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Ex-Brexit-Minister: David Davis erhebt Vorwürfe gegen Deutschland und die EU
REUTERS

"Feindselige Aktionen europäischer Staaten": Kurz vor dem Showdown meldet sich der ehemalige Brexit-Minister David Davis im SPIEGEL zu Wort. Er sagt: Theresa May wird scheitern - und Schuld daran trägt auch Angela Merkel.

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Freitagabend 11.01.2019, 21:33
160. Sein Platz in den Geschichtsbüchern

Von Herrn Davis wird nur ein Bild in die Geschichtsbücher kommen: wie er ohne etwas zu Tisch zu bringen einem glänzend vorbereiteten Michel Barnier gegenübersitzt - und dümmlich grinsend in Grund und Boden verhandelt wird. Kurz danach hat sich dieser Windbeutel vom Acker gemacht. Und jetzt macht er auf beleidigten Kolonialoffizier. Es ist bitter aber wahr: schlechte Ideen wie der Brexit bringen die schlechtesten Leute ins Rampenlicht. Zumindest kurz.

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adal_ 11.01.2019, 21:33
161. Dave Davis, der Loser

2017 verhöhnte der Brexit-Minister die europäischen Brexit-Unterhändler, indem er nur zu Beginn und am Ende von "Verhandlungen" erschien. Auch sonst war ihm nicht daran gelegen, eine Einigung herbeizuführen, er wollte bis zuletzt nur Druck aufbauen. Als May dem Treiben nicht mehr länger zuschauen wollte und das Heft selber in die Hand nahm, trat er beleidigt zurück. Was ein Loser.

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linksrechtsmitte 11.01.2019, 21:36
162. Noch ein Rechenkünstler

Zitat von medienskeptiker
Welche riesigen Vorteile hatte UK? Bitte nicht wieder mit dem Rabatt kommen--zuerst die Fakten recherchieren. Wie hoch waren die Nettozahlungen UKs in den letzten 4 Jahren im Vergleich mit Frankreich und Italien? Danke
Es zählen nicht die Investitionen, sondern die Renditen, und da waren die Briten Europameister! Das wird sich für die nächsten 15 Jahre ändern, leider. Alle Argumente für den Brexit waren in Wirklichkeit Argumente für ein Remain. Durch die Osteuropäischen Gastarbeiter war UK die am schnellsten wachsende Wirtschaft Europas. Europäische und internationale Firmen haben seit dem Beitritt der Britten zur EU massiv in UK investiert, um von da aus Europa zu beliefern.
Mit britischem Geld subventionierte Uni-Absolventen in Kontinentaleuropa kamen nach UK, um deren Wirtschaft zu befeuern.
Das Geld, das man aussendet, kommt mehrfach zurück! Das ist moderner Imperialismus, aber den haben die Brexiteers nicht verinnerlicht.

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ralfix 11.01.2019, 21:38
163.

Wenn sich die Briten aus der EU verabschieden, kann man doch die EU nicht für die Zukunft der Briten verantwortlich machen. Der Brexit wird uns Probleme genug bereiten und die müssen wir doch vorrangig angehen. Es geht nicht darum, GB zu schädigen aber deren Probleme müssen sie schon selbst lösen. Ich wünsche ihnen, dass sie das auch schaffen. Lösen wir doch einfach unsere eigenen - das sind auch nicht wenige.

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kurtbär 11.01.2019, 21:38
164. david davis, a typical...

private school educated boring old fart, is right when he says, england doesn‘t have an advantage if and when the uk will leave the eu. why should they? in order to incite other countries to leave the eu, too? certainly not! if the uk chooses to leave the eu, it has to live with the consequences.

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Claes Elfszoon 11.01.2019, 21:42
165. Endlich einmal ...

Zitat von linksrechtsmitte
Weil Masse Stärke ist! Kraft ist Masse mal Beschleunigung! Ist zwar Physik, ist aber ein Naturgesetz und gilt auch in der Wirtschaft und Politik. Beschleunigung ist in den europäischen Staaten wohl eher nicht zu erwarten, auch und erst recht von UK nicht.
... eine Einlage von geradezu britischem Humor. Die Stärke der EU ist der Binnenmarkt und sonst nichts. Mittlerweile besteht die EU mehrheitlich aus wirtschaftlichen und finanziellen Leichtgewichten (freundlich ausgedrückt), was längerfristig sogar das Erfolgsmodell Binnenmarkt bedrohen wird. Die Masse verringert sich zudem noch um das UK, das neben Deutschland das zweite Schwergewicht der EU war (Atommacht, globaler Diplomatieschwerpunkt, ein weltweit funktionierendes Zentrum geheimdienstlicher Gravitation und nicht zuletzt ein militärischer Machtfaktor, gemessen an deutschem Vermögen in dem Bereich, von geradezu unheimlicher Stärke).
Die EU ist schwach im Umgang mit den weltweit stärksten Playern und stark bei den Ministaaten und darbenden Drittweltstaaten. Einzige Highlights die Freihandelsabkommen mit Kanada, Südkorea und Japan, alles andere ist globale Präsenz light.

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medienskeptiker 11.01.2019, 21:42
166.

Zitat von lanzelot72
Die Fakten, extra für Sie: Der britische Rabatt belief sich 2017 auf 4,937 Mrd. Euro. 2018 ist noch nicht abgerechnet. Quelle: ec.europa.eu. Glad to help!
DAS war nicht das Thema: wieviel zahlt UK und wieviel Frankreich und Italien in den letzten 4 Jahren? UK zahlte Netto mehr als die beiden anderen.
Der Britenrabatt hat SOOO einen Bart- er wurde beschlossen weil UK sehr geringe Rückflüsse aus dem ehemals gigantischen Agrarfonds hatte. Mittlerweile haben auch andere "Rabatte" inklusive Deutschland und der Agraranteil ist deutlich geringer geworden. Also weg mit alten Bärten und einfach schauen wieviel die Geber NETTO zahlen.

