Forum: Politik
Europa und die Einwanderung: Legalize it!
AFP

Wieder starben Hunderte Flüchtlinge auf dem Trip durchs Mittelmeer. Die Politik muss diesen unsäglichen Status Quo endlich beenden - selbst eine brutale, ökonomisch definierte Einwanderungsregelung wäre besser.

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Miere 20.04.2015, 05:30
40. Äpfel und Birnen und überhaupt keine Problemlösung

Sie werfen da zwei Sachen zusammen, die nicht zusammengehören: Asylberechtigte (die vor politischer oder religiöser Verfolgung fliehen) und Wirtschaftsflüchtlinge (die ein besseres Leben wollen). Das hat rein gar nichts miteinander zu tun und gehört nicht über einen Kamm gebürstet. Wir haben ein Asylrecht für tatsächlich Verfolgte. Das ist gut und richtig so. Da es aber leider weltweit viele Millionen davon gibt, können wir nicht einmal diese Menschen, die einen guten Grund und das Recht auf Asyl haben, alle aufnehmen. Demzufolge können wir keine Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen. Keine. Gar keine. Keinen einzigen. Nie. Wir sind außerdem das kleine, überbevölkerte Europa und nicht die weiten, leeren USA; der Vergleich zieht nicht. Davon unabhängig wäre so ein neues Gastarbeiterprogramm keine Lösung des Problems, denn Gastarbeiter bleiben, wie wir gesehen haben, gerne da, auch wenn das ursprünglich anders gedacht und vereinbart war. Außerdem: Wieso sollte ein syrischer Bürgerkriegsgeschädigter zu Hause bleiben, bloß weil sein Nachbar schon eine Teilzeitstelle als Spargelstecher hat? Es würden immer noch reichlich Leute nachkommen.

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siegerländer79 20.04.2015, 05:53
41. Der falsche Weg

Man möchte dem Autor sagen, das Leben ist kein Ponyhof. Die Legalisierung der illegalen Einwanderer würde wahrscheinlich zu einem höheren Zuwanderungsstrom über Schlepperbanden führen, wenn nicht sogar Werbung für deren Erfolg machen. Im Gegenteil, so hart es jetzt klingt, sollte man möglichst viele zurückschicken und hoffen, daß sich über Mundpropaganda die Sinnlosigkeit einer solchen Reise verbreitet. Das würde vielleicht Menschen davon abhalten, diesen gefährlichen Weg einzuschlagen und weniger Leben gefährden. Vielmehr sollte man den Ländern, welche z.B. Syrienflüchtlingen in großem Maß Asyl gewähren, eher eine höhere finanzielle Unterstützung zuteil werden lassen.

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cleoti 20.04.2015, 05:56
42. das Problem ist hausgemacht....

...über die letzten zwei Jahrhunderte -
Afrika, Asien, mittlerer Osten wurde zugunsten der (damals noch nationalistischen) europäischen Wirtschaften ausgeplündert, Basis unseres heutigen Wohlstandes, und unsere Infrastruktur auf den Knochen der dort lebenden Bevölkerung geschaffen.
Das diese nun hierher kommen um sich eine Scheiben vom Kuchen abzuschneiden ist nachvollziehbar - zuhause gibbet ja nix mehr.
Richtig lustig wirds wenn es um die weltweite Nutzung der Trinkwasserreserven geht - Anfänge sind ja beriets beobachtbar - dann wirds richtig heiss.....
Glückauf

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captainpetrov 20.04.2015, 06:13
43. ich befürchte...

..., dass diese Methode nichts bringen wird. Die Politik von Australien bringt da eher etwas. Also auch Werbung vor Ort, dass man gnadenlos zurück geschickt wird. Dass die illegalen aus Prinzip nicht bleiben dürfen. Dann kann man auch über legale Wege nachdenken. Aber vorher wird der Strom nicht abreißen.

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cm1 20.04.2015, 06:15
44. Die Ursachen bekämpfen

Armut und Kriege müssen bekämpft werden. Ein extrem schwieriger Prozess, aber alternativlos. Die Aufnahme von Millionen Menschen ist unrealistisch und gefährlich.

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teacher20 20.04.2015, 06:18
45. Realistisch

Schlamps Beitrag mag zwar aus schierer Verzweiflung geboren sein, dennoch sagt er sehr viel Richtiges.
Erfolgreiche Einwanderergesellschaften zeichn(et)en sich sehr wohl dadurch aus, dass sie den Strom der in die jeweiligen Länder strebenden Migranten/Flüchtlinge/Asylanten nach strengen ökonomischen Kriterien und z.T. nach ethnischen Quoten siebten, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Dass das nicht immer 100%ig funktionierte (auch die USA haben - vor allem an ihrer Südgrenze zu Mexiko und den anderen mittel- und südamerikanischen Ländern - mit illegalen Einwanderern zu kämpfen, die gerne als billige Arbeitskräfte missbraucht werden und dann schon mal im Zeichen einer liberaleren Immigrationspolitik en bloque "legalisiert" werden), ist im Gegenzug kein Argument, es in Europa nicht zu versuchen.
Keinesfalls dürfen solche Katastrophen, so bedauerlich sie sein mögen, im humanitären Überschwang dazu führen, sämtliche ökonomisch vernunftgeleiteten Regularien über Bord zu werfen und gar noch eine maritime Transportkette über das Mittelmeer zu installieren, nur um einem zweifelhaften und langfristig gesellschasftlich nicht zielführenden Ideal von "Menschenwürde" und "Menschenrechten" zu huldigen.

