Forum: Politik
Euro-Krise: Die rätselhaft coolen Deutschen

Der Euro*taumelt, die Nachbarländer meckern über die*Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel. Doch die Deutschen bleiben*anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit?

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Oberleerer 02.12.2011, 18:24
450. .

Das Soziale Netzt ist bisher wenigstens so gut, dass laufende Kosten gedeckt werden.
Kaum jemand in meinem Bekanntenkreis hat Vermögen, kaum jemand macht Schulden. Wenn es also Kracht, sind die 1-2 Monate auch schnell ausgestanden.
Die German-Angst packt nur die 5% der Mächtigen, der Vermögenden. Selbst diese werden vlt. 1/3 ihrer Mrd. verlieren. Kurzfristig.

Ich mache mir mehr Sorgen um die Länder mit einem galoppiernden Bevölkerungswachstum, die weder Reserven haben noch Industrie noch irgendeine andere Möglichkeit, die Leute zu ernähren.

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rakatak 02.12.2011, 18:25
451. .

Zitat von msmt
(...) es ist sehr zu begrüßen wenn das Deutsche Volk etwas mehr Ruhe und Gelassenheit an den Tag legt. Die Panik und Angst hat doch bisher noch nie zu guten Ergebnissen geführt. (...)
Haben Sie mal ein Beispiel, wann in diesem Land "Angst und Panik" die Gesellschaft beherrschte? Mir fällt da trotz heftigen Grübeln nichts ein. Mir scheint das das allgemeine Gequatsche von der 'German Angst' nur ein alberner Popanz ohne wirkliche Grundlage zu sein.

Heutzutage werden ja gerne mal irgendwelche lauwarmen Bratkartoffeln ins mediale Rund geworfen, an denen sich dann alle ganz erregt delektieren sollen.

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Einweckglas 02.12.2011, 18:33
452. Nicht ganz unrecht...

Zitat von dikon
coolness? Ach, ich denke es ist einfach Erfahrung. Wir haben in Deutschland drei Revolutionen gehabt, zählt man die Reformation und die Bauernkriege dazu sogar vier. Jedesmal ging es denen die da revoltierten hinterher schlechter als zuvor. Warum also Revolution. Zynisch betrachtet war es für den Wohlstand sogar besser dem Adolf in den Untergang zu folgen. Betrachtet man die Wohlstandsentwicklung in der Bundesrepublik nach 45 dann begann das Elend erst, als die Brüder und Schwestern wieder auf Revolution machten. Also lautet doch die einfache Botschaft, sei ruhig und Folge Deiner Regierung, je groesser die Zerstörung ist, desto besser geht es hinterher den Überlebenden. Als Revoluzzer wird man nur von der eigenen Revolution gefressen. Ich könnte mir vorstellen, dass es genug Leute gibt die dem Hosenanzug folgen, eben weil da endlich wieder ein grosser Untergang am Horizont droht. Ironiemodus/aus
Ich...der sowieso nichts habe, sehe das alles ganz gelassen. Die Altersarmut kommt sowieso für das Herr der Geringverdiener...und dieses Her wird wachsen. Wer schaut da nicht gerne dem grossen Untergang entgegen, nach welchem dann (so nährt die Hoffnung) vielleicht die Karten wieder neu gemischt werden.

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mixolydisch 02.12.2011, 18:43
453. Coolness

Zitat von B.Lebowski
Cool ? Wir ? Ich lach mich kaputt. Wir sind doch diejenigen, die bei jeder Blähung das Ende der Welt wittern, während die anderen Nationen sich über uns wundern.
Ich glaube nicht, dass wir ständig das Ende der Welt wittern. Das ist ein Mythos, der eigentlich nur von der Bild gepflegt wird. Ein wenig Koketterie ist auch dabei. Immer gleich den Weltuntergang zu sehen ist, auch eine Art unseres Humors. Ich glaube, dass die Deutschen grundsätzlich ziemlich cool (geworden) sind. Denn ein Volk, dass in den letzten hundert Jahren, so oft in die Sch.... getreten ist, sollte gelernt haben cool zu bleiben - wenn es nicht so wäre, müsste ja, gerade jetzt, die Hälfte der Bürger auf Massendemonstrationen anzutreffen sein.

