Forum: Politik
Europas Schuldenkrise: Aufräumarbeiten im Finanz-Fukushima

Überfordert und erschöpft mühen sich die Politiker ein weiteres Mal, den maroden Reaktor des Kapitalismus zu retten. Dabei lautet die einzige Lehre aus dieser Kernschmelze: Abschalten! Schützt die Staaten endlich vor den Märkten!

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maxfun 27.10.2011, 19:45
170. .

Zitat von Matun
Ich finde die Fukushima Metapher einfach nur geschmacklos.
wie, zwei Beiträge hier verfasst und gleich mal die Keule rausgeholt? Gibt es sonst keine Gedankengänge, vor lauter PC?

Finanz-Fukushima! Finanz-Fukushima! Finanz-Fukushima!
so, dasss musste mal sein!
und wenn es noch nicht reicht....
"verliert Bayern, so ist das ein Fussball-Fukushima!"
"mehr Arbeislose ist ein Arbeitsmarkt-Fukushima!"
"verdorbenes Dönerfleisch ist ein Lebensmittel-Fukushima!"
"faule Lehrer sind ein Bildungs-Fukushima!"
"Fußpilz ist ein Juckreiz-Fukushima!"
"SPON ist ein Medien-Fukushima!"
undsoweiterundsofort - Fukushima rulez!

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Traumschau 27.10.2011, 19:51
171.

Zitat von Lars_Porsenna
Das ist wirklich genial. Die verschiedenen Bonzen und Drohnen aus Banken und Politik stellen einander einfach immer wieder gegenseitig Schecks aus: "Das ist Plan A, Plan B, Plan C... ...so, das ist Plan Z, wenn das nicht funktioniert, sind wir praktisch am Ende!" Wir müssen diese ganzen Typen endlich loswerden, bevor alles in die Luft fliegt.
Genauso ist es! Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!
Das ist die berühmte "Demokratur"!
Ich bin sicher, dass dieser Ausdruck irgendwann in den Wortschatz des Duden aufgenommen wird.
Es ist ja so, dass die Gipfelteilnehmer mit den Banken verhandelt haben. Das ist ein wirklicher Gipfel!
Steinbrück ist das kongeniale Gegenstück zur herrschenden Politelite der Koalition.
Er ist absolut solidarisch ...äh, mit wem eigentlich?
Der wird bestimmt noch mal ein ganzer wichtiger Mann UNTER Ackermann und Konsorten.

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R3bell 27.10.2011, 19:51
172. Augsteins linke Utopie..

..in der Geld auf Bäumen wächst.

Augstein hat keinerlei Grundwissen, was finanzielle Mechanismen angeht. Klar, dass alles was er sagt falsch ist.

In diesem Sinne muss man das ganze Geschwätz von ihm nicht ernst nehmen.

Seine moralische Grundlage ist allerdings das wahre Fukishima hier: auf Kosten der arbeitenden und mittelständischen Bevölkerung will sich mal wieder der linke Absatz der Gesellschaft hervortun.

So ungerecht wie in der DDR, als der "reale Sozialismus" der Augsteins und Schmaugsteins "gelebt" wurde, ging und geht es in der BRD allerdings nie zu.

Von daher ist es wohl kaum der Kapitalismus, der abgeschaltet werden muss.

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ruediger32 27.10.2011, 19:53
173. Nötigung zu Staatsanleihen

Zitat von Izmir.Übül
Ich denke, diese "selbstlosen" Banken haben das hauptsächlich getan, weil dafür überdurchschnittlich lukrative Renditen bzw. Zinsen winkten. Und als sich das Risiko, mit welchem sie ihre horrenden Risikoaufschläge rechtfertigten, tatsächlich zu realisieren drohte, haben sie wie die kleinen Kinder nach Vater Staat geschrien.
Nein, die Banken und Versicherungen wurden gezwungen, Staatsanleihen zu kaufen. Der Staat sagt, dass Produkte für den kleinen Mann (Riesterrente, Kapitallebensversicherung usw.) unbedingt mit Staatsanleihen abgesichert sein müssen. Nur ein geringer Teil dürfe mit Aktien finanziert werden.

