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Europawahl : Nur der Osten leuchtet für die AfD
DPA

Die AfD ist bei der Europawahl bundesweit deutlich unter ihren Erwartungen geblieben. Als Stimmungsaufheller dienen den Rechtspopulisten die Ergebnisse aus Ostdeutschland: Dort landet die Partei zum Teil auf Platz eins.

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aggro_aggro 27.05.2019, 00:32
1. Der Osten ist nicht grün

Der große Vorteil im Osten Deutschlands ist für die AfD die wirtschaftliche Schwäche inklusive Zukunftssorgen. Die Schwäche und Entfremdung von SPD und CDU nützt den Grünen nämlich im Osten nicht viel, weil die Menschen dringendere Sorgen haben als die Umwelt und das Klima. Da geht es um die Existenz, was die Linke mit "mehr Geld für alle" und die AfD mit "mehr Geld für Deutsche" nach vorn spült.
20% sind dann schon ausreichend um stärkste Kraft zu werden.... wobei dann die Linke und die Rentnerpartei CDU auch 19% haben.

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dimitristoupakis 27.05.2019, 00:42
2. Wer wählt die eigentlich noch ?

Nachdem das Flüchtlingsthema immer weniger eine Rolle spielt, fehlt der AfD zumindest im Westen so langsam ihr einziges Wahlkampfthema. Daher wird sie jetzt auf deutlich unter 10% im Westen zusammengestutzt. So Leute wie Höcke schrecken dann doch auch Menschen mit gesundem Menschenverstand ab. Und wenn Meuthen in Diskussionen den Klimawandel leugnet, dann ist das schon eher peinlich. Warum die AFD-Rattenfänger im Osten weiterhin punkten können, muss ich nicht verstehen. Aber das ist vielleicht auch nur ein Fliegenschiss der bundesdeutschen Demokratie.

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Marin Wood 27.05.2019, 00:44
3. Görlitz auf blackout list

Geplante Investitionen in Sachsen, Brandenburg und anderen Hochburgen der AfD müssen wir auf Eis legen. Schon jetzt weigern sich viele internationale Spitzenkräfte (vor allem aus Asien), in Deutschlands Osten zu gehen - trotz Gefahrenzulage. Mit diesen Voten für eine rassistisch durchtränkte Partei geht nichts mehr, jedenfalls sobald diese Leute in Verantwortung kommen. Görlitz steht schon jetzt auf der blackout list. Mir ist klar, dass damit die sozio-ökonomische Situation der Menschen verschlimmert und die AfD wohl weiter gewinnen wird. Gleichzeitig zieht die gut ausgebildete Jugend fort, und es bleiben anachronistisch anmutende Realitätsverweigerer, die keine Ahnung von Wirtschaft haben und das ostdeutsche Prekariat für ideologische Eiertänze instrumentalisieren

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hasselblad 27.05.2019, 00:49
4.

Man sollte den Osten nicht abschreiben, auch wenn die Ergebnisse dieser Wahl das als Affektreaktion nahelegen. Es gibt dort überproportional viele rechtsextreme Dumpfbacken, das ist leider wahr. Andererseits: selbst 30% für die Frustbürgerversteher von der sogenannten "Alternative" heißt immer noch 70% dagegen, und das ist nach demokratischer Lesart immer noch eine deutliche Mehrheit. Und auch im Osten liefern die AfDlinge ja nichts außer Hetze und "Ausländer raus", und dass dieser armselige Unfug niemandes akute Probleme löst wird irgendwann auch dem Verblödetsten klar werden. Gesamtdeutsch betrachtet haben die Arbeitsscheuen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl locker 3% eingebüßt, so langsam scheint bei den Frust- und Blödbürgern die Erkenntnis zu reifen, dass die schlicht keine einfachen Antworten auf die komplexen Fragen dieser Zeit gibt, und das gibt langfristig Hoffnung. Lasst uns die Ossis liebhaben anstatt sie auszugrenzen nur weil 1/3 von ihnen dumm und anidemokratisch wählt, dann hat das rechte Gesindel dort nachhaltig keine Chance mehr.

