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Europäischer Staatsakt: Der gestohlene Kanzler
DPA

Maike Kohl-Richter hat durchgesetzt, dass es für den Kanzler der Einheit keinen Staatsakt in Deutschland geben wird - ein gezielter Affront gegen das Land, das Helmut Kohl 16 Jahre regierte. Wofür will sie sich rächen?

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dborrmann 22.06.2017, 16:05
160. Gar nicht schlecht für Deutschland...

Mein Kanzler war Herr Kohl nie. Sein historischer Verdienst mag groß sein, man wird in hundert Jahren darüber urteilen. Ich finde den Widerspruch zwischen den ständigen Predigten betreffend sein konservatives Familienbild und der Realität einer gescheiterten Familie bedeutsamer.

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hohnspiegel 22.06.2017, 16:06
161. Ehrenwort

Ein Bundeskanzler der sein Ehrenwort über seinen Amtseid und das Gesetz erhebt verdient keinen Staatsakt
Soll er in Straßburg geehrt und in Deutschland schnell unter die Erde gebracht werden und gut ist

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stvolk 22.06.2017, 16:06
162. Ihre Probleme möchte man haben

Die kultische Verehrung Bismarcks, vor dem viele Historiker bis heute auf dem Bauch liegen, hat Deutschland schon nicht besonders gut getan. Einer Republik aber steht Personenkult, in welcher Form auch immer, noch sehr viel schlechter zu Gesicht als einer Monarchie. Die Nüchternheit der alten Bonner Republik in Fragen der Repräsentation, die sich - trotz Berlin - bis heute gehalten hat, ist durchaus eine Errungenschaft, die wir uns bewahren sollten.
Wenn Kohl partout nicht in Deutschland beweihräuchert werden wollte, dann soll man ihm seinen letzten Willen lassen. Dass es sei letzter Wille war, daran besteht für mich kein Zweifel. Die Geschichte passt einfach zu gut zu seinen missgünstigen, übellaunigen und nachtragenden Äußerungen über seine Weggefährten und Nachfolger. Ob er ein großer Staatsmann war oder nur ein gerissener Parteipolitiker, der - alles in allem - mehr Glück als Vaterlandsliebe hatte, sei mal dahingestellt. Ein kleingeistiger Charakter war er in jedem Fall. Und wenn Herr Juncker uns durch seinen Theatercoup in Straßburg ein bisschen Geld spart, kann uns das nur recht sein.

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brotherandrew 22.06.2017, 16:07
163. Nein, ...

Zitat von schmic79
Kann man dieser unsaeglich schlimmen Frau nicht die deutsche Staatsbuergerschaft entziehen und sie ausweisen?
... natürlich kann man das nicht. Aber die Witwe von Helmut Kohl als "unsaeglich schlimme Frau" zu bezeichnen, ist schlicht unverschämt.

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miezenjäger 22.06.2017, 16:07
164. Ist schon

erstaunlich, wie hier gerichtet wird, ohne die Hintergründe zu kennen. Schon bald werden sich einige hier, zumindest im Stillen, für das, was sie hier geschrieben haben schämen müssen.

Die nahe Zukunft wird zeigen, warum das so entschieden wurde; insbesondere das Verhältnis zur BK.

Mithin, nicht immer gleich losblöken, erst einmal die Fakten abwarten.

Die kommen bald; auf jeden Fall noch vor der Wahl, da bin ich mir sicher.

Ein Skandal sind nur die elendigen Vermutungen und Unterstellungen.

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wopress1104 22.06.2017, 16:07
165. Ist doch kein Problem

Wenn seine Frau keinen Staatsakt wünscht, dann ist das doch in Ordnung. Gut er ist Kanzler der Einheit, aber nur, weil er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Jeder anderer hätte das auch so geschafft, auch Lieschen Müller.
Das verhalten von ihm und seiner jetzigen Frau ist einfach unerträglich und sagt viel über den Menschen Kohl und seiner Frau aus. Der Beerdigung würde ich fern bleiben.

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Ewa 22.06.2017, 16:07
166.

