Forum: Politik
Ex-Brexit-Minister: David Davis erhebt Vorwürfe gegen Deutschland und die EU
REUTERS

"Feindselige Aktionen europäischer Staaten": Kurz vor dem Showdown meldet sich der ehemalige Brexit-Minister David Davis im SPIEGEL zu Wort. Er sagt: Theresa May wird scheitern - und Schuld daran trägt auch Angela Merkel.

Seite 16 von 28
appenzella 11.01.2019, 21:11
150. "I want my money back"

sagte einst Frau Thatcher, und den Briten wurde ziemlich viele Beiträge erlassen - wir werden wohl nie erfahren, wieviel.
Und nun haben Davis und Konsorten den Thatcher-Vorteil gesetzt und verspielt - "all in" beim Poker beinhaltet immer das Risiko, daß der andere das bessere Blatt hat. Und dann ist alles futsch, und der andere ist natürlich schuld, weil er nicht geblufft hat. Eine Sicht der Dinge, die D. Tr. gefallen könnte - wenn da bloß nicht dieses hohe Risiko wäre.
Es ist für mich eine gewisse Genugtuung, daß der Briten-Vorteil entfällt. Sollten sie eines Tages wieder in die Eu hinein wollen, gibt es den Haustarif, und das ist sehr gut so!
Grüezi
der appenzella

Beitrag melden
medienskeptiker 11.01.2019, 21:17
151.

Zitat von Bradyman
Da hier wieder fantastische Zahlen über die Bedeutung UKs für die Wirtschaft hierzulande herum geistern ein Blick auf die Fakten https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Tabellen/RangfolgeHandelspartner.pdf?__blob=publicationFile Danach gehen gerade 6,6% der D-Exporte nach UK. Im übrigen sollte sich jeder über zwei zentrale Fakten im klaren sein (auch Dumpy Davis, Jacob Meek-Rogue oder Bollocks Johnson): UK liegt laut der britischen Statistikbehörde ONS bei der Produktivität (Wertschöpfung/Stunde) sogar noch hinter Italien, von Frankreich oder Deutschland gar nicht zu reden. Zudem haben die Brits zwar ordentliche Wachstumsraten gehabt aber auch mit etwa doppelt so hohen Defiziten der Leistungsbilanz bezahlt: Wachstum auf Pump. An dieser Art Klemme hat sich Erdogan gerade die Finger verbrannt und die Brits haben alle Chancen, es genauso zu machen. Dann landen sie da, wo sie 1976 Richtung gestartet sind: Mit dem damals größten Hilfskredit des IWF, um eine Zahlungsbilanzkrise in den Griff zu kriegen.
Die britische Wirtschaft ist eine Dienstleistungswirtschaft und keine Industriegesllschaft--also vergessen Sie ihr Produktivitätsargument... Und es ist Fakt,dass UK an zweiter Stelle (hinter USA) beim Handelsbilanzüberschuss Deutschlands steht. ca 50Mrd eigentlich so viel wie mit USA. Ein Rückgang von ca 40% der deutschen Exporte wird von Experten als wahrscheinlich gehalten. Meines Erachtens ist das sogar eher niedrig geschätz-der britische Pfund wird abwerten und deutsche Produkte werden in UK völlig aus dem Markt gepreist mit Aufwertung des Euro und hoher Zölle. UK wird sich enorm nach USA. Commonwealth aber auch nach Asien orientieren. und bei Lebensmittel auch Mittemeer Nicht EU Staaten. Südamerika. Afrika.

Beitrag melden
linksrechtsmitte 11.01.2019, 21:18
152. Masse

Zitat von Claes Elfszoon
... keinen Fall gut für alle. Wieso will die EU aufhören ein Verbund zu sein, dem alle gerne angehören, weil man Vorteile davon hat? Warum wollen die aktuell (noch) zuständigen "Sachwalter" der EU unbedingt ein imperiales Gehabe kultivieren, in dem einige bestenfalls aus Angst vor Nachteilen bleiben?
Weil Masse Stärke ist!
Kraft ist Masse mal Beschleunigung! Ist zwar Physik, ist aber ein Naturgesetz und gilt auch in der Wirtschaft und Politik.
Beschleunigung ist in den europäischen Staaten wohl eher nicht zu erwarten, auch und erst recht von UK nicht.

Beitrag melden
gehel 11.01.2019, 21:22
153. Noch ist England nicht verloren

Natürlich Schuld haben immer die anderen. Die EU hat halt die Rosinenpickerei, die sich so mancher Brexitbefürworter vorgestellt hat, nicht mitgemacht und nun, wo man vor dem Scherbenhaufen des Austritts steht, muss man natürlich die Schuld von sich weisen. Man hätte vielleicht unmittelbar nach dem Referendum reagieren sollen und den Menschen sagen müssen, dass das, was einige Brexitbefürworter von sich gegeben haben, schlicht gelogen war und dass man deshalb das Referendum nicht als bindend ansehen kann. Hat man aber nicht, sondern ist sehenden Auges in den Schlamassel gelaufen. Hochmut kommt halt vor dem Fall, aber noch kann man ja auch den Rückzieher noch machen. Bevor man ein ganzes Volk ins Verderben rennt, sollte man lieber die Spaltung der Konservativen Partei riskieren. Es scheint ohnehin in Europa so zu sein, dass die alten Parteien "fertig haben" und durch neue leistungsfähigere Parteien oder Bewegungen ersetzt werden müssen. Große Visionen werden nicht mehr geboren, man tritt auf der Stelle und man verliert sich landauf landab in Symbol- und Klientelpolitik.