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saturnring 02.12.2011, 18:46
454. Medienpanik

Panik findet doch immer nur in den Medien und an den Börsen statt. Der normale Mensch sieht die Dinge viel rationaler. Ich hab in all den Jahren noch nie erlebt, dass mein Umfeld in Panik ausgebrochen wäre, während in den Medien ein Weltuntergang nach dem anderen beschworen wurde.

Journalisten haben, genauso wie Politiker, einfach wenig Ahnung was das Volk so denkt.

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marypastor 02.12.2011, 18:48
455. Die kommt daher,

Zitat von sysop
Der Euro*taumelt, die Nachbarländer meckern über die*Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel. Doch die Deutschen bleiben*anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit?
dass a) die Deutschen gegen Krisen durch die Ereignisse der letzten 100 Jahre ein dickes Fell bekommen haben und wissen , dass es immer weitergeht, wenn man hart arbeitet und b) tatsaechlich Vertrauen in die Regierung vorhanden ist. Und dann c) : alles zu kompliziert, man kann eh' nichts machen.

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Mr. XXX 02.12.2011, 18:50
456. Es gibt schon genug Gehirnwäsche...

Zitat von marcaurel1957
Ich wil Ihre religion nicht erschüttern, aber hier mal einige Fakten: Die DM war im Aussenwert deutlich instabiler als der Euo und hatte im Laufe der Jahre ein Inflation von durchschnittlich 2,7%. Hingegen liegt der Euro bei 1,9 %
Wollen Sie hier ernsthaft behaupten, dass die reale Inflation in D. in den 11 Jahren des Teuro bei 1,9% p.a. lag?

Zahlen der EZB -ob beschönigt oder nicht- beziehen sich doch ohnehin nur auf die Preisentwicklung der auf dem Markt angebotenen Güter, dies meist als statistischer Mittelwert für die gesamte Euro-Zone. Im Warenkorb zur Ermittlung des Presisniveaus befindet sich nämlich nicht der Artikel namens "Arbeit" und dessen Preisniveau. Mit anderen Worten bezogen auf D.: Bei realer Inflation X bei Verbrauchsgütern und Deflation Y bei Entlohnung wird der Verbraucher ohnehin mit ganz anderen Inflationsraten konfrontiert.

Entweder wollen Sie hier die "alte BRD" madig machen oder Sie leben vom Teuro. Oder beides...

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Nicetrise 02.12.2011, 19:05
457. Kristallkugel ?

Die brauch man nicht wirklich. Wer sich neben den Prüfungsplänen in der VWL mit VWL beschäftigt weiß, dass unser System - Geldsystem und Politsystem - in diesem Gefüge zusammenbrechen muss.

Start (z.B. nach einem Eigentum zerstörenden Krieg) -> Boom (Da Eigentum erneut geschafft werden muss) , bei gleichzeitiger Verschuldung der Staaten durch Anspruchserfüllung als Wahlerfolgsmittel -> Rezession (Durch Bedarfsdeckung)

Dann kommt das entscheidende: Neue Märkte erschließen (Schwellenländer) - das hat auch Grenzen. Wer sich mit Passivveredelung und Rohstoffverteilung auskennt weiß, dass es nicht ohne weiteres möglich ist, bis in die Unendlichkeit neue Märkte zu erschließen.

