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Ex-Brexit-Minister: David Davis erhebt Vorwürfe gegen Deutschland und die EU
REUTERS

"Feindselige Aktionen europäischer Staaten": Kurz vor dem Showdown meldet sich der ehemalige Brexit-Minister David Davis im SPIEGEL zu Wort. Er sagt: Theresa May wird scheitern - und Schuld daran trägt auch Angela Merkel.

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Stephan H. 12.01.2019, 13:05
270. EU Bashing....

Ja ja. Die böse bürokratische EU mit ihren komischen Gesetzen. Früher war es für mittelständige Unternehmen eine große Herausforderunforderung die Gesetze jedes Landes zu kennen. Da musste ich z.b. in NL Produkte zurückrufen weil mein Produktettikett nicht NL konform war. Für den Kunden ist Grenzen- und Zollfreiheit ein großer Vorteil. Beispiel Probleme mit einem Produkt. In der EU verschicke ich einfach in einem Brief oder Päckchen kostenlos ein Ersatzteil. Mit z.B CH geht das nicht einfach und ich mache es nicht. Jedes Centteil braucht eine Rechnung und eine Zollerklärung. Unwirtschaftlich. So muss der CH Kunde zum Einzelhändler, der zum Importeur, der wieder zu mir. Dann schick ich das Centteil mit der nächsten Lieferung mit. Abgesehen davon sind die Produkte in meiner Branche teurer als in der EU. Der Kunde kann nur sehr sehr selten auf EU Onlineshops zugreifen weil fast keiner nach CH verschickt. Rückgabe und Widerruf sind ein Drama... Kurzum: Ich bin sehr happy in der EU und U.K. wird jetzt zum Problem. Lager sind nicht mehr zu bekommen und sind super teuer....Ware zwischen Ländern hin und herschicken,je nachdem wo sie gerade benötigt wird, geht auch nimmer... kurzum: Wir haben U.K. erst mal hinten angestellt und schauen was passiert...

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invisibleman 12.01.2019, 13:37
271. Die deutsche Mark

Zitat von theodtiger
Der Target2 Saldo von knapp 1 Billion Euro bedeutet nur, dass dieser Betrag in den Bereich der deutschen Bundesbank geflossen ist. Es ist also alles schon in unserer Währung, dem Euro, bezahlt worden. Ein Guthaben der Bundesbank gehört auch nicht "den Deutschen", genauso wenig wie die theoretisch unbeschränkte Geldschöpfungskapazität für DM der Bundesbank "den deutschen" irgendein Anrecht gegeben hätte.
wurde 'mal als die deutsche Atombombe bezeichnet, die es zu vernichten galt.
Dank Draghi und anderen Stabilitätsankern wie Italien, Spanien, Gr und so weiter usw. haben wir jetzt eine alberne Weichwährung, die uns in Kürze um die Ohren fliegen wird.
Zu Wohlstand in Deutschland habe ich den passenden Link :

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/ezb-reichtumsstudie-der-arme-michel-traeumt-sich-reich/8050214-all.html

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Lektorat Berlin 12.01.2019, 13:59
272. Daran,

Zitat von localpatriot
... In D darf man jedoch nicht vergessen dass D 2017 mehr als 80 Milliarden Ausfuhren nach GB betätigt, beinahe so viel wie nach China. Und darüber solle man eher ein bisschen Nachdenken, denn einen guten Kunden (an 4. Stelle) findet man nicht so leicht und man sollte den britischen Kunden and angenehmen und erfolgreichen Brexit wünschen in der Hoffnung dass genug Geld da ist um weiterhin in D einzukaufen.
und dessen können Sie sicher sein, hat man hier schon VOR dem Referendum gedacht und AB dem Referendum alle notwendigen und möglichen Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt, die die Auswirkungen so weit wie möglich abfedern. Sowohl von deutscher Seite selbst aus als auch eingebunden in die 27er-EU.
Ob das im Gegenzug für die 37 Mio. GB-Exporte nach D auch gilt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Was von D-Seite aus allerdings gleichgültig ist; die Briten liefern uns nichts, was wir nicht anderswo - und zwar ohne Zollgedöns und Lieferverzug! - nicht auch bekommen können und werden. Glücklicherweise ist man hierzulande 1. etwas realistischer, 2. etwas verantwortungsvoller, 3. etwas vorausschauender und 4. nicht so von der eigenen Wichtigkeit derart überzeugt wie andernorts.
D hat seine Lektion im vergangenen Jahrhundert gelernt und verinnerlicht. Andere haben da noch ein gutes Stück Arbeit vor sich. Nicht nur GB, lieber local Patriot... :-)

