Forum: Politik
Europa und Macron: Koste es, was es wolle
DPA

Am Sonntag wird Emmanuel Macron als französischer Präsident vereidigt. Er braucht unsere uneingeschränkte Solidarität, denn sein Scheitern wäre das Ende der Europäischen Union.

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SanchosPanza 13.05.2017, 22:11
1.

Macron bräuchte unsere "uneingeschränkte Solidarität". Heißt das, vor allem uneingeschränkt Geld über neue Schulden und Transferzahlungen?

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karend 13.05.2017, 22:21
2. .

"Er braucht unsere uneingeschränkte Solidarität, (...) Macron braucht Investitionen, er braucht Nachsicht bei der Überschreitung der Defizitgrenze, er braucht Zeit und Geld, um seine Reformen verträglich für das französische Volk zu gestalten."

Die Solidarität kann er haben. Doch sicherlich will er – wie andere auch –Geld. Deutschland sollte jedoch endlich zusehen, dass es das Geld der Steuerzahler in diesem Land investiert wird: in Bildung, Straßen, Sicherheit etc. Ostern war ich an der Nordsee. Die Bürgersteige und Straßen dort sahen aus wie zu ehemaligen DDR-Zeiten.

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marcus_tullius 13.05.2017, 22:22
3. Solidarität

ja. Uneingeschränkte nicht. Wie viele französischen Politiker meint er, Frankreich könne sich die Lösung der inneren Probleme des Landes von den reichen Deutschen finanzieren lassen. Aber aufgeräumt müsste zunächst einmal vor der eigenen Tür: das frühe Renteneintrittsalter, die kurze Wochenarbeitszeit, die erbitterten Streits, der Machtmissbrauch der Eliten etcetera.
Und aus prinzipiellen Gründen: Mir ist noch kein Politiker auf der Welt aufgefallen, der irgendetwas "uneingeschränkt" von mir erwarten oder verlangen könnte.

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Kamillo 13.05.2017, 22:24
4.

Sehr guter Kommentar! Spiegel, ich bitte darum, diesen Kommentar in alle europäischen Sprachen zu übersetzen, und jeder europäischen Tageszeitung zum kostenlosen Abdruck anzubieten!

Genau diese Erkenntnis ist in mir auch seit einiger Zeit gereift und richtig klar wurde es, als Macron gewann und ich woanders laß, dass die Architekten des Plans, den Macron jetzt in Europa umsetzen möchte (und muß!) die Herren Schulz und Juncker sind. Die Bundestagswahl im Herbst muss mit Schulz als Gewinner ausgehen, dann wird Macrons Plan gelingen. Es muss gelingen! Es muss! Ich will nicht sehen, wie Euopa wieder im Egoismus zerbröselt. In lauter Kleinstaaten, die von den USA (unter Trump), China und Russland zerrieben werden. Das ist ohnehin Putins Masterplan, das darf nicht gelingen! Vive l'Europe!

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beautiful-miro 13.05.2017, 22:26
5. Phrasen

Diese Untergangsszenarien von selbsternannten "Fortune Teller" nerven. Die Welt ist politisch noch nie untergegangen. Dies wird auch nicht der Fall sein, wenn wir unsere französischen Freunde auffordern, in ihrem eigenen Land aufzuräumen. Unser Geld ist dazu nicht erforderlich. Und ob LePen oder der FN in 5 Jahren politisch noch relevant ist, wer weiß. Also Gelassenheit.

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a_real_scientist 13.05.2017, 22:26
6. Demokratisches Europa!?

Ich bin ein grosser Befuerworter der europaeischen Gemeinschaft und einer europaeischen Union.
Es hat viele wunderbare Entwicklungen in der EU gegeben (offene Grenzen, einheitliches Bankensystem etc.), doch leider hat es die EU versaeumt, sich als volksnahe Institution dem Buerger nahe zu bringen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass das europaeische Parlament mehr Symbolcharakter als Entscheidungsmacht besitzt und die tatsaechlich Maechtigen - der Europarat - nicht gewaehlt sondern ernannt wird.
Ich halte es fuer einen Fehler ein mangelhaftes System kritiklos und bedingungslos zu verteidigen. Die EU sollte eine interne Umstrukturierung zu einem vollwertig demokratischen "Superstaat" vollziehen. Eine Regierung, die direkt gewaehlt wird und auch Entscheidungsmacht und -befugnisse fuer die ganze EU hat. Die Politiker muessen auch zur Verantwortung ihrer Taten gezogen werden koennen.

Aber leider ist dies eher eine Utopie, denn solange die EU im jetzigen Zustand von den Medien und Politikern der Regierungskoalitionen als fehlerfrei dargestellt wird, aendert sich auch nichts.

Gleichzeitig is die EU im Vergleich zu Nationalstaaten das eindeutig kleinere Uebel: Was glauben die Nationalisten eigentlich wir wichtig ihre Nation ist? Sobald Europa in seine Einzelteile zerfaellt, freuen sich die internationalen Grosskonzerne und Grossmaechte geradezu, die Staaten gegeneinander auszuspielen.
Ein gemeinsames Europa ist die einzige Loesung.

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Steve1982 13.05.2017, 22:28
7. Ja, mehr Geld von Deutschland

1. Einen Großteil unseres Geldes erwirtschaften wir dadurch, dass es den Euro gibt, nicht wahr :)
2. Würden bei Eurobonds nicht auch die Zinsen vielleicht mittelfristig wieder steigen Fragezeichen dann hätten wir Sparer wieder mehr Geld. Das wollen wir doch...
3. Eins ist klar: eine Gemeinschaft von Individuen oder auch Ländern hält auf Dauer nur zusammen, wenn sich jeder darin wiederfindet und man Kompromisse eingeht. Wenn ein Land zu dominant ist, dann fliegt der Laden auf Dauer auseinander. So ist das Leben!

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CancunMM 13.05.2017, 22:28
8.

Mein Gott, gehts jetzt auch mal ne Nummer kleiner ?
Will man jetzt so immer die gewünschte Reaktion erreichen in dem man es immer für alternativlos bezeichnet ?

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Paul-Merlin 13.05.2017, 22:30
9. Dieser Satz hat die gleiche

unirdische Qualität wie die Aussage von Merkel: "scheitert der Euro, dann scheitert Europa." Beides ist Blödsinn. Macron mag ein talentierter Politiker sein, aber von seinem politischen Schicksal kann nicht das Schicksal Europas abhängen. Wäre es so, dann wäre die EU heute schon am Ende.

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