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Europa-Debatte in Großbritannien: Mister No lässt sich feiern

David Camerons Anti-EU-Kurs spaltet die Briten. Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier. Doch im Parlament wird der Konservative für sein Nein in Brüssel scharf attackiert - tatsächlich dürfte es mit der Feierlaune bald vorbei sein.

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eknoes 13.12.2011, 11:53
90. Träumer

Zitat von 5vor12
Der einzige Realist in Europa.
Ein Realist ist also jemand, der sein Land politisch isoliert...aha...

Jemand, der aus falsch verstandener britischer Tradition glaubt, seinem Land einen Gefallen zu tun, indem er den Einzelkämpfer gibt, handelt nicht nur seinem eigenen Land sondern auch Europa gegenüber verantwortungslos.

Er ist ein Träumer!

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eknoes 13.12.2011, 12:05
91. ...

Zitat von FrancoisVillon
Englisch ist eine westgermanische Sprache. Vielleicht sollte man das mal den Briten erzählen. Der 2. Weltkrieg sitzt wohl noch zu tief. Vielleicht sollte man den Briten mal folgenden Vorschlag machen: Die Deutschen geben ihre Sprache auf und lernen Englisch als 1. Sprache. Und die Briten geben ihren Pfund und ihre Sturheit auf. Das wäre doch fair.
Die Briten brauchen auf ihr Pfund garnicht zu verzichten.
Die Deutschen geben doch schon lange, auch ohne die vorgeschlagene Gegenleistung, ihre Sprache auf, zugunsten eines Pseudoenglisch, über das man sich auf der Insel krank lacht.

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doc.ex 13.12.2011, 12:43
92. Verantwortungsvoll

Zitat von sysop
Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier.
Wie soll ein verantwortungsvoller Politiker seinen Wählern erklären, dass sie für ein korruptes griechisches Regime oder für Sarkozys Großbanken haften und bezahlen sollen. Nicht umsonst ist Sarkozy so sauer auf Cameron, weil er nicht so dumm wie Merkel ist.
Die Briten glauben nicht an die "Rettungsschirm-Schwindel".
Sie lassen sich nicht durch eine "Fiskalische Stablitätsunion" täuschen,
wo es doch nur um stabil-billiges kollektives Schuldenmachen geht.

Lord George Weidenfeld sagte am 11.12.2011 in BILD:
In der gegenwärtigen Situation brechen in der britischen Gesellschaft alte Wunden auf. Auf der einen Seite stehen die, denen Europa schon immer ein Dorn im Auge war. Und auf der anderen Seite diejenigen, die zwar grundsätzlich pro-europäisch denken,
aber wegen der Euro-Krise fürchten, dass die EU/Eurozone an Großbritannien finanzielle Forderungen stellen könnte.
Dies führt dazu, dass Europa derzeit eher mit Risiken als mit Chancen in Verbindung gebracht wird.*

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Thomasius111 13.12.2011, 12:48
93. Da hätten wir aber mehr zu verlieren

Zitat von FrancoisVillon
Englisch ist eine westgermanische Sprache. Vielleicht sollte man das mal den Briten erzählen. Der 2. Weltkrieg sitzt wohl noch zu tief. Vielleicht sollte man den Briten mal folgenden Vorschlag machen: Die Deutschen geben ihre Sprache auf und lernen Englisch als 1. Sprache. Und die Briten geben ihren Pfund und ihre Sturheit auf. Das wäre doch fair.
Unsere schöne Sprache gegen eine Währung, deren Stabilität vom Finanzmarkt abhängt. Ohne mich.
Ich mag Leute nicht, die ihre Sprache verleugnen um "Up to date" zu sein.

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H.Schulz 13.12.2011, 13:05
94. Wat sull dä Quatsch?

Zitat von Ex-Kölner
...wer zuletzt lacht. Ich hätte kein Problem mit einem Austritt Deutschlands aus EU und Euro. Ich sehe nicht, daß Währungs- und Wirtschaftsunion unter den jetzigen Umständen noch sinnvoll sind. ... Wenn Großbritannien wirtschaftliche Schwierigkeiten hat oder bekommt, haben die ihre Ursache in der kaum noch vorhandenen industriellen Basis des Landes - nicht im Pfund. ...
Leve Landsmann,
Jeder weiß doch, dass Scheidungen meist teurer sind als Hochzeiten und Single (zumindest jenseits der 25) weniger Sex als Verheiratete haben, häufiger krank sind und früher sterben.

