Forum: Politik
Ex-Bezirksbürgermeister in Berlin: Heinz Buschkowsky nennt SPD "Klugscheißerpartei"
DPA

Mit Sätzen wie "Multikulti ist gescheitert" polarisiert Heinz Buschkowsky seit Langem. Nun hat der langjährige Bürgermeister von Berlin-Neukölln seine eigene Partei im Visier.

Seite 11 von 15
vera gehlkiel 22.07.2018, 17:33
100. @adrianhb

Zitat von adrianhb
Multi-Kulti ist nicht gescheitert, Multi-Kulti ist Realität. Ich und viele andere Menschen in Berlin haben einfach eine andere Kultur, als AfD, Pegida, Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Das mag teils auf dem dörflichen Lande noch anders aussehen. In Kleinstädten wird man auch keine einheitliche Kultur mehr finden. Solange Deutschland nicht in DDR oder Drittes Reich zurück fällt, und massiv Minderheiten unterdrückt und die Mehrheit gleichschaltet, wird man mit Multi-Kulti leben und umgehen müssen. Und das ist auch gut so!
Ich, als "gelernte" und nun passagär aufs "Dorf" zurückgekehrte Grosstädterin nach Wahl beobachte, dass dort "Multi-Kulti" auch längst Realität ist, trotz all den markigen Sprüchen respektive hirnlosen Einlassungen zu anderen, die es angeblich immer besser haben, als man selbst. Das ist hier schon noch eine Art Seuche. Auch hier aber ziehen die Leute zu und weg, wegen Liebesdingen, wie ich, wegen der Arbeit, wegen den guten Autobahnanschlüssen, oder weil sie ihren Kindern einen Garten mit Eigenheim bieten wollen, sobald die in dem Alter sind. Wobei das "Dorf", von dem ich gerade spreche, eigentlich noch Randzone des Speckgürtels eines riesigen Ballungsraumes ist, zu dem unter anderem Köln, Düsseldorf, Duisburg und Dortmund gehören, mit den Holländern quasi direkt im Rücken. Hier ist es, wie sie sagen: wer das abschaffen möchte, braucht rund umher eine Grenzanlage wie zu DDR-Zeiten. Und im Grunde wissen das natürlich auch die typischen Schwadroneure ganz genau. Und alle treffen sich sowieso an der Stankette im örtlichen Fussball, und feiern sich selbst und den Lokalpatriotismus, oder empören sich gemeinschaftlich über schlechte Spiele. Nicht mal die netten alten Herren, die tapfer für die hier übermässig präsente CDU als die noch echte konservate Macht klappern, sind eigentlich was anderes als Multi-Kulti. Auch, wenn sie das gelegentlich selbst gar nicht wissen möchten, oder ableugnen. Ich bin in ähnlichen Käffern grossgeworden, so früher fand ich es viel bedrückender. Niemand erregt sich mehr über fussballspielende Mädchen oder macht sie böse an, wenn sie mal etwas zu deutlich auf "erotische Ausstrahlung" hin getrimmt sind. Da hat man früher, also vor rund fünfundzwanzig Jahren, sag ich mal, noch ganz ernsthaft gemeinten und gemeingefährlichen Ärger dafür gekriegt. Besonders Leute mit "türkischem Hintergrund" bilden noch immer in gewisser Hinsicht eine Sondergruppe. Allerdings eine mit einem derartigen Grad an Durchlässigkeit, wie man ihn sich bei AfD und Co. wohl gar nicht erst ausmalen möchte, weil man dann existentielle Panik kriegen würde. Ich sag alles in allem nicht, dass ich mir keine Sorgen mache, aber die jungen Leute stimmen einen im Wesentlichen hoffnungsfroh, und eben trotz aller Enge in der Gemeinschaft auch hier, auf dem "Dorf".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frankfurtbeat 22.07.2018, 17:37
101. und doch ...

und doch funktioniert es nicht mit Multikulti. Da spieloen unterschiedlichste Kulturen und Religionen mit rein welche ein miteinander gar nicht wollen ... sicher gibt es Ausnahmefälle aber die Masse ist weder integriert noch hat die Masse ein Interesse daran - alles was zählt ist Geld. Daher sind die meisten Migranten auch keine Kriegsflüchtlinge sondern WIrtschaftsflüchtlinge, größtenteils ohne schulische Ausbildung.
Wer Wedding, Neukölln, Dusiburg oder Bochum kennt der weiss was dort los ist ... am besten man lebt dort mal für eine Weile, nimmt am öffentlichen Leben teil und ziemlich schnell wird einem klar das irgendetwas schief läuft ... dann wird "der Staat ist schuld" geschrieben - einfacher geht es nicht. Komisch das weder Griechen, Franzosen Spanier, Portugiesen, Franzosen, Kroaten tatsächlich Integrationskurse benötigen sondern sich von selbst integrieren und die Sprache erlernen ... woran liegt es also?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
licht_und_schatten 22.07.2018, 17:38
102.