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claus7447 11.01.2019, 21:44
167.

Zitat von medienskeptiker
Die britische Wirtschaft ist eine Dienstleistungswirtschaft und keine Industriegesllschaft--also vergessen Sie ihr Produktivitätsargument... Und es ist Fakt,dass UK an zweiter Stelle (hinter USA) beim Handelsbilanzüberschuss Deutschlands steht. ca 50Mrd eigentlich so viel wie mit USA. Ein Rückgang von ca 40% der deutschen Exporte wird von Experten als wahrscheinlich gehalten. Meines Erachtens ist das sogar eher niedrig geschätz-der britische Pfund wird abwerten und deutsche Produkte werden in UK völlig aus dem Markt gepreist mit Aufwertung des Euro und hoher Zölle. UK wird sich enorm nach USA. Commonwealth aber auch nach Asien orientieren. und bei Lebensmittel auch Mittemeer Nicht EU Staaten. Südamerika. Afrika.
Werter medienskeptiker und UK Fan,

Was glauben Sie werden Dienstleistungen die EU ex UK ausmachen. Der Finanzmarkt hat bereits wesentliche teilen in die EU verlegt und damit stillgelegt. Wo noch? Gesundheitssystem? Kann man in UK eher krankensystem nennen. Wo sind die signifikanten Bereiche?

Umgekehrt hat UK wieder einen eigene Automobilindustrie, der Maschinenbau ist mau, IT ist überschaubar. Die Filmindustrie ist in den 70er geflohen.

Fischerei... da wird es geben und nehmen sein, nicht essentielles. Dann bleibt noch Nordsee Öl, Gas.

Wird damit um die Welt beeindrucken.

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heigernst 11.01.2019, 21:47
168. Dolchstosslegende

Die Engländer werden es uns Deutschen und der EU ewig vorwerfen dass wir sie aus der EU geworfen haben.
Genau so wird es kommen...

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Luscinia007 11.01.2019, 21:49
169.

Zitat von maxbee
Was Davis hier äußert ist völlig korrekt. Der EU ging es von Anfang an nicht darum ein für beide Seiten positives Verhandlungsergebnis zu erzielen, sondern für Großbritannien einen möglichst großen Schaden herbeizuführen. Nur deshalb verweigerte man GB ein umfassendes Freihandelsabkommen wie z. B. Kanada mit CETA. Stattdessen mischte man sich in die Grenzsicherung zwischen Irland und Nordirland ein und ging dabei sogar soweit, von GB zu fordern, seine Außengrenze zurück zu nehmen und zwischen Großbritannien und Nordirland zu verlegen. Eine Unverschämtheit ohnegleichen. Um Großbritannien zu bestrafen, nahm man sogar in Kauf, dass im Falle eines Brexits ohne Abkommen, die Exportwirtschaft der EU, allen voran Deutschlands, große Schäden erleidet. Ist doch Großbritannien zusammen mit China der drittwichtigste Absatzmarkt, sowohl für die EU- wie auch für die deutsche Exportwirtschaft.
Das ist falsch.
Es ging der EU nicht darum , in GB Schaden anzurichten, sondern zu verhindern, dass die EU Schaden nimmt. Und das ist auch die Aufgabe der EU, denn sie hat im Interesse der Rest-EU-Bürger zu handeln.
Weiterhin ist falsch, die EU verweigere dem UK ein FHA. Die EU hat nur beschlossen, erst die Scheidungsverhandlungen zu führen, und dann über die zukünftigen Beziehungen zu verhandeln und nicht beides miteinander zu vermischen. Wenn GB nun seit 2,5 Jahren damit nicht in die Pötte kommt, und immer noch keine Scheidungsvereinbarung steht, ist das nicht die Schuld der EU.
Erst verhandelt man über Schulden und Verbindlichkeiten, die Altlasten, dann über die Zukunft. Diesem Vorgehen hat das UK von Anfang an zugestimmt. Offiziell zumindest, inoffiziell versuchten sie zu tricksen.
Einmischung in die Grenzsicherung zw. Irland und GB? Das ist ja jetzt ein Witz. die irisch-britische Grenze ist eine EU-Außengrenze. Da ist die EU verpflichtet mitzureden. Und das EU-27.Mitglied Irland ist der EU dankbar, dass die EU für die Rechte der Iren gegenüber dem großen Nachbarn UK, dem Ex-Kolonialherrn, eintritt.
Und wenn Sie darüber jammen, was die EU der deutschen Automobilindustrie antut, dann lassen sie mal die Herren hören. Die Automanager sagen ganz klar, dass ein intakter EU-Binnenmarkt, ohne Rosinenpicken für die Briten, wir die Industrie wichtiger ist als der Handel mit den Briten.
Und last not least, wenn Sie schon Zahlen ansprechen: der Brexit wird einen Schaden für die EU verursachen, denn 6 Prozent der EU-Exporte gehen an das UK, das sind 2,3 des EU27-BIPs. Aber der Schaden für das UK wird größer sein, denn durch den Brexit sind 48% der britischen Exporte betroffen, 8% des britischen BIPs. Und das sind nur die Waren. Die britischen Dienstleistungsexporte machen weitere 7,2% des UK-BIPs aus. Wenn die Briten schon David gegen Goliath spielen wollen, sollten sie sich vorher überlegen, ob sie eine Schleuder haben^^ Für Kollateralschäden aufgrund von Dummheit ist die EU nicht zuständig.

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