Forum: Politik
Euro-Krise: Ein Gespenst namens Europa

Ist die*EU in ihrer jetzigen Form überlebensfähig? Oder müssen sich die starken*Länder absetzen*vom schwachen Rand? Kanzlerin Merkel dementiert*solche*Gedanken vehement, doch*die Debatte über die*Neuordnung Europas ist*überfällig - denn die Union driftet längst auseinander.

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Flightkit 10.11.2011, 23:05
50. Europa ist nur eine geographische Metapher

Europa umschreibt keinen Raum gleicher Mentalitäten.

Er umfaßt keine industriell vergleichbaren, geschweige denn wirtschaftlich gleich starken Regionen.
Es existiert keine gemeinsame Sprache.
Selbst die Gemeinsamkeit der Kultur ist nur ein Mythos.

Es wurden in den Bevölkerungen lediglich versuchsweise, allesamt jedoch gescheiterten Versuche einer vereinenden Willensbildungen durchgeführt.

Europa trägt das Signum von Täuschung und Trickserei.

Was Europa vereint: das ist eine abgehobene politische Elite, sowie eine von dieser installierte, gegen ausdrückliche Warnungen durchgeführte und inzwischen gescheiterte gemeinsame Währung.

Alle Versuche, die zutage getretenen Divergenzen durch zusätzliche Planungen zu kaschieren oder aufzuheben, werden die Probleme noch weiter verschärfen, weil es auch noch die starken Länder in die Knie zwingt.

Europa ist eine Schnapsidee von Bürokraten und Staatsplanwirtschaftlern, ideologisch geblendet, Leute, die man in einem funktionierenden System sofort kaltstellen müßte. Man wird auf diese Weise die europäischen Völker gegeneinander in Stellung bringen. All das ist bereits offen sichtbar. Aber es wird keinerlei Auswirkung haben.

Ein Europa des Zwanges kann niemals ein Europa des Friedens sein.

Bereits auf der Strecke blieben Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, der repräsentative Parlamentarismus als System, das Vertrauen in Politik, weiterhin das Gefühl von Freiheit. Die Hoffnung, im seinem Leben nicht diffusen Machenschaften ausgeliefert zu werden, gegen die eine Möglichkeit der friedlicher und gar erfolgreichen Gegenwehr - beispielsweise durch Wahlen - schlichtweg nicht existiert. Die Hoffnung, in einer Demokratie zu leben hat sich mit dem einheitlichen Verhalten der Parteien erledigt.

Ich denke schon, daß all dies Wirkung entfalten dürfe.

Es wird viel Propaganda, Pädagogik, Geld, Zwang und das Verbreiten von Furcht notwendig sein, um diese Leiche zu schminken und den Gestank unter der Wahrnehmungsschwelle zu halten.

Auch dies können wir heute bereits an allen Ecken und Enden beobachten. Dazu muß man nur irgendwann den Fernseher anschalten, um sich pädagogisch anfassen lassen zu müssen.

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E0Neun 10.11.2011, 23:06
51. Komisch, immer wenn es um den Euro geht, kommen

so merkwürdige Argumente, wie man müsse den Frieden in Europa sichern, das wäre ein großes Projekt, welches man koste es was es wolle durchziehen müsse, etc. p. p. In Wirklichkeit gefährdet es aber alles, was es eigentlich sichern sollte. M. E. ist es eine Fehlkonstruktion von Anfang an und wir müssen ja nicht den Euro um des Euros Willen haben.

Hinter dem Aushängeschild Gleichheit oder zumindest Angleichung der Lebensverhältnisse, Vermeidung von Konflikten, die bei der Einführung und jetzt wieder mit großem Pathos beschworen wurden, verbergen sich pure Egoismen. Eine Nation, wir Deutschen, haben es von Anbeginn darauf angelegt, wirtschaftliche Dominanz zu erringen, die Franzosen wollten politische Führerschaft andere nur, auf Kosten Ihrer Partner bequem zu leben. Ein Neubeginn wird nicht gehen, ohne einige Schritte zurück, die man immer auf sich zu nehmen hat, wenn man auf dem falschen Weg war.