Zitat von Ossifriese
…. Sollten wir uns nicht darauf einigen, dass alle friedlichen Menschen, egal, wo sie herkommen, welche Hautfarbe sie haben oder welche Sprache sie sprechen als Multikulti gut zusammenleben können? Denn genau das ist der Sinn von Multikulti.
Wir können uns auf Ihr Multi-Kulti-Weltbild einigen. Allerdings vermisse ich genau dieses gute Zusammenleben. Was ich immer wieder in der Realität sehe, ist ein Nebeneinanderleben mit einer klaren Trennung , die sich insbesondere entlang religiöser Grenzen manifestieren , massiven Vorurteilen, Ablehnung, usw.
Dazu ist vor nicht allzu langer Zeit ein Artikel in der Welt erschienen, in dem eine Deutsche mit türkischen Wurzeln genau diese Märchen über das gute Zusammenleben entzaubert. Sie beschreibt die Realität in der Welt unserer türkischen Mitbürger. Die sieht ganz anderes aus als die von Ihnen herbeigeschriebene Idylle.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ackermart 22.07.2018, 17:39
103. Buschkowsky surft ...

halt auf einer Welle die alle machen müssen, um in dem Geschrei über die dadurch zusammengeschobene Monsterwelle noch wahrgenommen werden zu können. Wie man auf SPIEGEL TV (Sky) besichtigen kann - haben das manche auch spektakulär sehenswert drauf, selbst wenn man nicht weiß ob jeder von denen auf einem im Grunde grundguten Brett steht - oder es vor dem Kopf hat wie WELCHE, die das aus der Ferne scheiden zu können glauben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klmo 22.07.2018, 17:40
104.

Zitat von Mümmel
Bereits Ende des letzten Jahrhunderts galt: die SPD war zu einer Partei der rechthaberischen Ober-Lehrer und der unbelehrbaren Sozialbeamten geworden. In diesem Zusammenhang weigere ich mich von Sozial-"Arbeiter" zu sprechen. Mein Klassenlehrer war ein SPD-Funktionär, der die Arbeiterkinder in der Klasse verachtete und gerne mit den kleinen Mädchen der Bürger spielte. Einer der hässlichsten Männer, die ich je kennengelernt habe, geschlagen mit einer noch hässlicheren Frau und 2 Töchtern, deren Ästhetik die zu einem Leben als SPD-Funktionärinnen verdammten.
In dem Forum ist man ja mittlerweile einiges gewohnt, besonders wenn es um Meinungsvielfalt geht.
Ein Novum für mich sind die Affinitäten von SPD Funktionären und Ästhetik, hier in Richtung Hässlichkeit. Würde auch erklären, warum sich das Volk immer stärker von der SPD abwendet.
Dank Internet-Forum, hier Spiegel-Online, lernt man nie aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
im_ernst_56 22.07.2018, 17:46
105. Die SPD hat den Kontakt zum durchschnittlichen Arbeitnehmer verloren

MIt einem hat Heinz Buschkowsky Recht: Die SPD hat den Kontakt zu ihrer Stammwählerschaft, den Arbeitnehmern verloren. Die Themen und die Sprache der SPD sind zu einem großen Teil akademisch. Die Abgeordneten sind Berufspolitiker, die nach einem Studium der Rechts- oder Sozialwissenschaften oder Politologie und einer in der Regel sehr kurzen Berufstätigkeit eine politische Karriere begonnen haben. Von denen hat keiner mehr an der Werkbank oder am Fließband gestanden. Und das prägt das Politikverständnis. Bezeichnend war für mich, als der damalige SPD-Vorsitzende und Kanzler-Kandidat einige Monate vor der Bundestagswahl 2017 die "Ehe für alle" zum Wahlkampfthema machen wollte. Nichts gegen die "Ehe für alle", aber was geht das den durchschnittlichen Arbeitnehmer an? Wenn man das Programm der SPD durchforstet, dann wird man noch mehr solcher akademischer Themen finden. Die SPD dürfte auch Schwierigkeiten haben, ihre Position in der Migrationspolitik als im Interesse der Arbeitnehmer zu verkaufen. Es ist doch interessant, dass auch die Arbeitnehmer mit Migationshintergrund für eine Beschränkung der Zuwanderung (aus welchen Gründen sie auch immer erfolgt) sind. Es sind nicht nur die sog. Hartz-Reformen unter der Schröder-Regierung, die der SPD auf die Füße fallen. Die wurden von den Grünen mitgetragen, ohne dass denen das übel genommen wurde. Allerdings haben die Grünen auch nie so getan, als wollten sie die Interessen der Arbeitnehmer vertreten........

