Forum: Politik
Europa und die Flüchtlingskrise: "Wenn wir wollen, können wir schnell handeln"
DPA

In der Flüchtlingskrise ist Europa zerrissen. EU-Parlamentspräsident Schulz will, dass eine klare Quotenverteilung in der EU Gesetz wird. Nationaler Egoismus von Ländern wie Ungarn dürfe nicht siegen.

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Normalbürger 05.09.2015, 08:05
1. Herrn Schulz...

kann man nur zustimmen. Allerdings: wenn sich unsere Regierung im Alleingang aus den Fenster lehnt und "Flüchtlinge, bitte zu uns kommen" ruft, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Mehrzahl der anderen EU Staaten entspannt zurücklehnt. Allenfalls sind einige Westeuropäische Staaten ob des deutschen Alleingangs vermifft darüber, dass Deutschland in den Augen der Welt als die absoluten Gutmenschen dastehen, während die anderen pauschal als Bösemenschen dastehen. Auch Frankreich, Schweden, Finnland und auch England haben schon große Kontingente aufgenommen. Die ganze Aktion seitens unserer Regierung war unkomprimiert, verärgert Partner, entspannt andere und - ganz große Gefahr weiterhin - gießt Öl auf die Feuer der Rechten.

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kuschl 05.09.2015, 08:06
2. Spät genug

Die EU kriegt wie immer nichts auf die Reihe. Spät genug haben Schulz und Juncker sich überhaupt aus der Deckung gewagt, weil sie wussten, daß das für sie keine Erfolgsstory wird. Wieder einmal zeigt sich, daß die EU Administration eine Schönwettereinrichtung ist aber für Krisenbewältigung nichts taugt. Bis diese Laberbude etwas beschließt, haben die Flüchtlinge und deren Schlepper Fakten geschaffen. EU: Eine teuer bezahlte Administration ohne Arbeitswert, gehätschelt nur von den eigenen Amtsträgern.

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Benjowi 05.09.2015, 08:07
3. Unglaublich unsolidarisches Verhalten!

Wenn gewisse EU-Länder jetzt Deutschland, das sich bemüht, sich fair und moralisch gegenüber Menschen in Not zu verhalten, jetzt nach ungarischem Muster die Solidarität verweigern, wird es massiv Zeit, auch aktiv darzustellen, dass Solidarität keine Einbahnstraße ist. Konkret heitßt das, dass sofort die Leistungen der EU an die osteuropäischen Länder auf den Prüfstand gehören und zugunsten der Flüchtlingsbetreuung gekürzt oder oder eingestellt gehören. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für das innerdeutsche Geben und Nehmen. Gewissen Bundesländern muss klar gemacht werden, dass das Leben nicht nur aus Abgreifen und Nehmen besteht! Und da gutes Zureden und Appelle mit Hohn und Hochnäsigkeit beantwortet werden, ist es Zeit in diesem Sinne konkret zu werden!

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harald_haraldson 05.09.2015, 08:13
4. Wenn wir wollen...?

Das heißt im Umkehrschluss, man hätte können, wollte aber bisher nicht?
Wie oft will Herr Schulz denn noch "eindringlich" an die europäische Solidarität erinnern? Kommt er sich mittlerweile nicht selbst ein bisschen komisch dabei vor?

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iasi 05.09.2015, 08:13
5. wieder einmal: Schulz, Merkel und Co regieren nicht, sie reagieren nur

Dies löst nur kurzfristig Probleme und verschärft sie in der Zukunft.
Wenn die nicht abnehmende Zahl der Flüchtlinge erst einmal im Alltag der Bürger "angekommen" ist, werden selbst aus den heutigen Gutmenschen Wähler, die ihr Unbehagen über den Einfluss der Flüchtlinge auf ihr Leben, laut kund tun.
Denn die Flüchtlinge, die heute mit offenen Armen begrüßt werden, bereiten den Weg für mehr und mehr Menschen, die der Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat entfliehen wollen.
Die Schlepper zu bekämpfen, ist doch eigentlich nur der hilflose Versuch, die Wellen von Flüchlingen zu bremsen.

