Forum: Politik
Evangelischer Kirchentag: CDU-Politiker kritisiert Kirchen für "Einmischung"
Getty Images

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn fordert die Kirchen auf, sich aus der Tagespolitik rauszuhalten. Sie sollten sich auf "ihre Kernthemen" konzentrieren. Kanzlerin Merkel ist da anderer Meinung.

Seite 1 von 11
isegrim der erste 25.05.2017, 10:35
1. Wie sich eine Kirche definiert, was sie ist und was sie tut,

das entscheiden Papst, Bischöfe und Gläubige. Ein einzelner Politiker vom rechten Rand der CDU hat da keine Entscheidungsbefugnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mwspi 25.05.2017, 10:43
2. Kompetenzüberschreitung

Ja, die Kirche soll sich mit den Themen auseinandersetzen, für die sie sich als "Vertreter Gottes" selbst eingesetzt haben. Und selbst diese Themen werden allem Anschein nach nur unzureichend von ihnen bedient -- wie ja deutlich an der hohen "Gläubigen"-Flucht aus der Kirche zu erkennen ist. Die Kirchenfürsten meinen sie können sich selbst auch auf allen anderen Gebieten (Politik, Gesellschaft,Wirtschaft ect.) für zuständig erklären.
Wenn sie diese Zeit wieder für ihre kirchlichen Schäfchen einsetzen, laufen vielleicht nicht auch noch die restlichen weg. mwh

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StonyBrook 25.05.2017, 10:50
3. Missverständnis

„Ex-Bundespräsident Gauck sagte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise: ‚Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind begrenzt’. Diese ehrliche Klarheit vermisse ich leider zu oft bei Predigten und öffentlichen Äußerungen von Vertretern meiner Kirche“, so Spahn ---
Spahn missversteht offenbar das Konzept der christlichen Nächstenliebe, wenn er an die Aussagen der Kirchenvertreter dieselben Maßstäbe anlegt wie an die eines (Ex-)Bundespräsidenten. Im Gegensatz zum Bundeshaushalt sollte die christliche Hilfsbereitschaft keinen Halt vor Einschnitten am eigenen Wohlstand machen. Das kann man naiv finden, aber es ist nicht Aufgabe der Kirchen, beim Thema "Unterstützung von Bedürftigen" auf der Bremse zu stehen. Die christliche Lehre ist hier doch unmissverständlich.
In der Realität werden sicher nur wenige Christen diesem Maßstab gerecht (und als Christ bin ich mir dessen auch schmerzlich bewusst), aber ich kann ihn doch nicht verleugnen. Ich wäre enttäuscht, wenn sich die Kirchenvertreter hinstellen würden und sagen würden: "Hilfsbereitschaft hat ihre Grenzen. Irgendwann ist auch mal gut, wir können nicht allen helfen."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eifrigerleser 25.05.2017, 10:51
4. Aus meiner Sicht

sollte in Deutschland endlich die endgültige Trennung zwischen Staat und Kirche vollzogen werden. Es kann nicht sein, daß sich die Kirche andauernd in die Politik unseres Staates einmischt. Was wir anderen Ländern, insbesondere aus dem muslimischen Raum vorwerfen, haben wir in Deutschland auch noch nicht abschließend geregelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lupo44 25.05.2017, 10:53
5. Christen in der AfD..... Christen in der SPD und CDU.....

das sind Themen die eines Kirchentages als Disskussionsgrundlge nicht zu stehen.Parteipolitisch haben alle Menschen entsprechend der demokratischen Wahlen in Deutschland diese genannten Parteien gewählt. Das meint ua. Herr Span zu Recht ist kein Thema der Kirchen .Hier sollten die Themen Nächstenliebe ,Armutund deren Bekämpfung,Terror und dessen Bekämpfung,Frieden auf den Straßen und Plätzen eine wesentliche Rolle spielen. Die Kirchen lassen sich derzeitig politisch instrumentalisieren.von den Herrschenden. Die Bibel sagt auch hierzu einiges aus -die herrschenden zur Zeiten von Jesus Christus haben auch das gemeine Volk leider nicht immer zu gehört,ihre Nöte ,ihre Wünsche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ede-wolff 25.05.2017, 10:55
6. Spa(h)nend!

