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Europa-Debatte in Großbritannien: Mister No lässt sich feiern

David Camerons Anti-EU-Kurs spaltet die Briten. Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier. Doch im Parlament wird der Konservative für sein Nein in Brüssel scharf attackiert - tatsächlich dürfte es mit der Feierlaune bald vorbei sein.

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kompetenzfabrik 12.12.2011, 23:41
60. ja, ja, wenn wir die Mark noch hätten...

Zitat von cucco
Hier herrscht immer wieder die Angst zugeben zu müssen, dass man sich mit den Krisenländern für immer verrechnet hat. Es gibt nur eine Möglichkeit: raus aus dem Euro für die Südländer. Einige Romantiker in Deutschland wollen unbedingt den Euro behalten, weil sie Angst haben die konkrete nationale DM mit ihren historischen Wurzeln würde politische Nachteile bringen.
Wenn wir die D-Mark noch hätten - wer weiß. Sie würde wahrscheinlich massiv aufgewertet, die Wetten würde auf die Mark lauten und damit würde der Aufwertungsdruck noch höher. Folge wäre ein Einbruch der Exporte und damit ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit bei wahrscheinlich gleichzeitig steigender Inflation. Urlaub im Ausland und Importe würden sehr günstig. Die Handelsbilanzüberschüsse brechen weg, das Zahlungsbilanzdefizit nimmt massiv zu. Um die Kurse nicht ins uferlose laufen zu lassen verkauft die Bundesbank massiv D-Mark und stützt Dollar, Yen und europäische Währungen, damit wir überhaupt noch was verkaufen. (Könnte das nicht sogar noch teurer werden, als eine Transferunion?)Das Geld dafür nimmt sie woher? Weitere Schulden oder Geld drucken.
Ich glaube, wir müssen dankbar für den Euro sein. Vielleicht müssen wir den Südländern sogar dankbar sein, dass durch sie der Eurokurs niedrig bleibt. Das ist gut für unsere Exporte. Im übrigen haben wir durch unsere Arbeitsmarktreformen und Lohndumping (sinkende Realeinkommen) unsere Nachbarn in die Ecke gedrängt, unsere Arbeitslosigkeit in die Nachbarländer exportiert.
Die Folgekosten der Einheit, eine verfehlte Subventionspolitik, hemmungslose Schuldenmacherei, verrottende Infrastruktur, zu wenig Investition in Bildung, falsche Steuerpolitik, weitgehende Reformunfähigkeit und was sich unser vergangenen Regierungen sonst noch so als Unsinn geleistet haben, wäre der D-Mark auch nicht bekommen. Wenn wir das und mehr mal "rausrechnen", wieviel "Schuld" hat denn dann der Euro?
Wahrscheinlich nur, dass er sich für alle gnadenlosen Vereinfacher als Prügelknabe anbietet, um vor allem von eigenem Versagen abzulenken.

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mm01 12.12.2011, 23:43
61. Diesmal...

beneide ich die Briten. Haben die doch einen Politiker, der sich für sein Volk einsetzt...

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Trondesson 12.12.2011, 23:47
62.

Zitat von shokaku
Das ist ja das Problem. Noch den Augstein von letzter Woche im Gedächtnis? Für einen echten Europäer geziemt es sich halt nur, mit all den anderen Traumtänzern in den Abgrund zu steuern. Realistische Lagebeurteilung ist einfach antieuropäisch.
Warum sprechen Sie von Realismus, wenn Sie denn Sinn des Wortes nicht verstehen?
Über einen Zerfall der EU würden sich vor allem die Amerikaner freuen, die dann kein Problem mehr damit hätten, die europäischen Kleinstaaten gegeneinander auszuspielen. Die EU war unsere beste Hoffnung, die kommenden Jahrzehnte zu überstehen, ohne in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Vielleicht unsere einzige Hoffnung, aber da Europa anscheinend heutzutage von BWLern regiert wird, die nicht weiter denken können als bis zum Rand ihrer Geldbörse, wird sich diese Hoffnung wohl zerschlagen.

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mauimeyer 12.12.2011, 23:57
63. DM statt EURO?

Zitat von knupauger
Der Euro garantiert der deutschen Exportwirtschaft einen großen und normalerweise stabilen Handelsraum. Wenn wir den Euro nicht hätten und Griechenland, Italien und Spanien ihre Währung abwerten würden, dann würden uns wichtige Märkte in Europa weg brechen, was wiederum Arbeitsplätze kosten würde. So geschehen u.A. in den 90ern. Würden wir nun die Mark .....
Ich gebe zu, daß eine Rückführung unserer Währung in eine Nationale Währung NEUE DEUTSCHE MARK (NDM) Illusion ist. Dieser Prozess dürfte kaum beherrschbar sein. Aber diejenigen, die sich nach der DM sehnen, sind deshalb noch lange keine "Romantiker"! Der Euro ist im Grunde gegen den Mehrheitswillen der Deutschen eingeführt worden. Herr Genscher bestreitet zwar, daß der Euro der Preis (Mitterands Forderung) für die Zustimmung zu den "Zwei-plus-Vier-Verträgen" war, aber so lange die Franzosen zu diesem Thema nicht alle Archive öffnen bleibe ich skeptisch. Mitterand hatte Kohl jahrelang mit der Forderung nach der Währungsunion belagert. Kohl hat dann nachgegeben und nur erreicht, daß die EZB nach Frankfurt kommt und in den Maastricht-Kriterien eine "no-bail-out"-Klausel aufgenommen wird. Mitterand:"Die DM ist die Atombombe der Deutschen." Also haben wir mit der DM viel aufgegeben. Und das wissen die Deutschen. Niemals war auch nur ansatzweise das Vertrauen in die DM angezweifelt. Wir waren auch mit der DM "Exportweltmeister" und hatten prozentual mehr Exporte in den heutigen EURO-Raum als zur Zeit. Was jetzt passiert ist, ist für eine Währung katastrophal: Das Vertrauen ist erschüttert. Die Leute fliehen in die Sachwerte. Wer will das bezweifeln. Frau Merkel versucht bravourös das Vertrauen wieder zugewinnen ohne wie eine Dampfwalze zu wirken. Wir alle können nur hoffen, daß Sie daß ohne außenpolitischen Großschaden schafft. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten die DM so verteidigt, wie die Briten ihr Pfund. Aber im Wiedervereinigungsrausch hat sich jeder Widerstand in Luft aufgelöst!
Kauri

