Forum: Politik
Europa: Freiheit soll Europas Exportschlager werden
AFP

Tausende zieht es nach Europa - auch weil hier Menschen- und Freiheitsrechte und Rechtsstaatlichkeit gelten. Wir sollten diese Werte selbstbewusster vertreten.

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keine-#-ahnung 18.08.2017, 14:41
1. Zunächst wird hier wieder eine Fehlannahme ...

... durch das tägliche SPON-Dorf getragen: "Dagegen helfen kein Einmauern und kein Abschotten." Einmauern und Abschotten hilft sehr wohl, dies wurde auf dem Balkan bewiesen, auf dem Mittelmeer scheint das jetzt auch zu helfen.
Die grundlegenste Frage ist bei der ganzen Misere doch nicht die, wie wir helfen können. Das basale Problem ist doch nicht beantwortet: warum können sich diese Regionen nicht selbst entwickeln? Und jetzt bitte nicht wieder den pöhsen globalen Imperialismus hinter dem Ofen hervorzerren.
Wenn dieses Problem - es mag ja vielschichtig sein - ehrlich analysiert ist, dann kann man wirksame Hilfe leisten, in dem man schaut, ob und wie die Bevölkerungen die regionären Widerstände gegen ein eigenes Entwicklungsbestreben beseitigen kann. Da kann man als Europäer sicher auch coachen ... aber auch das hat für mich schon wieder so ein bisschen was von kolonialer Arroganz.
Aber was passiert, wenn man erkennt, dass sich solche Widerstände nicht auflösen lassen, weil sie zu tief verwurzelt sind? Muss man sich da nicht auch ehrlich machen und sagen ... das ist dann halt so?
Ich bekomme ja auch nicht jede Krankheit geheilt ... auch wenn ich dies gerne würde.
Und Scholl-Latour hatte m.E. mit seinem Kalkutta-Gleichnis Recht, zuletzt wurde das gestern nachmittag in Spanien untermauert. Die Elendsmigration nach Europa ist keine Lösung, sie ist ein Problem ...

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jbdt 18.08.2017, 14:49
2. Universelle Werte verteidigen!

In der Tat wäre es gut, wir würden universelle Werte stärker einfordern, anstatt aus Angst vor Kulturimperialismus einfach alle Diktatoren und religösen Führer schalten und walten zu lassen.
(Allerdings brauchen wir nicht gleich die Grenzen abzuschaffen, nur weil einige es immer schaffen werden, sie illegal zu überwinden. Eine Hemmschwelle muss es schon geben.)

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wi_hartmann@t-online.de 18.08.2017, 14:51
3. Freiheitsrechte in Europa

Wohl war, eine Vielzahl der Ankömmlinge nimmt sich die Freiheit
uns mit Mord und Totschlag einzuheizen.
Hinzu kommt, daß wir deren Existenz mit Geld der Bürger sichern
und als Dankeschön Hass und Häme ernten.

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Atheist_Crusader 18.08.2017, 14:52
4.

"Tausende zieht es nach Europa - auch weil hier Menschen- und Freiheitsrechte und Rechtsstaatlichkeit gelten."

Auch. Wohlstand und Stabilität dürften auch ihren Teil dazu beigetragen haben.

Allerdings verstehen Viele nicht, dass diese Dinge meist Hand in Hand gehen. Wenn ich eine Gesellschaft habe in der z.B. Menschen für Blasphemie hingerichtet werden könnten, dann ruiniert man die Diskussionskultur indem man Debatten lebengefährlich macht. Dadurch schadet man der Bildung. Auch die Verantwortlichkeit des Staates ruiniert man, indem man ihm die Möglichkeit gibt, unbequeme Fragen durch ausschalten der Fragesteller zu eliminieren.
Ohne diese Verantwortlichkeit herrscht Rechtswillkür - und die schreckt ausländische Investoren ab. Die sind nämlich höchstens dann an rücksichtslosen Ausbeuterregierungen interessiert, wenn sie billige Ausbeuterfabriken bauen wollen. Aber für Innovation braucht es gebildete Bürger und die bekommt man so halt nicht. Koranschule hilft einem nicht viel wenn man programmieren will.

Es ist ein System sich gegenseitig stützender und unterstützender Säulen. Zieht man eine oder gar mehrere heraus (wie das etwa die Türkei in puncto Demokratie, staatliche Rechenschaftspflicht, Rechtssicherheit und Bildung tut), dann stehen die Anderen umso wackliger da.
Und wenn der eine wächst, dann ziehen in der Regel auch die Anderen nach.