Beitrag melden
Baustellenliebhaber 11.01.2019, 21:22
154.

Schuld sind natürlich immer die Anderen....klar, die ganze Zeit waren sie selber kompromisslos und jetzt will man das alle Anderen auf Komrpomisse eingehen. Ich finde es super das die anderen Staaten endlich mal nicht umfallen.

Beitrag melden
StefanKomarek 11.01.2019, 21:23
155.

Zitat von Claes Elfszoon
Was nun folgt ist die Zersplitterung der EU und niemand wird sie noch verhindern können (trotz imperialer Attitüde). Warum? Die Spekulation auf einen Niedergang der britischen Wirtschaft wird sich ebenso nicht bewahrheiten, wie die Fantasien über einen politischen Bedeutungsverlust des UK im globalen Rahmen.
Da sind wir doch einer Meinung, wenn Ihre Prognose zutrifft. Wenn die britische Wirtschaft den Brexit gut verkraftet und keine Nachteile erleidet und UK seine politische Bedeutung in der Welt beibehält, dann ist der Brexit eine gute Sache. Wozu dann noch in der EU bleiben? Dann werden tatsächlich andere Staaten austreten, vor allem die Nettozahler.

Schließlich wurde uns immer erzählt, dass die EU Vorteile hat, die ohne nicht zu erreichen wären. Wirtschaftsstärke, politische Bedeutung Europas in der Welt. Wenn's auch ohne geht, dann stimmt das ja nicht. Wozu dann trotzdem die EU?

Der Brexit ist der Lackmustest für die Frage, ob die EU an sich einen Wert darstellt oder nicht.

Beitrag melden
Luscinia007 11.01.2019, 21:23
156.

... außerdem ist da überhaupt nicht die EU oder gar Frau Merkel schuld. Was kann den Frau Merkel dafür, dass die deutsche Automobilindustrie nicht 5 Minuten nach dem Referendum an die Tür des Kanzleramts gehämmert hat um zu fordern, die EU möge den Briten ein PlusPlusDeal geben - wie es die Brexiteers versprochen haben. Oder dass die selbst die Italiener es nicht für nötig haben, auf einen guten Deal zu drängen, damit sie weiterhin ihren Prosecco auf die Insel verkaufen können (eines der überzeugendsten Pro-Brexit-Argumente, die Boris Johnson je von sich gegeben hat^^)
Oder dass die Franzosen zwar ihre gelben Westen anziehen, aber nicht um zugunsten des Weinabsatzes ins Gelobte Königreich zu demonstrieren...

Die sind schon lustig, die Briten. Erst sich vom Acker machen, und dann über Kompromisslosigkeit jammern. Brexit means Brexit.

Beitrag melden
linksrechtsmitte 11.01.2019, 21:23
157. eher nicht

Zitat von medienskeptiker
richtig erkannt ! Nur hat man nicht damit gerechnet,dass auch Deutschland darunter leiden wird.
wir werden evtl. ein oder zwei Zehntel Wachstum direkt durch den geringeren Handel einbüßen. Das wird aber dadurch kompensiert, dass massiv Industrien in die EU umsiedelt, denn der Absatzmarkt ist nicht UK, sondern die EU. Wir werden mehr Handel mit anderen EU - Partnern haben und das wird sich dann eher zu unseren Gunsten auswirken.

Beitrag melden
medienskeptiker 11.01.2019, 21:24
158.

Zitat von commitment
Das ist eine angenehme Nebenwirkung. Unsere EU hat sich intern noch nie so zerstritten wie die USA oder GB es im Moment tun. Das sind jeweils lediglich eine Nation! Aber alle halten die EU für einen zerstrittenen Haufen. Fazit: Die EU ist ein Wunder für ihre Kraft, viele Nationen zu einen. Die Geschwister hauen sich, die Eltern sind sich oft nicht einig, der eine oder andere Spross wird auch mal bevorzugt. Aber nicht nur an Weihnachten halten sie doch zusammen. Da sollten die USA und GB beim Nachbarn mal durchs Fenster schauen. Zwecks Konfliktlösung.
EU und nicht zerstritten? In welcher Realität leben Sie? Verfahren gegen Polen und Ungarn.. Italien gegen Frankreich. Frankreich gegen die Oststaaten. Kein Ersatz für Dublin 3..eigentlich werden schon seit langem keine wesentlichen Reformen mehr beschlossen. Polen gegen Deutschland bei north stream 2 etc etc etc ..die Liste der Konflikte ist riesig. Nach dem harten Brexit und dem Ende der Britenzahlungen geht die Schlacht ums EU Budget los.....

Beitrag melden
pepe-b 11.01.2019, 21:24
159. @ linksrechtsmitte

Mit Verlaub: das ist schlichtweg Unsinn. Das Parlament ist mehrheitlich gegen den Brexit, sondern macht ihn nur widerwillig. Die Wirtschaft ist gegen den Brexit, die führende Elite ist gegen den Brexit. Die einzigen, die den Brexit wollten, sind Nationalisten und die haben sich mit Lügen die ungebildete Unterschicht zunutze gemacht. Nur DIESE zwei Gruppen wollen den Brexit, KEINE andere Gruppe.

Beitrag melden
Seite 16 von 28
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!