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Trondesson 12.12.2011, 23:59
64.

Zitat von duanehanson
... der Deutschen hat dies längst getan. Lesen Sie mal eine beliebige Werbebeilage einer Zeitung. Passiert ist trotzdem nix, das Pfund ist noch da.
Die Mehrheit der Deutschen mag ja die deutsche Sprache aufgegeben haben, Englisch gelernt hat sie deshalb noch lange nicht.

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Trondesson 13.12.2011, 00:02
65.

Zitat von kdshp
Hallo, das ist meine meinung RECHT kann ich gar nicht haben!
Endlich mal eine wahre Aussage von Ihnen. Geht doch.

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mauimeyer 13.12.2011, 00:02
66. Kultur-Kontinent Europa

Zitat von larsmach
Man wundert sich über all die Kommentare von Menschen, die eifrig am Ast sägen, auf dem sie sitzen. Sicherlich sind zudem alle (privat) schulden- und leasingfrei, um selbstgerecht "den Politikern" Vorwürfe machen zu können. Großbritannien ersäuft indes in Schulden: Der Premier hat unlängst bekannt gegeben, die Senkung der grotesk hohen Neuverschuldung nicht bewerkstelligen zu können. Trotz irrwitziger Abwertung.....
Diesen wundervollen Kulturkontinent Europa mit seiner Vielseitigket und seinen nationalen Spezialitäten hätten wir auch ohne die Streit erzeugende Währungsunion haben können - bzw. die hatten wir auch damals schon!
Kauri

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levitian 13.12.2011, 00:21
67. Europa? Vergesst es!

Zitat von sysop
David Camerons Anti-EU-Kurs spaltet die Briten. Die Euro-Skeptiker seiner Partei jubeln, auch die Wähler stehen mehrheitlich hinter dem Premier. Doch im Parlament wird der Konservative für sein Nein in Brüssel scharf attackiert - tatsächlich dürfte es mit der Feierlaune bald vorbei sein.
Es geht wie immer um Eitelkeiten, um Sieg oder Niederlage in einer Kategorie, die allerdings nur für die Mächtigen Relevanz hat. Die Interessen der Bürger scheren derlei Menschen nicht. Es ist eine Niederlage Europas und kein Grund zu feiern oder sich gegenseitig Schulzuweisungen zu machen. Wie kleinkariert sind diese machtgeilen Ausplünderer bloß geworden, keinen Funken Ehre im Leib, veraten sie ihre Völker an die Zombies der Finanzmafia.

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eggshen 13.12.2011, 00:36
68. Mister No...

Jetzt bleiben wir doch mal bei den Fakten. Herr Cameron (aka Mr. No) wäre vermutlich 'im Boot' geblieben, wenn man auf seine Bedingungen eingegangen wäre. Das wollte man nicht, damit waren die Verhandlungen beendet. Letztlich ging es um die Wahrnehmung mehr oder weniger kleinlicher nationaler Interessen - wie so oft bei den EU-Ratsversammlungen. Am Ende konnte sich der Mann nicht durchsetzen - so einfach war das. Im richtigen Leben ein ganz alltäglicher Vorgang.

Sich im Nachhinein jedoch die Attitude des 'britischen Paladins' zu geben, ist geradezu lächerlich und fast schon schäbig. Niemand wollte den Engländern ihr lauwarmes Bier, die Minzsoße, den Linksverkehr oder sonst irgendwas nehmen, was man dort als very British empfindet/zelebriert. Aber vermutlich gefällt man sich in der Pose der 'splendid isolation'. Anyway - wenn's hilft...

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Trondesson 13.12.2011, 00:50
69.

Zitat von fuzuli
Sie übersehen wesentliche, nämlich, dass 2/3 der Euro-Staaten der EU schon pleite sind,werden aber von Deutschland künstlich noch im Leben gehalten. Fragt sich wie lange Deutschland sich mit Euro eigenen Staatsverschuldung diese Zustand noch leisten und eigene Pleite abwenden kann.
Sie werden sicher einen Fachmann finden, der Ihnen erklärt, warum man "Staatsverschuldung" nicht mit "Pleite" gleichsetzen kann.

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