Zitat von freelucky123
Wie kann man nur so einen nationalistischen Blödsinn schreiben. Die Freundschaft zwischen Mitterand und Kohl und seine liebe zu seiner Region sind sein eigener Wesenskern und wenn die Wiedervereinigung nicht durch die Ostdeutschen herbeigeführt worden wäre, hätte sich Westdeutschland noch weiter von seine Ostteil entfernt. Es war eine Gnade das der Westen den Osten aufgenommen hat. Aber als das geschah war Europa schon längst dabei zusammenzuwachsen. Und wenn die Ostdeutschen und Berliner, die das nicht verstehen, jetzt neidisch auf Strassburg blicken sind sie selbst schuld. Strassburg war wie Berlin eigentlich eine gespaltene Stadt zwischen Deutschen und Franzosen und Strassburg hat sich wie die gesamte Region des Südwesten Deutschlands mit einem neuen eupäischen Weg die Zukunft vor Augen und nicht die nationalen Befindlichkeiten eines von Berlin geprägten Deutschlands, dass in der Welt ohne internationale Partner und Freunde untergehen würde.
Provokativ könnte ich formulieren:
Straßburg war immer deutsch oder auch immer französisch.
Unter historischen Gesichtspunkten ist Straßburg sicherlich ein
guter "Europäischer" Ort für eine Trauerfeier. Eine typische Stadt die europäische Irrungen und Wirrungen wie keine zweite bedeutende Bischofsstadt in dieser Region verkörpert.
Freiden über Gräber hinweg, das sollte auch für die Hinterblieben gelten, wir wollen keine Verdi-Oper nach Vorlage von Shakespeare erleben.

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querdenker13 22.06.2017, 16:07
167. Na ja

Zitat von David K.
70 Jahre nach dem Deutschland größtes Unheil über die europäischen Staaten gebracht hat und von Deutschland Tod, Vernichtung und Elend ausgingen, wird nun eben von diesen Staaten einem Deutschen die letzte Ehrerbietung dargebracht. DAS finde ich eine sehr große Geste. Warum sollte denn jemand aus Deutschland sprechen? Herr Kohl wird ja auch stellvertretend für das neue Deutschland nach 45 geehrt. Man könnte es sogar so deuten, dass mit Herrn Kohl auch das Nachkriegsdeutschland von Europa zu Grabe getragen wird. Es ist an der Zeit! Warum will bzw. kann man es nicht auch so in Deutschland sehen?
Dem ersten Teil Ihres ersten Satzes kann ich voll zustimmen. Für den Rest kann ich Ihnen nicht zustimmen. Bundeskanzler Brandt hat viel, viel, mehr für die Aussöhnung, gerade mit Polen getan als es Mister Schwarzkasse jemals machen konnte. Allein weil ihn die geistige Größe dazu fehlte. Und die anderen europäischen Staaten sind froh darüber das Herr Bimbes Deutschland letztendlich dem Mammon geopfert hat. Denn nun können sie, was ihnen vorher nicht gelungen ist, ohne Scham ausplündern, Dank Kohl und seinem Euro. Deswegen die angeblich großzügige Geste einen, obwohl es keinen Staat Namens EU gibt, eine 'europäischen Staatsakt' abzuhalten.

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juergenph 22.06.2017, 16:08
168. schlecht recherchierter Artikel

Kohl wollte keinen deutschen Staatsakt, weil dann der Bundespräsident hätte reden müssen. Dieser halt allerdings 1998 als Amtsleiter von Schröder Kohl der Aktenvernichtung beschuldigt. Das Wort der Bundes Lösch Tage hatte die Runde gemacht.
Das hat sich allerdings alles als Lüge herausgestellt.
In Straßburg ist Steinmeier nur als Besucher, nicht als Redner.
Das ist alles von Kohl bis ins Detail festgelegt worden. Seine Witwe hat damit nichts zu tun.
Wenn nur ausländische Redner hätten reden sollen, dann wäre auch Merkel nicht zum Zuge gekommen. Die hatte ebenfalls einen unsäglichen FAZ Artikel losgetreten, den Kohl auch nicht vergessen hat. Dass Sie redet ist dem Einlenken der Witwe zu verdanken.

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hans-henning 22.06.2017, 16:09
169. Peinlich

O wie peinlich und kurz gegriffen dieser Beitrag. Wenn es denn so einfach wäre! Natürlich wäre ein offizieller Abschied in Deutschland wünschenswert und angebracht gewesen, etwa mit einer Aufbahrung unter dem Brandenburger Tor. Aber vergessen wir auch hier die Verletzungen nicht! Warum haben denn die Kirchen sich geweigert, in der Nacht der Wiedervereinigung die Glocken zu läuten, obwohl er es sich gewünscht hatte? Warum wurden die angekündigten 'blühenden Landschaften' in so vielen Medien belächelt, wo sie doch heute längst Realität sind? Warum gab es den unbegründeten Vorwurf der 'Bundeslöschtage' im Kanzleramt nach seinem Abgang? Und ist nicht vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte (nicht der bundesdeutschen) die Wahl von Speyer und Strassburg für offizielle Abschiede von einem überzeugten deutschen Europäer auch etwas Besonderes? Gerade angesichts unserer Geschichte??? Ich habe einige Jahre unter Helmut Kohl gearbeitet und könnte so Manches auch an unerfreulichen Erfahrungen berichten. Aber warum lassen wir es jetzt nicht dabei, dass bisweilen dort, wo viel Licht ist, auch viel Schatten ist. Und dass hier ein grosser Deutscher und Europäer mit Stärken und Schwächen gestorben ist, ohne den es die Wiedervereinigung wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

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