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Europa-Debatte in Großbritannien: Mister No lässt sich feiern

David Camerons Anti-EU-Kurs spaltet die Briten. Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier. Doch im Parlament wird der Konservative für sein Nein in Brüssel scharf attackiert - tatsächlich dürfte es mit der Feierlaune bald vorbei sein.

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recardo 13.12.2011, 15:15
100. .

Zitat von sysop
David Camerons Anti-EU-Kurs spaltet die Briten. Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier. Doch im Parlament wird der Konservative für sein Nein in Brüssel scharf attackiert - tatsächlich dürfte es mit der Feierlaune bald vorbei sein.
Die Briten standen dem EU-Projekt schon immer skeptisch bis ablehnend gegenüber. Was der Cameron einfach nicht kann, ist gegen seine Koalition zu regieren, die nunmal den skeptischen und ablehnenden Teil am ehesten vertritt. Nur glaube ich auch, dass die Briten sich über immer mehr Regulierungen aus Brüssel aufregen - wenn es irrsinnig ist, dann auch bei mir. Auch über die ständige Erweiterung geht dem britischen Volk zu weit - so sehe ich es auch. Nur das deren eigene Regierung stehts für jedwede Erweiterung war; ist bei uns mit Merkel etwas anders, aber auch bei uns steht die Mehrheit des Parlaments gegen die Meinung der Bevölkerung. Wenn die EU sich noch weiter ausdehnt, wenn sie sich anmaßt, immer mehr zu regulieren, dann fliegt das Projekt uns ohnehin um die Ohren; mit und ohne Briten. Die politischen Eliten regieren Europa kaputt.

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conforma 13.12.2011, 15:36
101. Cameron

Zitat von sysop
David Camerons Anti-EU-Kurs spaltet die Briten. Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier. Doch im Parlament wird der Konservative für sein Nein in Brüssel scharf attackiert - tatsächlich dürfte es mit der Feierlaune bald vorbei sein.
Sehr geehrter SPIEGEL,
bei Ihnen weiß man langsam auch nicht mehr, woran man ist. Soll Ihr Artikel objektiv sein? Oder fair? Oder intelligent? Ich weiß nicht, was Sie nun eigentlich meinen und wollen.
Wie wäre es denn, wenn Deutschland Hoheits- und Eingriffs-Rechte z.B. gegen unsere weltweit führenden Parade-Branchen hinnehmen müsste, als da sind Automobilbau, Maschinenbau und Chemie. Und das von jenen €urokraten à la Barroso, van Rompuy, Ashton, Junker und wie diese seltsamen Qualitäts-Funktionäre alle heißen. Diese alle und viele weitere aus Bürokratanien haben uns doch erst den jetzigen miesen EU-Zustand eingebrockt!
Und warum muss denn GB unbedingt in der EU sein, was soll dieses unwürdige anti-demokratische Verhalten und diese sinnwidrigen Bevormundungs-Diktate dieser Brüsseler Ober-Aufseher.
Klar geht's ohne die Briten - aber zum größten Nachteil nämlich für die €uro-EU selbst. Der weltweit wichtigste Wertpapier-, Devisen- und Börsen-Platz soll von Merkozy u. CO von der EU abgekoppelt werden. GB ist EU-Netto-Einzahler, ist das schon vergessen? GB wird sich den USA zuwenden u. beide zusammen mehr in Richtung Asien, vor allem China. Die großen Staats-Anleihe-Käufe werden dann weniger in EU-Ländern getätigt sondern bevorzugt über EU-ferne Börsen. Nicht nur hetzen, nachdenken wäre sinnvoller! Wenn Cameron endlich ein Zeichen setzen würde und die britische freiheitlich-demokratische und rechtsstaatliche Souveränität seinem Land erhalten will - was sollte daran verwerflich sein? Deutschland wird dies devot unter Merkozy vollziehen und eines nicht mehr fernen Tages eine Super-Quittung dafür bekommen. Und, lieber SPIEGEL, in der Vergangenheit haben Sie ganz andere Einschätzungen gehabt - deshalb bin ich mehr als irritiert.

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ballymichael2 13.12.2011, 18:01
102. conforma

Zitat von conforma
Sehr geehrter SPIEGEL, bei Ihnen weiß man langsam auch nicht mehr, woran man ist. Soll Ihr Artikel objektiv sein? Oder fair? Oder intelligent? Ich weiß nicht, was Sie nun eigentlich meinen und wollen.
Nun: ich vermisse auch eine Diskussion oder zumindest eine Darstellung der eigentlichen britischen Forderungen.

Fakt ist: der ursprüngliche Meinung des Liberalen-Anführer Cleggs war, die Anforderungen waren "moderat". Und er ist schon durch und durch pro-europäisch, ehrmalige Europaabgeordnete, usw.

Mittlerweile ist er, laut eigenen Angaben, "arg enttäuscht" über die Verhandlungstaktik von Cameron.

Aber: ich habe den Entwurf von Grossbrittanien an Donnerstag schon gelesen.

http://dl.dropbox.com/u/46265023/Uk%...11%2001-01.pdf

Es ist zwar technisch und schwer verständlich, aber enthält eigentlich weitgehend minimale Forderungen, und wo die Forderung weitreichend sind, dann ausschliesslich in einer Richtung. Die Briten wollte das Recht haben, *schärferen* Aufsicht auf die Banken ausüben, als eigentlich nach EU-Richtlinien erlaubt.

Dieser Aspekt geht natürlich in der Diskussion vollkommen unter. Aber es gibt mittlerweile eine Diskussion auf der Insel, welche diplomatische Fehler dazu führen konnten, dass "moderate" Anforderungen überhaupt nicht seitens der anderen Eu-Länder wahrgenommen wurden.

Und die Diskussion ist, leider, ziemlich peinlich.

BBC News - Did Downing Street secrecy sink EU deal?

Unklar ist, ob das Protokoll absichtlich oder unabsichtlich so spät den Anderen übergeben wurde. Beide sind möglich: entweder diplomatische Überraschung, oder fehlendes Vertrauen innerhalb der Regierung.

Fest steht aber. Es ging gründlich daneben.

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Thomasius111 14.12.2011, 00:13
103. Stimmt nur zum Teil

Zitat von stoneg
Wow. Und wenn man Ihren Beitrag ließt, könnte man fast meinen, dass die Menschen zu DM Zeiten auch gebildeter wären.
Vor 10 Jahren waren wir der kranke Mann Europas. Die Löhne stiegen damals wirklich schneller im Verhältnis zur Inflation. Und das war das Problem. Weil mittlerweile auch andere billigere Spieler auf dem Weltmarkt auftauchten. Außerdem wurden Handelsschranken aufgehoben auf Druck der Geschäftemacher, welchen Schutz der eigenen Wirtschaft scheißegal war, wenn nur ihre eigene Rendite stimmt. Wie kurzsichtig. Jetzt spielen andere mit. Diese Philosophie hat sich dann in der europäischen " Dienstleistungsfreiheit" fortgesetzt.
Die Lohnpolitik der letzten 10 Jahre war nur die folgerichtige Konzequenz: Löhne drücken, Gewinn steigern.
Und der Michel hat sich gefreut über den Wegfall der Grenzkontrollen und Zölle. Jetzt ist er Billigarbeiter oder arbeitslos und kauft minderwertigen Plunder aus China.
Das man die heimische Wirtschaft schützen und regulieren muss wussten schon die alten Babylonier.

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