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EU-Politiker Jan Philipp Albrecht: "Man muss krasse Ambitionen äußern"
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Jan Philipp Albrecht war einer der wichtigsten Politiker im Europaparlament. Jetzt wird der 35-Jährige Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein. In Kiel will er weiter EU-Politik machen - nur etwas anders.

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Mümmel 05.08.2018, 11:24
20. Der ist kein Bauer, der ist Rechtsinformatiker.

Der hat soviel Ahnung von Landwirtschaft wie ein Ochse vor dem neuen Scheunentor.

Eine Lachnummer.

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ip2018 05.08.2018, 11:27
21.

Zitat von gehringm
“Da weder die USA noch China eine vergleichbare Norm vorzuweisen haben, wird das EU-Gesetz gerade zum weltweiten De-facto-Standard.“ Bin ja gespannt wann die ersten Fotos der Staats- und Parteichefs dieser Welt mit geschwärzten Balken um die Augen in der Presse zu sehen sind. Bei deutschen Schulfotos gibt's das schon...
....weil Deutschland das Gesetz 1:1 übernommen hat. Das war unnötig, denn die einzelnen EU-Staaten hatten genug Spielraum, um eigene, schon vorhandene Gesetze, zu berücksichtigen. Mit der Folge, daß praktisch jede Person, die auf einem Bild auftaucht, erst gefragt werden muß. Und mit der Folge, daß sich hier eine Abmahnindustire im großen Stil bedienen kann. Unser bisheriges Recht auf das eigene Bild war völlig ausreichend. Aus Dummheit, Unwissenheit oder "wir sind die besten Europäer" heraus, wurde das Gesetz aus Brüssel aber komplett übernommen.

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Nordlicht1 05.08.2018, 11:29
22. aus meiner Sicht als IT'ler...

... ist die DSGVO wirklich ein grosser Wurf für alle Verbraucher und Datenschützer - danke an Herrn Albrecht und alle Datenschutzgurus! Die Foristen, die hier die DSGVO harsch kritisieren, kennen sich vermutlich kaum mit Datenschutz aus und haben die 2-jährige Übergangsfrist von 2016 bis zum 25.05.2018 schlicht ungenutzt verstreichen lassen und dann offenbar noch schlechte Berater angeheuert.

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schumbitrus 05.08.2018, 11:29
23.

Zitat von gluonball
Verstehen sie mich nicht falsch aber was hat es den gebracht außer mehr Bürokratie und Papiermüll? [..] dann sagt der Anbieter:"Ja, tschüss!" Aber ich will ja das Angebot nutzen und vermutlich will ich es nutzen weil es das beste ist. Da werde ich diese Entscheidung wegen der DSGVO nicht überdenken. Am Ende hat sie so wie ich es sehe gebracht, dass ich noch mehr dazu erzogen werde blind alles zu unterschreiben was man mir vorlegt. Ich war davor jemand der im Fitnessstudio sich die AGBs durchgelesen hat bevor ich den Vertrag abgeschlossen habe. Aber jetzt noch die DSGVO oben drauf ist auch mir zu viel.
Sorry, verstehen Sie mich nicht falsch - aber Sie sollten sich mehr mit den Tatsachen beschäftigen und weniger mit den Halbwahrheiten und der Hysterie, die vielfach (durchaus bewusst geschürt ..) verbreitet ist.

Es geht hier um Machtfragen und wem die Macht mal zugefallen ist oder wer sie auch an sich gerissen hat, wird sie nur unfreiwillig wieder hergeben. Und genau das spüren sie gerade.

Fakt ist aber, dass Macht in einer freien und demokratischen Gesellschaft legitimiert sein muss - und die Macht, die vom (proprietär-)Digitalen ausgeht ist absolut willkürlich - und lädt eben zum Missbrauch à la Trump oder Pofalla ein. Und genau wie das Beispiel, das Sie bemühen: Genau gegen diesen Machtmissbrauch setzt die DSGVO doch einen Rechtsrahmen!

