass Großbritannien ein Teil der Europäischen Union bleiben kann"."

Das hört sich gar nicht gut an. Hört sich an wie damals bei Thatcher, als Deutschland für den sogenannten "Britenrabatt" gerade stand.

Will Merkel nun den Briten die gezahlten Sozialleistungen ersetzen ?

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naive is beautiful 19.02.2016, 02:05
4. es gibt keine lex britannia

Die Briten haben zu verschiedenen Zeitpunkten und im Streit um verschiedene Fragen rund um Pfründe, Vorteile und Briten-Rabatte gelernt, dass man seine Forderungen nur laut genug herausschreien und einfordern muss - und schon knickt Resteuropa willfährig ein.
Nun pokert Cameron, getrieben sowohl von halbwegs noch europafähigen als auch von unsäglichen GB-Großmachtphantasten, um die quasi bedingungslose Unterwerfung 'der Anderen' unter die Knute, Peitsche und Weisungsmacht der Briten.
Dabei droht Cameron zwar de facto aber nicht wirklich wirkungsvoll mit einem Brexit im Sinne von 'GB verlässt die EU' (das wäre angesichts der im Vergleich der 'Großen' in der EU blamabel schwachen Industrieinfrastruktur des Landes auch wenig eindrucksvoll geschweige denn furchterregend), sondern im Grunde vielmehr mit dem 'Exit der City of London', also dem Auszug des weltgrößten Finanzhandelsplatzes aus der Europäischen Union.

Die Drohung lautet mehr oder weniger unverhohlen: Wenn Ihr EU-Reststaaten nicht kuscht, findet praktizierte Finanzpolitik künftig ohne Euch statt.

Diese Arroganz des Geldes funktioniert gleichwohl nur solange GB seine historisch gewachsenen und gefestigten Bande zu den US (hier insbesondere zu den US-Finanzmärkten) ungestört ausspielen kann.

Leider ist 'Resteuropa' derzeit fast ausschließlich mit Flüchtlingsthemen befasst und darob reichlich zerstritten. Für eine souveräne und selbstbewusstere Auseinandersetzung mit der britischen Sylvester-Dauerbeböllerung scheint da kaum noch Raum zu sein - was Cameron durchaus in die im Grunde nicht wirklich starken Karten spielt.

"Ich werde keinen Deal akzeptieren, der nicht erfüllt, was wir brauchen" - so ein billig-durchsichtiges Argumentationsmanöver ohne echte Asse im Ärmel könnte in Brüssel so ziemlich jeder EU-Kernstaat in den Ring werfen, kein anderer tut es aber.

Die wohl einzige Option, Cameron ohne Wunschergebnis und damit blamiert nach Hause zu schicken, würde ein energisches Zusammenrücken von D, F, I, A und Benelux als starke Front gegen allzu unverschämte GB-Fantasien erfordern - parallel dazu müsste sich Kerneuropa 'ex-GB' MINDESTENS dazu durchringen, seinerseits die Finanzbande zu den USA erheblich enger zu knüpfen, z.B. durch einvernehmliche energische Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt.

Ein Ausscheiden GBs aus der EU ist nicht wirklich wünschenswert, aber notfalls verkraft- und überlebbar. KEIN anderer EU Staat sollte, nein DARF sich von den leider typisch britischen Egoismen erschrecken oder gar ins Bockshorn jagen lassen. Oder lassen wir uns neuerdigs auch von Trump beeindrucken...? :)

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michael1971 19.02.2016, 02:29
5. Zurück auf Null. Zeit für einen Neubeginn

Die Idee einer gemeinsamen EU-Politik hat lange Zeit gut funktioniert und viele Jahrzehnte für Frieden gesorgt, weil man sich zusammensetzen konnte und Konflikte lösen konnte. Der Euro als gemeinsame Währung war die Krönung der Europäischen Union, eine Währung deren Hüter völlig unabhängig von Interessen der Nationen für eine stabile Währung sorgen sollten. Im Prinzip eine revolutionäre Idee. Das waren Kommunismus und Sozialismus auch.

Jetzt steht die EU vor einem Scherbenhaufen. Deutschland in der Mitte und eine einsame Scholle, auf der die letzten Optimisten noch versuchen, das Ganze zu retten, bevor es endgültig auseinanderbricht.

Politisch steht derzeit jedes Land für sich, die gemeinsame Währung ist zum permanenten Damoklesschwert geworden, dennoch sind die meisten der EU überzeugte Europäer. Wenn es denn basisdemokratisch und nicht primär durch Bürokratismus bestimmt und die gemeinsame Währung durch Geldsorgen einzelner Staaten erpressbar wäre.

Gemainsamkeit in Europa funktioniert derzeit nicht, aber aus den bisherigen Erfahrungen sollte man lernen. Europa hätte hervorragende Chancen, wenn man die gewonnenen Erkenntnisse im nächsten Anlauf nutzen würde..

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einwerfer 19.02.2016, 02:44
6. Das grundlegende Problem

ist, das GB seine Werte in Pfund Sterling mißt und der Großteil der EU die seinen in Euro. Eine gemeinsame Rückbesinnung auf den Franc (Liberté, Égalité, Fraternité) wäre wünschenswert ist aber wohl illusorisch.

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nofreemen 19.02.2016, 03:17
7. wider dem tierischen Ernst

Ein Land hat die Führer die es verdient und das gilt im besonderen für Demokratien wie Deutschland eine ist. Kompromisse bis zur Schmerzgrenze. Im Gesensatz zu wilden Strassentieren die ihr Revier verteidigen wenn Fremde Artgenissen eindringen, unterscheidet sich der gesunde Mensch von dieser Gattung und reicht die Hand. Sich zu unterscheiden ist das Privileg des Menschen sagt man. Von der Natur lernen ist auch so ein Privileg. Was aber wenn Tiere mehr Verstand haben als Menschen? Ja, darüber wird gerade verhandelt.

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laotse8 19.02.2016, 03:41
8. Passt doch gut zusammen

Die eine erklärt, dass sie "alles" tun wird um einen Brexit zu vermeiden, und der Gegenüber erklärt, dass er alles erfüllt bekommen will, wenn es nicht zum Eklat kommen soll. Mit Merkel verhandeln muss wunderbar sein!

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kj.az 19.02.2016, 04:20
9. In Europa sind alle immer Partner

Jawoll, Frau Merkel !
Wie immer haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
Allerdings ist dieser Nagel jetzt krumm und zu nichts mehr zu gebrauchen.

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