Raten Sie mal, warum der Garantiezins, der gesetzlich festgelegt ist) der Kapitallebensversicherung seit Jahren sinkt. Ganz einfach: Die Politiker sehen, dass das Geschäft mit den KLVs unattraktiv werden könnte, wenn die Versicherer einen hohen Zins garantieren müssen, der nur schwer mit Bundesanleihen finanzierbar wäre.

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Jolly65 27.10.2011, 20:00
174.

Zitat von weltoffener_realist
Auf den ersten Blick haben Sie recht, aber bedenken Sie bitte: Dass die europäischen und andere Staaten jedes Jahr aufs Neue ein Defizit ausweisen, reicht erstens weit länger zurück als 2008.
Stimmt, aber trotzdem stünde Deutschland ohne die Kosten der Wiedervereinigung noch ganz gut da. Aber die Tendenz ist natürlich da - und zwar fast überall in Europa.

Zitat von weltoffener_realist
Zweitens haben sich gerade in Deutschland staatliche Banken in erheblichem Umfang auf "den Märkten" getummelt und in 2008 zu den Defiziten überproportional beigetragen.
Ich weiß nicht, ob das mit den überproportionalen Defiziten wirklich stimmt, denn es gab ja auch HRE und Commerzbank.

Zitat von weltoffener_realist
Drittens wurden private Banken bis vor kurzem noch von höchster politischer Stelle dazu gedrängt, weitere Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder zu kaufen und diese so zu stabilisieren. Ein paar Tage später hat sich der politische Wind wieder gedreht und die Inhaber von Staatsanleihen stehen vor der Enteignung. Ein solches Spiel gelingt nur einmal in hundert Jahren, erst dann ist es wieder vergessen.
Zur ganzen Geschichte gehören aber auch die Verkäufe dieser Anleihen an die EZB, damit relativiert sich dieser Vorwurf an die Politik mehr oder weniger.

Die Politik muß höhere Eigenkapitalquoten vorschreiben oder Geschäfts- und Investmentbanken wieder trennen, sonst wiederholt sich das Spiel immer wieder. Und sie muß aufhören, Schulden zu machen.

Jolly65

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ruediger32 27.10.2011, 20:04
175. Sozialismus

Zitat von Lars_Porsenna
Das ist wohl ohne Übertreibung das krasseste Beispiel für Betonkopf-Ideologie, das mir hier bisher untergekommen ist. Und solche Markt-Radikalinskis lässt man teilweise an den Universitäten junge Menschen indoktrinieren. Kein Wunder, dass in Parteien wie Wirtchaft nur noch Antisozialität gefragt ist und jenseits der neoliberalen Ideologie, in der alles "Sachzwang" ist, überhaupt nicht mehr gedacht werden KANN.
Ich habe mir schon immer das Recht herausgenommen, Staatsanleihen abzulehnen. Ich bin ein freier Mensch, der frei entscheiden kann. Banken will man nun in diesem Recht beschneiden. Die Bank ist kein Mensch, aber bei der Bank arbeiten Menschen und man will deren Recht beschneiden, Staatsanleihen zu boykottieren. Genau darin sehe ich die Kampfansage.

Solange die Banken die Staatsanleihen gekauft haben, war ja alles für die Staaten in Ordnung. Das große Gezeter begann erst, als die Ratingagenturen ihre Ratings der Realität anpassten. Es hat sich sogar schon ein französischer Politiker dazu verpflichtet gefühlt, den Ratingagenturen das Maul zu verbieten. So beginnt der Kommunismus: Überall Misswirtschaft, die man nicht benennen darf. So hält man dann auch die Unzufriedenheit Jahrzehnte am Brodeln, was dann zwangsläufig in einen gemeinsamen Zusammenbruch des politischen Systems und der Wirtschaft endet. Wenn eine Diktatur zusammenfällt, wie im Falle der DDR, ist das noch zu befürworten, aber um einen demokratischen Rechtsstaat wäre es zu schade. Und dann gibt's ja noch die Schäden, die während Jahrzehnten von Misswirtschaft irreversibel angerichtet werden. Der Kommunismus hat den Alkoholismus gefördert, woran die Gesellschaften heute noch leiden. Da ich die DDR noch kenne, weiß ich genau, was hier schreibe. In der DDR wurde sehr viel gesoffen.

