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EU-Verhandlungen: Fantasien aus dem Brexit-Land
AP

Die EU will Großbritannien nicht für den Austritt bestrafen - eigentlich. Doch in Wirklichkeit kann sie gar nicht anders. Das liegt auch daran, dass die Briten offenbar völlig unrealistische Erwartungen an den Brexit haben.

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Joe Amberg 29.03.2017, 19:17
1. Die einzige völlig unrealistische Einschätzung...

...findet in den deutschen Medien statt. Was durften wir nicht alles für Beiträge lesen dass es a) gar nie zu einem Brexit Votum und b) nie zu einer Austrittserklärung kommen wird. Alles Makulatur. Und jetzt werden "wir" also UK "bestrafen". Völliger Unfug; alleine der Anteil von UK am Vermögenszuwachs der EU beträgt locker 60 Mia, die Nettoaustrittszahlung ist dann also 0. Von den absurd unsinnigen angeblichen Handelshemmnissen - die primär die EU treffen werden - ganz zu schweigen. Gruss aus der Schweiz...

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jj2005 29.03.2017, 19:20
2. Dreckig

Es wird auf einen "dreckigen" Brexit hinauslaufen. Tausende Verordnungen können in der Praxis kaum "verhandelt" werden, mit Zustimmung aller Mitgliedstaaten - das ist blauäugig. Sie werden dann wohl schlicht für UK als "abgelaufen" erklärt. Die negativen Auswirkungen werden gern übertrieben - man wird wohl weniger Handel treiben, weil beide Seiten Zölle erheben. Na und? Die Einnahmen gehen ja nicht verloren, sie fliessen in den Staatshaushalt. Und sooo grosse spezifische Produktivitätsunterschiede gibt es zwischen der Insel und dem Kontinent auch nicht. Die unspezifischen dagegen werden durch Wechselkursanpassungen ausgeglichen: Keine Arbeitsplatzverluste, dafür werden importierte Waren etwas teurer. Alles halb so schlimm...

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D. Brock 29.03.2017, 19:22
3. Der Brexit muss ...

... weh tun und er wird weh tun. Glasklar.
Was selbstverständlich nicht geht, ist Privilegien beibehalten und sich aus den Pflichten stehlen. Das wäre dann für jeden erkennbar moralisch absolut verkommen und das steht Großbritannien sehr schlecht an; würde und könnte zudem auch niemand mitmachen, der nach klar bei Verstand ist.
Die Demokraten sind hier gefragt, nicht nur in Großbritannien, vor Augen zu führen, was kurzsichtiges, man könnte auch sagen, DUMMES Handeln für Folgen hat. Und damit den Rechtspopulisten den Wind aus den Segeln nehmen.
Schade, dass es jetzt noch nicht so offensichtlich ist und die Wahlen in Frankreich unmittelbar bevorstehen.
Schade für die britische Jugend, die sich von Wählerschichten ohne den entscheidenden Durchblick diesen Brexit haben einbrocken lassen. Auch dies ist hoffentlich eine Lehre: Bei entscheidenden Wahlen und Abstimmungen geht man HIN!

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sojetztja 29.03.2017, 19:23
4.

"Es steht zu befürchten, dass die Brexit-Befürworter ihn deshalb als Bestrafung durch die EU brandmarken werden. Denn sonst müssten sie am Ende womöglich selbst die Verantwortung übernehmen."
.
Und nichts fürchtet der Populist mehr als Verantwortung & die Notwendigkeit, seinem Geschwätz Taten folgen zu lassen. Bester Beweis: Farage & Johnson.

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Thomas 29.03.2017, 19:26
5. Natürlich

Natürlich werden Sie die EU beschimpfen. Aber das ist doch langsam egal. Ich bin eben von Antwerpen ins Ruhrgebiet gefahren - dienstlich. Ohne Grenzen & engste Zusammenarbeit zum Wohle aller. Wer das nicht will, soll gehen.
Um die EU habe ich keine Sorge; aber wenn zB Ungarn und Polen keine enge Zusammenarbeit wollen, dann sollen sie auch gehen.
Lasst uns mit denen Zusammensein, die das wollen.

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heinzgünther 29.03.2017, 19:26
6. Ich verstehe nicht,

Ich verstehe nicht, wo die Bestrafung liegen soll. Die Briten wollten raus.
Nun können sie entweder wie die Schweiz oder Norwegen Pflichten gegenüber der EU annehmen und dafür einige Rechte bekommen, oder sie werden den Status eines drittlandes haben. Ohne Pflichten und eben auch ohne Rechte.
Wer es als Bestrafung sieht, dass man mit seinen Pflichten eben auch seine Rechte verliert, dem ist doch nicht mehr zu helfen!

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Frietjoff 29.03.2017, 19:26
7. Bestrafungsmythos (in vorauseilendem Gehorsam?)

Was soll dieser Unsinn mit der Bestrafung? Warum lässt sich der Autor hier als Wasserträger der Brexiteers einspannen, die natürlich versuchen müssen, die EU als Sündenbock hinzustellen, wenn der Karren unweigerlich von der Klippe rast?

Ich hätte kein Problem mit der schmerzlosen Norwegen-Option, aber wenn die Engländer sich dagegen sperren (weil sie die Freizügigkeit ablehnen), bleibt eben nur der harte Austritt.

Ansonsten könnte die EU sich gleich abschaffen, denn Markt ohne Freizügigkeit wäre ihr Ende. Und das will nicht nur Deutschland verhindern, sondern alle Länder, die ohne EU wirtschaftlich ruiniert werden -- also auch gerade die sonst vermeintlich europaskeptischen Ungarn und Polen.

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Atheist_Crusader 29.03.2017, 19:27
8.

Doch, die EU hätte einigen Grund, Großbritannien für den Ausstieg zu bestrafen. Schon alleine um Nachahmer abzuschrecken.
Die Frage ist allerdings was als Strafe zählt. Dass man keinen Zutritt mehr auf den EU-Binnenmarkt mehr hat wird vielleicht in London als Strafe empfunden, unter geistig Gesunden gilt das aber als normal: wer raus aus dem Club ist, darf nicht mehr die Vorteile des Clubs genießen.

Und may mag sich gerade aufplustern, aber nur weil sie etwas will, heißt das noch lange nicht dass sie es auch bekommt - sowohl von der EU als auch aus den eigenen Reihen. Ich denke, am Ende wird es eine ähnliche Regelung wie mit der Schweiz oder Norwegen geben. Man akzeptiert die Regeln und darf mitspielen. Nur dass man dann eben kein Mitspracherecht mehr hat.

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edelstein 29.03.2017, 19:28
9. Brexit

Ich gehe davon aus,daß GB in 2 Jahren ein Desaster erleben wird.Allerdings werden die jetzigen Befürworter jegliche Schuld von sich weisen und der EU, insbesonders den Deutschen, die Schuld geben.Ich würde jetzt schon darauf wetten.

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