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adal_ 12.01.2019, 15:16
273. Wischi Waschi

Zitat von Claes Elfszoon
Natürlich hätte die EU ohne Not eine andere Strategie gegenüber dem Austritt fahren können, das hätte Deutschland, den Niederlanden, den Skandinaviern etc. viel besser getan und wäre zukunftsträchtig gewesen.
Bitte konkret. In welchen Punkten hätte man den Briten mehr entgegenkommen sollen, damit May im britischen Unterhaus eine Mehrheit für ihren Brexitvorschlag zustandebringt?
Volles Mitspracherecht und freier Zugang zum Binnenmarkt bei gleichzeitigem Austritt aus der Personenfreizügigkeit, dem Haushaltsplan und den Kohäsionsfonds oder was? :-)

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Hirndummy 12.01.2019, 16:48
274. Wir brauchen einen Schuldigen

Du tritts aus einem Club aus, den du in deiner BREXIT-Kampagne zum Club von Halsabschneidern und Idioten machst, lieferst Fake ohne Ende, bedienst die dunkelsten nationlistische Ressentiments und erwartest dann von diesen "Deppen auf dem Kontinent", dass sie dir zum selbsgewählten Abschied noch Geschenke machen und freundlich entgegenkommen. Obgleich sie dir vorher schon zahlreiche Privilegien und deinen Sonderstatus gegeben haben. So konntet ihr vielleicht ein paar Jahrhunderte mit euren Kolonien verfahren, aber das sind wir nicht. Gemerkt? Ihr seid die Deppen, die sich gerade von ihrem wichtigesten Absatz- und Wirtschaftsmarkt in eine ungewisse Zukunft verabschieden. Es zählen dabei nicht die paar Arbeitsplätze im Finanzsektor, sondern was kommte auf "den Rest" der Insel zu? Es geht dem (wievielten?) EX-Oberchefunterhändler darum, schon jetzt die Kulissen zu schieben, nach denen an dem ganzen Schlamassel die bösen Deutschen (funktioniert immer) und die Kontinentaleuropäer (funtioniert auch) und "Brüssel" (funktioniert noch besser als die bösen Deutschen) ganz alleine Schuld haben. Sie kommen aus dem Muster nicht raus, dass immer andere Schuld haben müssen. Jetzt also geht es zurück ins Verwaltungsparadies "Little Britain". Es wird erst einmal Chaos geben, vieles wird sich neu sortieren müssen und dann kann man mal schauen, wer denn hinter dem Kreidefelsen politisch noch so lebt.

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lab61 12.01.2019, 17:58
275.

Zitat von maxbee
Wie die Meisten hier wissen auch Sie nicht, warum es seinerzeit zum Briten-Rabatt gekommen ist. Im Unterschied zu den anderen großen Nettozahlern, die massiv von den Agrarsubventionen der EU profitieren und so ihre Beiträge reduzieren, war dies bei Großbritannien aufgrund der wenig bedeutenden Landwirtschaft nicht der Fall. Deshalb verlangte Thatcher hierfür zurecht Kompensation in Form des sog. Briten-Rabatts.
Es gab ja in der EU beileibe nicht nur Agrarsubventionen.
Schottland und andere strukturschwache Regionen haben enorm von den EU-Strukturfonds profitiert. Auch die Landwirtschaft und vor allem die Schafwirtschaft, wird ohne die bisher beträchtlich fließenden EU-Subventionen in arge Existenznöte geraten. So hat z.B. ein Schafzüchter mit einer Herde von rund 80 Tieren jährlich rund 20.000 € an Subventionen von der EU erhalten. Möchte mal sehen, ob London dann jetzt kompensiert - und in welchem Umfang.

Die EU hat enorme Summen beigesteuert zur Befriedung des Nordirlandkonfliktes. Denn eine wesentliche der Fortführung des uralten Krieges war zuletzt zu einem nicht geringen Teil die soziale Perspektivlosigkeit der (jungen) Menschen in der Provinz.

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jm84130 12.01.2019, 18:22
276. Was sind denn vergleichbare Länder ?