Wenn Sie das (vielleicht noch) nicht verstehen, dann lesen und hören Sie vielleicht mal im Angebot von heise.de nach. Gerade letzten Donnerstag gab es eine ausführliche "Heise Show", in der die ersten 2 Monate nach "Scharf-Schaltung" reflektiert werden. Heise hat dazu viele sehr fundierte und lesenswerte Artikel und Positionen - nicht erst seit der Hysterie am 25. Mai.

Wenn sich also sachlich bleiben wollen, dann recherchieren Sie einfach noch ein bisschen in seriösen Quellen. Ich denke, dann kommt auch die Einsicht ..

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moev 05.08.2018, 11:37
24.

Die DSGVO ist ein nutzloser Papiertiger, das 98% der Nutzer schlicht ungelesen allen arten von EULA & Co. zustimmen.

Grade einige der großen Unternehmen, mit denen im Hinterkopf die DSGVO gestaltet wurde, haben sich bei der Gelegenheit sogar noch mehr Rechte geben lassen als vorher.

Die einzigen, die die DSGVO Belehrungen lesen sind quasi Anwälte auf der Suche nach abmanhnwürdigen Fehlern.

Die DSGVO ändert nichts daran wie die Konzerne mit den Daten von 98% ihrer Nutzer vorgehen, da diese jetzt auch nochmal explizit DSGVO-Konform ihre Zustimmung erteilt haben.

Sie hat lediglich etliche kleinere Unternehmen und Privatuser aus dem Netz gejagt, die keine Lust hatten ihre Auftritte DSGVO-sicher zu machen.

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ip2018 05.08.2018, 11:38
25.

Zitat von Nordlicht1
... ist die DSGVO wirklich ein grosser Wurf für alle Verbraucher und Datenschützer - danke an Herrn Albrecht und alle Datenschutzgurus! Die Foristen, die hier die DSGVO harsch kritisieren, kennen sich vermutlich kaum mit Datenschutz aus und haben die 2-jährige Übergangsfrist von 2016 bis zum 25.05.2018 schlicht ungenutzt verstreichen lassen und dann offenbar noch schlechte Berater angeheuert.
Sie mögen "IT-ler" sein. Aber wahrscheinlich im hintersten, dunklen Büro um Code zu schreiben. Und mit viel Zeit, sich um solch einen Mist zu kümmern. Das bisherige Datenschutzgesetz in der BRD war volllommen ausreichend. Es gab nämlich schon das Recht aufs eigene Bild und Daten.


"....kennen sich vermutlich kaum mit Datenschutz aus und haben die 2-jährige Übergangsfrist von 2016 bis zum 25.05.2018 schlicht ungenutzt verstreichen lassen und dann offenbar noch schlechte Berater angeheuert...."

Klar doch. Jeder hat soviel Zeit und die Muse wie ein Schullehrer, um sich täglich mit dem Mist zu befassen. Frage: haben Sie ein soziales Leben, z.B. in einem Verein? Fragen Sie mal dort nach. Fragen Sie mal einen Kleinbetrieb mit 11 Mitarbeitern. Denn ab 10 Mitarbeitern muß jetzt eine Person benannt werden, der über dem Mist wacht.

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Nordlicht1 05.08.2018, 11:44
26. ja, das Leben in einer globalisierten Welt wird komplexer...

Zitat von gluonball
Verstehen sie mich nicht falsch aber was hat es den gebracht außer mehr Bürokratie und Papiermüll?
Aus meiner Sicht (als IT'ler wohlgemerkt) sorgt die DSGVO erstmalig dafür, dass sich zumindest ein Teil der Leute, die nicht alles blind unterschreiben, ernsthaft Gedanken machen, was mit ihren Daten passiert. Haben Sie sich einmal die seitenlange Microsoft EULA ('End User License Agreement') bei der Installation von Windows oder die AGB's von dem ach so tollen WhatsApp durchgelesen? Die meisten Deutschen dürften WhatsApp nicht nutzen, weil sie gegen deren AGB verstossen, ohne dass es sie juckt.