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hage108-nau 22.07.2018, 17:47
106. Multikulti

Die USA sind das Land, in dem Multikulti in großem Stil eingeführt wurde. Ist das Experiment gelungen? Vielleicht ist es noch zu früh, um diese Frage zu beantworten, denn die USA sind noch ein relativ junges Land und existieren erst seit 231 Jahren. Im Augenblick sieht es aber ehr nach Scheitern aus: Die Bevölkerung der USA machen etwa 5% der Weltbevölkerung aus, die Anzahl der Gefängnisinsassen allerdings 25% der Gefängnisinsassen weltweit, davon überwiegend Schwarze. Allein diese Zahlen sollten uns zu denken geben. Sogar der Multikulti Förderer Obama fand das bedenklich - geändert hat er seine Politik deshalb nicht. Im Gegenteil, er hat es durch seine Nahost und Nord-Afrika Politik zu verantworten, daß Europa nun mit Flüchtlingen und Migranten geflutet wird. Deutschland ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Erde. Wieso wir hier nun unbedingt Menschen in großer Anzahl aus kulturfremden Ländern aufnehmen und integrieren müssen, erschließt sich mir nicht, und dem Herrn Buschkowsky vermutlich auch nicht. Liebe SPD, ist unsere Kriminalitätsrate zu niedrig oder was?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nostro Mo 22.07.2018, 17:49
107.

Was Buschkowsky nicht weiß: In der Wüste Gobi schneit es gar nicht mal so selten. Da ist die volkstümelnde Schnauze wohl auf selbige geflogen. Aber gut, mit Faktenwissen oder Recherche hat es der Mann ja ohnehin nicht so. Und um Ressentiments gegen Ausländer, Arbeitslose oder Menschen mit einem IQ jenseits der 40 zu schüren oder sich mit menschenverachtenden RTL-Produktionen die ausgebeulten Taschen zu füllen, braucht man das ja nun auch nicht so wirklich. Also weiter so, Buschi, Du alter Champagnerproll!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus_wienken 22.07.2018, 17:57
108.

Zitat von carahyba
Vermute, dem Namen nach zu urteilen, dass Buschkowskis Vorfahren zu diesen Zuwanderern gehörten, die um die Jahrhundertwende bzw. in de 20ger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Berlin kamen. Er sollte die Geschichte dieser Zeit kennen, sollte wissen wie die Umwälzungen und wie die Integration damals verlief. Es gab damals auch bei der SPD grosse Vorurteile.
Ja, bei der Immigration von Polen gab es auch Probleme, zweifellos. Das ist immer der Fall, wenn eine "kritische Masse", oder besser eine gewisse Anzahl überschritten wird.
Der Unterschied z.B. zu den türkischen Gastarbeitern ist allerdings, dass der Wille zur Integration erheblich höher war:
Vor- und Nachnamen wurden nicht selten geändert um es hier einfacher zu haben (aus Marek wurde Markus, komplizierte Nachnamen wurden vereinfacht), ein polnischer Akzent in 4. Generation einfach undenkbar, bei den Türken bemerkt man in gewissen Stadtteilen/Familien die Herkunft immer noch an der nicht akzentfreien deutschen Sprache, Kinder heißen selbst in der 4. Generation Mohammed...
Die polnischen Einwanderer haben es innerhalb von 3-4 Generationen geschafft sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, abgesehen von der polnischen Herkunft der Familiennamen ist Schimanski eigentlich "deutsch". Eheschließungen zwischen polnischen Nachkommen und "Biodeutschen" sind völlig normal während türkisch-deutsche Ehen immer noch eine große Ausnahme sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
redwed11 22.07.2018, 18:03
109.

Zitat von spmc-12355639674612
War Herr Buschkowsky nicht von 2001 bis 2015 Bezirksbürgermeister von Neu-Kölln? War das nicht die Zeit und der Ort, die man als Neoliberaler und Gentrifizierer als den Prototyp des Paradieses bezeichnen könnte? Als Berlin wieder zu dem wurde, was man von ihm erwartete? Und er wundert sich ernsthaft, dass er in seinen SPD-Ortsvereinsversammlungen nicht mehr die Leute antrifft, "die in der Gegend zu Hause waren: Polizeibeamte, Müllfahrer, Rentner - ein Querschnitt der Stadtbevölkerung"? Wo war er, als sich diese Entwicklung abzeichnete? Multi-Kulti funktioniert, solange es den Leuten gut geht. In unserer Gegend beobachte ich manchmal, wie Grüppchen von Grundschülern friedlich nach Hause gehen, die jeweils drei Kontinente repräsentieren. O.k., das ist in Bayern, nicht in Berlin. Aber Bücher zu schreiben, in denen auf irgendwelchen Gruppen herumgehackt wird, ist wohl im Moment in Mode, Sarrazin - noch so ein Ex-SPDler - hat es vorgemacht.
Sowohl Sarrazin als auch Buschkowsky sind nach wie vor Mitglieder der SPD.
Wie wollen Sie eigentlich aus Ihrem bayrischen Paradies mit der typischen Überheblichkeit die Situation in Berlin-Neukölln beurteilen?
Übrigens, Neukölln schreibt sich in einem Wort ohne Bindestrich. Aber wie soll man das im "Paradies" wissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 15