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Europawahl: Die Sozialdemokraten wollen wieder träumen - aber wovon?
KIKO HUESCA/EPA-EFE/REX

Beim Europawahl-Kongress in Madrid geben sich die Sozialdemokraten demonstrativ gut gelaunt - doch ihre Verunsicherung ist spürbar. Der Parteienfamilie ist der Mythos abhandengekommen.

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Oriana 23.02.2019, 19:01
1. Wie schrieb Kurt Tucholsky

bereits in Die Weltbühne, 19.07.1932:
"Es ist ein Unglück, dass die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas: Vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen."

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Hoellenhagen 23.02.2019, 19:02
2. Eijajaijaija.

"Die SPD wäre mit 15 statt bisher 27 Abgeordneten in der S&D-Fraktion vertreten und damit drittstärkste Kraft aus Deutschland. Die AfD könnte unter den deutschen Parteien die größten Zugewinne verbuchen. Statt wie bisher mit einem Abgeordneten wäre sie in der EFDD-Fraktion mit zwölf Abgeordneten vertreten."

Ach deshalb setzt die SPD sich so vehement für die Abschaffung der "5%-Hürde" ein.

Als ich das erste Mal hörte, dass die SPD in Bayern in einigen Landkreisen unter 5 % liegt, mochte ich das nicht glauben. Und verdächtigte die Dorfdeppen dort, nicht zählen zu können. Wofür ich hier um Vergebung bitte.: drei Mal die Internationale singen. :-)

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beggar 23.02.2019, 19:09
3. Die Frage aller Fragen

Auch und gerade nach diesem Wahlkongress:
Warum sollte man/frau/divers einer sozialdemokratischen Partei die Stimme geben?
Die Argumente gehen aus!

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m.klagge 23.02.2019, 19:11
4. Die "Keine Angst, wir sind ja nicht wirklich Sozialisten" in Europa

haben sich so weit verleugnet, dass man ihnen weder sozialistische noch soziale Ambitionen zutraut. Zu lange haben sie sich den Neoliberalen als Steigbügelhalter angedient. Wenn sie sich jetzt zu eben diesem neoliberalen Europa unter der Dominanz der Nato bekennen, sichern sie sich noch ein paar Posten und den kurzfristigen Verbeib an den Futtertrögen. Auf mittlere Sicht graben sie sich ihre Gräber selbst.

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scgtef 23.02.2019, 19:15
5. Mehr Steuergerechtigkeit

Das wäre doch tatsächlich ein guter Slogan für die SPD. Endlich einmal Großkonzerne Steuern zahlen lassen. Und zwar nicht in Luxemburg, Malta oder Irland. Die Steuersätze müssen innerhalb der EU angeglichen werden. Und da bezahlt werden, wo die Umsätze gemacht werden.

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kirschlorber 23.02.2019, 19:19
6. Und wieder nur Geschwafel

Sozialvertrag. Was soll das sein? Wird dann meine von Schröder-SPD gekürzte Rente von 43% wieder auf 65% steigen? Wird Ulla-Schmidt-Zweiklassenmedizin dann abgeschafft? Ein wenig konkreter sollte es schon sein, wenn die Genossen Herzen erobern wollen.

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jung.w66 23.02.2019, 19:23
7. Die Sozialdemokraten wollen wieder träumen

Sorry, aber das machen sie doch schon seit Jahren!

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gaxe04 23.02.2019, 19:25
8. Mehr braucht es nicht

Den Radikalen sei es gelungen, wieder Feindbilder aufzubauen. "Wir können nicht mit anderen Feindbildern dagegenhalten", sagt Timmermans, während er nach dem Kongress zu Fuß zu einem Treffen mit jungen Aktivisten in einem Madrider Park geht. "Wir müssen Lösungen auf den Tisch legen."
Solange es Nazis und Ausbeuter gibt, solange braucht es Sozialdemokraten. Sie müssen "nur" aufrichtig sein. Thats it. Soziale Gerechtigkeit (!!!) ist das wichtigste politische Ziel auf Erden. Nicht nur in DE oder EUR sondern auf der ganzen Welt.

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bigroyaleddi 23.02.2019, 19:34
9. Das mit den Visionen ist so eine Sache

Wenn man Helmut Schmidt glaubt, müss man damit zum Arzt. Wenn ich meinem gesunden Menschenverstand glaube, sehe ich mich doch ziemlich alleine mit der Visionensuche. Einerseits kommen die rechten Proleten und schüren Ängste - wo bleibt da Platz für Visionen? Andererseits kommt die deutsche Soziialdemokratie irgendwie ziemlich hausbacken daher.

Aber leider habe ich auch den Eindruck, dass die SPD derzeit machen könnte, was sie wollte. Sie krebst derzeit mit 15 % in der Wählergunst - und muss sich mit der AgD um den 3. Platz streiten. Und die Grünen heben ab mit 20 %. Die hatten mal Visionen, aber derzeit ist in dieser Richtung auch nichts mehr zu finden.

Und die Linke könnte jetzt zu großen Teilen eigentlich wieder zur SPD zurückkommen. Aber wer würde das denn schon für wahrscheinlich halten. Dabei kann man aber schon davon ausgehen, dass alles was die Arbeitnehmerseite angeht, bei der SPD am besten aufgehoben ist. Und wer anderer Meinung ist (sind ja auch nicht gerade wenige), der soll sich halt mit den neoliberalen Kräften rumschlagen. Vie Spaß damit.

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