Wirtschaftlich nachhaltig gedient hat es in letzter Instanz niemandem. Auf der einen , der offiziellen Seite, standen zuvörderst auch ideelle Werte, wie Rechtschaffenheit und Verträge, auf der anderen, der, die sich durchgesetzt hat, bleiben aber nur Realismus, Egoismen und Vertragsbrüche am laufenden Meter übrig. Wenn ein Staat aber seine eigenen Gesetze mißachtet, was ist er dann anders als eine Räuberhöhle? (Zitat Benedikt 16).

Wenn also Vertauen einkehren soll, so muß als erster Stelle die Rückkehr zu Recht, Gesetz und Verträgen stehen. Und das wird Zeit brauchen, denn wer einmal lügt, dem... u.s.w.. Aus meiner Sicht ist das Projekt Euro gescheitert, nicht nur weil es ökonomisch illusorisch ist, sondern mehr noch, weil es das Vertrauen in die Kerninstitutionen der Staaten und der EU zerstört hat. Man sollte jetzt auch nicht wieder anfangen, halbe Sachen zu machen, indem man die Eurozone verkleinert, sondern einen vollständigen Neuanfang vollziehen.

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dunnhaupt 10.11.2011, 23:13
52. Zahlweltmeister Deutschland

Zitat von sysop
Ist die*EU in ihrer jetzigen Form überlebensfähig? Oder müssen sich die starken*Länder absetzen*vom schwachen Rand? Kanzlerin Merkel dementiert*solche*Gedanken vehement, doch*die Debatte über die*Neuordnung Europas ist*überfällig - denn die Union driftet längst auseinander.
Inzwischen sind sich die meisten Experten einig: Die Eurozone kann nur noch überleben, falls Deutschland alle Rechnungen zahlt. Alan Greenspan hatte diese Situation bereits vor einem halben Jahr angedeutet, als man ihn fragte, wann die Griechen pleite gehen würden: "Sobald die Deutschen es satt sind, die Rechungen zu bezahlen."

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dasky 10.11.2011, 23:15
53. Käse, Lutscher, Fummeln, Pariser

Zitat von sysop
Ist die*EU in ihrer jetzigen Form überlebensfähig? Oder müssen sich die starken*Länder absetzen*vom schwachen Rand? Kanzlerin Merkel dementiert*solche*Gedanken vehement, doch*die Debatte über die*Neuordnung Europas ist*überfällig - denn die Union driftet längst auseinander.
Ha, Mutti und ihr Käselutscher fummeln 'rum wie Seppi.

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mars444 10.11.2011, 23:16
54. Wer im Glashaus sitzt...

Wer Politiker gewählt hat, die über Jahrzehnte mehr ausgegeben haben als sie eingenommen haben, sollte jetzt nicht auf Menschen aus anderen Ländern schimpfen, die genau dieselben Politiker gewählt haben. Verschuldet sind alle Länder in Europa. Bekanntlich ist der Einäugige unter den Blinden König.

Manche Aussagen lassen sich schon mit normalem Menschenverstand bezweifeln. Europa ist bekanntlich wegen einer US-Immobilienblase ins Wanken geraten, da hiesige Banken vor dem Ruin gerettet werden mußten. Irland war gar nicht so hoch verschuldet, aber hat sich für die Rettung der Banken und somit indirekt für Sparguthaben und Rentenansprüche ihrer Bürger enorm verschuldet. Wenn deutsche Banken platzen, dürfte uns ähnliches widerfahren.

Daher müssen alle Europäer sparen!!! Mit Verwunderung kann man da nur auf die Steuersenkungspläne unserer Regierung blicken. Sie glauben immer noch an das Märchen, dass man mit weniger Steuern mehr Geld in der Kasse hat. Solange dieser ruinöse Steuersenkungswettbewerb in der EU und weltweit nicht gestoppt wird, führt nur ein einziger Weg aus der Krise. Schuldenabbau auf 0,00 Euro, damit man Geld nicht zu Wucherzinsen am Geldmarkt leihen muss. Derzeit ist Politik schlicht erpressbar. Mit der EU als freizügige und friedliche Gemeinschaft europäischer Bürger hat diese ganze Krise herzlich wenig zu tun.

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-bix- 10.11.2011, 23:18
55. ...

"Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso warnt: "Eine gespaltene Union würde nicht funktionieren."

Naja, die eine Seite mit den harten Werten wird funktionieren, die andere Seite nicht. Das Ende wird ein harter Nordeuro und jeweiligen nationale Währungen der Weichgeldländer sein.
Wenn das alles schnell geht, wird es aber immer noch Europa sein.
Mit dem Euro verschwindet nicht Europa.

