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Europa und der Terror: Freiheit braucht Schutz
REUTERS

Welche Lehren ziehen wir aus den Anschlägen von Paris? Einfache Antworten helfen jetzt nicht, es braucht eine neue Sicherheitsdebatte.

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dd1962 15.11.2015, 17:18
90. nö

Weil Schutz der Grenzen bedeutet nicht automatisch diese zu schließen. Der feine Unterschied ist der, dass alle Freiheit einen rechtlichen Rahmen braucht. Genau den werfen wir seit Wochen über Bord. Freiheit geht anders.

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ldwagner 15.11.2015, 17:18
91. Ohne Kontrolle geht es nicht

Wenn wir den Opfern des islamischen Staats, die bei uns Zuflucht suchen, wirklich helfen wollen, dann geht das nur, wenn wir wissen, wer in unser Land kommt. Wenn alle hereingelassen werden, dann sind mit Sicherheit auch Terroristen oder für den Terrorismus Anfällige darunter. Ohne Kontrolle machen wir es ihnen leicht, und am Ende haben wir Zustände wie am 11. September in New York, wie in Madrid, in London oder in Boston. Dann können wir auch den Verfolgten nicht mehr helfen. Das kann keiner wollen, dem die Demokratie am Herzen liegt. Sicherheit und Demokratie sind sehr wohl miteinander vereinbar, Anarchie und Demokratie aber nicht.

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säkularist 15.11.2015, 17:22
92.

Zitat von Moewi
und WENN es so ist/wäre - wie unterscheiden Sie einen "echten" von einem "falschen" Flüchtling? Irgendeine handhabbare Idee?
Einer der Attentäter hatte offenbar einen gefälschten syrischen Pass.
Den hätte man durchaus finden können, wenn man genau hinschaut. Zumindest wäre es dann ein Attentäter weniger gewesen. Vielleicht hätte man so auch die ganze Aktion aufdecken und damit verhindern können.

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ikarus2015 15.11.2015, 17:25
93. Freiheit....

Braucht Grenzkontrollen! Diese Kenntnis haben wir wohl gewonnen. Und Freiheit heißt leider auch Härte zeigen, gegen die die unsere Gesellschaft und Lebensweise zu bekämpfen. Das sollte uns mal klar werden. Freiheit heißt auch das wir die bisherige Integration kritisch hinterfragen müssen

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vera gehlkiel 15.11.2015, 17:26
94.

Zitat von säkularist
Wie kommen sie auf diese Idee? Sehen Sie sich doch mal die IS-Kämpfer und andere islamistische Attentäter an. Das sind mehrheitlich keine bitterarmen Menschen ohne jede Perspektive und Bildung. Die meisten kommen aus der Mittelschicht. Wäre Armut der Grund für den IS, dann müsste es in anderen noch viel ärmeren nichtislamischen Ländern ähnliche Terror-Organisationen geben. Etwas vergleichbares gibt es aber nur in islamischen Ländern, dort aber eigentlich überall mehr oder weniger.
Wer am Verhungern ist, greift nicht, egal aus welchem Grund, zur Waffe, das wusste schon Brecht. Schon bei den Leuten, welche die Anschläge auf die Twin Towers verübten, gab es jedoch die Bezugnahme auf eine Welt, die auch wegen der bitteren Ungerechtigkeiten, die sie fortwährend produziert, nichts Lebenswertes, keinen Sinn, möglich macht. Hierin scheint der eigentliche tiefe Grund für die Radikalisierung im noch frühen Lebensalter zu liegen, welche sich dann später, und schon unter Einfluss, immer schärfer als Kontrast herausarbeitet, der auf religiösen Fundamenten zu stehen scheint. Dafür ist nicht der Islam verantwortlich, lediglich, dass seine Offenheit prinzipiell radikale Ausleger kaum eingrenzt.

Es gibt keine anerkannten Dachorganisationen, deren Dogmen weitgehend anerkannt sind, wie es sie etwa bei den Christen gibt. Fundamentalismus ist allerdings keiner religiösen Denkrichtung eigentlich fremd, und genauer betrachtet auch fast keiner säkularen Denkrichtung.