Ja Herr Spahn, das hätten Sie wohl gern! Brave Christen, die Ihnen das "C" für den Parteinamen leihen, sich aber ansonsten brav still halten und Sie machen lassen. Christ ist man nicht (nur) im stillen Kämmerlein, sondern in der täglichen Auseinandersetzung mit der Welt, Christ ist man immer (oder nie). Und genau damit kümmern wir uns um unsere Kernthemen, auch wenn es Ihnen noch so wenig passt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-479-fl40 25.05.2017, 10:55
7. Hatten wir schon mal...

Man kann schon mit einer gewissen Berechtigung fragen, ob nicht Grüne und SPD-Politiker auf Kirchentagen überrepräsentiert sind. Als ehemaliger DDR-Bürger und engagierter Christ in der DDR kenne ich aber genau diese Richtung: die Kirche soll sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, um Gottesdienste, Seelsorge und Bibelstunden und sich nicht in das politische Geschehen einmischen. Genauso haben es auch Erich Mielke und Erich Honecker gesagt und vor 80 Jahren auch andere Herrn. Wenn man Glauben ernst nimmt dann muss Kirche auch Stellung nehmen zu politischen und ethischen Fragen, ob das nun jedem Politiker passt oder nicht. Seltsamerweise wird dann von Politikern den Kirchen Beifall geklatscht, wenn die eigene Position gestützt wird. Richtig ist aber auch, dass Kirche aus ihrem Verständnis von Bibel Stellung bezieht und nicht einseitig politische Aussagen von einigen kirchenleitenden Personen nur mit einem Bibelzitat verbrämt werden und eigentlich nur Parteipolitik gemacht wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
n.strohm 25.05.2017, 10:56
8. Wofür stand nochmal

das C in CDU ?

nun ja, also er vermisst bei der Kirche "ehrliche Klarheit" und "Realitätsbezug" und die Besinnung auf deren "Kernthemen"

Sprechen Sie von dem was die CDU seit Jahren vermissen lässt ?

1) Keinen Realitätsbezug bei der Bewältigung der Flüchtlingsfrage. Oh ja, die Flüchtlinge zu holen war sehr christlich, aber wie sie dann aufgrund mangelnder Anzahl von Beamten behandelt, registriert und sicherheitstechnisch überprüft wurden zeugt von "nach mir die Sinnflut" und "ihr schafft das schon"
2) Kernthemen wie innere Sicherheit (Zusammenarbeit der Polizeibehörden national und international) und eine dem Auftrag entsprechende qualitativ hochwertige Ausstattung der Bundeswehr sind ihnen schon lange abhanden gekommen
3) Klarheit ? die scheint es nur in Form von Wahlversprechen kurz vor der Wahl zu geben. Herumgeeiere, Anbiedern und Deals scheinen die Klarheit der CDU zu sein - leider auch die der anderen Parteien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Havel Pavel 25.05.2017, 10:57
9.

Zitat von isegrim der erste
das entscheiden Papst, Bischöfe und Gläubige. Ein einzelner Politiker vom rechten Rand der CDU hat da keine Entscheidungsbefugnis.
Wir haben ein Grundgesetz, das die Befugnisse der Kirchen regelt und soweit mir bekannt ist, ist Deutschland (noch) zu keinem Gottesstaat mutiert. Wo kämen wir denn hin, wenn jede Glaubensrichtung, schliesslich haben wir ja angeblich "Religionsfreiheit", was immer das auch bedeuten mag, die politische Einflussnahme für sich reklamieren wollte. Die Scharia lässt grüssen! Nein, die Religionen sollen natürlich ihre Auffassungen kundtun dürfen und zwar ausnahmelos, sich jedoch keinesfalls aktiv in das Politikgeschehen einmischen. Dadurch würden nur Konflikte zwischen Religionen geschaffen und das ist etwas was wir hierzulande ja nicht auch noch zusätzlich anheizen müssen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11