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daktaris 18.08.2017, 14:53
5. Interessant

Das ist mir auch noch nicht oft passiert. Ich lesen einen Artikel, dem ich wirklich vom ersten bis zum letzten Satz widersprechen muss. Stop! Ist das nun die Filterblase oder einfach eine komplett andere Wahrnehmung der Realität. Viel spannender aber ist die Frage, wer von uns beiden (der Autor oder ich) komplett neben der Spur liegt?

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dieter-ploetze 18.08.2017, 14:54
6. leicht gesagt

was sind universelle werte, wer legt die fest? wo kollidieren diese mit der religion? wenn man sich hier
aufklaererisch einmischt, ist das schon zuviel. dass muesen schon die betroffenen voelker allein
sehen und wollen. hier sind die sogenannten fluchtursachen beschrieben, die es zu verbessern gilt.
genauso wichtig, ich meine sogar wichtiger, ist es die fluchtanreize zu bekaempfen.
das heisst nun mal, die asylgesetzgebung auf den heutigen stand bringen, die sozialleistungen fuer
migranten zu mimnimieren, jedenfalls in deutschland, welches naemlich allein dadurch anziehungskraft
besitzt. frei sind die anderen EU laender auch, nur da will kaum einer hin. warum?

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Harry1 18.08.2017, 14:54
7. Dilemma

Millionen, nein zig Millionen Menschn leben in übelsten Verhältnissen.
Nicht mal Grundbedürfnisse wie Essen & Trinken sind gedeckt. Luxus Freiheit für alle ist ein frommer Wunsch.

Nein - ich möchte diese Menschen weder leiden noch sterben sehen bzw. wissen.

Aber alle hier haben geht auch nicht, das sprengt unser mittlerweile soziales Gefüge. 2016 fast eine Milliarde mehr Sozialausgaben!
So ganz heimlich hat der Überlebenskampf bereits unterschwellig angefangen. Selbst das reiche Deutschland hat mittlerweile einen humanen Bodensatz dem es im Vergleich zum Gutbürger nicht wirklich gut geht.

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hmueller0 18.08.2017, 14:55
8. Menschen flüchten nicht wegen Sozialleistungen

"Menschen flüchten nicht, weil sie von irgendwelchen Sozialleistungen gehört haben" - das ist aber eine recht gewagte These. Belege? Es gibt massenhaft Interviews auch im SPON, die das Gegenteil belegen. NAtürlich gibt es auch Menschen die flüchten, weil ihr Leben bedroht ist (zB Krieg), aber deutlich mehr sind es aus wirtschaftlichen Gründen (und oft mit einerm erstaunlichen Anspruchsdenken, was aber evtl. auch an einer flaschen Berichterstattung liegt). Und nein, die wirtschaftlichen Gründe sind dann nicht nur etwas wie "nicht verhungern" - denn es betrifft ja zB auch Menschen, die zB aus dem Kosovo, Bosnien, Albanien etc kommen - und die sind wirtschaftlich doch etwas besser aufgestellt, als zB Afrika. Unsere Werte wie Freiheit verteidigen - super Sache. Mein Eindruck ist aber eher dass es darum geht - gleicher Lebensstandard auf der ganzen Welt - das wäre zwar evtl. auch toll - sollte aber im Moment nicht unsere Priorität sein.

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mensch0817 18.08.2017, 15:00
9. Prinzipien für alle!

Prinzipiell würde ich dem Artikel zustimmen, nur ist das mit dem Vertreten von Prinzipien so eine Sache. Vor allem dann, wenn man sie nicht einmal im eigenen Land gegenüber den eigenen Bürgern vertritt, wie das Beispiel G20-Gipfel gezeigt hat (siehe beispielsweise "G20: Die Eskalation begann mit der Ernennung von Dudde zum Polizeichef", telepolis, 17.08., http://www.heise.de/-3804738). Wie soll man da glaubwürdig nach außen wirken?

@keine-#-ahnung: Nein, Einmauern und Abschotten helfen nicht - es sieht oberflächlich gesehen nur so aus, weil die Probleme an nicht mehr so sichtbare Orte verlagert werden. Aber die Probleme werden dadurch nicht gelöst, sie sind weiterhin da.

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