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Europa und Macron: Koste es, was es wolle
DPA

Am Sonntag wird Emmanuel Macron als französischer Präsident vereidigt. Er braucht unsere uneingeschränkte Solidarität, denn sein Scheitern wäre das Ende der Europäischen Union.

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roughneckgermany 15.05.2017, 13:00
400. Curiosus

Deutschland ist keine Insel und von Exporten abhängig. Deutschland kann nur so viel Überschuss erzielen, weil andere Länder im Gegenzug deswegen viele Schulden machen müssen. Als Folge dessen wird der Export früher oder später zurückgehen, was Deutschland deutlich merken wird. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Macht also mitnichten Sinn.

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curiosus_ 15.05.2017, 13:24
401. ?

Zitat von roughneckgermany
Deutschland ist keine Insel und von Exporten abhängig. Deutschland kann nur so viel Überschuss erzielen, weil andere Länder im Gegenzug deswegen viele Schulden machen müssen. Als Folge dessen wird der Export .....
Auf welchen post von mir bezieht sich jetzt diese Antwort? Das, was Sie da anführen ("Deutschland ist keine Insel und von Exporten abhängig. Deutschland kann nur so viel Überschuss erzielen, weil andere Länder im Gegenzug deswegen viele Schulden machen müssen.") ist mir schon seit Jahren geläufig, was soll mir das sagen?

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Kerze der Freiheit 15.05.2017, 18:38
402.

Zitat von notbehelf
Gibt es eine Begründung? Und warum sind die EU-Staaten ohne Euro nicht auf dem Niveau von Rumänien?
Na, das halte ich als Ökonom mit einer Spezialisierung auf Internationale Währungsbeziehungen und Internationaler Wirtschaft für ausgesprochenen Unsinn. In Wirklichkeit wäre Deutschland erheblich wohlhabender. Grund: Die Importe wären billiger (auch für die exportorientierte Industrie) und Deutschland müsste nicht für Pleiteländer haften.

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wallot10 15.05.2017, 21:53
403. Teil 1

der Afghanistan-Einsatz hat doch gezeigt, wohin uneingeschränkte Solidarität führt. Ich bin auch für Solidarität mit GANZ Europa (und nicht nur Frankreich). Dafür muss es aber auch Veränderungen geben (der Wille allein reicht nicht). Wo ist Europa geholfen, wenn sie einfach so weitermachen wie bisher und sie in zehn Jahren wieder vor der Tür stehen und neues Geld brauchen? Dauerhafte Unterstützung kann sich eine demographische Gesellschaft nicht leisten.
Ich wäre für einen europäischen Altschuldentilgungsfond, für den alle EU-Länder mithaften. Dieser Fond wird auf 20 Jahre angelegt. Ein Land möchte die Summe XY einzahlen. Diese Summe wird auf 20 Teile gestückelt. Jedes Jahr wird ein Stück vergemeinschaftet. Die Summe wird aber nur dann vergemeinschaftet, wenn die vereinbarte Neuverschuldung eingehalten wurde. Sofern die Neuverschuldung nicht eingehalten wird, werden in dem jeweiligem Jahr keine Schulden vergemeinschaftet (diese Summe verbleibt dann dauerhaft in dem jeweiligem Land). Dafür können dann die anderen Länder (die die Neuverschuldung eingehalten haben) mehr Schulden abgeben. Wie hoch die Neuverschuldungsgrenze ist, vereinbaren die Regierungen mit der EU-Kommission. Je niedriger die Grenze, umso mehr Schulden dürfen sie abgeben. Ich würde bei der Neuverschuldung auch nichts herausrechnen. Ansonsten bekommt ein Rentner einmal im Jahr eine 5-Minuten-Fortbildung und danach wird die komplette Rente als Bildungskosten herausgerechnet. Genauso wenig würde ich einen Populismus-Rabatt geben ("wenn Ihr nicht, dann kommt le Pen, Grillo,...."). Auch zukünftige Regierungen müssen sich an bestehende Verträge halten. Le Pen könnte zwar die vereinbarte Neuverschuldungsgrenze ignorieren, dann dürfte Frankreich aber auch keine Schulden mehr abgeben, müsste aber für die Schulden der anderen Länder trotzdem noch mithaften (auch nach einem möglichen (aber unwahrscheinlichen) EU austritt). Stattdessen könnte man wenig industrialisierte Länder (z.B. Griechenland, Portugal) einen Rabatt geben. Industrialisierte Länder (Deutschland, Frankreich, Italien) dürfte es leichter fallen, eine geringe Neuverschuldung einzuhalten, als wenig industrialisierten Länder. Gerade bei Griechenland dürften die Reformen ausgereizt sein. Bei der Neuverschuldungsgrenze könnten Finanzwissenschaftler doch bestimmt ein Rechenmodell entwickeln (z.B. bei industrialisierten Ländern bedeuten eine 2% Grenze, dass 30% (1% / 40%) der Schulden vergemeinschaftet werden, bei wenig industrialisierten Ländern sind es mehr.) Die Regierungen können dann mit der EU-Kommission vereinbaren, welche Grenze sie wollen. Wie die Länder die Neuverschuldung einhalten, sparen oder investieren, bleibt ihnen überlassen. Man sollte auch darauf achten, dass keine gefakten Zahlen nach Brüssel gemeldet werden. Bei einem Altschuldentilgungsfond hätten die Regierungen auch ein Ziel,auf das sie hinarbeiten können.

