Forum: Politik
Euro-Rettung: Gauck fordert von Merkel Klartext in der Krise
dapd

Bundespräsident Gauck richtet per Fernsehinterview mahnende Worte an Angela Merkel. Die Kanzlerin müsse den Bürgern die Euro-Rettung besser erklären: "Sie hat die Verpflichtung, detailliert zu beschreiben, was das bedeutet." Merkels Kritiker, die vor dem Verfassungsgericht klagen, lobt er.

Seite 9 von 15
hubertrudnick1 08.07.2012, 12:06
80. Klartext?

Zitat von Adrianstein
Einerseits hat Gauck Recht, von der Bundesregierung Klartext zu fordern. Andererseits hört man von Experten der VWL sehr unterschiedliche Empfehlungen. Was ist da wirklich nachvollziehbar und vorhersehbar ? Ein Auseinanderbrechen des Euroraums ist genauso hohes Risiko wie ein "Weiter So" ! Einerseits hat Gauck Recht, die Normenkontrollklage als "klärenden Schritt" zu beschreiben.. Andererseits muss immer erst in Karlsruhe geklagt werden, wenn solche dringenden und einschneidenden Veränderungen der Hoheit des Parlaments vorgesehen sind ? Die Eile, Banken zu entlasten und den Bundestag und andere nationale Parlamente zu überfahren, ist bei der EUROrettung doch das eigentliche Problem.
Was heißt denn hier Klartext, spricht das denn die Kanzlerin nicht schon immer in ihren Regierungserklärungen?
Nur ist das Volk mit dieser Meinung nicht einverstanden, wir haben eine andere Auffassung und das ist der Unterschied.
Wobei die anderen Staatsparteien wie SPD,und Grünen auf der gleichen Linie der Kanzlerin schon seit langer Zeit sind, denn auch sie wollen nur noch Geld ausgeben und das zu Lasten der Steuerzahler.
Es kommt doch nicht nur auf Klartext an, sondern es muss eine Umkehr in der Politk erfolgen und davon hatte der Herr Gauck aber auch kein Wort gesagt.
HR

Beitrag melden Antworten / Zitieren
demo_kratie 08.07.2012, 12:06
81. optional

Schaut euch mal die Presseäusserungen unserer Politiker an, Schäuble und Andere.
Die Öffentlichkeit wird langsam auf das Umfallen von Frau Merkel vorbereitet.
Die ist nicht gut für die Demokratie und für Deutschland.
Ich verstehe immer noch nicht wieso ihre Beliebtheitswerte angeblich so hoch sind. Können meine Mitbürger nicht mitdenken, oder zumindest vorsichtig kritisch sein, lasse sich voll einseifen*kopfschüttel*
Gauck ist wirklich gut, echter Demokrat, klarer Verstand und einen "Arsch in der Hose", eben ein Typ.
Hut ab und weiter so, wenn schon unsere Politiker nicht in der Lage sind uns mitzunehmen, er kann es.
Hoffentlich wird er nicht als Ventil für den Volksunmut instrumentalisiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Koana 08.07.2012, 12:07
82. Kurzkabarett

Zitat von Kurt Köster
Ich glaube, Gauck hat Unrecht. Die Erklärungen, die die Kanzlerin und ihr Finanzminister bisher abgegeben haben, sind für den normalen Bürger ausreichend. Es handelt sich um sehr komplexe Prozesse, die zum Teil nur von hochkarätigen Fachleuten aus der Finanzbranche in ihrer gänzlichen Tiefe verstanden werden. Was nützen den Menschen da umständliche und zeitraubende Darlegungen auf öffentlicher Bühne? Der Bürger will hin und wieder in groben Umrissen über die Lage informiert werden, er will aber sicher nicht mit Detailfragen, die er ohnehin nicht bewerten kann, belästigt werden. Politik (und gerade die Finanz- und Europolitik) ist ein Stück weit Fachpolitik und damit Sache von Fachpolitikern, nicht von Bürgerforen oder gar Volksabstimmungen. Selbst der Bundestag - das konnte man immer wieder beobachten - ist mit den komplexen Zusammenhängen der europäischen Finanzarchitektur häufig überfordert.
... lieber Köster - sie sind ein genialer Kurzkabarettist - gibt es sie auch live? Falls ja - outen sie sich doch mal, ein Abend mit ihnen könnte wohl Magenkrämpfe verursachen - sie haben ja so Recht, man sollte das alles nur noch mit Humor - sei er auch schwarz, betrachten.

Vielleicht wäre todlachen eine gute Alternative - die Fachpolitiker unserer Nation - wohl auch der anderen Nationen, sie sind in der Tat von solch hochsphäriger Intellektualität durchsetzt, es ist für uns einfaches Volk einfach unbegreiflich - vom Mensch zum Halbgott ist es eben ein langer Weg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skell100 08.07.2012, 12:29
83. ...

Zitat von wulffleinwegdich
Zitat Anfang --- Die Politik insgesamt würde manchmal zu wenig kommunizieren, sagte Gauck in dem Interview. "Manchmal ist es mühsam zu erklären, worum es geht. Und manchmal fehlt die Energie, der Bevölkerung sehr offen zu sagen, was eigentlich passiert." ---- Zitat Ende ----. "Zu wenig Kommunikation" ist eine maßlose Untertreibung. Der Grund dafür warum nicht "zu wenig" sondern praktisch KEINE Kommunikation stattfindet ist auch nicht etwa deshalb weil die Angelegenheit so wahnsinnig schwierig zu erklären wäre oder weil die "Energie" dazu fehlt. Es ist schlicht und ergreifend politisch NICHT GEWOLLT. ...
Sie haben es auf den Punkt gebracht: es ist POLITISCH NICHT GEWOLLT.
Mehr gibt es zu dem Thema eigentlich nicht zu sagen. Danke!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maliperica 08.07.2012, 12:32
84. Woher kommt der Zwang?