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dr. ch. bernhart 15.11.2015, 17:30
95. aux armes citoyens (zu den Waffen Brüder)

im Rahmen des Kriegsrechts ist es durchaus möglich und zulässig als sog. Repressalie ganz Raqqa zu vernichten, bloss symbolische Bombardierungen reichen jetzt nicht mehr aus

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syracusa 15.11.2015, 17:31
96.

Zitat von stefan.martens.75
Man kann solchen Terror durch nichts und zwar absolut gar nichts verhindern in einer halbwegs freien Gesellschaft. Nicht einmal der totalitaere Polizeistaat kann das.
Naja, der totalitäre Polizeistaat hätte s bei der Bekämpfung des Terrorismus natürlich leichter, aber letztlich würde dadurch die Polizei selbst zu einem Terrorinstrument werden.

Natürlich kann man in einer freien, offenen Gesellschaft Terrorismus nicht effektiv genug verhindern, außer mit einer allerdings extrem weit vorausschauenden Politik: man kann sich bemühen, Terrorismus gar nicht erst entstehen zu lassen. Aber dazu muss man natürlich erst mal die Wurzeln des Terrorismus erkennen, und schon daran hapert es. Unsere rechtspopulistischen Scharfmacher von AfD-Höcke bis CSU-Söder suchen und finden die Wurzeln des Terrorismus beispielsweise gerne im Islam, der mit Migranten und v.a. Flüchtlingen ins Land kommt und dieses logischerweise verändert. Die sollten aber dann natürlich erst mal erklären, warum der islamistische Terror dann erst seit so kurzer Zeit existiert.

Die Ursachen des Terrors sind politisch (also sozial und wirtschaftlich) und nicht religiös. Und wir können diese Ursachen nur dann effektiv beseitigen, wenn wir unsere Ökonomie grundsätzlich umbauen.

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sportgk12 15.11.2015, 17:32
97. Die erste Konsequenz...

sollte es sein, zu wissen, wer sich wo im Land aufhält. Wenn ich als Bundesbürger umziehe habe ich eine Woche Zeit, um mich beim Bürgeramt anzumelden, ansonsten wird Bußgeld fällig. Dies ist gesetzlich geregelt. Mit welcher rationalen Begründung sollte die Registrierung von Flüchtlingen ausgesetzt werden? Auch die Weiterreise der Flüchtlinge muss erfasst werden, unabhängig von den Terroranschlägen in Paris.

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broväsor 15.11.2015, 17:32
98.

Zitat von urgestein43
in den Grenzen vor "Schengen" habe ich mich absolut nicht wie in einem Gefängnis gefühlt - ganz im Gegenteil, ich habe sie eher als einen Schutz für meine Kindern und mich empfunden. Wie gerne würde ich heute wieder meinen Personalausweis (oder Reisepass) an gesicherten Grenzen vorzeigen um wieder ein wenig das Gefühl von Schutz und Geborgenheit zu empfinden!
Das gesicherte Grenzübergänge Terroristen von ihrem Tun abhalten würden bezweifel ich. Kontrollen könnten lediglich eine trügerische Sicherheit vermitteln, sie würden jedoch keinen Anschlag verhindern. Zudem hätten Terroristen eines erreicht: Noch mehr Unsicherheit und Angst, in einer dann weniger freien Welt, zu verbreiten. Das kann, das darf niemand wollen.

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luny 15.11.2015, 17:39
99. Grenzen

Zitat von Big_Lebowski
Grenzen sind nicht nur Schutz, sie sind auch ein Gefängnis.
Hallo Big_Lebowski,

Grenzen sind elementar.

Jeder schließt seine Wohnung ab oder hat einen Garten-
zaun oder seine Gartenhecke.

Das gilt nicht als "Gefängnis", das ist ein natürlicher
Schutz des privaten Eigentums.

Bis hierher und nicht weiter, ab der Wohnungstür,
dem Gartenzaun oder der Gartenhecke beginnt das
persönliche Eigentum.

Für eine Staatsgrenze gilt das in besonderem Maße.

Wer seine Staatsgrenzen für jeden unkontrolliert
öffnet, läuft Gefahr, ÜBERRANNT zu werden.

Und nicht nur das, es kommen eben auch Vertreter
des IS ins Land, die die offenen Grenzen für ihre
Zwecke mißbrauchen und ausnutzen.

LUNY

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