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Europawahl : Nur der Osten leuchtet für die AfD
DPA

Die AfD ist bei der Europawahl bundesweit deutlich unter ihren Erwartungen geblieben. Als Stimmungsaufheller dienen den Rechtspopulisten die Ergebnisse aus Ostdeutschland: Dort landet die Partei zum Teil auf Platz eins.

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kuac 27.05.2019, 12:29
130.

Zitat von der_swelm
Ich bitte Sie, sich mit solchen Kommentaren zurückzuhalten. Denn schauen wir uns einmal an, wer denn die AfD wählt. Diese punktet, am Beispiel von Sachsen, vor allem in wirtschaftlich abgehängten Regionen und eher bei Personen - vor allem - Männer, mittleren Alters. Diese Leute arbeiten schon seit vielen Jahren unter Lohnbedingungen, welche selbst unter denen von Gelsenkirchen oder Bremerhaven liegen.....
In Gelsenkirchen oder Bremerhaven sind die Löhne auch niedriger als in Ba-Wü oder Bayern. In DE ist der Mindestlohn niedriger als in FR, usw.
Löhne müssen auch mit den Lebenshaltungskosten zusammen betrachtet werden. Das ist im Durchschnitt in Osten niedriger.

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Timo Siedler 27.05.2019, 12:31
131. Osten der Republik

Anstatt sich selbst mal politisch zu engagieren oder wenigstens zu diskutieren, wird nach Autorität oder gar einem "Führer" geschrien. Nirgendwo sind so wenig Menschen Mitglied in Parteien oder sonstigen Vereinen wie im Osten der Republik. Den demokratischen Diskurs haben vor allem ältere Ostdeutsche offenbar nie gelernt.

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schwerpunkt 27.05.2019, 12:55
132.

Die Kritik von des Foristen taglöhner an meinem Beitrag gleich aufnehmend, möchte ich sie in Bezug auf ihren letzten Satz fragen: Woher sollten die "älteren Ostdeutschen" es denn gelernt (im Sinne von "erfahren") haben? 40 Jahre Diktatur und Unterdrückung von fast Allem was wir (Wessis) als freiheitliche Werte mitbekommen haben, hinterlassen ihre Spüren.

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Querdenker77 27.05.2019, 13:17
133. Ossi-Bashing

Die Kommentare zeigen mir, dass die meisten den Osten immer noch nicht verstehen wollen oder können. Aber muss man ja auch nicht. Dann aber bitte nicht wundern, wenn die 20%-Parteien, zu denen ich jetzt mal auch die SPD zähle, nicht durchdringen. Wir brauchen im Osten endlich eine überparteiliche und breit getragene Versöhnungskommission, die die 90er und Anfang 2000er Jahre endlich aufarbeitet und zwar ohne die übliche leicht arrogante Was-wollt-ihr-eigentlich-es-geht-euch-doch-gut-Attitüde. Sonst herrscht weiter Unverständnis und gegenseitiges Misstrauen mit den bekannten Auswirkungen. Also Differenzieren tut Not!

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herz+hirn 27.05.2019, 13:41
134. EU - Wahl

Zitat von Melissa85
Also laut auszählung hier in Chemnitz liegt Afd bei gerade so 18% laut übersicht Spiegel aber in Chemnitz bei 23,5% also ich verstehe ja das es Abweichungen gibt aber das sie gleich mal 5,5% abweichen find ich bissel heftig und auch seltsam. Dennoch ein trauriges Ergebniss in der Heimatstadt. :(
oder Stadtratswahl, bei der auch "Pro Chemnitz" antrat?
https://www.chemnitz.de/chemnitz/de/rathaus/wahlen/index.html
Vielleicht vorm kommentieren erstmal schlafen gehn? Am nächsten Morgen sehn Sie klarer ... ;-)

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carlitom 27.05.2019, 13:43
135.

Zitat von schwerpunkt
Woher sollten die "älteren Ostdeutschen" es denn gelernt (im Sinne von "erfahren") haben? 40 Jahre Diktatur und Unterdrückung von fast Allem was wir (Wessis) als freiheitliche Werte mitbekommen haben, hinterlassen ihre Spüren.
Nur komisch, dass weitere 30 Jahre Demokratie so gar keine Spuren hinterlassen haben.

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HeisseLuft 27.05.2019, 13:53
136. Das ist möglicherweise das falsche Bild

Zitat von Ayanami
Hm. Ich wollte ihren Beitrag eigentlich ordentlich widerlegen. Zumindest in den Punkten Bildung und Infrastruktur sprechen die Quellen leider gegen meine Auffassung. Bin gerade etwas irritiert. An Punkt 3 möchte ich allerdings festhalten: Gerade das starke Abschneiden der AfD drückt ja aus, dass der Osten politisch gegen die schlechten Zustände mobil macht. Dass die AfD der falsche Adressat für die Sorgen des Ostens ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber es wählen ja auch noch Leute die SPD, weil sie denken, diese wäre sozial...
"Gerade das starke Abschneiden der AfD drückt ja aus, dass der Osten politisch gegen die schlechten Zustände mobil macht."