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wallot10 15.05.2017, 21:56
404. Teil 2

Dazu könnte jedes Land auf freiwilliger Basis mehr Geld nach Brüssel überweisen. Über die Verwendung dieses Extrageldes sollte die EU-Kommission frei entscheiden können. Man sollte die Extrazahlungen aber auch wieder kurzfristig stoppen können (etwa im Krisenfall). In einer Wirtschaftskrise gehen die Steuereinnahmen zurück und das Kurzarbeitergeld steigt an. Dann wird man das Geld selbst benötigen.
Eurobonds und eine europäische Arbeitslosenversicherung würde ich auf keinen Fall machen. Das wird ein Fass ohne Boden. Im Gegensatz zu einem Altschuldentilgungsfond weiß man vorher nicht, wie hoch die maximale Summe sein wird. Ich würde behaupten, dass es auch kein Insolvenzrecht gibt, das zukünftige Schulden erlässt. Es gibt aber ein Insolvenzrecht, das Altschulden erlässt (mit harten Auflagen). Eine Vergemeinschaftung zukünftiger Schulden wäre ein Freifahrtschein auf Kosten anderer zu leben.

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interessierter Laie 15.05.2017, 23:40
405. Wissen Sie...

Zitat von curiosus_
"Der Euro war gar keine schlechte Idee. Und ohne ihn wären gerade wir weit schlechter gefahren" - Und dann ein "Aber"? Was soll das? Wenn "wir ohne ihn weit schlechter gefahren wären", was soll dann das Gejammer? Irgendwie unlogisch, oder? So à la Dolchstoßlegende - wenn uns niemand heimtückisch den Dolch in den Rücken gerammt hätte hätten wir gesiegt? Nein, der Euro war und ist Murks. Und sicher alles außer, unter dem Licht der Realität gesehen, "keine schlechte Idee". Mit dem Euro hat man einen wesentlichen Stellhebel zur Optimierung lokaler Ökonomie ohne Not abgeschafft - nationale Währungen mit der Möglichkeit auf- oder abzuwerten. So wie wenn man einem Einbeinigen die Krücke wegnimmt mit der Begründung, dass er ohne den Ballast viel besser laufen könne.
Wenn ich solche Aussagen lese, sehe ich meine Oma vor mir, die mit leuchtenden Augen in den alten Fotoalben blättert. Natürlich hat man nur fotografiert, wenn die Leute gelächelt haben und natürlich ist die Idylle, die da gezeigt wird, ein Zustand, der sich nie genauso wiederholen lässt. Aber Menschen blenden das leider gerne aus und schwelgen in Vergangenem. Nur in der Wirklichkeit läuft das so nunmal nicht.
Ich vergleiche es mal mit dem Sport. Wenn das Team Ferrari 2017 mit dem Wagen von 2000 antritt, ist es weg vom Fenster - egal wer es fährt. Auch wenn Ferrari mit einem neuen Auto antritt, ist der Sieg nicht garantiert - erst recht nicht, wenn man es unterlässt, den Wagen richtig zu warten. Der neue Wagen war dann aber nicht die Fehlentscheidung, sondern die mangelnde Wartung. So ist es auch mit der Ökonomie. Die ist nämlich auch ein Wettbewerb.

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verbraucher6787654 16.05.2017, 00:41
406. Man muss ja nur rechnen,

dann weiss man, dass es so nicht geht. Ideologien hin oder her, Macron vertritt auch nur die nationalen französischen Interessen.

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curiosus_ 16.05.2017, 11:16
407. Wie wäre es mal mit...

Zitat von interessierter Laie
Wenn ich solche Aussagen lese, sehe ich meine Oma vor mir, die mit leuchtenden Augen in den alten Fotoalben blättert. Natürlich hat man nur fotografiert, wenn die Leute gelächelt haben und natürlich ist die Idylle, die da gezeigt wird, ein Zustand, der sich nie genauso wiederholen lässt. Aber Menschen blenden das leider gerne aus und schwelgen in Vergangenem. Nur in der ......
..Sachargumentation statt nur Prosa?
"meine Oma", "leuchtenden Augen", "in den alten Fotoalben blättert", "Wenn das Team Ferrari 2017 mit dem Wagen von 2000 antritt, ist es weg vom Fenster", "man es unterlässt, den Wagen richtig zu warten".

Nett, aber was soll das belegen?

Oder Binsenweisheiten wie "So ist es auch mit der Ökonomie. Die ist nämlich auch ein Wettbewerb."? Klar. Und nachts ist es kälter als draußen.
Vielleicht informieren Sie sich mal vorab wie ein sachlicher, argumentativer Diskurs geht.

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