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Big_Jim 05.09.2015, 08:13
6. Darüber sollte man vielleicht auch einmal offen und ehrlich sprechen.

Was wir brauchen ist die Erkenntnis, dass wir eine destabilisierte Nachbarschaft haben? Da stimme ich dem Herrn Schulz völlig zu. Ich vermisse nur einmal das Nachdenken darüber, warum zB. Syrien und Libyen destabilisiert sind. In Libyen liegt das wohl eher an der Meinung der NATO, da militärisch in einen Bürgerkrieg eingreifen zu müssen und in Syrien sieht es doch ähnlich aus. Wir haben die jeweils unterlegenen Seite in beiden Ländern unterstützt und dadurch diese Konflikte extrem in die Länge gezogen, was das Leiden der Menschen kaum verkürzen dürfte. Also, darüber sollte man vielleicht auch einmal offen und ehrlich sprechen.

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mwroer 05.09.2015, 08:15
7. Nationaler Egoismus ?

Was soll das bedeuten? Dem Egoismus von Ländern wie Ungarn und Tschechien wird doch durch das Verhalten der deutschen Politiker Vorschub geliefert.

Wer im eigenen Land, vor lauter Angst nicht als der liebenswerte Deutsche darzustehen, die normalen Europäischen Verträge wie das Dublin-Abkommen mal eben aussetzt, wer bei der Griechenlandhilfe jede Regel unterläuft und dann Länder wie Ungarn die Außensicherung ihrer ureigenen Grenzen verbieten will - wiederum gegen geltendes Recht - ja, der muss sich nicht wundern wenn diese Länder sich diese Freiheit auch rausnehmen.

Und sie nehmen sich noch nicht mal Freiheiten raus - dass ist der Witz. Es gibt keine Verpflichtung, für keinen Staat eine Anzahl X von Wirtschaftsflüchtlingen aufzunehmen.

Und wer wirklich glaubt dass seien alles Kriegsflüchtlinge die um ihr Leben fürchten, der hat den Knall nicht gehört. Menschen die um ihr Leben fürchten suchen sich nicht explizit die besten Länder aus - die sind froh und glücklich irgendwo sicher angekommen zu sein. Wer als sogenannter Flüchtling - der um sein Leben bangt - Ungarn und Österreich als nicht gut genug empfindet und wissentlich gegen geltendes Recht verstößt um weiter zu kommen der ist kein Kriegsflüchtling, der will einfach nur an den bestmöglichen Essenstopf.

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helle_birne 05.09.2015, 08:15
8. Die Flüchtlingsverteilung würde

gar nichts bringen. Selbst wenn man sich - unter Druck und Drohung - auf eine Verteilung "einigen" könnte: Die Flüchtlinge wollen nicht nach Polen, Tschechien, Ungarn usw., umgekehrt wollen weder die Bevölkerungen noch die Regierungen dieser Länder die Flüchtlinge. Die Flüchtlinge wollen nach Deutschland, Österreich und Schweden, und dorthin würden die nach Polen, Tschechien usw. zwangsverteilten Flüchtlinge sich bei erstbester Gelegenheit begeben. Die Befürworter dieser "Lösung" leiden an politischem Realitätsverlust in fortgeschrittenem Stadium ...

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Freidenker10 05.09.2015, 08:16
9.

Naja, Orban hat ja recht mit seiner Aussage, dass die Flüchtlinge nach Deutschland wollen. Wie soll man Flüchtlinge verteilen, wenn diese nicht in den zugewiesenen Ländern bleiben wollen? Aber da Deutschland unmöglich alle aufnehmen kann, muss wohl auch in Deutschland umgedacht werden und eine Veränderung des Asylrechts angegangen werden! Wir stecken ja jetzt schon voll im Chaos, wie soll das denn die nächsten Jahre weitergehen, wenn dann Millionen kommen wollen?

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