Genau das ist eben durchaus fraglich, ob es allein die angeblich schlechten Zustände sind. Was kommt noch in Frage?

Da wäre auch zu beachten, dass sich das Nationalismussyndrom mehr oder weniger in ganz Osteuropa breitmacht. In Gegenden die - Ausnahmesituation! - wie Ostdeutschland massiv unterstützt wurden. Aber ebenso in Gegenden, die längst keine so massive Unterstützung genossen - und weitgehend egal, ob sie in den letzten Jahren einen beachtlichen Aufschwung hinlegten oder nicht.

Damit zu korrelieren ist, das in anderen Gegenden Europas ebenfalls Abstieg droht oder harte Realität ist. Sei es in Portugal oder in Griechenland. Oder auch in Spanien mit seiner hohen Arbeitslosenzahl. Doch dort ist die Erfolgsstory der Rechtspopulisten weit weniger ausgeprägt.

Deutet stark darauf hin, dass in Osteuropa noch etwas Anderes eine Rolle spielt. Zum Beispiel ein Sehnsuchtsort in früheren Zeiten. So wie die Adenauer-Republik schlecht am 3. Reich anknüpfen konnte und an der für Mißerfolg stehenden Weimarer Republik nicht anknüpfen wollte - und in ihrem sehr traditionellen Gesellschaftsbild teilweise an das verblichene Kaiserreich erinnerte. Auch die verschiedenen osteuropäischen Gesellschaften wollen an alte, vermeintlich bessere Zeiten anknüpfen, sicher nicht an die bleiernde Zeit im sowjetischen Imperium. Und da bieten sich die nationalen Staatsgründungen im 19. oder frühen 20. Jahrhundert an. Ein paar nicht ganz so erfreuliche Begleiterscheinungen werden dann gerne ausgeblendet.

Dagegen hilft mehr Geld und Infrastruktur nur sehr begrenzt.

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man 27.05.2019, 14:17
137. Ich finde das Ost bashing

nicht gut. Übrigens Pforzheim, Grüne 17,8%, AfD 17,8%.

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mostly_harmless 27.05.2019, 14:37
138.

Zitat von der_swelm
Ich bitte Sie, sich mit solchen Kommentaren zurückzuhalten. Denn schauen wir uns einmal an, wer denn die AfD wählt. Diese punktet, am Beispiel von Sachsen, vor allem in wirtschaftlich abgehängten Regionen und eher bei Personen - vor allem - Männer, mittleren Alters. Diese Leute arbeiten schon seit vielen Jahren unter Lohnbedingungen, welche selbst unter denen von Gelsenkirchen oder Bremerhaven liegen. Und wie Sie schon selbst sagen, haben die meisten Menschen ja einen Job. Sich dann darüber beschweren, die Leute würden nicht selbst anpacken, ist ein Hohn gegenüber der arbeitenden Bevölkerung. [..]
Du liebe Güte, lesen Se eigentlich auch mal, was Sie selber schreiben? Erst reden Sie von "wirtschaftlich abgehängten Regionen" (obwohl ich die AL-Quote, 4,5 - 6.5% genannt habe), und anschliessend regen Sie sich drüber auf, dass die "wirtschaftlich abgehängten" einen Job haben, und das sei ja "anpacken". Was zeigt, das Sie einfach nicht kapiert haben, worum s geht.

Und was nun das Lohnniveau angeht, dazu gibts 2 Dinge zu sagen: Der Organsiationsgrad in Gewerkschaften ist im Osten so niedrig wie nigendwo sonst im Land. Dafür bezahlt man halt mit niedrigeren Löhnen. Das weiss - zumindest im Westen - auch jeder (und ja, mir ist klar, dass die These für High-Tech nicht gilt).
Und die Produktivät ist im Osten - ich weiss, man hört das dort nicht gerne - nun mal 20% niedrigen wie im Westen. Viele Unternehmen können sich gleiche Löhne im Osten gar nicht leisten.

Ach und übrigens: Eine suboptimale persönliche Situation als Grund dafür, rechtsradikal zu wählen, ist eine persönliche Bankrotterklärung. Solche Wahlergebnisse senken die Bereitschaft ausländischer Unternehmen, in solchen Regionen zu investieren, und auch deutsche Unternehmen, die Geschäfte mit Leuten machen, die nicht den Vorstellungen der lokalen Bevölkerung entsprechen, wie ein "richtiger Arier" auszusehen hat, werden sich 3x überlegen, in sochen Regionen zu investieren. Aber wenns dann - wegen der eigenen Entscheidung am Wahltag - wirtschaftlich nicht vorwärts geht, wählen halt im Osten noch mehr die Rechtsradikalen.
Denn das wichtigste, was im Osten fehlt, ist die Fähigkeit, sich an die eigene Nase zu fassen

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.patou 27.05.2019, 14:46
139.

Zitat von man
Ich finde das Ost bashing nicht gut. Übrigens Pforzheim, Grüne 17,8%, AfD 17,8%.
Soll was genau aussagen?
Sie wissen, dass Pforzheim aufgrund des Wahlverhaltens der zahlreichen dort wohnenden Russlanddeutschen die AfD-Hochburg im Westen ist, oder?

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