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wiesnase111 20.04.2015, 06:26
46.

Zitat von siebenh
solange Menschen, die jederzeit ein Dach über dem Kopf haben können und dreimal am tag etwas zu essen, denken, dass es ihnen schlecht geht und andere ihnen etwas wegnehmen werden, solange werden wir dieses Problem haben. Wäre ich in einem Krisengebiet oder Armenhaus der Welt geboren wäre ich auch auf einem dieser Boote. Mit Sicherheit. Sie sind mir alle willkommen. Die Welt hat im Laufe der Geschichte diese Struktur geschaffen, dass es arme und kaputte, chancenlose und verarmte Regionen gibt. Niemand kann diese Menschen das Recht nehmen, hier eine bessere Zukunft zu suchen. Keiner ist weniger wert, nur weil er nicht mit dem goldenen löffel im Mund geboren wurde.
kann man das so sehen?
wenn sich nun alle Menschen,die denken es geht ihnen da wo ihre Heimat ist nicht gut genug auf dem Tripp nach Europa machen.da danke. Allein in Indien oder China leben viele unzufriedene.Wenn die nun auch alle in den naechsten Jahren nach hier unterwegs sind.Nein ich sehe das anders.Man muss Bildung in ihren eigenen Laendern schaffen,usw.

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J-Créme 20.04.2015, 06:29
47. Niemand weiß eine Lösung

Europa muss humann handeln. Die UN ist zur Recht empört und besorgt, was im Mittelmeer geschied. Man wird sich noch jahrelang durchwursteln. Ein bisschen mehr Hilfe für die Schiffbrüchigen, noch mehr Flüchtlinge irgendwie "verarbeiten". Wenn aber jährlich 2 Mio Flüchtlinge kommen und täglich 1000 ertrinken, wird es nur noch um Abschottung gehen. Mitgefühl kann man nicht in unbegrenzter Quantität aufgringen. Europa wird die Leute einfach ersaufen lassen, früher oder später. Irgendwann wird man sich Sorgen wegen der Verunreinigung des Mittelmeers durch Leichen machen. Zynisch? Nein, ich leide unter der letzlich unvermeidbaren Unmenschlichkeit. Der Selbsterhaltungstrieb schlägt Humanismus und Gewissen.

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Shelly 20.04.2015, 06:32
48. Ja, klar, da ist man betroffen

es wird ja überall davon berichtet.
Gerade nicht so "in" sind die Toten direkt in Afrika selbst, z.B. im Bereich der Coltanminen - naja, würde ja stören, wenn man sich das neueste smartphone aussucht.
Ebenso aus den Schlagzeilen sind momentan die unwürdigen Zustände in der Bekleidungsindustrie in Asien - es ist ja Frühling, wir wollen uns doch unbeschwert unsere Frühlingsgarderobe aussuchen, am besten eine, die die Speckröllchen unserers Wohlstands ein bisschen kaschiert.
Unser Wohlstand ist eben davon abhängig, dass anderswo auf der Welt unsere armen Sklaven leben (und sterben).
Entweder wir schotten uns ab und bewahren uns noch etliche Jahre unseren Wohlstand oder wir bereiten uns auf unvorstellbare gravierende Veränderungen unserer Gesellschaft durch die Völkerwanderung vor.
Da beides nicht passiert, wird unsere Gesellschaft im Chaos versinken - und damit meine ich nicht Deutschland, sondern, angesichts der Bevölkerungszahlen in Afrika, das gesamte Europa.

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specialsymbol 20.04.2015, 06:44
49. Was sind das für Flüchtlinge?

Ganz ehrlich: da schmeißen Flüchtlinge andere ins Meer weil sie die *falsche* Religion haben:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-glaubenskrieg-auf-dem-mittelmeer-a-1029199.html
Wollen wir wirklich diese "Flüchtlinge" in unserer Gesellschaft haben? Sind wir verpflichtet solche Leute bei uns zu begrüßen?

Dann hört man immer wieder es werden Beträge in der Größenordnung von 5000€ alleine für die Schlepper über das Mittelmeer bezahlt. Sind das wirklich die "Ärmsten der Armen"? Wer in Afrika ist in der Lage, selbst mit der Unterstützung der Familie, solche Beträge aufzubringen?

Das sind nur einige der Dinge die mich stutzig machen. Sicher, die Situation der Menschen ist untragbar. Aber wird das Problem gelöst wenn wir einfach jeden aufnehmen? Inwieweit sind die Flüchtlinge selber Teil des Problems? Und wären wir in Europa überhaupt in der Lage deren Probleme zu lösen? Die Erfahrung zeigt ja: eher nein, nicht zuletzt weil es aus Gründen der "Political Correctness" nicht erlaubt ist über Unterschiede zu sprechen.

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