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schumbitrus 05.08.2018, 11:45
27.

Zitat von christiansteiffen
"Selbst die US-Internetgiganten Facebook, Apple, Google oder Amazon setzen die DSGVO um." Ja genau, und zwar auch nur die, Herr Albrecht. Die kleinen Blogs und Foren machen reihenweise dicht!
Wer was Substanzielles mitzuteilen hat, der hat auch mit der DSGVO kein Problem: Entweder erhebt er/sie keine Daten oder er/sie geht pfleglich mit den Daten seiner Nutzer/Leser um.

Wer dazu nicht willens und in der Lage ist fährt tatsächlich besser damit, seine/ihre Angebots-Leiche runter zu nehmen ..

Die Auflagen sind absolut überschaubar und angemessen und zudem sind die Aufsichtsbehörden zunächst BERATEND unterwegs. D.h. jede Hysterie ist hier vollkommen deplatziert. Die (berechtigt spürbaren) Sanktions-Optionen gibt es für die Organisationen, deren Schadenspotenzial aufgrund von Datenmenge und Sensibilität groß ist.

Insofern ist es doch vollkommen ok, wenn jemand, der/die durch die DSGVO zum kritischen Hinterfragen des eigenen Angebots angeregt wird - und der/die sich dann auch dagegen entscheidet, es rechts-konform weiter betreiben zu wollen.

Denn gerade für Deutschland muss man doch sagen: DIE RECHTSLAGE HAT SICH QUASI NICHT GEÄNDERT - Was nach dem 25. Mai illegal war, war es aufgrund des deutschen Datenschutzrechts i.d.R. SCHON LANGE VORHER AUCH SCHON. Nur waren die Verstöße (mit zum Teil dramatischen Folgen für Betroffene/Opfer!) kaum sanktionierbar. Genau da hat die Verordnung jetzt für mehr Klarheit gesorgt. Und wer sein Angebot unter diesen Umständen nicht fortführen will, ist vorher auch schon lange auf sehr dünnem Eis unterwegs gewesen - vermutlich vielfach ohne auch nur eine Idee von den Risiken zu haben, die er/sei für sich und seine/ihre Leser/Nutzer/Kunden eingegangen ist!

Insofern kann man in Sachen Hysterie ruhig mal etwas abrüsten und zu den Fakten zurück kehren!

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Timothy Martin 05.08.2018, 11:46
28. die DSGVO ist richtig und wichtig. ..

....ihre Umsetzung im Bundestag ist falsch und Pluralismus Feindlich. Das liegt womöglich daran, das der Anspruch 'die Gleichheit vor dem Gesetz' zu erfüllen, dazu führt ' Ungleiches Gleich zu behandel' und somit die Realität dem Gesetz anzupassen. Ist ja auch einfacher, als sich mit der Vielfalt der Realität auseinander zu setzen. In den Kommentaren wird 'der Überbringer der Botschaft' geköpft, statt den Verantwortlichen die Leviten zu lesen.
Ich wünsche dem neuen Minister viel Erfolg beim ausmisten seines neuen Stalls.

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realist-42 05.08.2018, 11:50
29. Rechtsrahmen

@schumbitrus Das DSGVO ist ein Rechtsrahmen, und genau das ist das Problem. Es besteht eine massive Rechtsunsicherheit, durch die durchgängige Nutzung unscharfer Rechtsbegriffe. Das einzige was feststeht sind die enormen Strafandrohungen. Um beim Klassenfoto zu bleiben, so ist nicht geklärt, ob die Einwilligung der Eltern reicht. Was passiert, wenn die Kinder volljährig werden, und auf eine Entfernung ihres Konterfeis klagen?

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