Zinsen, Inflation und Wechselkurse hängen selbstverständlich mit der Realwirtschaft zusammen, auch mit der industriellen Struktur, das lernt jeder Studienanfänger im Grundkurs BWL.

Eine wesentliche Ursache für die relative Stärke der deutschen Wirtschaft heute ist die Zugehörigkeit Deutschlands zum Euroraum. Deutschland hat eine stark vom Export abhängige Wirtschaft und profitiert überdurchschnittlich von der inneren und äußeren Stabilität des Euros - auch wenn Sie jetzt lachen, die letzten 10 Jahre waren in Bezug auf Inflationsrate und Wechselkursschwankungen die stabilsten in der deutschen Geschichte seit Beginn der 60er Jahre. Man muss sich hier nur mal die Inflations- und der 70er und 80er Jahre und die Arbeitslosenraten der 90er Jahre zum Vergleich ansehen.

Eine Rückkehr zur DM würde bedeuten, dass sich die Finanzmärkte auf Deutschland stürzen und die DM gegenüber fast allen anderen Währungen deutlich aufwerten würden. In Deutschland gefertigte Produkte würden dann auf den Exportmärkten im Schnitt um mindestens 30% teurer.

Die Folge wäre ein starker Einbruch bei den Exporten, eine Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland (Direktinvestitionen), ein Abbau von Arbeitsplätzen (Rationalisierungszwang) und eine weitere Verschlechterung der Lohnsituation in Deutschland. Hatten wir alles schon - zu DM-Zeiten. Vielleicht können Sie sich nicht mehr daran erinnern, aber wir hatten zu DM-Zeiten Inflationsraten von über 7 % (in den 70er Jahren) und Arbeitslosenzahlen von je nach Zählweise 5-8 Millionen (in den 90er Jahren) - so viel zum Mythos DM. Eine starke Währung ist gut, aber eine zu starke genauso schlecht wie eine schwache (was die Japaner seit 20 Jahren merken).

Natürlich hat der Euro auch eine Kehrseite, aber wer denkt, ein Austritt aus dem Euro würde alle wirtschaftlichen Probleme lösen (überbordende Spekulationen auf den Finanzmärkten, hohe Überschuldung der Staatshaushalte fast aller westlichen Nationen, eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und eine Neuorientierung der Weltwirtschaft durch die Globalisierung und die neue Konkurrenz der aufsteigenden Staaten China, Indien, Brasilien, Türkei usw.) irrt gewaltig. Die Probleme würden mit Sicherheit ohne die EU größer sein und Deutschland wie alle anderen europäischen Länder ein Spielball internationaler Spekulanten.

Die gute alte Zeit hat es nie gegeben (sonst müssten wir vielleicht wieder zurück zu 382 deutschen Staaten mit eigenen Währungen, das war ja wohl noch toll, als an jeder Brücke ein Zollhäuschen stand und das Bistum Köln ein eigener, vom Bischof regierter Staat)!

Von "Ex-Kölner" zu "Ex-Kölner" der gute Rat:

Wat fott es, es fott! (die DM)
un
Et bliev nix, wie et woor! (die EU in der heutigen Form)

aber keine Angst

Et hätt noch immer joot jejange!

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Herzbubi 13.12.2011, 13:05
95. wir brauchen doch die City gar nicht

Die Zeit der Rücksichtnahme auf die Interessen der Londoner "City" sollte jetzt endlich vorrüber sein. In Finanzdingen sollte jetzt die Finanzmetropolen Frankfurt und Paris die Lücken schliesen.

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SURE 13.12.2011, 13:10
96. .....