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Melissa85 27.05.2019, 00:58
5. Heftige Differenz

Also laut auszählung hier in Chemnitz liegt Afd bei gerade so 18% laut übersicht Spiegel aber in Chemnitz bei 23,5% also ich verstehe ja das es Abweichungen gibt aber das sie gleich mal 5,5% abweichen find ich bissel heftig und auch seltsam. Dennoch ein trauriges Ergebniss in der Heimatstadt. :(

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Gluehweintrinker 27.05.2019, 01:25
6. Was läuft falsch in Ostdeutschland

War es die geschwänzte Entnazifizierung und dann die nicht stattgefundene Ent-DDRizierung, die eine starke demokratische Basis unmöglich machten. Ich möchte mich nur fremdschämen für so viele Deutsche, die der Meinung sind, in einem semimriminellen Hass- und Hetzeladen die Lösung dringender Probleme zu sehen.

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Jasro 27.05.2019, 01:26
7. Im Osten Deutschlands hat man weniger Schuldgefühle wegen 1933-1945

Ich denke, im Westen Deutschlands, also bei "Wessis" gibt es vergleichsweise (!) mehr Scham und mehr Schuldgefühle gegenüber dem Rest der Welt bezüglich der Zeit 1933-1945 als in Ostdeutschland, also bei "Ossis". Deshalb hat man im Osten auch insgesamt ein "entspannteres" Verhältnis zu rechten Parteien und Bewegungen als im Westen. Dieses spezifisch westdeutsche deutsche Scham- und Schuldbewusstsein gegenüber dem Rest der Welt, wie es sich u.a. durch den legendären Kniefall des damaligen westdeutschen Bundeskanzlers Willy Brandt 1970 in Warschau manifestierte, ist einem großen Teil der Ostdeutschen tendenziell eher fremd. Entsprechend denkt, handelt und wählt man im Osten Deutschlands "ganz entspannt im Hier und Jetzt", ohne sich mit irgendwelchen historisch bedingten "Scham- und Schuldgefühlen" zu belasten, bzw. sich darum zu scheren, wie das wohl im Rest der Welt ankommt.

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plietsch 27.05.2019, 01:27
8. Im Osten nichts Neues

Dass das wirtschaftliche Fass ohne Boden gerne eine Partei wählt, die ihnen mehr Knete auf Kosten anderer verspricht, verwundert nicht. Seit 30 Jahren wird da nur die Hand aufgehalten und mit wilden Verschwörungstheorien ein Opfermythos inszeniert. Ärmel hochkrempeln und selbst anpacken? Bloß nicht! Man ist schon mit der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft heillos überfordert. Aber offensichtlich funktioniert das nicht. Wie schade.

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DietrichHorstmann 27.05.2019, 01:51
9. Niemand will eine Mauer bauen

aber in den Köpfen existiert sie noch. Wegen der Arroganz nicht nur der westlichen Wirtschaft verständlich. Wenn die AfD sie gegen die Zuwanderung von Ausländern in den Arbeitsmarkt im Osten verstärkt errichtet, wird der Fachkräftemangel der nationalistischen Ideologie - Deutsche first - dort ein, für die Bevölkerung schmerzliches, Ende bereiten. Wer angesichts der zunehmenden Überalterung im Osten meint, auf Ausländer verzichten zu können, muß mit deutlichen Einschnitten beim Wohlstand und der sozialen Absicherung rechnen. Das können die schon jetzt massiven EU-Strukturmilliarden nicht mehr helfen. Traurig , aber wer zu spät kommt, den bestraft der noch grausamere internationale Markt. Da kann man nur hoffen, daß es der AfD nur auf die Erringung von Macht ankommt, um an die Fleischtöpfe der Diäten und der Parteienfinanzierung zu kommen.

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