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naabaya 27.10.2011, 20:05
176. Frage

Zitat von R3bell
..in der Geld auf Bäumen wächst. Augstein hat keinerlei Grundwissen, was finanzielle Mechanismen angeht. Klar, dass alles was er sagt falsch ist. In diesem Sinne muss man das ganze Geschwätz von ihm nicht ernst nehmen. Seine moralische Grundlage ist allerdings das wahre Fukishima hier: auf Kosten der arbeitenden und mittelständischen Bevölkerung will sich mal wieder der linke Absatz der Gesellschaft hervortun. So ungerecht wie in der DDR, als der "reale Sozialismus" der Augsteins und Schmaugsteins "gelebt" wurde, ging und geht es in der BRD allerdings nie zu. Von daher ist es wohl kaum der Kapitalismus, der abgeschaltet werden muss.
Haben Sie schon mal von der sozialen Marktwirtschaft gehört, die es von 1949 bis 1989 in der BDR gab, und in der die Güter einigermaßen gerecht verteilt waren. Haben Sie vielleicht schon darüber nachgedacht, warum seit dieser zeit diese soziale Marltwirtschaft systematisch demontiert wurde, brauchte man sie nicht mehr?

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Booker_T 27.10.2011, 20:06
177. Haut das Thermometer, dass den Druck im Kessel anzeigt. So schützt man sich von der E

Wenn der Druck der vielgescholtenen „Märkte“ nicht wäre – wenn man also die Meinung der Anleger ignorieren könnte - würde doch die Geldausgabemaschine in Portugal, Spanien, Italien und Frankreich noch viel flotter laufen. Dann hätten wir dort überall Traum-Löhne, Traum-Renten ab 60, alle Segnungen der Welt, aber nun noch die nächsten 5 oder 10 Jahre und wären danach allesamt pleite.

Der „Markt“ spiegelt die Meinung der Marktteilnehmer wider. Und die bekommen gerade auf dem Silbertablett serviert, wie schlecht einige wichtige Regierungen in Europa funktionieren. Wir haben ein Staatsversagen, möglicherweise sogar ein Demokratieversagen, weil jeder Politiker, der halbwegs sagt was nötig ist, gnadenlos abgewählt wird.

Der gleiche Bürger, der in Deutschland gegen die Rente mit 67 auf die Straße geht, verkauft bei Protesten gegen die Rente mit 67 in Italien lieber schnell seine italienischen Staatsanleihen.

Es nützt doch nichts, die Anzeige des Thermometers abzudecken, wenn es im Dampfkochtopf zu heiß wird. Der Kessel kocht erst recht über, und dann explosionsartig.

Und dann diese merkwürdige Sicht, dass der Staat ein Einnahmeproblem hat. Wenn jeder zweite Euro bereits durch öffentliche Hände geht, wie viele sollen es denn noch werden? Der Staat ist es doch, der schlecht mit dem Geld umgeht und Geld gern ausgibt, das er gar nicht hat. Gerade die staatlichen Landesbanken haben reichlich gezockt. Die Geschichte vom „stupid German Money“ ist ja längst von New York wieder zurück in Deutschland.

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besso 27.10.2011, 20:11
178. Wat`n Blödsinn

"Die Staaten müssen endlich vom instabilen Gefüge der Finanzmärkte ferngehalten werden, ihre Finanzierung muss über eine öffentliche Bank erfolgen, deren Zinspolitik dem öffentlichen Interesse folgt. Das war die französische Position - und die der Linkspartei. Aber der Mut, den Merkel gegen die alternde Atom-Lobby noch aufbringen konnte, der verlässt sie, wenn sie Josef Ackermann gegenübersteht."


Das Problem sind nicht die Banken, das Problem sind gewissenlose Politiker, die bar jeder Vernunft nicht verdientes Geld zum Fenster rauswerfen

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PZF85J 27.10.2011, 20:20
179.

Zitat von ruediger32
Der Name macht's. Wäre Herr Augstein nicht Herr Augstein, sondern ein Sohn von Einwanderern mit niedrigerem Einkommen, dann würde er nicht schreiben.
Schreiben würde der schon, veröffentlichen würde es niemand. Das müsste der schon selbst machen - in einem dieser vielen fürchterlichen Blogs vielleicht.

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