Zitat von heuwender
der Herrgott wusste schon was er machte,als er die Briten auf eine Insel mit Regen und Nebel verbannte und das ist gut so,und das sollen sie auch bleiben die Rosinenpicker der EU.
In der EU gilt die Demokratische Ordnung!!
Als die Deutschen vor 3 Wochen die Euro-Bonds sowie die Bankengründung zur Sozialisierung der EU-Schulden ablehnten, ging in Brüssel ein Sturm los. Vor diesem Hintergrund finde ich andere Meinungen ( vielleicht sind wir in 2 Monaten froh, dass die Engländer den Umbauten der Verträge nicht zustimmen) eher belebend und förderlich.
Die Verantwortlichen an den EU Schalthebeln hatten ja immerhin 20 Jahre Zeit die richtigen Weichen zu stellen und haben es total vermasselt um nicht zu sagen desaströs vorgetragen. Weshalb sollte man diesen Herrschaften vertrauen?
Nach wievor geht es um die zentrale Frage, zahlen wir die Schulden unserer Nachbarn und wenn ja auf welcher Grundlage?
Das die kleinen wie Luxemburg oder Belgien eine zentrale Funktion seitens des Personals eingeräumt wurde, erweist sich jetzt als falsch. ( Juncker, van Rompuy, Barrosso, Redding)
Würde man eine Erfolgsbilanz der bisher geleisteten Arbeit aufführen müssten alle den Hut nehmen. Eine solche Phalanx an Nichtkönnern und 2ten Kräften ( Oettinger, Rehn, Stoiber) können wir uns Angesichts der Ernsthaftigkeit der Krise nicht mehr leisten.
Wenn ich ein Finanzproblem lösen möchte beschäftige ich auch nicht den Bäcker sondern einen Fachmann.
Können die nicht alle gehen...bitte! Erbarmen.

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SURE 13.12.2011, 13:23
97. ....

Zitat von eknoes
Ein Realist ist also jemand, der sein Land politisch isoliert...aha... Jemand, der aus falsch verstandener britischer Tradition glaubt, seinem Land einen Gefallen zu tun, indem er den Einzelkämpfer gibt, handelt nicht nur seinem eigenen Land sondern auch Europa gegenüber verantwortungslos. Er ist ein Träumer!
Ein Realist ist jemand der die Möglichkeiten richtig beurteilt. Unabhängig von Mehrheiten oder populistischen Pressemeinungen. Als Merkel die EU-Bonds ablehnte wurden wir Europaweit diffamiert und als hässliche Deutsche auch hier im Spiegel dargestellt!!
Die Geschichte wird zeigen wer die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Cameron hat durch das historisch weltweite Commonwealthgeflecht u.a. auch mit den USA eine komplett andere Ausgangslage als D.
Alle Mitgliedsländer sind defacto erst einmal egoistisch. Wenn morgen bei uns eine EU-Auflage betreffs einer Besteuerung von Umweltschädlichen Fahrzeugen wie PKWs auftauchen würde, wäre die Reaktion hier vor Ort genau wie die englische auf die Finanz- und Fiskalbesteuerungen.
Wir reden über die Schlüsselindustrie eines Landes und den damit zusammenhängenden EInschnitten. Gemessen an der Deutschen Finanzindustrie, ist England ein wirklicher Global Player und wir ein eher nationaler.
Sehr wahrscheinlich werden sich die Engländer, spätestens beim Verschwinden des Euros aus der EU verabschieden. Ein erster Schritt ist bereits gemacht.

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stoneg 13.12.2011, 13:31
98. ...

Zitat von halbstark
Zwischen Euro und DM gibt es einen feinen Unterschied: zu DM Zeiten vor gut 10 Jahren kosteten zahlreiche Prdukte des täglichen Lebens die Hälfte (siehe Tabellen eines anderen großen Nachrichten-Magazins), Gehälter wuchsen stärker als die Inflation und neben einer übertriebenen Rundumsozialversorgung (inklusive Kuren auf.....
Wow. Und wenn man Ihren Beitrag ließt, könnte man fast meinen, dass die Menschen zu DM Zeiten auch gebildeter wären.

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SURE 13.12.2011, 14:51
99. ...

Zitat von stoneg
Wow. Und wenn man Ihren Beitrag ließt, könnte man fast meinen, dass die Menschen zu DM Zeiten auch gebildeter wären.
Interessanter Ansatz!!

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