Zitat von exHotelmanager
ist nach meiner Erfahrung und Erinnerung eher ein britsches Grundprinzip. Schließlich zahlte man deutlich weniger in die EU als andere, vergleichbare Länder. Für diesen Rabatt fordert man jetzt erneutes Entgegenkommen, obwohl der Gemeinschaftsrahmen dafür keinen Spielraum vorsieht?
Haushaltssalden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), verschiedene Bezugsgrößen, 2017
Staaten Haushaltssalden 1
Anteil am BIP 2,
in Prozent Euro pro Kopf in Mio. Euro
Deutschland -0,32 -128,9 -10.675,4
Schweden -0,29 -138,7 -1.403,5
Österreich -0,25 -105,8 -933,1
Dänemark -0,24 -121,5 -702,6
Vereinigtes Königreich -0,23 -80,7 -5.345,1
Italien -0,21 -59,2 -3.577,8
Frankreich -0,20 -68,0 -4.569,3
Niederlande -0,19 -81,0 -1.391,6
Belgien -0,16 -62,7 -715,7
Finnland -0,12 -50,0 -275,4
Irland -0,07 -35,7 -172,6
Luxemburg 0,04 23,1 13,9
Spanien 0,06 15,6 729,4
Zypern 0,27 58,8 50,8
Slowenien 0,34 70,2 145,1
Kroatien 0,55 63,8 261,9
Malta 1,00 220,1 104,7
Slowakei 1,17 180,0 979,6
Portugal 1,29 236,8 2.437,2
Tschechien 1,37 233,7 2.479,5
Rumänien 1,85 173,2 3.380,9
Polen 1,92 225,6 8.565,9
Lettland 1,98 272,6 527,3
Estland 2,09 357,1 471,1
Griechenland 2,10 348,3 3.740,7
Ungarn 2,66 320,9 3.137,5
Bulgarien 2,92 208,7 1.471,3
Litauen 3,14 450,5 1.265,5

1 operative Haushaltssalden nach Angaben der Europäischen Kommission

2 Bruttoinlandsprodukt

Also wenn ich das richtig sehe war bisher Deutschland als Einzahler auf Platz 1
England Platz2
Frankreich Platz 3
Nun da von den Engländern nichts mehr kommt, werden wir mit großer Sicherheit unseren Vorsprung auf Platz1 ausbauen, zumindest das sind wir in der EU Spitze.

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lab61 12.01.2019, 19:09
277.

Zitat von medienskeptiker
richtig erkannt ! Nur hat man nicht damit gerechnet,dass auch Deutschland darunter leiden wird.
Das wurde uach zu den Russland-Sanktionen - auffälligerweise aus den gleichen Kreisen und Zirkeln - behauptet. Ergebnis war aber, dass der Export trotz dieser Sanktionen weiter steigt. Und auch der Außenhandelsüberschuss. Der von den rechten Populisten vorausgesagte Niedergang der deutschen Wirtschaft blieb komplett aus. Den Russen hingegen geht es mittlerweile wieder schlechter, als vor 5 oder 6 Jahren.

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localpatriot 12.01.2019, 19:11
278. Die Zahlen im Detail anschauen

Zitat von Lektorat Berlin
und dessen können Sie sicher sein, hat man hier schon VOR dem Referendum gedacht und AB dem Referendum alle notwendigen und möglichen Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt, die die Auswirkungen so weit wie möglich abfedern. Sowohl von deutscher Seite selbst aus als auch eingebunden in die 27er-EU. Ob das im Gegenzug für die 37 Mio. GB-Exporte nach D auch gilt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Was von D-Seite aus allerdings gleichgültig ist; die Briten liefern uns nichts, was wir nicht anderswo - und zwar ohne Zollgedöns und Lieferverzug! - nicht auch bekommen können und werden. Glücklicherweise ist man hierzulande 1. etwas realistischer, 2. etwas verantwortungsvoller, 3. etwas vorausschauender und 4. nicht so von der eigenen Wichtigkeit derart überzeugt wie andernorts. D hat seine Lektion im vergangenen Jahrhundert gelernt und verinnerlicht. Andere haben da noch ein gutes Stück Arbeit vor sich. Nicht nur GB, lieber local Patriot... :-)
Ich bin da ein bisschen verwirrt wenn sie über die Lektionen vom letzten Jahrhundert schreiben. Davon gibt es viele und man muss dankbar sein dass hoffentlich etwas gelernt wurde.
Wenn man die Struktur des Handels anschaut, dann sticht als erstes die Chemische Industrie ins Auge. 7 Kategorien der deutschen Exporte liegen über einer Milliarde im Jahre 2017. Und wie sich die diversen Industrien vorbereiteten muss sich erst noch zeigen, in ein oder zwei Jahren.
Hoffen wir für das Beste.
MfG Local Patriot.
(PS LokalPatriot war bereits vergeben. )

Die Zahlen anschauen: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?language=de&sequenz=tabelleErgebnis&selectio nname=51000-0007&sachmerkmal=STLAH&sachschluessel=STLAH006&sac hmerkmal2=GP09B2

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