Zitat von Adrianstein
Einerseits hat Gauck Recht, von der Bundesregierung Klartext zu fordern. Andererseits hört man von Experten der VWL sehr unterschiedliche Empfehlungen. Was ist da wirklich nachvollziehbar und vorhersehbar ? Ein Auseinanderbrechen des Euroraums ist genauso hohes Risiko wie ein "Weiter So" !...
Sie haben Recht. Der Entscheidungszwang ist groß und Platz für manövrieren verschwindeich klein.

Aber, woher kommen solche Zustände, dass einerseits keine Lösung das Problem lösen kann, andererseits dass der Zwang zu Lösungen immer größer wird?

Ganz genau von Stil der politischen Entscheidungsträger, von der politischen Kultur immer Recht zu behalten, von unermesslicher Eitelkeit und Machtsucht auf einer, und Ängsten den Platz zu verlieren auf anderer Seite, allerdings einer der selben Medaille.

Herr Gauck bittet für die Erklärung, für den klaren Text wie man gerne sagt. Davon wird nichts, weil diese gegenwärtige Konstellation der politischen Spieler kennt nicht die Richtung und Folgen eigener Entscheidungen, abgesehen davon welche sie schon getroffen haben bzw. treffen werden müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JaWeb 08.07.2012, 12:59
85. Der Bundespräsident ...

... scheint lernfähig zu sein, wie seine öffentliche Selbstkritik andeutet. Die Bundeskanzlerin als Macht-und Interessenpolitikerin hat in ihm hoffentlich einen Gegenpol gefunden, der die Sorgen vieler Bürger in die Debatte einbringt. Obs was hilft, wird sich zeigen. Die übergroße Koalition aus Union, FDP, SPD und Grünen könnte sich etwas einfallen lassen um der Reputation des Bundespräsidenten zu schaden. Herr Köhler könnte Herrn Gauck da sicherlich beratend zur Seite stehen, wenn mit Hilfe gewisser Medien am amtierenden Bundespräsidenten gesägt wird. Die Situation bleibt spannend und leider auch für den deutschen Steuerzahler und Sparer bedrohlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prêchi-prêcha 08.07.2012, 13:04
86.

Dem Volk die Politik besser erklären? Das Volk hat längst verstanden, Herr Gauck! Der Hüter der Freiheit aus dem Schloss Bellevue hat offenbar kein Problem mit dem auf EU-Ebene beschlossenen Abbau von demokratischen Grundrechten und sozialstaatlichen Errungenschaften. Dieser Mann ist untragbar!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ginivonOnyx 08.07.2012, 13:06
87. Euro-Rettung/ Gauck

Präsident Gauck ist wohl der einzige Politiker in unserem Land, dem man
vertrauen kann. Leider hat er aber in seinem Amt wenig Einfluß.

Zitat von sysop
Bundespräsident Gauck richtet per Fernsehinterview mahnende Worte an Angela Merkel. Die Kanzlerin müsse den Bürgern die Euro-Rettung besser erklären: "Sie hat die Verpflichtung, detailliert zu beschreiben, was das bedeutet." Merkels Kritiker, die vor dem Verfassungsgericht klagen, lobt er.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
de-fakto 08.07.2012, 13:09
88. Schön wär's

Zitat von MiniDragon
Gauck ist kein Berufspolitiker sondern der erste Bürger dieses Landes. Wir sollten uns alle wünschen, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Wäre ich religiös würde ich ihn in meine Gebete mit einschließen.
Gauck ist der repräsentative Abnicker der Nation ,früher im Volksmund auch Grußaugust genannt.

Gewisse verbale Spielräume erlauben es ihm natürlich eine subjektive Linie einfliessen zu lassen.Das gibt ihm die Möglichkeit dem Volke gegenüber eine gewisse Souveränität seinerseits zu suggerieren.

In Wahrheit handelt der mit Sicherheit nicht autark, sondern hat vor solch eine Äusserung mit dem Kanzleramt telefoniert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
turekat 08.07.2012, 13:20
89. Kanzlerin Merkel

Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier allgemeinen Widerspruch ernte, behaupte ich, dass Frau Merkel eine gute Kanzlerin ist, denn sie hat sich m.E. während ihrer bisherigen Amtszeit um unser Land verdient gemacht. Allerdings glaube ich auch, dass sie bezüglich des letzten Brüsseler Kompromisses und des vom Bundestag verabschiedeten Fiskalpaktes ins Straucheln geraten könnte. Auch ich gehöre zu denjenigen, die in diesem Zusammenhang kritische Fragen haben und im Gegensatz zu dem Forumskollegen "Kurt Köster" glaube ich sehr wohl, dass das Volk allumfassend informiert werden sollte und ggf. per Volksabstimmung um seine Zustimmung gefragt werden müsste. Völlig abwegig halte ich die Argumentation, wonach dass das Thema für das Volk zu komplex sei, weshalb es auf die Kompetenz der angeblich hochkarätigen Fachleute in der Politik vertrauen sollte.

Sollte ich mir umsonst Sorgen um meine Zukunft und der künftiger Generationen gemacht haben, dann lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, wenn die Fakten - wie vom Bundespräsidenten gefordert - auf den Tisch gelegt werden. Im Hinblick auf die Bundestagswahlen 2013 wird die Kanzlerin sicher daran gemessen werden, wie sie mit der aktuellen Situation umgeht. Insofern hoffe ich, dass sie sich schnell umfassend dazu äußert und die Dinge für jeden nachvollziehbar darstellt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 15