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mimas101 10.11.2011, 23:34
56. EWG-Land

muß tatsächlich reformiert werden - hin zu einem gemeinsamen Markt in dem genaue Rahmen-Vorgaben existieren was die sog. "Märkte" zum Wohle der Verbraucher unternehmen dürfen. Schließlich ist Geld nur ein Wertermittlungsgegenstand für zu tauschende Güter und die Wirtschaft dient nur der Bedürfnisbefriedigung der Konsumenten, die letztendlich auch die Produkte kaufen sollen. Nationale Gegebenheiten sind dann ebenfalls zu berücksichtigen.

Damit kann das Brüsseler Lobbyisten-Monstrum mit seiner Scheindemokratie und seinem Scheinparlament ebenfalls ad acta gelegt werden, braucht kein Mensch. Bilaterale Verträge tun es genauso und effektiver.
Und auch diese Lügenwährung ist nicht erforderlich wie die Zeit vor Einführung dieses Monopoly-Geldes bestens bewiesen hat.

Europa ist ein Kontinent mit vielen Nationalitäten und Mentalitäten. Also nicht zu vergleichen mit z.B. den USA.
Es muß erstmals auf dieser Ebene eine Einheit geschaffen werden - und da sind wir noch sehr weit weg.
Die die sich einem gemeinsamen Konsens verpflichtet fühlen sollten dann auch zusammenarbeiten - nach rein demokratischen Spielregeln. Das wären aktuell nur: Dtld, Frankreich, NL, Luxemburg, Österreich und, wenn sie es vielleicht nicht gerne hören, die Schweiz. Sicherlich noch Finnland.
Portugal, Spanien, Italien und Griechenland müßten erstmals ihre Staaten in Ordnung bringen und ein Niveau anstreben das das den "Nordlichtern" gleichzusetzen ist, insbes. in wirtschaftlichen Fragen sowie Geldangelegenheiten.
Die Balkanstaaten müssen sich zudem erstmals demokratisieren und rechtsstaatliche Prinzipien direkt erlernen.

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jomo3 10.11.2011, 23:46
57. Sind wir nicht und werden wir nicht

Zitat von Lindener2001
Bis zum Jahre 2000/01 hat Europa zusammengehalten... Dann kamen Euro und offene Grenzen, Freizügigkeit und ähnlicher Irrsinn.. Und seit dem geht es in nahezu allen Ländern in Europa bergab.. Zurück zur Währung und Souveränität des jeweiligen Landes, man kann in Europa, wirtschaftlich, politisch und militärisch sehr gut zusammenarbeiten ohne diesen Irrsinn, das alle gleich sind.... Wir sind es nämlich nicht... Was z.Zt. gebastelt wird ist Niedergang, Feindschaft, Hass. Da sind Kräfte am werkeln, denen es garnicht gefällt, dass Europäer sich gut verstehen ohne oder trotz Euro. Konflikte werden konstruiert. Wir müssen sehr wachsam sein. Gruss aus Hannover Lindener

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Stammzelle 10.11.2011, 23:50
58. Die Frage ist doch die

Wie wollen die Versager, die in Europa die letzten 15 - 20 Jahre an der Macht waren, ihr komplettes Versagen und den Fall Europas in den Abgrund eigentlich kaschieren?

Im vorigen Jahrhundert war die Lösung der Politikkriminellen, um den eigenen Kopf zu retten, die, sein eigenes Volk auf die Nachbarvölker zu hetzen.
Nun sind die Europäer aber inzwischen so kriegsmüde, oder besser nicht mehr so dumm, daß dieser Ausweg möglich wäre.

Diesmal werden die Menschen in Europa, die demnächst das volle Ausmaß dieser Krise hautnah in ihrer kompletten Verarmung spüren werden, ihre Aggression gegen die Verursacher und Schuldigen richten!

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JorgeX1202 10.11.2011, 23:50
59. Irgendwie habe ich

Zitat von Wolf_68
Einfach abwarten, was passiert, wenn - wie zu erwarten - in Österreich der nächste Kanzler Strache heisst und in Frankreich Marie Le Pen den Giftzwerg ablösen wird.
bei Ihnen das seltsame Gefühl, dass Sie verdammt starke Sympathien für Rechtsradikale haben, nicht wahr?

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