Weiter gehts: Geldsystem kommt an seine Grenzen. Verschuldung erreicht ein Level, dass irgendwann nicht mehr durch Neuverschuldung getragen werden kann (Ist denke ich logisch). Lösung: Superlativ suchen. In unserem Fall der Euro. Der wiederum an seine Grenzen stößt (Enteignung durch Inflation, max. Verschuldung der Kleinstaaten durch zu günstige und nicht Marktgerechte Zinsen) Die Bereitschaft der Menschen sinkt. (Der ungefähre geschichtliche Verlauf eines Papierwährungssystems wo das Geldschöpfungsmonopol beim Staat liegt)

Lösung: Erneuter zur Zerstörung des Eigentums provozierter Krieg. (Siehe aktuell Lybien - schaut mal wer den Krieg offensiv geführt bzw. angetrieben hat - und welche Firmen mit welchem Firmensitz dort den wieder Aufbau regeln - Kleinkriege reichen aber nicht um die Konjunktur so über trefflich zu steigern).

Lösung2: Größere Superlative suchen. Stichwort: Weltwährung oder Europäische Elitewährung. Und das Spiel geht von neuen los.

Was der entscheidende Aspekt ist: Die Wirtschaft wird immer dadurch neu entflammt, indem die Menschen am Ende der Kette (Bank - Staat - Großkonzerne - Mittelstand - Angestellte - Arbeiter <- das übrigens auch die Treffliste der Inflation. Der Staat hat am meisten davon... der Arbeiter auch- den meisten Schaden ) Wohlstand verlieren. Meistens in Zusammenhang mit Rechte und Souveränität innerhalb des Staatsgefüges.

Vergesst nicht, wir sind gerade in der Rezession. Das dicke neu aufbauende Ende kommt noch (EZB rechnet mit Inflation von 10% der EU-Staaten etc. etc. es geht los !)

Ich habe jetzt alles mal angekratzt und aufs niedrigste vereinfacht. Mit Sicherheit auch viel vergesse... :) Googlet einfach mal die einzelnen Punkte. Alles erwähnen und erklären kann man hier nicht.

Gruß

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instant_karma 02.12.2011, 19:06
458. .

Ein Volk das schon öfters vor den Trümmern einer Utopie stand läßt sich nicht mehr so leicht aus den Tritt bringen ...

... was ist schon passiert? Ein paar Schulden wurden gemacht, na und? Was wollen die Gläubiger tun wenn der Bankrott eintritt und keine Werte mehr vorhanden sind die man Pfänden könnte, oder man ihm einfach nicht Pfänden läßt?

Geld ist nur Geld, Zahlen in einem Computer, sonst nichts!

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unsinkbar2 02.12.2011, 19:08
459. Keine Panik

Panik? Hatte ich 2008 auch kurz. Die Krise ist aber immer noch die Gleiche. Jede Woche steht ein anderes Land kurz vor der Pleite, da stumpft man doch ab. Es hat ja bei uns auch nicht geknallt, der Verfall schreitet ja langsamer voran.

Klar würde ich auch gerne Krügerrand in einer Kiste unterm Bett sammeln, in Immobilien machen oder ein bißchen am Aktienmarkt mitspielen, aber wovon?

Die meisten Deutschen haben in den letzten Jahren stetige Abstriche machen müssen und sind froh, wenn sie noch einen Arbeitsplatz haben und einigermaßen über die Runden kommen. Man lebt von der Hand in den Mund bzw. Monatsgehalt zu Monatsgehalt und hat keine wahnsinnigen Ersparnisse, die man noch schnell "retten" muß.

Ich frage mich auch, wo all die verlorenen Milliarden der letzten Jahre geblieben sind. Wieso sind quasi alle Länder bis zum Kragen verschuldet?

Aber Panik? Irgendwie wird es so oder so schon weitergehen. Nach der Arbeit bin ich meist auch zu kaputt um mich noch politisch zu echauffieren. Demos finden grundsätzlich nur (weit weit weg) in Berlin statt, und Streiks dürfen ja keinem wehtun. Was sollen wir denn tun? Resignation und Rückzug, gepaart mit Antriebs- und Hoffnungslosigkeit, hat die deutsche Panik verdrängt.

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